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Martin Popoff

Time and a Word. The Yes Story

über: Yes



Time and a Word. The Yes Story

Informationen

Erscheinungsjahr: 2016
ISBN: 978-0993212024
Verlag: Soundcheck Books
Verlagsort: London


Rezensionen


Von: Nik Brückner


Noch ein Buch über Yes. Die Babyblauen Seiten listen mittlerweile zwölf. Braucht die Welt noch ein Buch über Yes?

Aber ja. Denn nicht jedes davon ist gut. Außerdem wissen wir bereits Vieles über die vielleicht großartigste Band des Progressive Rock (na, jedenfalls solange sie großartigen Progressive Rock machte), aber längst nicht alles, was wichtig oder auch nur interessant wäre. Da sind zum einen biographische Details: Wer kam 1974 neben Keith Emerson, Nick Glennie, Jean Roussel und Vangelis Papathanassiou noch als Ersatz für Rick Wakeman in Frage? Wer war der in diesem Zusammenhang immer, aber nie namentlich genannte Schwede? Wie genau wurde der schließlich eingestellte Patrick Moraz entlassen? Was genau geschah 1979 in Paris? An wie vielen Songs wurden damals gearbeitet? Was geschah bei den XYZ-Sessions? Welche Songs waren Kandidaten für "90125" und vor allem: Was wurde aus dem verschollenen 90125-Longtrack "Time"? Wie lief das genau mit Eddie Jobson? Wie genau kam die "Union"-Band zustande - und wie fiel sie wieder auseinander? Was lief da in der Yes-West-Besetzung mit (oder gegen) Tony Kaye? Wie kam es zu den Katastrophen "Open Your Eyes" und "Heaven & Earth"? Und die alles entscheidende Frage: Welche Rolle spielte bei alldem die Politik der Plattenfirmen und Manager?

Dann, wichtiger: Die musikalischen Aspekte - immerhin kennen wir diese Jungs ja nur, weil sie Musik gemacht haben. Wie wurde die Yes-Musik der 70er Jahre komponiert, wie die der 80er? Welche Rolle spielte Rick Wakeman dabei? Wieso hatten manche Stücke noch kurz vor ihrer Veröffentlichung noch ganz andere Parts? Wie entstanden die "Keys"-Alben? Wie kam es zu der katastrophalen Verwüstung von Polycarbonat auf "Heaven & Earth"? Und wieder: Welche Rolle spielte bei alldem die Politik der Plattenfirmen und Manager?

Und was um alles in der Welt denkt Jon Anderson?!?

Es gibt also noch viel zu tun für die Yes-Forschung. Martin Popoff leistet nun mit "Time and a Word. The Yes Story" seinen Beitrag dazu. Das Buch ähnelt in der Grundidee zunächst einmal Tim Morses "Yesstories. Yes in their own words" von 1996: Popoff stellt Interview-Äußerungen der Band zusammen. Allerdings macht es das ganz anders als Morse. Popoff geht zum Beispiel streng chronologisch vor. Um genau zu sein: "Time and a Word. The Yes Story" ist eine Bandchronologie, die die Ereignisse in strenger Folge listet, und dazu zahlreiche Ausschnitte aus Interviews mit Bandmitgliedern, anderen Musikern und sonstigen Beteiligten liefert, die Licht auf die jeweiligen Ereignisse werfen können. Es beginnt am 31. Juni 1944 mit - einem Fehler, einem doppelten sogar: Roger Dean wurde nämlich am 31. August geboren, und der Juni hat nur 30 Tage. Das Buch endet - höchst aktuell - am 27. Juni 2015 mit dem Tod von Chris Squire.

Popoff selbst steuert einleitende und kurze erklärende Texte bei, sowie (Ausschnitte aus) Rezensionen von Yes-Alben. Das ist gut, so lässt er die Bandmitglieder nicht allein zu Wort kommen. Man spürt eine ordnende Hand im Hintergrund.

Das Ganze ist ziemlich gelungen. Die Auswahl der Interviews ist gut, es gibt wenig Geschwafel: Popoff hält Andersons esoterisches Geplapper ebenso in engen Grenzen wie Squires konfliktscheue Schönrednerei. Und so kommen durchaus auch kritische Stimmen zu Wort, etwa Patrick Moraz - dem ich allerdings auch nicht wirklich über den Weg traue, wenn er über seine Zeit in der Band spricht. An vielen Stellen wie diesen hätte man sich gewünscht, der Autor würde noch stärker in Erscheidung treten: recherchierend, modifizierend, kontrastierend, korrigierend. Zu vieles bleibt unwidersprochen. Eine weitere Schwierigkeit in diesem Zusammenhang: Popoff datiert die Interviewausschnitte nicht, und so wird bei vielen Äußerungen nicht klar, ob sie aus der Zeit stammen oder in reflektierender Rückschau getan wurden. Das ist z. B. bei der Bewertung von Alben durch die Musiker wichtig: Stammen sie aus der Entstehungszeit der Alben, haben diese ja oft werbenden Charakter. Erst mit einigem zeitlichen Abstand äußern sich Musiker kritisch über ihre Leistungen.

Durch die strenge Chronologie ist "Time and a Word. The Yes Story" ein großartiges Nachschlagewerk für denjenigen, der einen ganz bestimmten Moment, eine ganz bestimmte Bandphase in ihrer zeitlichen Situierung betrachten will. Dies wird dadurch noch angereichert, dass Popoff einen recht breiten Ansatz verfolgt und auch das Erscheinen von Solo-Alben, sowie anderen bedeutenden Alben des Progressive Rock listet und kommentiert. Zudem zitiert er immer wieder auch aus Interviews mit Musikerkollegen, die nicht bei Yes spielten. Er kann die Band auf diese Weise in den jeweiligen zeitlichen und kulturellen Kontext einbinden. Leider ist das Buch dadurch auch recht schwer zu lesen: Die Chronologie zwingt Popoff nämlich dazu, andauernd thematisch zu springen: Vom Komponieren zum Einbinden eines neuen Bandmitglieds, vom Touren zum Management, von Krankheiten zu Studioaufnahmen. Vielleicht das größte Manko des Buches.

Nichtsdestoweniger: "Time and a Word. The Yes Story" ist das beste In-their-own-words-Buch, das es bislang über Yes gibt. Und auch wenn es von den oben gestellten Fragen nur einige wenige beantwortet (so wie auch alle seine Vorgänger), ist es doch eine wertvolle Ergänzung der Yes-Bibliothek. Meine Empfehlung!

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