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Paul Stump

Gentle Giant. Acquiring the taste.

über: Gentle Giant



Gentle Giant. Acquiring the taste.

Informationen

Erscheinungsjahr: 2005
ISBN: 0-946719-61-6
Verlag: SAF Publishing
Verlagsort: London


Rezensionen


Von: Nik Brückner


Seit Jahren war es angekündigt, endlich ist es da, das vielleicht längsterwartete Buch in der Proggeschichte: Die Biographie von Gentle Giant. Auf 190 Seiten erzählt Paul Stump in seinem intelligenten, unverkennbar bildhaften (und dadurch bisweilen etwas schwer verständlichen) und dabei sehr humorig-britischen Stil die Geschichte einer der großen Bands des Progressive Rock. Hoffen wir mal, daß sie sich auch gut verkauft...

Stump hält sich nicht lange mit den (meist ohnehin uninteressanten) Geschichten über die Gitarrenstunden der Bandmitglieder auf, er beleuchtet nur kurz deren Jugendgeschichten und steigt dann ziemlich direkt mit „Simon Dupree and the Big Sound“ ein. Wir erfahren, wer Simon Dupree war, daß ein gewisser Reginald Dwight, der später mit seinen Balladen weltberühmt werden sollte, kurze Zeit Mitglied der sich eben formierenden Gentle Giant war und wie Stump, der mit seiner Meinung nie hinter dem Berg hält, über die Alben und einzelne Songs der Band denkt. Dabei ist dieser ausnehmend gut informiert und blickt auch mal nach links (Yes, King Crimson) und rechts (Genesis, Gryphon) - ohnehin ein Vorteil guter Bandbiographien, die schlechten berichten meist über die Bands als seien sie die einzigen auf der Welt (gewesen). Das Ganze endet dann mit dem Desaster der späten 70er und dem Nachleben der Bandmitglieder. Leider hat Stump offensichtlich keine Interviews mit den Bandmitgliedern geführt, ob absichtlich oder nicht, verrät er nicht. Dadurch bekommt das Ganze eine Distanz, die häufig von Vorteil (vgl. Chris Welchs Yes-Biographie, die sie nicht hat), häufig aber auch von Nachteil ist (vgl. Thompsons Genesis-Biographie, die sie hat). Zudem wird das Buch nach und nach etwas einseitig, da Stump sich vor allem der (eigentlich recht uninteressanten) Frage widmet, warum aus Gentle Giant keine der weltweit erfolgreichen Bands wurde. Er macht dafür in erster Linie das schlechte Management verantwortlich, das die Band immer wieder mit irgendwelchen Mainstreamrockern in den USA auf Tour schickte, er arbeitet aber auch (v. a. im Vergleich mit Genesis) heraus, daß die hohe Qualität ihrer Musik größere Popularität verhinderte.

Es folgt dann ein 20seitiger Essay von Geir Hasnes, GG-Enthusiasten sicher bekannt, der noch ein wenig tiefer in die Musik der Band einsteigt, als Stump dies tut. Ich kannte diesen Essay schon etwas länger und habe schon deshalb auf dieses Buch gewartet, um die endgültige Version lesen zu können: er allein lohnt schon die Anschaffung des Buches, zumindest für diejenigen, die sich von Überschriften wie „Kanon“, „Fuge“ oder „Kontrapunkt“ nicht abschrecken lassen - leider sind das viel zuviele, darunter, wie Stump (mal wieder) genüßlich zeigt, auch viele Musikjournalisten. Seiner Meinung nach sind das Dinge, die man kennen sollte, wenn man sich kompetent über Musik im Allgemeinen und über Prog im Besonderen äußern will. Zur (Geschmacks-) Bildung tragen Vol. 2seine Bücher ja ohnehin immer bei...

Abgeschlossen wird das Ganze durch die übliche Biographie (die seltsamerweise nur Artikel aus Musikmagazinen enthält, wozu - zwinker - gibt’s eigentlich eine Progbibliographie?), die übliche Diskographie (leider nicht vollständig, wozu - zwinker - gibt’s eigentlich Geir Hasnes?) und einen - unüblichen, aber darum nicht weniger brauchbaren - Index. Kaufen! Lesen!

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