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Peter T. Ford

The compositional style of Keith Emerson in Tarkus (1971) for the rock music trio Emerson, Lake and Palmer

über: Emerson, Lake & Palmer



Informationen

Erscheinungsjahr: 1994 (Dissertation Indiana Stat University, Terre Haute, Indiana, nur über UMI Dissertation Services zu kriegen)
ISBN:
Verlag:
Verlagsort:


Rezensionen


Von: Nik Brückner


Und gleich weiterrezensiert: Peter T. Fords Dissertation zu ELPs “Tarkus” ist wahrscheinlich in etwa das, was die ganzen Leute, die uns der Inkompetenz bezichtigen, von uns lesen wollen: 150 Seiten knallharte Analyse eines einzigen Stückes. Liebe Leser: lasst es Euch gleich gesagt sein: Es wäre dann a) keine Rezension mehr (wegen des Unterschieds zwischen Rezension und Analyse) und b), wichtiger: Ihr würdet es nicht lesen wollen... Dennoch rate ich allen, nicht nur den kritischen Lesern dieser Seiten, mal in sowas reinzulesen, einfach um auszuprobieren, ob es Spaß macht. Das ist nämlich nicht unbedingt der Fall.

Da ich Bands, über die man promovieren kann, lieber mag als solche, bei denen das nicht geht, lese ich in schöner Regelmäßigkeit solche leider immer noch spärlichen Arbeiten. Immerhin regen Leute wie John Covach oder Eward L. Macan in den letzten Jahren ihre Studenten zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Progressive Rock an, und siehe da, man kann nicht nur Studien über die Beatles im Frühling ‘62 oder über die soziokulturellen Hintergründe der Rockmusik der späten 60er schreiben.

Peter T. Ford ist einer von 5, 6, 7 Musikwissenschaftlern, die sich seit den 80ern mit ELP auseinandergesetzt haben, und das richtig ernsthaft und detailliert, so ernsthaft und detailliert nämlich, dass dabei Doktortitel heraussprangen. Immerhin: Ich bin mir nicht sicher, ob das hierzulande auch möglich wäre. Man muß ja auch nicht gerade “Tarkus” in das Repertoire der klassischen Klavierserenade integrieren wollen, wie Giuseppe Lupis das tut. Ford steht eher in der Tradition trockenen Genau-Hinhörens, zu denen auch der ELP-Forscher Blair Pethel gehört.

Ford analysiert also nun auf besagten 150 Seiten die “Tarkus”-Suite Note für Note. Jedes Kapitel ist einem sieben Teile gewidmet, mit einem biographisch-methodischen Vor- und einem Zusammenfassenden Nachklapp. Jedes der sieben Kapitel ist gegliedert nach den Aspekten “Instrumentation”, “Text”, “Rhythm”, “Harmony”, “Melody” und “Form”, soweit vorhanden (das bezieht sich vornehmlich auf die Kategorie “Text”). Ford ist dabei sehr gewissenhaft, wenn er sich auch leider allzu oft auf die publizierten Klaviernoten zu “Tarkus” verlässt. Was mir deutlich zu kurz kommt, ist eine Einordnung in den (rock-)musikalisch-historischen Kontext, ein entsprechendes Schlusskapitel hätte die Arbeit durchaus vertragen können. Stattdessen fasst Ford am Ende nur das noch einmal zusammen, was man ohnehin in den einzelnen Kapiteln schon nachlesen kann, und was in seiner oberflächlichsten Essenz auch dem Fan schon klar ist, z. B. die doch sehr großen Qualitätsunterschiede zwischen den Instrumentalen und den drei anderen Movements, oder die Klangfarbenwechsel. Nichtsdestotrotz geht diese Analyse natürlich sehr viel tiefer als alle anderen Untersuchungen zu “Tarkus” - und es gibt bereits eine ganze Reihe davon - und ist schon allein deswegen interessant.

Lesbarer ist sicher Macans Wälzer, aber wer es genau wissen will, kann sich den Text ja mal besorgen: http://wwwlib.umi.com/dissertations/

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