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GLOSSAR: A
A cappella
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Atmosphärische, zeitlose Musik
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23589 Rezensionen zu 16116 Alben von 6261 Bands.
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Glossar:

A



A cappella:


Singen im Chor ohne Instrumentalbegleitung; allenfalls Händeklatschen oder Fingerschnippen gehen noch durch. (rjg)

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A&R:


A&R-Manager sind bei den Plattenfirmen zuständig für "Artist & Repertoire", d.h. für die Frage, mit welchen Künstlern zusammengearbeitet und welche Repertoire-Politik betrieben werden soll. Die Einzelheiten sind je nach Label verschieden geregelt. Zu den wichtigsten Tätigkeiten des A&R-Managers gehören jedoch unbedingt: a) sich darüber zu wundern, daß die Band, deren Demos man neulich abgelehnt hat, bei der Konkurrenz Millionenauflagen erreicht, b) dieser Band in einer Diskussion gleichwohl "echtes" kommerzielles Potential abzusprechen und dabei ahnungslos aus einem Becher ihres täglich wachsenden Merchandising-Programms zu schlürfen sowie c) all dies zu kompensieren, indem man das eigene Label komplett auf einen "todsicheren Geheimtipp" einschwört - was einen wenig später den Job kostet, da es sich bei diesem Geheimtipp leider um eine Progband gehandelt hat. (rjg)

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Abkürzungen:


Wer sich für einen Insider hält, liebt Abkürzungen. Sie sind ein wichtiges Mittel, um Outsidern den Zugang zu Informationen zu erschweren. Es ist jedenfalls für Laien nicht gerade ermutigend, wenn sie in einer Rezension lesen, eine bestimmte Platte klänge "wie PFM". Daß sich dahinter lediglich die italienische Prog-Formation Premiata Forneria Marconi verbirgt, gehört schließlich nicht zur Allgemeinbildung. Da Abkürzungen aber auch praktisch sind, lassen sie sich nicht vermeiden. In diesem Glossar kann man neben Sachbegriffen künftig auch Abkürzungsauflösungen nachschlagen. Doch Geduld, die Sache muß erst langsam wachsen. (rjg)

PFM

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ABWH:


Anderson, Bruford, Wakeman and Howe. In den 80er Jahren zeitweilig die besseren "Yes", die jedoch den Namen aus rechtlichen Gründen nicht verwenden durften. Dieser lag bei dem an ABHW nicht beteiligten Chris Squire. (rjg)

Yes-West

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Adaption:


Sprachpedanten sagen auch "Adaptationen": Verwendung einer meist älteren, "klassischen" Komposition - häufiger: eines besonders eingängigen Teils daraus - zum Zwecke rockmusikalischer Bearbeitung. Die Beispiele sind Legion. Zu den weniger bekannten zählen u.a. die "Adaptionen" (Albumtitel) der DDR-Band Electra. Die Hochphase der Adaptionen lag in den späten 60ern und frühen 70ern. Unter zahllosen Kritikern waren (und sind) sie verschrieen als Ausverkauf des Rocks an einen spießigen Kulturbegriff. Nüchtern betrachtet hat die Liebäugelei vieler Rockmusiker mit der sogenannten klassischen Musik allerdings einiges dazu beigetragen, das Spielniveau und die Komplexität des Rocks zu erweitern - auch wenn dies des öftern mit unerträglich protzigem Gehabe einherging. (rjg)

Siehe auch: besprochene Alben mit dem Stilmerkmal Klassikrock / Adaptionen

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Airplay:


Ein Luftschloß, von dem die meisten Progbands heutzutage nur träumen können: Das Abspielen ihrer Musik im Radio. Da sich in den Programmen der meisten Radiosender jedoch nur Trivialpop und Hitparadengeklingel findet, ist mal wieder der Beweis erbracht: die heiße Luft steigt nach oben. (rjg)

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Ambient:


Das Konzert mit "Musique d'Ameublement" von Erik Satie fand bereits 1920 statt. Die Besucher der gleichzeitig stattfindenden Bildausstellung wurden gebeten, die Musik nicht zu beachten. Daher kann dieses Ereignis als Geburtstunde der Ambient-Musik angesehen werden.

"Ambient-Musik" kann mit "Umgebungsmusik" übersetzt werden. Dieses Subgenre der elektronischen Musik wurde von dem Ambient-Pionier Brian Eno mitbegründet, der seine Werke teilweise als Klanginstallationen für Flughäfen (siehe Enos Album Ambient 1 / Music for airports), Kunstausstellungen oder als Filmmusik konzipiert hat.

Ähnliche Ansätze gab es unter anderem auch auf den frühen Alben von Vangelis, Tangerine Dream und Klaus Schulze, aber Eno war der erste Künstler, der Ambient-Musik eindeutig definiert und konsequent realisiert hat. Auf dem Cover zu "Discreet Music" von 1975, der wohl ersten reinen Ambient-Platte, beschreibt Brian Eno Ambient als Musik, die sich bei geringstmöglicher Lautstärke zu entfalten hat, und dadurch zu einem kaum wahrnehmbaren Umgebungsfaktor werden soll. Aber schon Enos Aufnahmen mit Robert Fripp unter Verwendung der Schleifentechnik (auch Loop-Technik genannt, einem sehr häufigen Mittel in der Ambient-Musik) zeigten, dass diese Stilrichtung wider Erwarten ausbaufähig war (als Paradebeispiel für interessante Ambient-Musik kann man das Stück "An Index of Metals" aus der Fripp & Eno-Platte "Evening Star" bezeichnen).

Seit ihren Anfängen in den 70-ern ist Ambient-Musik eben mehr als harmonisch-friedliche, bedächtig variierende, minimalistische Hintergrundmusik geworden, die sich leicht ignorieren läßt. Es gibt inzwischen zahlreiche neue Untergattungen, in denen Ambient-Elemente mit allen denkbaren Musikstilen fusionieren, wie z.B. Ethno-Ambient (Steve Roach und Jon Hassell sind gute Beispiele dafür). Beachtenswert sind auch nicht selten an Industrial-Musik, oder Avantgarde (darunter einige Soloaufnahmen von Fred Frith) grenzende Dark-Ambient- (siehe z.B. Cities in Fog von Jeff Greinke), oder Gothic-Ambient-Werke, um nur wenige Beispiele zu nennen. (sz)

Siehe auch: besprochene Alben mit dem Stilmerkmal Ambient

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AOR:


1.Adults orientated Rock = Rockmusik für Erwachsene. Angesichts der Tatsache, daß Rockmusik mittlerweile eine recht bejahrte Erscheinung ist, mag es verwundern, daß AOR im Musikbusiness immer noch eine eigene Kategorie darstellt. Ähnlich wie der Begriff "Progressive" im gewissen Sinn ein Stilmerkmal ist, scheint dies jedoch zunehmend auch für AOR zu gelten. Typisch ist beispielsweise ein flächiger "wall to wall"-Harmoniegesang, wie man ihn oft bei "Asia" findet, zudem ein Hang zu perfektionierten, aber auch extrem aufgedonnerten > Produktionen. Seine Liebe zum "wall to wall"-Sound des AOR hat der IQ-Keyboarder Martin Orford in den >Liner Notes seines Soloalbums Classical Music And Popular Songs bekundet und gleich auch den "Asia"-Vokalisten John Wetton für einen Song engagiert, in dem dieses Prinzip eindrucksvoll auf die Spitze getrieben wird.

2. "Album orientated Radio", ein Radioformat in den USA. (rjg)

Produktion; Liner Notes

Siehe auch: besprochene Alben mit dem Stilmerkmal Melodic Rock / AOR

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Arpeggio:


"Arpeggio" bzw. "arpeggiato" wird im Deutschen oft mit dem Wort "gebrochen" wiedergegeben. Der Begriff "Gitarrenarpeggio" z.B. bedeutet aber nicht, dass die Musiker ihren Instrumenten nach dem Auftritt die Hälse brechen, obwohl das spätestens seit den Who im Rock ja recht beliebt geworden ist. Der Ausdruck "arpeggio" kommt vielmehr vom italienischen "arpa" ("Harfe") und gibt an, dass ein Akkord "harfenartig" ausgeführt wird: zerlegt in einzelne Töne und nicht geschrammelt, geschlagen, gebratzt, geschrebbelt oder geschrubbt, yeah. Auf einem Klavier wird dementsprechend nicht in die Tasten gedonnert, sondern Tönchen für Tönchen rasch hintereinander angeschlagen.

Kein Gebratze? Harfenartig? Das klingt nach Gefühl und Sanftmut. Tatsächlich werden Arpeggios dafür auch bevorzugt verwendet. Dass es auch anders - nämlich heftig, komplex und rockig - geht, hat im Prog insbesondere Robert Fripp von King Crimson bewiesen, der seinen Stücken gern vertrackte Gitarrenarpeggios zugrunde legt. (rjg)

Fingerpicking

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Art-Rock:


Kunst-Rock. Einer der zahlreichen Alternativen zum Begriff "Prog". Über den genauen Anwendungsbereich kann man streiten wie bei allen Begriffsbestimmungen. Wer deutsch spricht, sollte den Begriff Art-Rock jedoch eigentlich zu schätzen wissen. Schließlich gibt es keinen Zweifel, daß Prog eine Art Rock ist. (rjg)

Siehe auch: besprochene Alben mit dem Stilmerkmal ArtPop

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ArtPop:


Kunst-Pop, also populäre Musik mit künstlerischem Wert. Weder ein präzises Stilmerkmal noch ein Alternativ-Begriff zu "Progressive Rock". Bezeichnet vielmehr Musik "mit Anspruch" im Grenzbereich zwischen Pop, Rock und Prog. Wichtige Vertreter dieser Richtung sind 10cc. Die Heterogenität der Kategorie wird allerdings deutlich, wenn man ihre Anwendung auf so verschiedene Künstler wie Barclay James Harvest, David Bowie, Tori Amos, Björk oder sogar die Beatles berücksichtigt. (tk)

Art-Rock; Progressive Rock

Siehe auch: besprochene Alben mit dem Stilmerkmal ArtPop

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Artwork:


Die Gestaltung des LP- oder CD-Covers, möglichst als Teil eines künstlerischen Gesamtkonzepts. Gewissermaßen die bildende Kunst, in die die Platte verpackt ist. (rjg)

Konzeptalbum

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Atmosphärische, zeitlose Musik:


Teil des ehemaligen Untertitels der deutschsprachigen Progzeitschrift > "Eclipsed", zugleich ein Beispiel dafür, wie anstrengend es sein kann, den Begriff "Progressive" zu vermeiden. Mittlerweile hat das Blatt seine Untertitel häufiger gewechselt als eine ambitionierte Progband die Taktarten. Lautete das Ganze zwischendurch eher wie ein mißgeleiteter Museumskatalog ("Vom Kunstrock bis zur Postmoderne"), focht man wenig später mutig "for real good rock music". Das war zumindest schon mal besseres Deutsch. Derzeit muss sich der Leser mit dem schlichten Obertitel "Rock Magazin" und der erläuternden Aufzählung "Art_Progressive_Psychedelic_Classic_Hardrock" begnügen. Selbstverständlich werden die babyblauen Seiten die weitere Entwicklung scharf im Auge behalten! Ach ja, der Haupttitel des "Eclipsed" hat sich nie geändert. Er weist auf die Wurzeln der Zeitschrift hin, die einst als Pink-Floyd-Fanzine startete. (rjg)

Eclipsed

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Atonal:


"Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden."

Eigentlich erstaunlich, dass Wilhelm Busch diesen Satz schon 1874 schrieb. Schließlich gab es damals noch keine musique concrète, die tatsächlich in erster Linie aus Geräuschen besteht. Die Herrschaft der Tonkunst war noch ungebrochen und sie ist es, zumindest was die Menge der Musik angeht, bis heute.

Aber wenn Musik primär Tonkunst ist - was heißt dann atonal? Der Begriff meint weniger die völlige Abwesenheit von Tönen (wie in reinen Geräuschsequenzen), sondern in erster Linie die Abkehr von der traditionellen Harmonielehre. Atonale Musik verzichtet auf Grundtöne, auf Dreiklänge, auf Dur und Moll, auch auf die überlieferten Vorgaben, nach denen Dissonanzen aufzulösen sind, usw., usw. In der Atonalität können alle Töne unabhängig von diesen Regeln miteinander verbunden werden - wie in den wilden Ausbrüchen des Freejazz. Und es lassen sich völlig neue Regeln der Klangorganisation formulieren wie in der Zwölftonmusik. Historisch wird die Entfaltung der Atonalität v.a. auf die Kompositionstechniken zurückgeführt, die Arnold Schönberg Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte.

Viele Hörer verwenden den Begriff "atonal" einfach für alles, was ihnen wirr oder unharmonisch vorkommt. Doch auch komplexe tonale Musik kann ziemlich schräg und dissonant klingen. Im Rock und auch im Prog spielt reine Atonalität insgesamt eine eher geringe Rolle. Am häufigsten findet man geräuschaft-atonale Passagen, z.B. all das Pfeifen, Blubbern und Schwappen, das Progrocker so gerne für bedeutungschwangere Einleitungen verwenden. Nicht selten ist auch die Durchsetzung tonaler mit atonalen Strukturen. Ein frühes Beispiel dafür bietet "The Battle Of Glass Tears" auf King Crimsons Lizard von 1970. (rjg)

Musique concrète

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AvantProg:


Rock-Musik aus dem weiteren Progressive Rock-Umfeld mit Avantgarde-, also "Vorhut"-Anspruch, was kompositorische und studiotechnische Mittel angeht. Sprich: es klingt sehr schräg...

Diese "Schrägheit" wird sowohl durch überaus komplexe Kompositionen als auch Improvisationen sowie die Verfremdung herkömmlicher Klänge mittels Technik erreicht. Wird oft - und ganz streng genommen: falsch - synonym zu "RIO" verwendet. (ug)

RIO

Siehe auch: besprochene Alben mit dem Stilmerkmal RIO / Avant

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Beiträge von: Ralf J. Günther (rjg), Siggy Zielinski (sz), Thomas Kohlruß (tk), Udo Gerhards (ug)

Glossar B >>

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