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Hammond Orgel
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Glossar:

H



Hammond Orgel:


Die bei Prog-Keyboardern überaus beliebte Hammond Orgel - entwickelt 1934/35 vom Ingenieur Laurens Hammond - ist ein elektrisches Tasteninstrument (meist mit zwei Manualen und einer Pedalreihe) und arbeitet nach dem Prinzip des "Tone Wheel": von einem Elektro-Motor werden eine Anzahl rotierender metallische Zahnräder angetrieben, die jeweils mit ihren "Zacken" das Feld eines Magneten beeinflussen (dadurch funktionierte auch Keith Emersons beliebter Show-Act, Messer in die Hammond-Orgel zu stecken, die dann eine Art magnetischen Kurzschluss verursachten). Diese periodischen Beeinflussungen ergeben eine sinus-artige Schwingung, die zu Tönen wird. Die Tonhöhe hängt dabei von der Anzahl der Zähne sowie der Umdrehungsgeschwindigkeit des Rades ab.

Die Hammond-Orgel hat mehrere Register mit unterschiedlichen Tonhöhen, die über Zugriegel-Einstellungen in nahezu beliebiger Abstufung zum Gesamtklang miteinander gemischt werden können. Die Tonhöhe-Angaben der Grundtöne der Zugriegel-Register sind in Fuss, orientieren sich also an klassischen Kirchenorgeln, deren Pfeifengrössen in Fuss gemessen werden (übrigens leitet Ed Macan in seinem Buch Rocking The Classics die Beliebtheit der Hammond Orgel bei Proggern von dem Grosswerden vieler englischer Prog-Musiker im Umfeld der anglikanischen Kirche und deren Kirchen-Chören und dem Versuch, dem Klang der Kirchenorgeln nachzueifern ab). Neben den Zugriegeln gibt es weitere Einstellungen, die den Klang der Orgel beeinflussen, etwa ein Vibrato, ein Chorus oder ein einstellbarer perkussions-artiger Klang.

Der Klang der Hammond reicht von der waberig-süsslichen Kirchen- und Soul-Begleitung über glatt-elastischen Jazzsound hin zum agressiven kratzig-dreckigen Klang, den Emerson bei The Nice perfektionierte. Nicht fehlen darf für den echten Schweineorgel-Sound der rotierende Leslie-Lautsprecher. (ug)

Schweineorgel; Leslie

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Harmonium:


Das Harmonium ist ein Mittelding zwischen Orgel und Mundharmonika. Beim Druck auf eine Taste wird Luft an einem Metallblättchen vorbeigeführt, das zu schwingen beginnt. Die Länge des Blattes ist verantwortlich für die Tonhöhe.

Seine Blütezeit hatte das Harmonium Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts, als Heimorgel, Ersatz für Kirchenorgeln und sogar als Konzertinstrument. Mit der Entwicklung des Synthesizers verschwand es jedoch fast vollständig aus dem Musikleben. Einen festen Platz hat das Harmonium allerdings nach wie vor in der indischen Musik, wo es meist in Form kleiner tragbarer Instrumente eingesetzt wird. (ts)

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Hi-Hat:


Die beiden kleinen, waagerecht gegeneinander gekehrten Becken eines Schlagzeuges, die mit einem Fußpedal aneinandergeschlagen werden. Früher gab es dafür einmal den schönen Namen "Charleston-Maschine". (rjg)

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HiFi-Stöpsel:


Es gibt nicht viele Musikrichtungen, bei denen ein Teil des Publikums sich die Ohren - anstatt sie zu spitzen - zu verstopfen beginnt, sobald die Musiker die Bühne betreten. Im Rock sieht man dergleichen immer wieder und nicht nur deshalb, weil zahllose Bands klingen, als seien sie direkte Nachfahren von Troubadix. Selbst heiß geliebte Klänge können u. U. die Ohren schädigen. Wenige wissen, daß es neben billigen Drogeriemarkt-Ohrenstöpseln auch sogenannte HiFi-Stöpsel gibt, die den Klang der Musik nicht so stark beeinträchtigen, weil sie die Frequenzen gleichmäßiger abdämpfen. Allerdings sind diese Stöpsel je nach Ausführung nicht ganz billig. Wunder können auch sie nicht bewirken, aber manchmal hört man tatsächlich "mehr", wenn man sie trägt. Die Musik ist zwar leiser, aber es gehen nicht so viele Details im Schallgewitter unter. Wenn das Ergebnis akustisch hundertprozentig optimal sein soll, braucht man individuelle Anfertigungen, die leider sehr teuer sind.

Viele Infos sowie Bestellmöglichkeiten findet man z.B. im

Sonicshop

Auch in den Läden vieler Hörgeräteakustiker werden die Stöpsel angeboten. Man kan also bei einem Stadtbummel mal danach fragen. (rjg)

Monitoring

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Hipgnosis:


"Hipgnosis" sind wohl mit die bekanntesten und beliebtesten Schöpfer von Plattencovern. Hinter der 1968 gegründeten Firma stecken vor allem Aubrey Powell, Peter Christopherson und Storm Thorgerson, die mit ungewöhnlichen Covern für Pink Floyd, Peter Gabriel, Genesis, Nice, Yes, 10cc und viele andere für Aufsehen sorgten. Das Team bestand bis 1983, seitdem ist Storm Thorgerson "solo" für die Versorgung von Pink Floyd in Sachen Cover zuständig. Eine kleine Galerie dieser kleinen Meisterwerke kann man hier beäugen. (mw)

Cover

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Hurdy Gurdy:


Das Hurdy Gurdy heißt zu deutsch "Drehleier", ein altertümliches Instrument, welches auf eine gut 1000jährige Geschichte verweisen kann. Eine Drehleier ist im Prinzip ein Streichinstrument. Im Gegensatz zu anderen Streichinstrumenten werden die Saiten aber durch ein Rad angestrichen, das der Spieler mit einer Kurbel dreht. Dieses Rad funktioniert als eine Art "endloser Bogen".

Für die Drehleier charakteristisch sind die sogenannten "Bordun-Saiten". Sie erzeugen durch das Drehen des Rades anhaltende, gleichmäßige Töne, die in der Regel in Grundton und Quinte gestimmt sind – was ein wenig an typische Rock-Powerchords erinnert. Die zusätzliche Melodiesaite hingegen wird mittels einer Tastatur oder dergl. gespielt.

Trotz der durch das Rad ermöglichten Endlostöne und des Klangs, der an eine Sackpfeife (Dudelsack) oder ähnliches erinnert, eignet sich die Drehleier sehr gut für Tanzmusik. Denn mit Hilfe eines vibrierenden Holz-Stücks (dem sogenannten "Schnarr-Steg") lässt sich bei entsprechendem Drehen der Kurbel eine Art Schnarren als rhythmisches Element erzeugen.

Der Vorläufer der Drehleier, das "Organistrum", musste noch von zwei Personen gespielt werden: Während die eine das Rad bewegte, war die andere mit dem Mechanismus des Saitenverkürzens beschäftigt. Später packte man den ganzen Mechanismus verkleinert in einen Kasten, so dass ein Spieler ausreichte. Es kamen mehr Melodie-Saiten (bis zu drei, manchmal gar fünf) hinzu, so dass der Tonumfang wuchs. Eine Hochzeit erlebte die Drehleier insbesondere im Barock. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts geriet sie jedoch zunehmend in Vergessenheit. Erst seit Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts fand eine Wiederbelebung statt, und es wurden neue Instrumente gebaut.

Da die Geschichte des Instruments tief ins Mittelalter zurückreicht, wird es heute gern von Rockbands eingesetzt, die sich „mittelalterlich“ geben, im Prog z.B. bei Adaro - Schlaraffenland, oder Schattentantz - Galgenfrist. Seit den 80er Jahren wird aber auch intensiv an klanglichen Erweiterungen der Drehleier gearbeitet. Das geht von mehr Melodiesaiten bis hin zum Einsatz von MIDI-Technologie, die der Drehleier neue Klangdimensionen erschließt und sie in der modernen Jazz- und Rockmusik hoffähig macht. Und wer anderes als progressive Rocker könnten sich dieses eigenwilligen Instruments annehmen, das zumindest immer einen exotischen Effekt liefert. So z.B.: Jimmy Page & Robert Plant - No Quarter, Peter Hammill - X My Heart oder gar im Neoprog: Ines - Slipping into the Unknown und Elektronik: László Hortobágyi - 6th All-India Music Conference (tk)

Powerchords; MIDI

Siehe auch: besprochene Alben mit dem Stilmerkmal Folk

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Beiträge von: Udo Gerhards (ug), Thomas Schüßler (ts), Ralf J. Günther (rjg), Michael Weinel (mw), Thomas Kohlruß (tk)

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