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24173 Rezensionen zu 16523 Alben von 6433 Bands.
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Glossar:

L



Label:


Das, was auf der guten alten Vinyl-LP rund um das Loch in der Mitte der Platte pappte: das Etikett. Zugleich Bezeichnung für eine Schallplattenfirma. Wichtige Label in der Geschichte des Progs waren u.a. Chrysalis, Virgin, Cuneiform und viele andere. Viele heutige Progfirmen sind Minilabels wie z.B. Giant Electric Pea, Toff oder andere. (rjg)

Cuneiform

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Leslie:


Der berühmt-berüchtigte Leslie ist ein Lautsprecher-Kabinett, in dem sich zwei Lautsprecher (ein Horn für hohe Frequenzen, einer für tiefe Frequenzen) durch Motoren angetrieben um eine vertikale Achse drehen. Das gibt dem Sound durch den Doppler-Effekt ein Art leicht leierndes Vibrato und sorgt so für eine Klang-Andickung. Durch das Ein- und Anschalten der Motoren, die erst auf Touren kommen bzw. Abbremsen müssen, kann man diese Klangveränderung "rein- und rausfahren" lassen und das Instrumenten-Spiel noch expressiver gestalten.

Prinzipiell kann man jedes elektronisch verstärkte Instrument durch einen Leslie schicken. Besonders beliebt ist der Leslie allerdings bei Elektro-Organisten, da er dem eigentlich recht zahmen Klang einen Hammond-Orgel den nötigen Biss und die nötige "Fettheit" verleiht: dann geht's erst so richtig rund. (ug)

Hammond Orgel; Schweineorgel

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Lexika:


Wem die hier gebotenen Stichworte nicht reichen, findet vielleicht weitere Hilfe im "rororo-Sachlexikon Rockmusik" von Tibor Kneif und Bernward Halbscheffel, das zur Zeit leider vergriffen, in Bibliotheken aber sicher zu finden ist. Ferner gibt es das "Handbuch der populären Musik" von Wicke/Ziegenrücker in einer recht neuen Auflage. Auch das 1998 zuletzt erschienene rororo-Rocklexikon von Siegfried Schmidt-Joos, Barry Graves und Bernward Halbscheffel hat nach den Bandbiographien einen kurzen Sachteil. Alle Fragen werden aber diese Bücher ohne Zweifel nicht beantworten. In diesem Fall sollte man sich mit seinem Stichwort an die babyblauen Seiten wenden. Möglicherweise findet sich jemand, der eine Erläuterung in dieses Glossar schreibt. (rjg)

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Line-Up:


Die "Mannschaftsaufstellung", sprich: Besetzung, in der eine Band spielt. (rjg)

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Liner Notes:


Was auf einem LP-Cover oder in einem CD-Booklet an Erläuterungen über die jeweilige Platte steht, das sind die Liner Notes. Oft stammen die Kommentare von den Musikern selbst, manchmal von Journalisten oder Kritikern. Dann können diese Texte durchaus aufschlußreich sein. Nicht selten allerdings handelt es sich um Geschwätz aus den Werbeabteilungen der Plattenfirmen. Die auf CD-Hüllen häufig verwendete Mikro-Schrift machen Liner Notes in vielen Fällen zu einer Freude vor allem für jene Augenoptiker, die auf neue Kundschaft hoffen. Divorced Land von "Scythe" wäre ein Anwärter für den noch zu stiftenden Fielmann-Schallplattenpreis. (rjg)

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Longtrack:


Longtracks gehören zu den konzeptionellen Favoriten vieler Progfans und sind Merkmale, an deren Vorhandensein man rein äußerlich oft schon ein Progalbum erkennen kann; da ist es nur folgerichtig, dass viele Alben ihr Konzept in einem Longtrack zum Höhepunkt führen oder es mit einem solchen beginnen.

Die Geburtsstunde des klassischen Prog-Longtracks liegt bereits in den sechziger Jahren: "In held twas in I" von Procol Harum dürfte eines der ganz frühen Beispiele dafür aus dem "Proto-Prog" sein. Auch einige Rockbands, die an sich wenig dem Prog zugeneigt waren, haben sich in den frühen 70ern an Longtracks versucht; Beispiele dafür sind Uriah Heep mit "Salisbury" und "July morning" oder Deep Purple mit "Child in time".

Die untere Grenze der Spieldauer, die ein Stück zum Longtrack qualifiziert, beträgt mindestens sieben Minuten, was in der Vinylzeit rein äußerlich damit zu tun hatte, dass damalige Singles aus Gründen der Qualität/Kapazität auf einer Seite normalerweise keine Songs enthielten, die diesen zeitlichen Rahmen gesprengt hätten (obwohl es dazu Gegenbeispiele gibt: "Twilight Alehouse" von Genesis war ursprünglich eine Single-B-Seite).

Man kann jedoch auch im 'richtigen' Prog nicht jeden langen Track einen Longtrack nennen: zum Beispiel entsteht die Spieldauer von "In the court of the crimson king" von King Crimson eher durch mehrfache Wiederholung einer einzigen Grundidee, während der klassische Longtrack überraschender und abwechslungsreicher konzipiert sein bzw. einen geschickt aufgebauten Spannungsbogen enthalten sollte.

Außerdem sollten Longtracks von Suiten unterschieden werden: eine Suite ist kein kompositorisch geschlossenes Werk aus einem Guss, sondern besteht aus Einzelsongs oder Songfragmenten mit fließenden Übergängen, die insgesamt eine lange Spieldauer erreichen können, so z.B. "Henry: A portrait from Tudor times"und viele andere Kompositionen von Anthony Phillips. Auf der Grenze zwischen Suite und Longtrack liegt Mike Oldfields "Tubular Bells": von der Grundanordnung der Einzelteile her eher eine Suite sind deren Teile so genial miteinander verknüpft, dass man von einem Longtrack sprechen kann.

Die besonders repräsentativen Beispiele für Longtracks der 70er Jahre sind Yes' "Close to the edge", Genesis' "Supper?s ready", Jethro Tulls "Thick as a brick" (vor allem der erste Teil), Pink Floyds "Atom Heart Mother" oder auch "Echoes" und ELP's "Tarkus". Diese Songs haben gemeinsam, dass ihre Länge sich in etwa um 20 Minuten herum einpendelt, und das zeichnet auch die meisten Longtracks neueren Datums aus; freilich hat auch diese Gewohnheit wieder mit der Platten-Kapazität zu tun, denn eine LP-Seite fasste nur etwa 30 Minuten, und dieses Maximum wurde selten völlig ausgereizt. Diese Spieldauer scheint so unvermeidbar geworden zu sein wie das Phänomen, dass viele Komponisten seit Beethoven ausgerechnet 9 Symphonien geschrieben haben. Allerdings neigen neuere Bands zum Teil dazu, dieses Maß noch weit zu überschreiten (was nun wiederum mit der hohen Speicher-Kapazität einer CD zu tun hat): so kommt z.B. "The truth will set you free" von den Flower Kings auf eine halbe Stunde, ebenso Transatlantic mit "All of the above"; Galleon erreichen mit "The Ocean" über 50 Minuten, und "Light of day, day of darkness" von Green Carnation umfasst mit einer ganzen Stunde gar ein ganzes Album. (hm)

Siehe auch: besprochene Alben mit dem Stilmerkmal Klassischer Prog

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Loops/Schleifen:


Loops oder Endlos-Schleifen, diese Begriffe stehen im musikalischen Bereich für steuerbare Klangmanipulation, in erster Linie Verzögerung und Wiederholung, die mit Tonbändern, digitalen Einheiten (wie z.B. digitalen Sequencern) oder mit Computern erzielt werden können.

Die Verbreitung von Tonbandgeräten Anfang der 50er machte 1954 die Entstehung von Edgar Varèse's "Deserts" möglich, einem der ersten Musikwerke, das sich der Tonbandmanipulation bediente. Auch John Cage und Karlheinz Stockhausen nutzten diese Technik.

Terry Riley, der heute als einflussreicher Autor von minimalistischer Musik gilt, war in den frühen 50er Jahren bei The San Francisco Tape Music Center aktiv, einer Vereinigung von Avantgarde-Komponisten, deren Mitglieder sich ausgiebig mit Tonbandexperimenten beschäftigten.

Terry Rileys erste Tonbandschleifenkomposition, "Mescalin Mix", wurde 1960 realisiert. Die wichtigste Pioniertat Rileys war aber zweifellos "Music for the gift" von 1963, das wohl erste Musikstück, das auf Verwendung von zwei gekoppelten Revox-Tonbandgeräten basierte.

Während Riley die Tonbandschleifen mit zuvor aufgenommenen Geräuschen oder mit Musik Dritter einsetzte (in "Music for the gift" verwendete Riley eine Aufnahme von Chet Baker), nutzte im Prog Robert Fripp die ihm 1972 von Brian Eno vorgestellte Erfindung als Ausgangspunkt für eigene minimalistische, gitarrenorientierte Musik. Die beiden Fripp & Eno-Alben gehören zu den frühen Beispielen für die Loop-Technik, die hier elektrische Gitarre und Synthesizer als Klangquellen für zwei gekoppelte Tonbandgeräte (und sich daraus ergebende Effekte) nutzt. Fripp verfolgte die darin steckenden Möglichkeiten konsequent weiter und entwickelte daraus seine Frippertronics-Musik (in Reinform auf "Let the Power Fall" zu hören) und Soundscapes. Diese Musik kann auf allen Soloalben Fripps bestaunt werden, die in den 90ern herausgekommen sind.

Die Loop- oder Schleifen-Technik erfreute sich seit den 70ern steigender Popularität, was nicht zuletzt auf die Aktivitäten Fripps (vor allem seine Frippertronics- und Soundscapes-Solokonzerte) zurückzuführen ist, zumal seine Frippertronics-Effekte sogar als "Fripp-in-a-box"-Fußpedal vermarktet wurden. Vom großen Interesse an der Loop-Technik zeugen die auf dem Markt befindlichen fertigen Loop-Bibliotheken, die alle verbreiteten Instrumente einbeziehen. Die in den 70ern und 80ern zur Erzeugung von Loop-Effekten benutzten Tonbandgeräte wurden in den 90ern in der Regel durch Sequencer abgelöst, die Samples in Quasi-Endlosschleifen abspielen (nicht selten handelt es sich dabei um Samples von Schlagzeug-Rhythmen). Solche Sample-Loops werden heutzutage in vielen populären Musikstilen benutzt, etwa im HipHop- und Techno-Bereich.

Dass sich die Loops/Schleifen-Technik für alle denkbaren Klänge einsetzen lässt, beweisen unter anderem die Schlagzeugbecken-Loops von Michael Giles (zu hören auf "Ghost Dance" von Giles/Muir/Cunningham) sowie Aufnahmen von Steve Reich (1965), Pauline Oliveros (1966) und Soft Machine ("Spaced", 1969). Auch bei den Beatles kamen von Paul McCartney vorgefertigte Endlos-Tapes zum Einsatz wie z.B. auf "Tomorrow never knows". (sz)

Frippertronics; Sampler; Sequencer; Soundscapes

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Beiträge von: Ralf J. Günther (rjg), Udo Gerhards (ug), Henning Mangold (hm), Siggy Zielinski (sz)

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