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23979 Rezensionen zu 16378 Alben von 6365 Bands.
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Glossar:

S



Sampler:


1. Eine Zusammenstellung von Stücken unterschiedlicher Alben auf einer Platte, also eine CD, die von den einzelnen Alben nur jeweils eine Stichprobe (also ein "Sample") enthält; dazu sagt man manchmal auch "Compilation" ("Zusammenstellung" halt...). Wenn ein Sampler nicht nur aus Stücken unterschiedlicher Alben, sondern sogar aus Stücken unterschiedlicher Interpreten besteht, stellt sich die Frage, wo er im Plattenladen einsortiert sein sollte. Die Antwort ist einfach: natürlich dort, wo man als Kunde als letztes danach sucht. Und dies ist meist unter "V" wie "Various Artists" - so auch bei uns. Schwierig wird's erst, wenn's auch eine Band gibt, die sich "Various Artists" nennt...

2. Ein Sampler ist ein elektronisches Musikinstrument, mit dem man vorhandene Klänge digital aufnehmen und anschließend - in verschiedenen Tonhöhen bzw. Geschwindigkeiten sowie über Filter und Hüllkurven bearbeitet - über die Tastatur oder andere Steuergeräte wie einen Sequenzer wieder abspielen kann. "To sample" heißt sowohl "abtasten" als auch "eine Probe nehmen". Beides machen Sampler: sie nehmen eine oder mehrere Proben des wiederzugebenden Klangs, die dann transponiert und für die komplette Ton-Reichweite des Samplers benutzt werden. Diese Proben werden dabei "abgetastet": digitale Aufnahmen legen über den Quellenklang ein Raster, das die ursprünglich kontinuierliche Wellenform in einzelne Bestandteile zerlegt, die digital abgespeichert werden können. Je feiner die "Abtastfrequenz", desto besser die Qualität des Samples (und desto mehr Speicher wird verbraucht). Weiterhin spielt die Bitrate, also der zur Verfügung stehende Speicher für jeden einzelnen abgetasteten Punkt, der eine gewisse Frequenz und deren Lautstärke repräsentiert, also die Grobheit des "Lautstärke-Rasters" eine Rolle für die Qualität der Samples.

Die ersten Geräte dieser Art wie das Synclavier waren extrem teuer, bis Mitte der Achtziger schließlich der Emulator auf den Markt kam. Ende der Achtziger war es schließlich so weit, dass mit den neuen Produkten von AKAI auch nicht-professionelle Musiker sich Sampling leisten konnten. (mw); (ug)

Synclavier; EMU Emulator

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Saxophon:


Besteht aus Metall und ist dennoch ein Holzblasinstrument. Den Ton erzeugt nämlich ein Rohrblatt im Mundstück, und diese Art der Tonerzeugung ist derjenigen einer Klarinette weit ähnlicher als der einer Trompete. Da kann der Instrumentenbauer noch so viel "Blech" (Messing) für den Korpus des Saxophons verbraucht haben. Erfunden hat es Adolphe Sax, ein Belgier, im 19. Jahrhundert. (rjg)

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Schweineorgel:


Bei den Recherchen für diesen Glossar-Eintrag wurden - auch wenn man's kaum glauben mag - keinerlei Tiere gequält (allerdings hat anscheinend Ludwig der XIV. mit einer tatsächlichen Schweineorgel experimentiert): "Schweineorgel" ist nämlich nur eine tierisch originelle Umschreibung für eine Hammond-Orgel, die mit vollen Akkorden und viel Vibrato und Leslie-Charakteristik gespielt wird. Die genaue Etymologie des Begriffs ist mir nicht bekannt, ich könnte mir aber vorstellen, dass die schweinische Assoziation vom besonders "fetten" Sound dieser Spielweise kommt. (ug)

Leslie; Hammond Orgel

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SCNR:


Im Internet übliche Abkürzung für "sorry, could not resist" (auf Dt. sinngemäß "Tschuldigung, aber ich konnte einfach nicht widerstehen"), zumeist in Verbindung mit irgendeiner netten Unverschämtheit, die zu lustig war, um ungesagt zu bleiben. (sp)

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Selbstreferenzialität:


Der Begriff „Selbstreferenzialität“ bezeichnet das Phänomen, dass ein Ding (ein Symbol, eine Aussage ein Text, ein Bild oder ein Musikstil oder -stück) auf sich selbst Bezug nimmt. Das ist nicht selbstverständlich: Ein Foto etwa bildet im Normalfall etwas ab, das nicht es selbst ist. Es kann sich nicht selbst fotografieren. Es gibt aber solche Phänomene, oft als Spiel: So ist auf dem Cover von Pink Floyds Album „Ummagumma“ das Cover vom „Ummagumma“ zu sehen, darin das Cover vom „Ummagumma“ und so weiter. Solche Schleifen können recht amüsant sein, sie können aber auch dazu führen, dass ein Werk, ein Stück Musik zum Beispiel, sich ganz ernsthaft selbst zum Thema nimmt: Man kann ein Foto fotografieren, über das Denken nachdenken oder auch Musik über Musik machen. Auf einem Bild von René Magritte, das eine Pfeife zeigt, steht: "das ist keine Pfeife" - weil es eben nur ein Bild von einer Pfeife ist. Und Adrian Belew singt in King Crimsons “Happy With What You Have To Be Happy With”: “And when I have some words, this is the way I'll sing: through a distortion box, to make them menacing. Yeah, then I'm gonna have to write a chorus, we're gonna need to have a chorus”. Das Werk wird sich seiner Werkhaftigkeit bewusst.

Selbstreferenzialität geht natürlich auch mit musikalischen Mitteln: Prog ist nicht nur Musik über Einhörner, Schachbretter und Außerirdische, Prog ist auch Musik über Musik: Er greift bereits in seinen frühesten Ausprägungen, etwa bei The Nice, King Crimson oder den Moody Blues, Elemente aus dem Jazz und der Klassik auf. Aber der Prog geht noch einen Schritt weiter, er ist sogar Musik über Prog: Der Neoprog reformuliert den Prog, der Retroprog ist gar ein unablässiger Dialog mit den prägenden Charakteristika seines eigenen Genres. Der Prog zieht damit eine Metaebene ein, auf der es ihm möglich ist, über sich selbst nachzudenken - und zu musizieren. Er wird selbstreferenziell. (nb)

Eklektizismus; Intertextualität; Postmoderne

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Sequencer:


Ein Sequencer ist im ursprünglichen Sinne ein Gerät, das bestimmte programmierte Werte als Steuerdaten (Spannungsimpulse) z.B. an einen Synthesizer übergibt. Diese Impulse kann der Synthesizer in entsprechende Tonfolgen umwandeln. Dadurch lässt sich mit einem Sequencer ein Synthesizer so steuern, dass er festgelegte Tonfolgen immer wieder abspielt. So erklärt sich auch der Name "Sequencer", denn eine Sequenz ist eine wiederholbare Tonfolge.

Letzlich fußt das Sequencern auf der Idee, automatisierte Musik zu erzeugen. Diese Idee geistert schon lange in den Köpfen der Menschen herum, davon zeugen Musikgeräte wie zum Beispiel die Dreh-Orgel oder Pianolas. Dort wurden Musikfolgen mittels Lochstreifen oder mechanischer Steuerung "gespeichert" und per Stiftwalze abgespielt.

Der erste analoge Sequencer wurde 1963 entwickelt. Über Drehregler (Oszillatoren) ließen sich diverse Spannungswerte einstellen, die als Steuerdaten an den Synthesizer geschickt wurden. Durch die Einstellung über Regler konnte die Folge der Spannungswerte (und damit auch die Melodie) leicht verändert werden. Klarer Nachteil der analogen Sequencer war zum einen die Fehleranfälligkeit, da die Regler leicht versehentlich verstellt wurden, zum anderen die Tatsache, dass die "Programmierung" nicht speicherbar war. Alle Einstellungen mussten vielmehr notiert und dann immer wieder neu vorgenommen werden. Hinzu kamen weitere Schwächen wie z.B. die eingeschränkten Steuerdaten, da die Regleranzahl und damit die programmierbaren Sequenzen begrenzt waren (die größten Geräte verfügten über 48 Regler).

Dies führte zur Entwicklung digitaler Sequencer. Ein digitaler Sequencer kann über eine Tastatur programmiert werden, indem er die von den Tasten ausgelösten Spannungswerte (mit Hilfe eines Analog-/ Digitalwandlers) in Zahlen umwandelt. Beim Abspielen der Folge geschieht dann das Umgekehrte: Die Melodiefolge liegt nun in Zahlenwerten vor, wodurch Speichern und Bearbeiten der Daten kein Problem mehr ist.

Eine Schwierigkeit bestand darin, dass mit dem Aufkommen digitaler Synthesizer jeder Hersteller eine eigene Schnittstellen-Definition einsetzte. Es musste also immer ein passender Sequencer zum Synthesizer gefunden oder die jeweilige Schnittstellen-Definition erst implementiert werden. Um dies zu vereinheitlichen, wurde die MIDI-Schnittstelle geschaffen. Wenn man heutzutage "Sequencer" sagt, meint man meist einen Software-Sequencer, also ein Programm, das über Tastatureingaben MIDI-Ereignisse aufzeichnet und diese beim Abspielen an MIDI-fähige Geräte aller Art, meist Sampler und Synthesizer sendet.

Beispiele für den Einsatz von klassischen Sequencern gibt es massenhaft im Bereich der elektronischen Musik. Insbesondere die sogenannte "Berliner Schule" gilt als Geburtsstätte für die Sequencer-Verwendung. In den entsprechenden Rezensionen weisen unsere Autoren häufig auf die Benutzung von Sequencern hin. Ein beeindruckendes Beispiel für recht "wilden" Sequencer-Einsatz im "normalen" Prog ist das Ende von "Karn Evil 9 (3rd Impression)" auf dem Album Brain Salad Surgery von ELP. (tk)

MIDI; Berliner Schule; Sampler

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Setlist:


Wahre Fans kennen die Setlist, d.h. das Programm, das eine Band auf der Bühne zum Besten geben wird, immer schon im voraus. Jede Abweichung wird diskutiert, als handle es sich um eine Abweichung vom biblischen Urtext. Leider sind die Überraschungen im allgemeinen nicht sehr groß - es sei denn, man begibt sich einfach vor Ort, ohne bereits das Programm auswendig gelernt zu haben. (rjg)

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Sheet-Music:


"Das´s ja mal ne Schiet-Musik", schimpfte Kutterkapitän Hein, der abends in der Koje noch Lust auf ein paar Shanties bekam, doch feststellen mußte, daß ihm sein Sprößling dreist "Kid A" von Radiohead in den Seesack geschmuggelt hatte. Verdrossen starrte er den CD-Player an und wußte sich schließlich nicht anders zu helfen, als nach langem Suchen ein zerfleddertes Heft mit den schönsten Seemannsliedern hervorzukramen, das Schifferklavier umzuschnallen und selbst zu singen. Was Hein nicht wußte: Dieses Heft enthielt genau das, was man auf Englisch "Sheet-Music" nennt - gedruckte Noten. (rjg)

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Shredding:


1. (engl.) Schreddern, Zerstückeln, Vorzerkleinern

2. Bezeichnung für eine Art des Gitarrenspiels. Es gilt beim Solieren möglichst viele Noten in einer Zeiteinheit zu spielen (angeblich mindestens 12 Noten in einer Sekunde...). Dies ist eine besonders im Metal, Prog-Metal und deren Derivaten gebräuchliche Spielart. Kritiker sagen auch, das klinge zumeist wie eine durch einen Fleischwolf gedrehte Melodie, daher vielleicht die Bezeichnung. (tk)

Progmetal; Frickeln

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Slideguitar:


Kein Instrument, sondern eine Spieltechnik. Der Gitarrist schiebt sich ein Metallröhrchen oder einen abgetrennten Flaschenhals (daher auch "Bottleneck") auf einen Finger und gleitet damit über die Saiten, statt sie mit den Fingern der Griffhand niederzudrücken. (rjg)

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Sophisticated:


Wenn etwas künstlerisch anspruchsvoll ist, nennt man es auf englisch "sophisticated". Der Nebensinn meint "kulturelle Verfeinerung". Doch was dem einen als Verfeinerung gilt, ist für den andern Mord an der rauhbeinigen Seele des Rock. Obwohl "sophisticated" zudem so viel wie "raffiniert" bedeutet, reicht folglich auch diese Raffinesse nicht aus, um Einigkeit herzustellen. Wie gut. Als Inbegriff einer Musik, die zugleich "sophisticated" und doch zugänglich ist, kann man die Alben von Steely Dan bezeichnen. (rjg)

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Sophisticated Rock Magazin (SRM):


Das Sophisticated Rock Magazin (kurz: das SRM) war das Fanzine für den verbliebenen Haufen Progressive Rock-Fans Mitte der 80er Jahre. Herausgegeben wurde es von Ulrich Lill, Ralph Weiss und Uwe Hartmann, die - in der Zeit nach dem Niedergang der großen Bands und vor dem erneuten Aufblühen des Prog dank des Internets - den Wissensdurst der deutschsprachigen Progger stillten. Das Heft mit einer Auflage von etwa 200-300 Stück erschien ca. 4x im Jahr.

Der Schwerpunkt lag neben Genesis/Gabriel ganz klar auf der neuen Prog-Rock-Strömung um Bands wie Marillion, IQ und Pendragon, die im SRM als New-Prog und erst später als Neo-Prog bezeichnet wurde. Darüber hinaus erfuhr man Neuigkeiten aus der europäischen Tape-Szene (Abel Ganz, Achet-Aton etc.) des New Prog und wurde über die japanische Szene auf dem Laufenden gehalten.

Den Hauch des Mystischen verlor das SRM Ende der 80er. Bis dahin wurden die Cover meist von Lesern gestaltet und zeigten phantasievolle Zeichnungen, wie sie der Prog-Fan liebte. Später ging man zu professionellen, schwarz/weißen Titelbildern über und wurde zudem vom SI-Magazin an Aktualität und Umfang überholt, so dass das SRM an Bedeutung verlor und Ende der 90er eingestellt wurde. (gs)

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Soundboard-Aufnahme:


Manche Live-Aufnahmen werden nicht mit einem teuren und aufwändig zu betreibenden Multispur-Gerät getätigt, sondern die beiden Stereo-Kanäle des Publikums-Mixes werden in ein einfacheres Aufnahmegerät, etwa einen DAT-Rekorder gespeist: diese direkt aus dem Mischpult (Soundboard) abgegriffenen Aufnahmen nennt man im englischsprachigen Raum "soundboard recordings". Solche Aufnahmen werden bei sehr vielen Konzerten von den Bands zur Selbstkontrolle und eventuellen späteren Verwertung gemacht.

Soundboard-Aufnahmen sind vor allem bei Bootleggern beliebt und gesucht, da sie - trotz des in der Regeln nicht der häuslichen Wiedergabe angepassten Mixes - meist eine wesentlich bessere Qualität als sogenannte Audience-Recordings haben, die jemand im Publikum mit einem tragbaren Aufnahmegerät mitgeschnitten hat und die die Grundlage für die meisten kursierenden Bootlegs bilden. (ug)

Bootleg

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Soundscapes:


Soundscapes heisst übersetzt ungefähr Klang-Landschaften. Im weiteren Sinne benutzt man diesen Begriff also immer dann, wenn es um eher statische, meist elektronisch erzeugte Gebilde aus mehreren übereinander getürmten Klängen geht. Im engeren Sinne benutzt Robert Fripp, Gitarrist der Prog-Dauerbrenner King Crimson, diesen Begriff für eine bestimmte Art des Solo-Musizierens mit der elektrischen Gitarre ("And this remains the best way I know of making a lot of noise with one guitar").

Die Fripp'schen Soundscape entstanden aus einer Technik, die Fripp 1972 von Brian Eno vorgestellt wurde (siehe No Pussyfooting): mittels zweier gekoppelter Tonbandgeräte war es dabei möglich, einen Ton, den Fripp auf der Gitarre spielte, auf dem einen Gerät aufzunehmen, der dann auf das andere Tonbandgerät bei leicht sinkender Lautstärke rücküberspielt wurde, dann wieder zurück usw. Dadurch entstand eine Endlos-Schleife, über die wiederum weitere Töne aufgenommen werden konnten, die selbst wieder in die Schleife integriert wurden. Fripp und Eno machten einige Platten mit dieser Technik, die sich Fripp schliesslich auch nach dem Ende seiner musikalischen Auszeit Mitte der Siebziger Jahre und dem Namen "Frippertronics" zu eigen machte und mit der er solo mit Auftritten in Geschäften und Lokalen seinen Wiedereinstieg ins Musikgeschäft begann.

Mit dem Beginn des digitalen Zeitalters ersetzte Fripp die beiden Bandgeräte durch digitale Echo-Einheiten und benutzte zusätzlich zu einfachen Gitarren-Klänge einen Gitarrensynthesizer, der es ermöglichte, auch bombastisch-orchestrale Klänge zu erzeugen. Er nannte das ganze "Soundscapes", tourte gelegentlich als Soundscapist (etwa im Vorprogramm der G3-Tour 1997) und veröffentlichte seither eine Reihe von Alben mit so entstandenen Aufnahmen, teils mit "Soundscapes" im Untertitel. Auch auf verschiedenen King Crimson Alben seit Thrak werden immer wieder Soundscapes eingestreut, ebenso eröffet Fripp immer wieder King Crimson-Konzerte mit Soundscapes. (ug)

Loops/Schleifen

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Space Rock:


Rock, der seine Fühler in den Weltraum ("Space") auszustrecken versuchte, war das Markenzeichen der 1969 gegründeten Band Hawkwind, deren Album "Space Ritual" mit seinem Titel gewissermaßen Programm war. Kein Ritual allerdings hat nur eine akustische Komponente, und so ist es auch kaum möglich den Begriff "Space Rock" rein musikalisch zu definieren. Zu viele Überschneidungen gibt es mit dem Krautrock, der Elektronik und insbesondere der Psychedelic, zu der "Space Rock" wohl in erster Linie zu rechnen ist. Daher sind es nicht zuletzt textliche Botschaften und optische Auftritte, die darüber entscheiden, ob man eine Band in den Bereich des Space Rocks rechnen will. Die inhaltliche und visuelle Orientierung an der Welt der Science Fiction spielte jedenfalls bei Hawkwind eine sehr direkte Rolle - nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit dem Science Fiction-Autor Michael Moorcock.

Dass sich der Space Rock musikalisch nur schwer von anderen krautig-psychedelischen Strömungen des Rocks unterscheiden lässt, zeigt nicht zuletzt das Buch Space Daze von Dave Thomson. "Spaceige" Momente weisen viele Alben der Rockgeschichte auf. Die meisten Hörer identifizieren sie da, wo harte Rocksounds (teilweise - wie bei Gong - auch Fusionelemente) mit Sphärenklängen aus dem Synthesizer kombiniert werden, um so eine futuristische Atmosphäre zu kreieren. Musikalischer Historismus, wie ihn viele "klassische" Progbands betreiben, ist insofern eher das Gegenteil von Spacerock, auch wenn letzterer nach dreieinhalb Jahrzehnten ebenfalls schon ein beträchtliches Maß an Vergangenheit mit sich herumschleppt. Zu den neueren Gruppen mit "Space-Rock"-Tendenzen gehören z.B. Ozric Tentacles. (rjg)

Psychedelic; Krautrock

Siehe auch: besprochene Alben mit dem Stilmerkmal Spacerock

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Steelguitar:


Im Country and Western beliebtes Instrument, dem im Prog u.a. Steve Howe auf "Close to the edge" oder "Going for the one" von Yes wirkungsvolle Auftritte verschafft hat. Eine Art Gitarre, die waagerecht vor dem sitzenden Spieler liegt, der mit der einen Hand die Saiten anschlägt und in der anderen ein Metallstück - die steel bar - hält, mit der sich die Tonhöhen bestimmen lassen, ähnlich wie bei der > Slidegitarre. (rjg)

Slideguitar

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Stick:


1.Schlagzeugstock.

2.Chapman Stick (siehe dort) (ug)

Chapman Stick

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Suite:


Nach klassischem Verständnis ist die Suite eine Folge von mehreren in der gleichen Tonart stehenden (Tanz-) Stücken, die historisch von der Sonate abgelöst worden ist. Der Begriff der Suite wird im Zusammenhang mit der Rockmusik seit dem Aufkommen des Progressive Rock verwendet, um den musikalischen Anspruch progressiver Rockmusik zu unterstreichen. Allerdings ist die Bezeichnung „Suite“ im Laufe der Jahre dem relativ unscharfen Begriff „Longtrack“ gewichen. Zur Charakterisierung der nicht mehr singletauglichen Form in der Rockmusik taucht er aber durchaus noch auf (vgl. etwa Edward Macan: Rocking the Classics, 1997, S. 40 ff.). Auch Bernhard Halbscheffel verwendet in seinem Artikel „Living in the Past. Rock-Opern, -Symphonien, -Suiten und Parodien“ in: Tibor Kneif (Hg.): Rock in den 70-ern, 1980, den Begriff Suite zur Charakterisierung der langen Form in der Rockmusik.

Dabei lassen sich durchaus verschiedene Formen der langen Form eines Musikstücks in der (progressiven) Rockmusik unterscheiden, wie unter dem Stichwort „Longtrack“ nachzulesen ist. Es lässt sich differenzieren zwischen a) dem langen Stück, das einfach nur durch seine Länge dieses Prädikat erwirbt, d.h. es übersteigt einfach die klassische Single-Länge, b) dem langen Stück, das einfach nur ohne besondere Gliederung verschiedene kurze Stücke aneinander reiht, d.h. ein Potpourri (eine Sonderform wäre das Medley, das bereits bekannte Stücke aneinander reiht) und c) dem langen Stück, das verschiedene kurze Stücke, die einen inneren Zusammenhang aufweisen, aneinander reiht.

Es ist jedoch oftmals schwierig, in der Rockmusik zwischen b) und c) zu unterscheiden. Rockmusiktheoretiker wie Macan und Halbscheffel unterscheiden auch nicht zwischen b) und c). Macan etwa nennt als Beispiele für Rock-Suiten Tarkus, Close to the Edge, Supper’s Ready und A Plague from Lighthouse Keepers. Das heißt, der Begriff Suite wird von ihm generell als Kennzeichnung für den Longtrack im Prog verwendet. Gleichwohl kann es sinnvoll erscheinen, zwischen b) und c) zu unterscheiden. Das einfach nur lange Stück a) kann aber eindeutig nicht als Suite bezeichnet werden, da dort eben keine Stücke aneinandergereiht werden. (cr)

Longtrack

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Supergroup:


Die meisten Fans werden ihre Lieblingsbands für "Supergruppen" halten. Der Begriff "Supergroup" beinhaltet aber eigentlich keine musikalische Wertung. Die ursprüngliche Bedeutung von "super" ist "über, oberhalb". Eine Supergroup ist eine "Gruppe über den Gruppen". Sie setzt sich aus Musikern zusammen, die bereits Stars in anderen namhaften Bands waren. Im Jazzbereich spricht man auch von "All-Star"-Gruppen. Daß es den Mitgliedern von "Emerson, Lake & Palmer" reichte, ihre Nachnamen als Bandnamen zu verwenden, ist ein Hinweis darauf, daß es sich hier um eine der bekanntesten Prog-Supergroups handelt. Unter den neueren "Übergruppen" des Prog dürften "Transatlantic" am bekanntesten sein. (rjg)

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Susi-Prog:


Vorbemerkung: den folgenden Text habe ich ursprünglich eines Aprilscherzes wegen in dieses Glossar eingesetzt; er war insofern also nicht ernst gemeint. Es zeigte sich aber schon in den ersten Apriltagen, dass der Begriff 'Susi-Prog' eine erstaunlich hartnäckige Überlebensfähigkeit entwickelte: viele erkannten, dass sie Fans dieser Stilrichtung waren - einer Stilrichtung, für die es noch keine Bezeichnung gab. Daher hielt es die BBS-Planung für angebracht, den 'Susi-Prog' als Stilbezeichnung beizubehalten. Was den folgenden Textinhalt betrifft, so gibt es also diese Richtung des Prog tatsächlich, bisher nur ohne speziellen Namen. Und die zum Schluss erwähnte Susi ist tatsächlich auch real!

Der Begriff Susi-Prog wurde bereits in den 70er Jahren von der englischen "Prog-Around-The-Clock-Society" geprägt und ist die Abkürzung für "Symphonic-Unearthly-Shiver-Intended Prog". Das bedeutet, Susi-Prog zeichnet sich durch einen besonderen musikalischen Spannungsaufbau aus, der in einem hymnischen Höhepunkt gipfelt. Ein solcher Aufbau kann sowohl bombastisch wie auch lyrisch konzipiert werden.

Typische frühe Beispiele des Susi-Prog finden sich ebenso im Beginn von Mike Oldfield's "Tubular Bells" wie auch bei Genesis im Soloteil von "Firth of Fifth" oder im liedhaften Mittelteil von Yes' "Ritual". Auch manche Ideen von Kansas fallen in diese Sparte, vor allem der Song "Nobody's home" und diverse Kompositionselemente von Kerry Livgren. Später im Neoprog sollten sich besonders Pendragon als Spezialisten dieses Stils erweisen, indem sie mit "Walls of Babylon", "The shadow" oder "Man of nomadic traits" komplexe Songs schufen, die komplett als Susi-Prog bezeichnet werden können. Auch der Retroprog neueren Datums liefert gelegentliche Stilbeispiele, so die Flower Kings mit dem letzten Drittel von "Stardust we are" bzw. dem Schlussteil von "Garden of dreams" oder Spock's Beard mit "Wind at my back", wobei dieser Song bereits eine Brücke zum Pop schlägt. Eines der lupenreinsten Susi-Prog-Songs dürfte Tony Banks' "An island in the darkness" von seinem "Strictly Inc."-Projekt sein: ob Popinstrumentierung, Klaviersolo oder Keyboard-Bombast - hier ist alles auf die oben erwähnte Überwältigungs-Wirkung hin angelegt.

Freilich zeigt der Susi-Prog eine deutliche Nähe zum Rührseligkeits-Kitsch; andererseits ist aber zu beachten, dass nur sorgfältigste Kompositionsarbeit diesen Stil überhaupt erst möglich macht - das heißt, nur ein versiertes Kompositionstalent ist dazu in der Lage, denn echter Susi-Prog darf niemals langweilig und leicht berechenbar sein!

Witzigerweise heißt eine Teilnehmerin meines Prog-Stammtisches zufällig Susi; deshalb fühlt sie sich durch diesen Begriff auch persönlich angesprochen, und tatsächlich: der Susi-Prog ist letztlich wie sie selbst - zeitlos, edel, voller Ausstrahlung und ab und zu 'n bisschen naiv... (hm)

Siehe auch: besprochene Alben mit dem Stilmerkmal RetroProg; Neoprog; Klassischer Prog

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Symphonisch:


Im Popmusikgeschäft bedeutet "symphonisch" oft nicht viel mehr als "mit einem Symphonieorchester eingespielt". Symphonischer Prog kommt jedoch durchaus ohne Geigenklänge aus. Gemeint ist eine Musik, die sich in symphonischen Größenordnungen bewegt, sowohl in Bezug auf die Länge als auch auf die Komplexität der Stücke. Die Musik hat "Werkcharakter", zollt musikalisch wie textlich der kulturellen Überlieferung häufigen Respekt und greift bisweilen sogar direkt auf Kompositionstechniken klassischer Musikstile zurück. Der Musikwissenschaftler Tibor Kneif prägte für diese Art von Bildungsgehabe vor Jahren den ironischen Begriff "Kulturrock". Daß solcherart verstandene Symphonik im Prog nicht nur existiert, sondern auch funktioniert, haben jedoch eingehende Analysen vor allem des Yes-Stücks "Close to the Edge" erwiesen. (rjg)

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Synclavier:


Das Synclavier war eine frühe professionelle Keyboard-Workstation, also eine Art Komplettstudio mit verschiedenen Synthesearten (etwa additive und FM-Synthese), einem leistungsstarken Sampler, einem Sequenzer und der Möglichkeit, der direkten Aufnahme auf Harddisk.

Der erste Synclavier-Prototyp wurde 1975 am amerikanischen Dartmouth College entwickelt. Ab 1977 wurde das Synclavier von der eigens gegründeten Firma "New England Digital" hergestellt und vertrieben. Trotz exorbitanter Preise für komplette Systeme (ca. 100.000 $!) entwickelte sich das Synclavier wegen seines grossen Leistungsumfangs vor allem bei Film- und Fernsehkomponisten zu einem beliebten Werkzeug. Durch immer billigere, leistungsstärkere Sampler und Musik-Computersysteme wurde es allmählich obsolet, so dass New England Digital 1992 den Betrieb einstellte. Seit dem kümmern sich verschiedene Nachfolge-Firmen um Wartung und Weiterentwicklung der immer noch im Betrieb befindlichen Synclaviere.

Im Progumfeld der bekannteste Nutzer des Synclaviers dürfte Frank Zappa sein, der mit Jazz From Hell und Civilization Phaze III fast komplette Alben im Synclavier entstehen liess. Aber auch Eddie Jobson und Tony Banks gehörten zu den Synclavier-Nutzern. (ug)

Sampler

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Beiträge von: Michael Weinel (mw), Udo Gerhards (ug), Ralf J. Günther (rjg), Sal Pichireddu (sp), Nik Brückner (nb), Thomas Kohlruß (tk), Günter Schote (gs), Christian Rode (cr), Henning Mangold (hm)

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