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Reflexionen zum Progressive Rock (16.11.2017)
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Midas

Beyond The Clear Air

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1988 (Wiederveröffentlichung 2009)
Besonderheiten/Stil: Neoprog; RetroProg
Label: Poseidon/Musea
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Eigo Utoh All Vocals & Karlhofner 5 strings - Electric Violin
Eisho Lynn Roland S-50, D-50, SH-3A, JUNO-6, KORG Mono/Poly, M1, AKAI S-900, Sequential Six-Tracks, CASIO CZ-3000, YAMAHA Acoustic Piano
Katsuaki Yamada Fender Jazz Bass
Kazuo Katayama TAMA acoustic drums, PAISTE cymbals, REMO Roto Tom Toms, SIMMONS SDS7, Drumworkshop HARDWARE percussions, Pro-MARK Drums Stick

Tracklist

Disc 1
1. Sham Noctulica 8:07
2. The Slough of Despond 15:33
3. Mortuary 4:46
4. Beyond the Clear Air 18:45
5. Green Forest (Bonus Track) 8:54
Gesamtlaufzeit56:05


Rezensionen


Von: Dennis Egbers @ (Rezension 1 von 2)


Progger können primitiv und berechenbar sein. Wirft man z.B. mir mit schön viel Gefiedel angereicherten Prog vor, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich keinen Spaß daran finde, sehr gering. Dementsprechend erfreut war ich von der Kunde, dass die Spießgesellen von Poseidon und Musea mit dem Debüt von Midas eines der etwas in Vergessenheit geratenen Alben aus der großen Zeit des japanischen Progressive Rocks Ende der Achtziger wieder jenseits von Internet-Gebrauchtbörsen verfügbar machen. Aufgrund der nicht nur unterstützenden sondern dominierenden Stellung der Geige in der Musik und der sowohl geographischen als auch zeitlichen Gemeinsamkeit liegt natürlich ein Vergleich sogleich in der Luft: Outer Limits.

Und: Ganz falsch ist dieser Vergleich nicht, aber eben doch nur die halbe Wahrheit.Wo Outer Limits sich schon früh einem (über-)ambitionierten Konzeptalbum wie "A Boy Playing The Magical Bugle Horn" widmeten und mit "The Scene Of Pale Blue" ein Meisterwerk vorlegten, das mit schrägeren Einflüssen schon den Weg zum gelungenen Comeback "Stromatolite" erahnen ließ, bleiben Midas auf "Beyond the Clear Air" stets im wohlig-melodischen Schönklang verhaftet, wie er typisch für die Hanshin-Variante des Progs aus dem Land der aufgehenden Sonne ist. Bereits der kraftvoll-symphonische und durch Duelle zwischen Violine und Keyboards in immer höhere Sphären getragene Opener "Sham Noctulica" setzt hier eine sehr aussagekräftige Marke für das, was noch folgt.

Trotz aller schwelgerischen Melodiösität verstehen es Midas aber stets, den Hörer mit geschickt eingewobenen Ausbrüchen vor Langeweile zu bewahren, sei es nun durch Tangoeinflüsse wie in "Mortuary" oder ein jazziges Zwischenspiel vor dem (natürlich symphonischen) Ausklang des Longtracks "The Slough of Despond". Insofern heben sie sich von einigen ihrer Zeitgenossen wie Magdalena oder Mugen ab, denen man nicht ganz zu Unrecht häufig eine edle Langweiligkeit nachsagt. Keine Angst: Midas rocken und auch komplexitätsmäßig wird – zumindest gegenüber den gerade genannten Landsleuten – immer wieder die Schraube angezogen. Als Zusammenfassung für den Stil der Truppe aus Osaka darf dabei wie so oft der längste (Titel-)Track des Albums herhalten, der lyrisch beginnend immer mehr Fahrt aufnimmt, um nach einer unterhaltsamen Reise durch den midas'schen Klangkosmos geruhsam auszuklingen (und es als nicht sehr gute Idee erscheinen lässt, den zwar qualitätsmäßig kaum abfallenden aber weit weniger das Flair eines Abschlusses verströmenden Bonustrack "Green Forest" ans Ende zu setzen).

Dennoch dürften bei aller Klasse Schrägköppe mit den Japanern eindeutig mehr als nur kleine Probleme haben und auch der Gesang von Violinist Eigo Utoh, der mit Keyboarder Eisho Lynn ebenfalls für alle Kompositionen verantwortlich ist, dürfte dadurch, dass er in Landessprache gehalten ist und sich auch in bezug auf Melodien weniger verwestlicht gibt als bei anderen japanischen Bands, teils für Probleme sorgen. Allerdings darf man Utoh-san durchaus eine angenehme Stimme bescheinigen, so dass man sowohl vor den berühmt-berüchtigten Fernost-Quietschorgien als auch radebrechendem Englisch bewahrt bleibt. Ebenso bewahrt bleibt man vor allzu wilden (und gefürchteten) Tastenexzessen, setzt Eisho Lynn doch neben den allseits beliebten Achtziger-Ürgselkeys (aber, hey, das hier ist aus den Achtzigern) auch immer wieder auf warme Pianoklänge, die vor allzu üblem Ohrenbluten bewahren. Wie? Ein paar Worte zur Rhythmusfraktion fehlen noch? Nun, mir sind bei japanischen Progbands (jaja, abgesehen vom Gesang) noch keine schlechten Musiker aufgefallen und so unterstützen auch Katsuaki Mishima und Kazuo Katayama die beiden Vorturner bei ihren Eskapaden, freilich ohne sich selbst allzu sehr in den Vordergrund zu drängen.

"Beyond the Clear Air" ist somit ein gelungenes Album aus der melodischen, aber nicht unbedingt bombastischen Ecke des japanischen Progressive Rocks, dessen Wiederveröffentlichung längst überfällig war, und das dem Großteil des zu dieser Zeit in den Ländern der Langnasen kursierenden Progs gepflegt eine, nun, lange Nase zeigt. Bleibt zu hoffen, dass sich Poseidon bzw. Musea auch des restlichen Midas-Programms annehmen.

PS: Man lasse sich nicht von dem ebenfalls von Eigo Utoh verbrochenen Cover abschrecken – glücklicherweise liegen zwischen den musikalischen und malerischen Fähigkeiten Welten...

Anspieltipp(s): Sham Noctulica, Beyond the Clear Air
Vergleichbar mit: Outer Limits (ja, dann doch am ehesten), Mugen
Veröffentlicht am: 23.7.2009
Letzte Änderung: 2.10.2013
Wertung: 10/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


Simmons SDS7, Sequential Six-Tracks, die Hanshin-Variante des Progs - Dennis kennt sich echt aus! Also, für mich, als jemand, der sich im krassen Schrägjaponismus weit besser auskennt als in dieser Hobbingen-Spielart, klingt das Ganze wie ein Zusammenschnitt aus allem, was im Prog der 70er leichthörbar war: Viel Wakeman, hie und da bissl Genesis, und immer wieder so Vanessa-Mae-Momente. Oder wie Dennis schreibt: Midas bleiben stets im wohlig-melodischen Schönklang verhaftet.

Rhythmisch Vertracktes gibt es durchaus, aber selten (z. B. in "The Slough of Despond"). Das ist schon eher eine Scheibe für Hörer, die gern mit Elfen schwelgen. Die Schrägschraube, von der Dennis schreibt, dass sie hin und wieder angezogen würde, ist mit vielen rosa Blümchen bemalt.

Macht aber nichts! Um die Lieblingstautologie von Rockrezensenten zu bemühen: Wem sowas gefällt, der dürfte die Scheibe mögen. Oder anders gesagt: Wer mal so rrrrrrrrichtig auf Keyboardwolken dahinschweben will, für den ist das eine schön sahnige Scheibe. Oder nochmal anders: Kitsch as Kitsch can!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.7.2017
Letzte Änderung: 7.7.2017
Wertung: 8/15
Joa, woisch

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