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Talk Talk

Spirit of Eden

(Archiv-Tipp 2/2005)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1988
Besonderheiten/Stil: Postrock
Label: Parlophone
Durchschnittswertung: 14.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Mark Hollis Gesang, Klavier, Orgel, Gitarre
Paul Webb Bass
Lee Harris Schlagzeug

Gastmusiker

Tim Friese-Greene Harmonium, Klavier, Orgel, Gitarre
Martin Ditcham Percussion
Robbie McIntosh Dobro, Gitarre
Mark Feltham Mundharmonika
Simon Edwards Bass
Danny Thompson Kontrabass
Henry Lowther Trompete
Nigel Kennedy Violine
Hugh Davies Shozygs
Andrew Stowell Fagott
Michael Jeans Oboe
Andrew Marriner Klarinette
Christopher Hooker Englischhorn

Tracklist

Disc 1
1. The Rainbow / Eden / Desire 23:12
2. Inheritance 5:24
3. I Believe in You 6:17
4. Wealth 6:35
Gesamtlaufzeit41:28


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


Zunächst hört man nur die Klänge einer gedämpften Trompete, von ein paar Streichern begleitet, die ein Stück Neuer Musik zu intonieren scheinen. Schließlich spielt die E-Gitarre ein paar Akkorde und plötzlich kracht eine völlig verzerrte Mundharmonika dazwischen - so beginnt "Spirit of Eden", das Meisterwerk der ehemaligen Synthiepopper Talk Talk. Über 20 Minuten nimmt die Suite aus "The Rainbow", "Eden" und "Desire" ein, minimalistischer Kammer-Rock mit Mark Hollis' typisch nuscheligem Gesang. Ständiger Wechsel zwischen ruhigen Passagen und abrupten Attacken von E-Gitarre und unglaublich brachialer Mundharmonika machen diesen Titel zu einem Meisterwerk des Progressive Rock nicht nur der Achtziger.

Der Rest des Albums braucht sich vor diesem Monument keineswegs zu verstecken: "Inheritance" klingt geradezu intim, überwiegend mit verhaltenen E-Piano Klängen und sanftem, kaum hörbaren Schlagzeug instrumentiert. Ein kurzes Holzbläserintermezzo lässt leichte Erinnerungen an Univers Zero aufkommen.

Am schönsten aber ist das schon bis an die Schmerzgrenze melancholische "Wealth". Zu einzelnen, geradezu zeitlupenhaft eingestreuten Tupfern weniger Instrumente singt Hollis hier mit mal typisch nuschelig, mal plötzlich gequält aufschreiend.

In Anspielung auf den Titel des Vorgängeralbums "The Colour of Spring" schrieb eine Zeitung damals, diese CD klinge "wie die Farbe des Herbstes". Besser kann man es nicht ausdrücken.

Anspieltipp(s): alles
Vergleichbar mit: King Crimson (Islands)
Veröffentlicht am: 18.5.2002
Letzte Änderung: 18.5.2002
Wertung: 14/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 3)


Ich schliesse mich meinem Vorrezensenten an: Spirit of Eden ist ein Meisterwerk und eine der wohl grössten musikalischen Ueberraschungen der 80er Jahre. Man erinnere sich bloss 6 Jahre zurück an das Teenie-Pop-Album "the party`s over", dann an das zu weiten Teilen auch sehr radiotaugliche und überaus erfolgreiche "It`s my life" mit Single Hits wie "such a shame" und dem Titelstück, dann an das schon etwas in seinem Stil gewandelte "the colour of spring", das mit herrlichen Nummern wie "happiness is easy" oder "time it`s time" sehr gefühlvoll aufspielte. Doch jetzt folgt ein stilistischer Sprung. Hin von den vorhergehenden Popalben zu einer beinahe avantgardistischen Platte für den Musikolymp, die gleichzeitig kommerzielles Harakiri begeht und den Plattenbossen von EMI die Tränen in die Augen trieb. Ich erinnere mich genau, wie dieses Album in den Schweizer Charts von Null auf 13 einstieg und in der nächsten Woche für immer daraus verschwand.

Doch ich hatte meine Traumreise gebucht und befand mich die nächsten Wochen in einer von der Restwelt abgeschlossenen Blase.

Eine ausführliche Rezi dazu? Was sind schon Worte in Gegenwart einer solchen Schöpfung ? Worte sind Schall und Rauch! Kaufen und lieben!

Ach, noch was: bzgl. "Wealth" teile ich voll und ganz Jochen`s Einschätzung. Ist auch für mich DER Höhepunkt des Albums und eines der genialsten Stücke überhaupt auf diesem Erdenball.

Anspieltipp(s): also bitte...!
Vergleichbar mit: nichts
Veröffentlicht am: 13.5.2003
Letzte Änderung: 29.6.2011
Wertung: 15/15

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Von: Marcus Kästner @ (Rezension 3 von 3)


Für die fünfzigste Rezi nehme ich mir ein besonderes Album vor, dachte ich mir. Die Auswahl der Alben, denen ich 15 Punkte zugestehen würde, ist klein. Talk Talks „Spirit Of Eden“ gehört dazu.

Es gibt wenig Alben, die auf mich eine so entspannende und gleichzeitig erregende Wirkung haben. Allein die beginnenden Takte von 'The Rainbow', mit den heimeligen Streichern, der verzerrten Gitarre, übergehend in brummende Urlaute, seltsam verstörend, fremd. Das Paradies. Ein Ort, der uns so nah ist wie unser innerster Wunsch nach Geborgenheit und doch so fern und unerreichbar, da wir aus ihm verstoßen.

Der „Spirit Of Eden“ ist in jeder Sekunde des Albums zu spüren, in einer umfassend lyrischen Atmosphäre. Fast so, als würden alle Sinne betört, als könnte man das Paradies schmecken, fühlen, riechen und sehen, anstatt is nur zu hören.

Es ist schier fantastisch, was die Hauptakteure Mark Hollis und Tim Friese-Greene hier aus Musik geformt haben. Glücklich natürlich, da die EMI in Erwartung eines Pop-Bestsellers erhebliche Summen investierte. Talk Talk nutzten jeden Penny. Ein Heer von Musikern wurde geladen, alle produktionstechnischen Mittel ausgereizt und das ist hörbar. Kein Hauch von Künstlichkeit haftet „Spirit Of Eden“ an, kein bisschen Kitsch oder mangelnde Originalität.

Das liegt natürlich nicht nur an der aufwendigen Instrumentierung und Produktion, sondern auch an den kompositorischen Kräften Hollis' und Friese-Greenes. „Spirit Of Eden“ spielt eine ähnliche Vorreiterrolle für den Post- und Indie-Rock, wie King Crimsons „In The Court Of The Crimson King“ für den Prog – und jene dürften sehr wohl inspirierend eingewirkt haben.

Es ist immer ein Genuss, ob allein, um das Alleinsein zu genießen, oder zu zweit, um die Zweisamkeit zu genießen – „Spirit Of Eden“ ist ein ganz besonderes Album, das ich jedem Leser dieser Seiten – ach! – allen darüber hinaus ans Herz legen möchte.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: King Crimson - Islands
Veröffentlicht am: 20.6.2007
Letzte Änderung: 20.6.2007
Wertung: 15/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Talk Talk

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1982 The Party's Over 4.00 3
1984 It's My Life 9.00 2
1984 It`s My Mix - 1
1986 The Colour of Spring 12.33 3
1988 I believe in you (single) - 1
1990 Natural History - 3
1990 It`s my life (single) - 1
1990 Such a shame (single) - 1
1991 After the flood (Box) - 1
1991 Living in another world (single) - 1
1991 History revisited - 1
1991 Laughing Stock 14.00 3
1997 The Very Best Of Talk Talk - 1
1998 Asides Besides 9.00 2
1998 London 1986 11.00 2
2001 Missing pieces 8.00 1
2003 Introducing...Talk Talk - 1
2012 Live In Spain 1986 12.00 1

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