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Centenaire

II - The Enemy

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Canterbury; Folk; Independent / Alternative; Postrock
Label: Chief Inspector (CD), Clapping Music (Vinyl)
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Aurelien Potier cello, clarinet, backing vocals, metalophon, organ
Damien "My Jazzy Child" Mingus charango, lead vocals, percussions, metalophon, organ, melodica
Axel "Orval Carlos Sibelius" Monneau guitars, lead vocals
Stephane "Domotic" Laporte drums and percussions, organ, backing vocals, metalophon

Tracklist

Disc 1
1. Wheelchair 4:03
2. Bottle Of Sound 4:08
3. The Enemy 4:03
4. Farmers Underground 4:40
5. A Cure 3:11
6. Testosterone 5:40
7. Back Home 4:08
Gesamtlaufzeit29:53


Rezensionen


Von: Andreas Hofmann @


Hätten Centenaire auf ihrem zweiten Album einfach nur die folkige Akustikpop-Formel des Debüts wiederholt, hätten sie sehr tief in der Songwriting-Kiste wühlen müssen, um ähnlich stimmige Songs zu schreiben, die nicht irgendwann in gepflegte Langeweile münden. Dieser Herausforderung wollten sich die Franzosen jedoch offenbar gar nicht erst stellen; stattdessen haben sie ihren Sound auf sehr eindrucksvolle Weise erweitert und dem Nachfolger so eine ganz eigene Dramaturgie verliehen.

"Wheelchair" eröffnet das Album geradezu sommerlich und führt damit erst auf die gänzlich falsche Spur. Was hier zunächst nach einem Ringo Starr-Stück der Beatles klingt, wird im weiteren Verlauf durch die brillante Gitarrenarbeit richtig spannend, bis es sich nach einem 10 CC-Part in der Mitte auf beinahe dramatische Weise und sehr reduziert seinem Ende entgegenschleppt und auf einmal gar nicht mehr nach Ringo, sondern eher nach John Lennon klingt. Diesen Auftakt hatte man wirklich nicht erwartet, und staunend fragt man sich, wie es denn nun wohl weitergehen wird.

Mit "Bottle of Sound", einer Mischung aus Roadmovie und Talk Talk / Mark Hollis, wird es zwar zunächst etwas gemächlicher, es bleibt aber auch weiterhin spannend. In welche Richtung sich das Album jetzt weiterbewegt, weiß man hier nämlich ebenso wenig wie nach dem nun folgenden Titelsong, der zunächst ebenfalls sehr gemütlich mit dezenter Percussion-Begleitung, Gitarre und Glockenspiel vor sich hin schunkelt, sich aber zur Mitte hin überraschend kurz öffnet und dann die Stimmung abermals ins Ungewisse kippen lässt.

Das tribal-artige "Farmers Underground" macht schließlich keinen Hehl mehr daraus, dass "The Enemy" im Gegensatz zum Debüt eine düsterere und nicht mehr ganz so poppige Angelegenheit ist. Wenn man die erste Platte kennt, tut diese Erkenntnis fast schon weh, denn auf dem zweiten Album von Centenaire kann man sich offensichtlich nicht mehr so gemütlich zurücklehnen und die hübschen Melodien genießen.

Nach dem irgendwie schleichenden "A Cure", das man sich sowohl von Peter Gabriel, als auch elektronisch aufgepeppt von Chroma Key gut vorstellen könnte, ist man sodann auf alles gefasst, aber wohl kaum auf den brutalen Anfang von "Testosterone", das zunächst siebenmal heftigst mit verzerrter Gitarre und Schlagzeug angezählt wird. Danach gibt es zu geradezu hypnotisch einlullenden Percussionsounds eine Ennio Morricone-Gedächtnisgitarre, die im Gleichschritt mit dem Sänger behutsam, aber sehr spannungsgeladen dem geradezu bombastischen und sehr lauten Refrain entgegenschreitet. Gänsehaut!

Das letzte Stück "Back Home" wäre weniger schleppend auch auf dem Debüt denkbar gewesen und würde nach dem "Testosterone"-Brecher wohl hoffnungslos untergehen, wenn Centenaire nicht im Mittelteil dieses unangenehm flirrende Geräusch eingebaut hätten, das den Song dann doch weniger bequem macht, als er zunächst zu sein schien. Wenn das Flirren auf einmal wieder weg ist, darf man fast erleichtert den Rest des Songs genießen und mitsummen. Doch auch hier machen die Franzosen dem Hörer abermals einen Strich durch die Rechnung, denn das Ende kommt abrupt und geradezu unversöhnlich.

Unversöhnlich lässt einen "The Enemy" auch deshalb zurück, weil das Album nach diesen sieben Songs nicht einmal die Halbstundenmarke geknackt hat. Wem das zu kurz ist, darf gerne 1-2 Punkte abziehen oder das Teil einfach als EP betrachten. Ich finde die kurze Spielzeit aber nicht zuletzt aufgrund der beschriebenen Dramaturgie eigentlich sehr konsequent und bin gespannt, was sie sich fürs nächste Mal einfallen lassen. Da sie den mittlerweile ausgestiegenen Gitarristen nicht ersetzen wollen und offenbar ihre Instrumente untereinander getauscht haben, dürfte sich beim dritten Album wohl auch wieder die eine oder andere Überraschung einstellen...

Anspieltipp(s): Testosterone, Wheelchair
Vergleichbar mit: s.o.
Veröffentlicht am: 23.5.2010
Letzte Änderung: 2.4.2012
Wertung: 11/15

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Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2007 Centenaire 9.00 1

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