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Oceansize

Self preserved while the bodies float up

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010
Besonderheiten/Stil: HardRock; Independent / Alternative; New Artrock; Postrock; Psychedelic
Label: Superball Music
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Mike Vennart vocals, guitar
Gambler guitar, keyboards
Steve Durose guitar, vocals
Mark Heron drums, percussion
Steven Hodson bass, keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Part Cardiac 4:12
2. SuperImposer 4:16
3. Build Us A Rocket Then... 4:01
4. Oscar Acceptance Speech 8:56
5. Ransoms 4:09
6. A Penny's Weight 3:40
7. Silent/Transparent 8:31
8. It's My Tail And I'll Chase It If I Want To 3:38
9. Pine 4:57
10. SuperImposter 5:16
Gesamtlaufzeit51:36


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Oceansize legen mit "Self preserved while the bodies float up" ihr viertes Studioalbum vor. Man durfte gespannt sein, wie die Band ihre Entwicklung fortsetzt, nachdem mit dem monumentalen Livewerk "Feed To Feed" eine Art Schlusspunkt unter das erste Karriere-Kapitel gesetzt wurde. Die gute Nachricht: Oceansize lösen das Thema souverän und machen es weder sich noch dem Hörer allzu einfach.

"Self preserved while the bodies float up" verstört schon gleich mit einem Cover an der Grenze zwischen Geschmacklosigkeit und Eye-Catcher. Und so geht es auch musikalisch los, denn unvermittelt wird der Hörer von schweren, düsteren, doomigen Riffs weichgeklopft, die man so, in dieser Heftigkeit, noch nie bei Oceansize gehört hat. Überhaupt überraschen die ersten drei Songs als eine Rock'n'Roll-Suite mit heftigen, harten, rockenden Klänge, eine Art Doom Metal-Post-New Artrock.

Das epische "Oscar Acceptance Speech" lenkt die Geschehnisse dann wieder eher in gewohnte Gefilde mit langen, verzwirbelten Instrumentalpassagen, die sich mal zu Klangwällen auftürmen, mal ganz filigran die Ohren umschmeicheln und Vennarts fast lyrischem Gesang. Der lange, ruhige Ausklang mit Streicherarrangement am Schluss lässt fast schon das Ende des Albums erwarten, eigentlich ein typischer Schluss-Song, der im ersten Moment deplatziert wirkt. Aber bei Oceansize geschieht nichts aus Zufall und so entpuppt sich das Ende von "Oscar Acceptance Speech" als ziemlich geniale Überleitung in einen ruhigen Albumteil.

Das fast schon poppige "Ransoms" und das irgendwie weihnachtlich wirkende "A Penny's Weight" zeigen, dass Oceansize auch Ausflüge in ruhige Gefilde interessant gestalten können (etwas, was man nach der "Home & Minor"-EP schon fast zu verneinen gemeint hätte). Abgeschlossen wird dieser Albumteil wieder mit großem Sport. "Silent/Transparent" ist genau das und ein dramatisches Postrock-Epos mit mächtigen Melodiebögen und gewaltigen Laut-Leise-Gebirgen.

"It's My Tail And I'll Chase It If I Want To" lässt dann wieder heftig krachen, der Rock'n'Roll ist zurück. Und schließlich klingt das Album mit "Pine" und dem erneut sehr doomigen "SuperImposter" - dem Zeitlupen-Bruder von "SuperImposer" - düster, getragen und dunkel aus.

Oceansize bleiben eine der interessantesten Bands der Szene. Sie erfinden sich mit "Self preserved while the bodies float up" nicht direkt neu, aber sie entwickeln sich weiter, erreichen neue Ausdrucksmöglichkeiten und bewahren sich gleichzeitig auch ihre typischen Merkmale. Die 'Neue Kürze' steht der Band ebenso wie ihre epischen Werke. So wirkt "Self preserved while the bodies float up" stellenweise dann doch wie eine Synthese des bisherigen Schaffens der Band. Wahrscheinlich genau das richtige Album, nach dem mit "Frames" Epik und Sperrigkeit ins Extrem getrieben wurden. Trotzdem sicher kein Werk, bei dem man sich gemütlich fallen lassen kann, oder das sich sofort in einem Durchlauf erschließt. Aber sowas wollen wir ja auch gar nicht, oder?

Neben der regulären Ausgabe erscheint das Album auch als Special Edition mit erweitertem Booklet, im Digipak und mit einem Bonustrack.

Anspieltipp(s): SuperImposer, Silent/Transparent
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.9.2010
Letzte Änderung: 25.11.2013
Wertung: 11/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


"Self Preserved While the Bodies Float Up" war der letzte Full-Lengther von Oceansize. Viel Lob haben sie einstecken dürfen für dieses Album - genutzt hat es nichts: Die Band löste sich auf, und sie weigert sich bis dato standhaft, sich proggemäß wiederzuvereinigen, mit dem Sänger einer Coverband, und gleich zweimal, weil der Drummer die anderen hasst, und seine eigene Oceansize gegründet hat - unter dem Namen Oceansize XXL.

Hach, wem das eigene Genre nicht peinlich ist. Na, es ist ja bei dieser Band gerade nicht so. Also kein Grund, sich zu schämen.

Rock Sound nannte das Album eins der besten 2010 und gab ihm 9/10 Punkten. Und das ist auch gleich der Takt, in dem "SuperImposer" steht. Na, in Wirklichkeit darf man bis zehn zählen, nicht wirklich üblich bei den Bands dieses Genres. Ihr wisst schon, Crippled Black Phoenix, Anathema, Amplifier, Motorpsycho und wie sie alle heißen, all diejenigen, die Soundschicht über Soundschicht legen, bis man vor lauter Sound die Musik nicht mehr hören kann. "I feel like some bands over-play their lack of subtlety and it just gets... a bit boring really." sagte Sänger und Gitarrist Mike Vennart dem Goodbye Look, und wer diese Bands kennt, dürfte genau verstehen, was er damit meinte. Den Grad an Komplexität, den Oceansize draufhatten, sucht man bei den Hinterbliebenen vergeblich. Dass die heute gern als Repräsentanten, ja gar als Protagonisten unseres Genres gelten, kann man nicht anders nennen als Ironie der Geschichte. Die Jungs von Oceansize hatten deutlich mehr drauf. Andere Bands sowieso.

Irgendwo zwischen hochproduzierten Klangwällen und wirklichem Metal sind die ersten Stücke des Albums, "Part Cardiac", "SuperImposer" und "Build Us a Rocket Then...", angesiedelt, bis es mit dem ruhigeren "Oscar Acceptance Speech" in gewohntere, ruhigere Gefilde geht. Aber von dem gesetzteren Klang darf man sich nicht ins Bockshorn jagen lassen: auch dieser scheinbar gefällige Song wartet mit einigen rhythmischen Stolpersteinen auf. Das ist kein Entspannen in der Kuschelecke.

"Ransoms" ist dann eine Düsterpopballade, die vor allem durch ihre Klanggestaltung auffällt. Hier schwillt der Sound an und ab, da sind heutige Untugenden schon ganz gut zu hören. Trotzdem funktioniert der Song als Song, wenn schon nicht als Prog. Interessanter ist da schon "A Penny's Weight", ebenfalls ein Slowtrack, der rhythmisch aber wieder ganz besonders spannend ist. Großartig, wie der Hörer da mit seinen Erwartungen an der Nase herumgeführt wird. Ein Höhepunkt des Albums.

Ich höre in letzter Zeit viel Musik in dieser Richtung, und immer stößt mir das Missverhältnis zwischen Produktion/Sound einerseits und Komposition/musikalischem Gehalt andererseits auf. Ich habe das eben in die hoffentlich griffige Formel gepackt, man höre vor lauter Klang die Musik nicht mehr. Auch Oceansize arbeiten mit den genreüblichen Klangschichtungen, im Gegensatz zu anderen Bands in dieser Richtung (Crippled Black Phoenix, ganz schlimm) schütten sie den Zuhörer aber nicht so gnadenlos mit Sound zu. Sie lassen ihm und ihrer Musik Raum zum Atmen, zum Expandieren und Sich-Zusammenziehen, und machen so ihre Kompositionen hörbar, nicht bloß ihren Sound. Und es zeigt sich, dass diese sich selbst tragen können – was bei vielen Stücken ihrer Kollegen leider nicht der Fall ist. Da bleibt beim genauen Hinhören oft vergleichsweise wenig musikalische Substanz übrig. Hier ist das anders. Umso bedauernswerter ist es, dass Oceansize nicht mehr aktiv sind.

Nach dem dann doch etwas dürftigen "Silent/Transparent" dreht die Band mit "It's My Tail and I'll Chase It If I Want To" wieder auf, und wir stehen mitten in einem jener Klangwasserfälle, wie sie heute etwa Crippled Black Phoenix im Programm haben. Doch auch wenn "It's My Tail" nicht der komplexeste Titel auf "Self Preserved While the Bodies Float Up" ist, so klingt das Stück doch frischer, knackiger und aktueller als vieles, was die Jahre später auf ihre zähen Scheiben gebrannt haben.

Das Album lässt zum Ende hin nach. Das geradeause "Pine" hat nichts zu sagen, was nicht zuvor auf dem Album schon gesagt worden wäre, und der Dark-Swing im Fünfertakt "SuperImposter" funktioniert eher als Rausschmeißer, als Begleitmusik zur letzten Runde. Dass der Track vorübergehend von einem sinistren Gitarrenriff gekapert wird, tut kaum noch etwas zur Sache. Es ist umso schader, als aus diesem interessanten Einfall nichts gemacht wird.

Dennoch: "Self Preserved While the Bodies Float Up" ist eins der besseren Beispiele jenes Genres, das manchen heute als der eigentliche, moderne Prog gilt, anderen wiederum als bloße Randerscheinung. Wer genau hinhört, kann für sich selbst entscheiden, was stimmt. Alben wie dieses jedenfalls sind waschechter, moderner Prog. Schade nur, dass es so wenige Scheiben wie diese gibt.

P. S.: Die Special Edition enthält noch die Single-B-Seite "Cloak" (auch als "Tough Cookie" bekannt). Nichts Besonderes, intimer Soft-Jazz, der ein gelegentliches Reinhören aber durchaus lohnt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.10.2017
Letzte Änderung: 12.10.2017
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Oceansize

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2003 Effloresce 11.00 1
2005 Everyone Into Position 11.00 2
2007 Frames 10.67 3
2009 Home & Minor (EP) 8.50 2
2009 Feed To Feed 12.00 1

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