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24968 Rezensionen zu 17121 Alben von 6671 Bands.
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Klaus Schulze

Body Love

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977 (Februar, Original Filmmusik aus dem Film von Lasse Braun, Wiederauflage 2005 auf Revisited Records)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Brain Metronome
Durchschnittswertung: 10.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Klaus Schulze keyboards

Gastmusiker

Harald Grosskopf drums

Tracklist

Disc 1
1. Stardancer 13:38
2. Blanche 11:44
3. P:T:O: 27:12
4. Lasse Braun   (Bonus-Track 2005er Wiederauflage) 22:26
Gesamtlaufzeit75:00


Rezensionen


Von: Michael Weinel @ (Rezension 1 von 3)


Ein völlig zu Unrecht oft übersehenes Werk des Meisters. Zwar "nur" ein Soundtrack (noch dazu zu einem Erotikfilm, was die Erwartungen nicht unbedingt nach oben schraubt), dennoch für mich eine der besten Alben von Klaus Schulze.

1. Stardancer

Schon die ersten Sekunden des Songs wissen zu begeistern. Eine leise beginnende Synthesizer-Sequenz wird durch allerlei Sounds mit ordentlich Delay gebrochen, ein wunderbarer Chorsound begleitet die sich steigernde Intensität der verfremdeten Drums, bis dann nach und nach weitere Loops hinzukommen und sich ein Rhythmus aus den Klangkaskaden herausschält. Wie so oft bei Klaus Schulze entwickelt dieses Stück eine fast hypnotische Wirkung. Leider tut sich dann nach der Hälfte der Spielzeit nicht mehr viel, es dudelt eben so vor sich hin, was manchen Hörer vielleicht etwas nerven könnte.

2. Blanche

In Kontrast dazu beginnt das wunderschöne "Blanche" sehr ruhig mit einem Synthesizer-Teppich und Klavier, zu denen sich nach und nach andere Sounds gesellen. Es bleibt immer sehr atmosphärisch und verträumt, ein perfekter Soundtrack für kahle Herbsttage: Kerzenlicht, eine Tasse heißen Tee und dieses Stück...

3. P:T:O:

Unter diesem mysteriösen Titel finden wir mit knappen 27 Minuten das längste Stück dieser Platte. Auch hier anfangs wieder die Synthi-Sounds schlechthin, warmer Bass, sphärische Chöre... eben Klaus Schulze. Musik zum Sich-Entführen-Lassen... ab der vierten Minute kommt dann etwas mehr Leben in das Stück: eine in ihrer Einfachheit geniale Loop mit Sogwirkung baut sich auf und führt den Hörer ganz behutsam in den rhythmischen Teil des Stückes. Ab der sechsten Minute setzt dann das Schlagzeug, das sich dann wiederum ganz langsam steigert... Das ganze kann bei entsprechender Höratmosphäre sehr hypnotisch wirken, man kann sich total in den Klangwelten verlieren. Dann, nach guten 22 Minuten, ein Antiklimax: ein skuriller Effekt (der bei mir eine Assoziation zum "Fallen" hervorruft), gefolgt von einem rhythmus-freien, erneut sehr sphärischen Part, der an den Anfang anknüpft und somit den Kreis schließt.

Alles in allem eine durchwegs überzeugende Scheibe. Auch Leute, die normalerweise nicht so auf elektronische Musik stehen, sollten ruhig mal ein Ohr riskieren (obwohl ein Antesten im Laden sehr unbefriedigend ist, diese Musik lebt auch sehr von Höratmosphäre).

Anspieltipp(s): schwer zu sagen (wie gesagt: Kerzenlicht, Tee und kahle Herbstabende)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.5.2002
Letzte Änderung: 22.5.2002
Wertung: 13/15

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Von: Udo Gerhards (Rezension 2 von 3)


Die sogenannte Kosmische Musik ist nichts weniger als kosmisch. Der Kosmos ist vor allem eins: ungeheuerlich kalt und leer. Und wo er das nicht ist, ist er meist elend heiß und turbulent. Insgesamt also lebensfeindlich und bedrohlich. Das Bestreben der Kosmischen Musik ist nun aber nicht, diese mehr als ungemütliche Unwirtlichkeit zu vergegenwärtigen. Im Gegenteil: in wabernden Klanggemälden wird der Hörer in eine gluckernde Blase der Wohligkeit versetzt, in akustische Embryonalhüllen, die den zunehmend ent-fernten, entzauberten und entgötterten nackten Himmel der modernen Naturwissenschaften wieder mit schützenden mythischen Sphärengebilden umkleiden sollen, um die Hilflosigkeit und Zerbrechlichkeit des Menschenwesens zu übertünchen. Auch die LP-Hüllen-Bilder von Klaus Schulzes frühen Alben sprechen Bände: auf "Irrlicht" sucht eine Figur den Weg zurück in eine Sphäre, auf "Cyborg" greift ein ähnliches Wesen heischend nach einer himmlischen Kugel, "Picture Music: Mental Door" drapiert eine nackte Figur an nabelschnurartigen Fäden,und "Moondawn" zeigt schließlich Schulze selbst im Innenraum des musikalisch beschworenen Kreises.

Aber was könnte diese hemmungslos intra-uterinalen Utopien besser illustrieren als das ebenfalls stark intra-uterinal geprägte Treiben in einem Pornofilm?

Denn als Soundtrack zu dem gleichnamigen solchen fungiert "Body Love". Vielsagend auch: diesmal liefert Schulze gleich die Entschuldigung für den gegenüber elektronischer Musik gerne geäußerten Vorwurf "Das klingt ja alles gleich" mit: der Porno wurde schon zu bereits veröffentlichter Schulze-Musik gedreht, an deren Rhythmik er sich also aus praktischen Gründen orientieren musste, als er den neu beauftragten dedizierten Soundtrack aufnahm.

Es blubbert, schwebt, moog-soliert, beschaulich, sanft rhythmisch und fließend. Nicht nur die musikalischen Zutaten wiederholen sich, auch dem Rezensenten fällt es schwer, neue beschreibende Klischees zu finden, die nicht schon in anderen Schulze-Rezis ad nauseam verwendet wurden. Der Vorteil: wer diesen Stil sowieso mag oder wer ihn kennenlernen möchte, der kann hier bedenkenlos mit einem exemplarischen Album einsteigen, wer ihn nicht mag, den wird auch "Body Love" nicht bekehren.

Was "Body Love" allerdings wenigstens zu einem gewissen Grad "rausreißt" und abhebt, ist die Mitwirkung von Schlagzeuger Harald Grosskopf, der den elektronischen Sphärengebilden gelegentlich die dringend notwendig Verankerung im Nicht-Synthetischen und Erdig-Rhythmischen liefert, so dass sich insbesondere in "P.T.O." nach einigen Minuten eine hypnotisch-fesselnde Stimmung entwickelt, die mit dem Album einigermaßen versöhnt.

Leider wird dieser Eindruck durch den trotz behutsam tabla-artiger Percussion mehr als ruhigen und zähen Bonustrack der 2005er Revisited Records Ausgabe, "Lasse Braun" (eine - mit Grund, unke ich - vorher unveröffentlichte Aufnahme aus den gleichen Sessions), wieder zunichte gemacht. Außerdem fallen in diesem Titel gelegentliche Verzerrungen im Klangbild auf, die schon andere der Schulze-Wiederauflagen plagten (vgl. Andreas' Bemerkungen zu Dig It).

Anspieltipp(s): P.T.O. (Zeit nehmen)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.8.2005
Letzte Änderung: 10.8.2005
Wertung: 8/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 3)


Man kann "Body Love" durchaus den Vorwurf machen, dass es mehr oder weniger klingt wie der Vorgänger "Moondawn". Aber es handelt sich hier um eine Auftragsarbeit, und der Auftrag lautete nun mal, Musik im Stil von "Moondawn" zu komponieren. Wer wollte Schulze einen Vorwurf daraus machen, den Wünschen seines Auftraggebers entsprochen zu haben?

Der Bonustitel "Lasse Braun" reiht sich nahtlos in die regulären Stücke ein: klassischer Schulze, vielleicht etwas ruhiger als der Rest des Albums. Erinnert etwas an das erste Stück von "Picture Music".

Somit würde ich "Body Love" als solide Handwerksarbeit bezeichnen. Nicht das innovativste Schulze-Album - aber um Innovation ging es hier auch gar nicht. Wer Alben wie "Moondawn" mag, wird auch an "Body Love" gefallen finden.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.8.2005
Letzte Änderung: 10.8.2005
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Klaus Schulze

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Irrlicht 10.00 5
1973 Cyborg 11.00 3
1974 Blackdance 8.00 3
1975 Picture Music 10.00 2
1975 Timewind 12.33 3
1976 Moondawn 11.00 3
1977 Mirage 12.20 5
1977 Body Love Vol. 2 12.00 3
1978 X 13.00 5
1979 Dune 11.67 3
1980 Dig It 10.00 4
1980 ...Live... 10.67 3
1981 Trancefer 12.33 3
1983 Dziekuje Poland 11.50 2
1983 Audentity 11.33 3
1984 Angst 9.33 3
1985 Inter*face 9.50 3
1986 Dreams 10.00 3
1988 En=Trance 9.50 4
1990 Miditerranean Pads 8.50 2
1990 The Dresden Performance 12.00 1
1991 Beyond Recall 11.00 2
1991 2001 - 1
1992 Royal Festival Hall Volume 1 11.00 1
1992 Royal Festival Hall Volume 2 11.00 1
1993 The Dome Event 12.00 1
1994 Goes Classic - 1
1994 Das Wagner Desaster - Live 9.67 3
1994 Totentag 13.00 1
1994 Le Moulin De Daudet 11.00 2
1995 In Blue 8.50 2
1996 Are you sequenced? 7.33 3
1997 Dosburg Online 9.50 2
2000 The Ultimate Edition - 1
2000 Jubilee Edition Third Part 9.00 1
2000 Jubilee Edition Second Part 10.00 1
2000 Jubilee Edition First Part 10.00 1
2000 Historic Edition 12.00 1
2000 Silver Edition 13.00 1
2000 Contemporary Works 1 13.00 1
2001 Live @ Klangart 1 + 2 11.00 2
2002 Contemporary Works 2 12.00 1
2002 Virtual Outback 10.00 1
2005 Moonlake 9.50 2
2005 Vanity of Sounds 11.50 2
2006 Ballett 2 10.00 1
2006 Ballett 1 10.00 1
2006 The Crime of Suspense 10.50 2
2007 Kontinuum 7.67 3
2007 Ballett 4 9.00 1
2007 Ballett 3 8.00 1
2009 La Vie Electronique 2 11.00 1
2009 La Vie Electronique 4 11.00 1
2009 La Vie Electronique 1 11.00 1
2009 La Vie Electronique 3 11.00 1
2010 La Vie Electronique 6 11.00 1
2010 La Vie Electronique 7 11.00 1
2010 Big in Japan (Live in Tokyo 2010) 10.00 2
2010 La Vie Electronique 5 11.00 1
2010 La Vie Electronique 8 11.00 1
2011 La Vie Electronique 9 10.00 1
2013 Shadowlands 10.00 1
2016 Another Green Mile 7.00 2
2017 Ballett 3&4 6.00 1
2017 Androgyn 9.00 1
2017 Eternal. The 70th Birthday Edition 10.00 1
2018 Silhouettes 10.00 1

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