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Mahavishnu Orchestra

Visions Of The Emerald Beyond

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion
Label: Columbia / CBS
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Mahavishnu John McLaughlin 6 & 12 String Guitars, Vocals
Jean-Luc Ponty Electric Violin, Electric Baritone Violin
Michael Walden Drums, Percussion, Vocals, Clavinet
Ralph Armstrong Bass Guitar, Contra Bass, Vocals
Gayle Moran Keyboards, Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Eternity's Breath Part 1 3:10
2. Eternity's Breath Part 2 4:48
3. Lila's Dance 5:34
4. Can't Stand Your Funk 2:09
5. Pastoral 3:41
6. Faith 2:00
7. Cosmic Strut 3:28
8. If I Could See 1:18
9. Be Happy 3:31
10. Earth Ship 3:42
11. Pegasus 1:48
12. Opus 1 0:15
13. On The Way Home To Earth 4:34
Gesamtlaufzeit39:58


Rezensionen


Von: Udo Gerhards


Nachdem die erste "Mahavishnu Orchestra"-Version zerbrochen war, bildete McLaughlin seine Band komplett um. Bekanntester und neben dem schlaggewaltigen Drummer Micheal Walden wohl prägnantester Neuzugang war wohl der französische Jazzgeiger Jean-Luc Ponty. Aber auch Gayle Moran ist als Chick Corea-Ehefrau und späteres "Return To Forever"-Mitglied keine Unbekannte für Fusionfans.

Aber nicht nur personell, auch musikalisch änderte sich die Band bzw. das Bandkonzept: beim ersten Album dieser Formation, "Apocalypse", arbeitete McLaughlin mit einem kompletten Symphonieorchester zusammen. Auf "Visions Of The Emerald Beyond" kommt zwar kein ganzes Orchester zum Einsatz, aber eine kleine Bläsergruppe und ein Streichertrio finden sich auf den meisten Songs. Die Bläser treten dabei aber kaum solistisch hervor, sondern ergänzen meist als riffendes Ensemble den Bandsound. Eine weitere Neuerung sind die Vocals. Dabei darf man sich aber nicht typischen Gesang wie in einer Rock-/Pop-Band vorstellen, sondern die Stimmen werden eigentlich nur für gelegentliche formelartige Gesänge hier und da eingesetzt.

Obwohl die vorliegende Platte in den meisten Songs nicht Originalität und Kraft der ersten "Mahavishnu"-Version erreicht, handelt es sich doch immer noch um ein grösstenteils sehr gutes, energiegeladenes Jazzrock-Album. Manche der Nummern ("Eternity's Breath 1/2", "Be Happy", "Faith") folgen dem bekannten Konzept: McLaughlin und Ponty werfen sich harte Riffs in Lichtgeschwindkeit zu, Walden trommelt nach Kräften und virtuose Soli in Geige und Gitarre werden zelebriert. Dazu kommen halt Bläsereinwürfe und gelegentliche Streicherakkorde. Moran als Keyboarderin ist vielleicht der grösste Abfall gegenüber den Original-Mitgliedern in Person von Jan Hammer; für sie gilt etwa das gleiche wie für Armstrong am Bass: solide, aber unauffällig.

Natürlich gibt es auch eine ruhige akustische Nummer zur Erholung zwischendurch: "Pastoral". "Can't Stand Your Funk" und Waldens "Cosmic Strut" begeben sich in Funkjazz-Gefilde, auch eine Neuerung im "Mahavishnu Sound".

Aber so richtig schlägt die neue Besetzung erst in der zweiten Hälfte des Albums ein, erst dort entwickelt McLaughlin den Sound seiner Band zu etwas ebenso neuem wie eindrucksvollem weiter. Die Songs ab "Earth Ship" bilden eine wunderbare und originelle kleine Suite, die zudem absolut stimmig und stimmungsvoll klingt. Hier zeigt sich zum ersten Mal auch das Potential, das in der Hinzunahme der Streicherabteilung steckt: ihre unaufdringlich melancholischen, sanften Tremolos im Hintergrund des sowieso schon elegisch fliessenden "Earth Ship" passen perfekt und sorgen für eine entrückt-surreale Atmosphäre. Danach "Pegasus", mehr eine Art Gitarren/Violine-Soundscape als ein wirklicher Song, welche unpeinliche Outer-Space-Atmosphäre verströmt und dank der knackigen Laufzeit dabei nicht langweilig und zäh wird. "Opus 1" ist ein winziges (15 Sekunden) Stück für die drei Streicher, bis "On The Way Home To Earth" abhebt: über hektischem Schlagzeugrhythmus zelebriert McLaughlin einen Freakout in verfremdeter Gitarre (eine Art Ringmodulator-Sound), schliesslich kommt der Bass hinzu und McLaughlin wechselt zu langgezogenen schrägen, absolut "Fripp"-mässigen Fuzz-Tönen über der hetzenden Begleitung, schliesslich setzen die Streicher ein und spielen im Hintergrund eine melancholische Akkordfolge, die rhythmisch und harmonisch nichts mit dem Rest der Band zutun zu haben scheint, aber dennoch einfach passt. Dadurch entwickelt sich eine wunderbar schwermütoge und eindringliche Stimmung: einer der schönsten Momente des "Mahavishnu Orchestra".

Also, insgesamt ist "Visions Of The Emerald Beyond" sicher nicht so stark wie "The Inner Mounting Flame" oder "Birds Of Fire", aber schon alleine wegen der letzten vier Songs lohnt es sich, sie zu kennen.

Anspieltipp(s): Earth Ship - On The Way Home To Earth
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.5.2002
Letzte Änderung: 23.5.2002
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mahavishnu Orchestra

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 The Inner Mounting Flame 14.25 4
1972 Birds Of Fire 12.00 1
1973 Between Nothingness And Eternity 10.00 1
1974 Apocalypse 7.00 1
1999 The Lost Trident Sessions 12.00 2
2012 The Complete Columbia Albums Collection 14.00 1

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