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Cafeïne

Nouveaux Mondes

(Archiv-Tipp 12/2015)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2000
Besonderheiten/Stil:
Label:
Durchschnittswertung: 11.5/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Christophe Houssin Keyboards
Patrick Jobard Gitarren
Jean Christophe Lamoureux Bass
Régis Bravi Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Hubble 7:05
2. L'Or Des Indes 8:45
3. Voler En Éclats 8:10
4. Les Conquerants 3:12
5. Don Juan 8:18
6. Atomik 5:52
7. Alexandre 9:50
8. My Only Quest 4:33
9. Cathédrale 10:44
Gesamtlaufzeit66:29


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 4)


"Cafeïne" (die Homepage der Band ist http://cafeine.ht.st) sind eine französische Band, die schon 1994 ihr Debutalbum namens "La Citadelle" vorlegte und sich mit dem Nachfolger, eben "Nouveaux Mondes", erschienen bei "Musea", volle sechs Jahre Zeit liess. Um es gleich vorweg zu nehmen: "Nouveaux Mondes" gehört für mich zu den besten Überraschungen des abgelaufenen, meines Erachtens eher durchwachsenen Prog-Jahres.

Obwohl die restlichen Songs eher gesangslastig (übrigens komplett in Französisch) sind, geht es mit dem Instrumental "Hubble" los, und dies wirklich vielversprechend: verspielt (feine Linien), abwechslungsreich, aber spannend und druckvoll, etwa wie die besseren instrumentalen Momente von "IQ": so lasse auch ich mir Neoprog gefallen. Ein wirklich guter Einstieg!

Leider kommen danach gleich die zwei schwächsten Songs des Albums, obwohl beide in einem ähnlichen Stil gehalten sind wie der Rest der Platte (unten dazu mehr). Hauptkritikpunkt hier ist für mich der Gesang bzw. die Gesangsstellen. Beide Songs enthalten gottseidank ausgiebige, wirklich gute Instrumentalparts (z.B. "L'Or Des Indes" erst mit feinen Soli von Gitarre und Keyboards, danach ein atmosphärischer, flächiger Teil, der dank pulsierenden HiHat-Becken und verschiedener Einwürfe aber spannend und abwechslungsreich gehalten wird). Aber die Gesangsparts fallen hier gegenüber den instrumentalen Teilen einfach deutlich ab, sei es, weil sie teils ("Voler En Éclats") zu einfach und 'geradeaus' gestrickt sind, sei es, weil der Sänger (vor allem im Refrain von "L'Or Des Indes") stimmlich nicht überzeugen kann.

Interessanterweise ist der Sänger von "L'Or Des Indes" der ehemalige Stammsänger von "Cafeïne", denn offensichtlich hat man sich damit arrangiert, keinen geeigneten einzelnen Sänger gefunden zu haben und statt dessen eine Heerschar von bekannten Gastsängern eingeladen. So kommt es, dass mich der komplette Rest der CD sowohl kompositorisch als auch gesanglich begeistert und ich "Cafeïne" von daher für eine echte Entdeckung halte.

Stilistisch kann man die Franzosen wahrscheinlich schon wegen hohem Melodieanteil und modernem, durchaus rockigen Sound in die NeoProg-Ecke einordnen, allerdings sind hier keine "Marillion"-, "IQ"- oder "Pendragon"-Epigonen am Gange! Denn dafür kommt das ganze viel zu französisch daher: leichte Chanson-Anteile lassen sich ausmachen, ebenso wie die typische, oft musicalhafte (nicht a la Lloyd Webber Dumpfbacken-Rock'n'Roll wie "Starlight Express", sondern eher noble Dramatik wie in "Les Miserables"), überschwengliche Theatralik.

Dazu kommen Arrangments mit viel liebe im Detail, wie Akustikgitarre und Streicher im schwärmerischen, sanftan "Les Conquerants" (gesungen von Pierre Yves Theurillat von "Galaad"), die Mönchsgesänge "Cathédrale" oder die Oboe in "Don Juan". Dieses wird übrigens von Christian Decamps von der französischen Prog-Legende "Ange" mit viel, viel Theatralik ausgestattet, was aber absolut zur Musik passt, die mich in ihrem operettenhaften, burlesken Überschwang etwas an frühe "Saga" a la "Silent Knight" erinnert.

"Atomik" ist dann (fast) wieder ein ansprechendes, mitreissendes Instrumental, vielleicht eine Art Fortführung von "Hubble" (Motive aus dem Opener ziehen am Anfang verfremdet vorbei). Hier gibt es zwar etwas Gesang (Julie Vander von "Magma"), aber dieser ist ohne Text, und neben schönen fliessenden Melodien gibt es hier auch ein paar magmaeske Jauchzer, so dass die Wahl dieser Sängerin durchaus nahelag. Übrigens habe auch alle Stücke mit Gesang feine und ausgiebige Instrumentalstellen von gleicher Qualität wie "Hubble" und "Atomik".

Wie gesagt: alle Stücke der zweiten Hälfte bewegen sich auf hohem Niveau, so dass ich gar nicht mehr viel dazu sagen will. "My Only Quest" (trotz englischem Titel bis auf eine Zeile auch auf Französisch, gesungen - ebenso wie das gleichermassen dramatische wie burlesk-witzige "Alexandre" - mit tollen Schlussteil: feines Keys-Gitarre-Duell - von Cyril Grimaud von "Hauteville") baut wunderschönen Bombast auf, wie ihn auch die "Flower Kings" kaum besser hinkriegen würden, und das abschliessende, weitläufige, vielschichtige "Cathedrale" (mit Sonia Nedelec & Jean Baptiste Ferracci von "Minimum Vital") erinnert mich teilweise wegen der mehrstimmigen Gesangsstellen und eingägig rockender, hier aber auf keinen Fall billigen Stellen sogar etwas an "Echolyn".

Wenn man jetzt zu alle dem noch die absolut professionellen Instrumentalleistungen und den makellosen Sound hinzunimmt, dann kann ich mich nur noch wundern, dass ich bis jetzt noch nie von "Cafeïne" gehört hatte, und ich hoffe, dass sich das in Zukunft ändern wird.

Anspieltipp(s): Atomik, Cathedrale
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.4.2002
Letzte Änderung: 16.4.2002
Wertung: 11/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 4)


Cafeïne haben sich das anscheinende Manko, keinen passenden Sänger zu haben, einfach zum Vorteil gemacht. So holten sie sich für ihren zweiten Longplayer einfach die besten Gesangsstimmen, die die aktuelle französische Progszene bietet, ins Studio, um damit sowohl den einzelnen Titeln einen eigenen Anstrich zu verleihen, als auch ein vom Timbre her recht abwechslungsreiches Album abzuliefern. Mit von der Partie sind u.a. Christian Decamps (Ange), Pierre-Yves Therillat (ehemals Galaad), sowie mit Jean-Baptiste Ferracci und Sonia Nédélec die beiden Gesangsstimmen von Minimum Vital.

Entsprechend der Sänger(innen) verbinden musikalisch Cafeïne ebenfalls verschiedene Bereiche. Neben schwungvollem, sehr sorgfältig arrangiertem NeoProg in sinfonischer Verspieltheit gibt es auch den typisch francophilen Chansoneinschlag, der aber die Musik mehr verfeinert, denn verwässert. Wie bei vielen französischen Produktion bekommen Dramatik und Melancholie in Gesang und Zusammenspiel wesentlich mehr Bedeutung zugeteilt, als man dies z.B. von Produktionen aus England gewohnt ist. Sicherlich ist auch der vollständig in Landessprache gehaltene Gesang nicht nach jedermanns Gusto, doch da die Frontmänner bzw. -frauen jeweils ausgezeichnete Interpreten sind, wäre es natürlich unheimlich schade, durch zweifelhaftes Englisch die Musik erheblich abzuwerten.

Für die Anhänger des Progressive Rocks Made in France bieten Cafeïne ein Album, welches alle Forderungen erfüllt. Dem Durchschnittshörer mag vielleicht die etwas überzogene Theatralik sauer aufstoßen - den Versuch sich mal in neue Gefilde vorzuwagen und ein anderes Land zu entdecken, ist dieses Album aber allemal wert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.1.2005
Letzte Änderung: 20.1.2005
Wertung: 10/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 4)


Udo hat oben seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, in Zukunft noch mehr von Cafeine zu hören. Das war vor bald 10 Jahren; seitdem herrschte bzgl. neuer Outputs der Franzosen leider Funkstille. Ich habe „Nouveaux Mondes“ lange vor "La citadelle" kennengelernt und es ist neben Claude Monet Vol. 1 das "französische" Progalbum, das ich am meisten gehört habe.

Wie auch auf La citadelle spielen Cafeine hier einen vielfarbigen, rockigen Neoprog, dessen zahlreiche Facetten Udo oben schon ausführlich und treffend beschrieben hat.

Im Vergleich zum Erstling ist "Nouveaux Mondes" wuchtiger, bisweilen songorientierter aber dennoch nicht weniger verspielt und nimmt der Gesang einen wichtigeren Part ein. Der Bass ist viel dominanter, will sagen vordergründiger und gibt der Musik ein Fundament, das dem Debut fehlte, das ich dort aber wegen des insgesamt filigraneren Soundgewebes nicht vermisst habe. Die Produktion ist dichter und knackiger, als Gesamtwerk wirkt das Album professioneller.

Die Kompositionen sind erneut auf hohem Niveau; Höhepunkte sind wie erwähnt "Hubble" und dann "Don Juan" und "Atomik". Ich kann Udos Begeisterung nur teilen; "Nouveaux Mondes" ist ein progressives Kleinod, das gegenüber dem Debutalbum noch einen Gang zuschaltet und Lust auf mehr macht. Und so will auch ich hoffen, dass dies nicht das letzte Wort von Cafeine war; vielleicht nützt`s ja was...

Anspieltipp(s): Hubble, Don Juan
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.8.2011
Letzte Änderung: 16.8.2011
Wertung: 11/15
für Fans auch bis 13

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 4 von 4)


Oft schon freute man sich gewaltig auf eine lang ersehnte neue Scheibe einer geschätzten etablierten oder gar Lieblingsband. Um dann doch eher leicht enttäuscht nach kurzer Zeit das Teil ins Regal zu schieben.

Und genauso oft stöbert man „irgendwo im nirgendwo“ und entdeckt unerwartet ein Juwel - was sicher das sehr viel schönere Erlebnis darstellt.

Ein solches Juwel gilt es hier noch einmal kurz zu würdigen und in Erinnerung zu rufen, was insbesondere Liebhabern des französischen Prog gleichzeitig als dringende Empfehlung dienen soll.

Den Franzosen von Caféine – auch mir erst vor relativ kurzer Zeit aufgefallen – ist mit „Nouveaux Mondes“ eine äußerst schmackhafte Sympho/Retro/Neo – Scheibe aus der Feder geglitten. Und es ist die spezielle Mischung, die hier so angenehm unterhaltend und daher so abwechslungsreich und farbig geraten ist. Seien es die wunderbar von Rhythmuswechseln und feinen Brüchen durchwirkten Instrumentals „Hubble“ und „Atomik“, oder die auch textlich anspruchsvollen, teilweise mit chansonartigen Gesangsteilen aufwartenden Geschichten vom Gold Indiens und von Helden der Geschichte („Don Juan“, „Alexandre“ – der Große) – alles besticht durch homogenes, kompaktes Songwriting und schlüssige Kompositionen.

Ein schlauer Schachzug war sicher der Einsatz unterschiedlicher Vokalisten, die die jeweiligen Tracks prägen. So ist beispielsweise Ange – Sänger Christian Descamps geradezu der personifizierte Don Juan!

Persönliches Highlight ist jedoch „My Only Quest“ mit seinem angeschrägt melodischen Mittelteil.

Das Album scheint im Original vergriffen, nur eine Nachpressung osteuropäischer Herkunft ist wohl noch zu haben…

Anspieltipp(s): lohnt sich alles, also vorn anfangen!
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.9.2016
Letzte Änderung: 30.9.2016
Wertung: 14/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Cafeïne

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 La citadelle 10.00 2

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