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Savatage

The Wake of Magellan

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1997
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: edel
Durchschnittswertung: 11/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Zak Stevens voc
Johnny Lee Middleton bass
Chris Cafferty guitars
Al Pitrelli guitars
Jeff Plate drums
Jon Oliva key, voc

Tracklist

Disc 1
1. the ocean 1'33
2. welcome 2'11
3. turns to me 6'01
4. morning sun 5'49
5. another way 4'35
6. blackjack guillotine 4'33
7. paragons of innocence 5'33
8. complaint in the system 2'37
9. underture 3'52
10. the wake of magellan 6'10
11. anymore 5'16
12. the storm 3'45
13. the hourglass 8'05
Gesamtlaufzeit60:00


Rezensionen


Von: Holger Grützner @ (Rezension 1 von 3)


Richard Wagner lebt! ....Nich' in Deutschland....Nich' unter seinem bürgerlichen Namen....Aber somewhere in the states. Sein Name: Paul O'Neill. Produzent und Studioinhaber. Sein Co-Autor: Jon Oliva.

Tannhäuser heißt jetzt „The Wake of Magellan".

Ich weiß, Pathos ist verpönt. Man darf es offiziell gar nicht mögen. Was soll's! Der Rock&Roll ist größer als wir alle! Yeah!

Legst du diese CD ein, geh'n dir in kürzester Zeit die Superlative aus. Das Rezept: Man nehme 2 blutige Kurzmeldungen aus der Rubrik „Was sonst noch passierte...", ein paar exzellente Musiker und warte auf die Eingebung.... Heraus kommt ein Konzeptalbum, was eigentlich keins ist. Hää?

Ein booklet, eigentlich ein BOOK!, verrät den Zusammenhang zwischen den Songs und hat wirklich literarische Qualitäten:

Es geht um einen lebensmüden Ururururenkel des spanischen Weltumseglers Magalhaez (Magellan) im Hierundheute, den die Vision plagt, sein armseeliges Schipperdasein könnte im anonymen Seniorenpark enden. Also plant er Selbstmord.....

„Nich'schon wieder irgend so'ne Deprie-Platte!" wird nun mancher befürchten. Isses ja auch nich'! Ein Drogentoter, eine ermordete Journalistin und ein paar lebende Zeitgenossen kreuzen seinen Weg....Der Druck entlädt sich, der Sturm bricht los: In Form eines gigantischen Instrumentals. Ein verblüffendes Happyend bahnt sich den Weg. Man lese das BOOK, welches den vorderen Teil der Hülle zu sprengen droht.

Musikalisch bewegt sich das Ganze in feinstem Bombast-Metal. Ungefähr so, als ob Jim Steinman für „Bat out of Hell 3" Meat Loaf mit Dream Theatre zusammenbringt. Aber O-Ton O'Neill: „Ich wüsste keine anderen Musiker, die meinen musikalischen Vorstellungen gewachsen wären." Scheinbar waren mit der Schöpfung dieses Werkes auch einzelne Savatage-Members überfordert, denn das diesjährige Nachfolgealbum wurde von einer zum Quartett geschrumpften Band eingespielt. Pitrelli z.B. wechselte zu Megadeth. Er wollte's wohl mal richtig jaulen lassen dürfen und sich nicht immerzu an enge Kompositionskorsette halten müssen. Bei allem Verständnis bleibt für „dem Magellanalbum Verfallene" wie mich nur Sarkasmus: Von Savatage zu Megadeth - das ist, als ob Steve Howe plötzlich bei Motörhead spielen würde oder Gilmour bei Modern Talking. Vielleicht hätte es O'Neill ja mit Ginger Baker, Joe Satriani, Andrew Latimer und Ronnie James Dio probieren können, aber vermutlich hätte dann die Chemie nicht gestimmt. Die vielen Egos hätten die Idee ruinieren können, die hier perfekt umgesetzt wurde. Na gut, kleine Einschränkung bei „Complaint in the system", da musste der Handlung wegen noch ein Geräusch für ein paar unverzichtbare Lyrics her. 2.37 Minuten. Egal.

Die 5 anschließenden Tracks sind dafür dann mit insgesamt 27 Minuten sowas wie ein zeitgemäßes härteres „Supper's ready"...oder eben „Tannhäuser" wie ihn Wagner heute komponieren würde, hätte er den Rock&Roll gekannt.

(April 2001)

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Meat Loaf/ Jim Steinman Bat out of hell 1&2; Dead Ringer
Veröffentlicht am: 24.5.2002
Letzte Änderung: 24.5.2002
Wertung: 15/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 2 von 3)


Dies ist die einzige Savatage-Platte, die ich besser kenne. Ein paar andere habe ich mir mal angehört, jedoch waren sie im Prinzip dem vorliegenden "Wake of Magellan" sehr ähnlich, kamen qualitativ aber nicht an dieses heran.

Die Musik an sich kann man ganz einfach in einem Ausdruck beschreiben: Bombast-Metal. Man bekommt ausgeklügelte Kompositionen, knackige Gitarren und atmosphärische Keyboards zu hören. Ob man sich mit dem Sänger anfreunden kann, muß jeder selbst entscheiden. Sicherlich hat er einige Flaschen Whiskey konsumieren müssen, um so eine Stimme zu bekommen.

Das Ganze ist gutklassig gemacht, gar keine Frage, und eignet sich als Einstieg in das Savatage-Universum. Allerdings muß nicht jeder gleich so begeistert reagieren, wie dies bei Holger offensichtlich der Fall war. Ich gebe nur 11 Punkte, da sich die Kompostionen nicht alle auf einem einheitlich hohen Niveau bewegen und das Album als Ganzes keineswegs an Werke wie z. B. Dream Theaters "Metropolis Pt. II - Scenes From a Memory" heranreicht.

Anspieltipp(s): The Hourglass
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.3.2004
Letzte Änderung: 1.3.2004
Wertung: 11/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 3 von 3)


Ach ja, "The Wake Of Magellan"... das ist ein Album, mit dem ich mich immer schwer getan habe. Das liegt wohl auch daran, unter welchen Umständen ich es damals kennen gelernt habe: Im Frühjahr 2005 bin ich mal über Holgers obenstehende euphorische Kritik gestoßen und zögerte natürlich nicht, als ich die Platte dann für einen Fünfer auf einem Grabbeltisch gefunden hatte. Nur hat sie bei mir dann erst mal irgendwie doch nicht gezündet... was unter Umständen wohl auch daran liegen könnte, dass es das erste Savatage-Werk war, das ich überhaupt jemals gehört habe. Das wäre allerdings nur ein Argument, falls man das Savatage-Schaffen als Gesamtkunstwerk auffasst und deshalb die Ansicht vertritt, "The Wake Of Magellan" bedingte eines Vorwissens des Hörers um "Streets", "Dead Winter Dead" etc.

In letzteren Kontext wäre das dritte Savatage-Konzeptalbum wohl insofern einzuordnen, dass in der (von Holger ja schon recht abschließend ausgebreiteten) Handlung mal wieder einige schon von früher bekannte moralische Fragen zur Sprache kommen: Verantwortung, Hilfsbereitschaft, Aufopferung, Barmherzigkeit und vor allem dieses Über-seinen-Schatten-Springen, das seinerzeit im Song "Chance" zum Ausdruck kam. Ansonsten wäre zu vermerken, dass nach dem "großen" Bürgerkriegs-Thema auf "Dead Winter Dead" hier nur augenscheinlich kleinere Brötchen gebacken werden, denn Paul O'Neills Libretto um Hector Del-Fuego Magellan tangiert ebenso noch Seefahrt, Migration, Drogenhandel, Altwerden und sogar Journalismus im globalisierten Zeitalter (letzterer Teilaspekt wurde dann kurioserweise das Thema des Nachfolgealbums "Poets And Madmen").

Als Konzeptalbum ist "The Wake Of Magellan" für sich genommen recht ähnlich angelegt wie "Dead Winter Dead": Die einzelnen Songs kommentieren die Handlung sowie die Empfindungen, Motivationen und Gedanken der Personen, die Instrumentalstücke markieren wichtige Wendungen der Geschichte. An dieser Tatsache oder überhaupt dem Konzept-Rahmen liegt es also nicht, dass mich "The Wake Of Magellan" damals befremdete... oder doch? Auffällig ist nämlich, dass mit Ausnahme des Quasi-Longtracks "The Hourglass" diesmal alle Songs einerseits ziemlich konventionell angelegt sind und andererseits abgeschlossen sind. Auf "Dead Winter Dead" hätten der optimistische Auftakt "This Is The Time (1990)", die zynische Waffenhändler-Hymne "Doesn't Matter Anyway" und das Klagelied "This Isn't What We Meant" ohne einander kaum einen Sinn ergeben - der Hörer hatte bis zum Ende immer das Gefühl, da würde noch etwas kommen.

Dass das auf "The Wake Of Magellan" nur selten (eigentlich eben nur in den Zwischenstücken, i.e. "The Ocean", "Welcome", "Underture" und "The Storm") geschieht, liegt dann aber in den Songs und dem Stil selber. Die Songs bestehen überwiegend aus Strophe, Bridge, Refrain und Instrumentalteil, nur in "Turns To Me" gibt es zwei abwechselnde und gegenläufige Parts, was das Lied allerdings nicht wie ein Handlungselement, sondern schlicht unfertig wirken lässt. Auch das jeweilige Ende ist dem konzeptionellen Überbau nicht unbedingt förderlich: Entweder enden die Stücke geschlossen mit einem dicken Akkord (Beispiel: "The Wake Of Magellan", "Complaint In The System"), oder sie blenden einfach aus ("Turns To Me"). Das ist nicht gerade souverän für so ein Album und negiert schlicht viele der Errungenschaften auf "Dead Winter Dead" zugunsten einer Inszenierung, die dann leider doch an ein Musical und dessen Präsentation in Form einzelbner Songs erinnert.

Davon abgesehen ist auch die Substanz der Songs fragwürdig. Zum einen fällt auf, dass Savatage anno 1997 rein klanglich - ich sag's mal so - ausgewhimpt sind: Die Gitarren klingen mehr nach Rock denn nach Metal, und die Produktion ist so emotionslos und klinisch ausgefallen, dass diesmal sogar das eigentlich überpräsente Klavier jeglichen Schmalz vermissen lässt. Was schade ist, denn gerade diese Momente haben doch gerade den Reiz von "Gutter Ballet" & Co. ausgemacht. Kurzum, "The Wake Of Magellan" tönt ziemlich leblos, und das wiederum stellt dann doch den größten Bruch mit der Bandgeschichte dar. Dass, was die andere Kritik an den Songs auf "The Wake Of Magellan" wäre, die Melodien nur selten mitzureißen vermögen, verwundert vor diesem Hintergrund jedenfalls auch kaum. Immerhin gibt es Ausnahmen, in denen die Musik zumindest kurz auflebt: Das bedrohlich mit Arpeggio, Glockentönen und Chor arrangierte Hauptmotiv von "Blackjack Guillotine", die gelungenen Refrains von "Paragons Of Innocence" und dem Titelsong, und das nachdenklich beginnende "The Hourglass", das an den richtigen Punkten mit Chor und Keyboards Stimmung macht.

Das sind allerdings Punkte, die man vorwiegend an einem "normalen" Album aus Einzelsongs loben würde - und damit weitere Indizien dafür, dass "The Wake Of Magellan" als Konzeptalbum Stringenz und Zusammenhang weitestgehend (nur gelegentlich werden mal ein paar Motive und Wendungen aus "The Ocean" und "Welcome" aufgegriffen) und Spannung fast vollständig vermissen lässt. Das ist dann mit diesem wie eben beschriebenen leblosen Klang einfach zu wenig für eine gute, überzeugende Platte. Und sowas konnte mich damals, als ich keine 20 Jahre alt war, angesichts der lobenden Worte von Holger eben nur enttäuschen.

Anspieltipp(s): The Wake Of Magellan, Paragons Of Innocence
Vergleichbar mit: Musicals statt Metal...
Veröffentlicht am: 10.3.2017
Letzte Änderung: 10.3.2017
Wertung: 7/15
Ach, ich hätte es so gerne gut gefunden...

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Savatage

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1987 Hall of the Mountain King 9.00 1
1989 Gutter Ballet 10.50 2
1991 Streets - A Rock Opera 8.50 2
1993 Edge of Thorns 9.00 2
1994 Handful of Rain 11.00 2
1995 Dead Winter Dead 12.00 2
2001 Poets and Madmen 11.50 2

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