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Animals As Leaders

Weightless

(Tipp des Monats 1/2012)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion; Metal; Moderne Electronica; Progmetal
Label: Prosthetic Records
Durchschnittswertung: 12.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Tosin Abasi 7 and 8 string guitars
Javier Reyes 7 and 8 string guitars
Navene Koperweis drums

Tracklist

Disc 1
1. An Infinite Regression 3:26
2. Odessa 4:14
3. Somnarium 4:15
4. Earth Departure 5:10
5. Isolated Incidents 3:48
6. Do Not Go Gently 3:41
7. New Eden 2:41
8. Cylindrical Sea 4:33
9. Espera 2:14
10. To Lead You To An Overwhelming Question 4:50
11. Weightless 5:16
12. David 2:28
Gesamtlaufzeit46:36


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 1 von 3)


Einzelkämpfer-Projekte machen es mir immer schwer mit der emotionalen Bindung (die für mich nun mal dazugehört), weil ich eben dieses "Bandfeeling" brauche für den letzten Kick. Gut, dass Ausnahme-Gitarrist Tosin Abasi diesmal eine Art Band am Start hat, auch wenn die Besetzung etwas eigenwillig wirkt.

Der Albumname "Weightless" trifft es allerdings recht gut. Auch wenn wir hier durchaus anstrengende, hoch vertrackte Instrumentalmusik vor uns haben, so wirkt das Ganze doch erstaunlich luftig und schwerelos, wie es so aus den Boxen strömt. Modernes Gitarrenriffing mit durchaus progmetallischem Charakter (also heftig), intelligente Soli, verschrobene Instrumentalornamentik sowie eigenartige elektronische Klänge (obwohl es keine Synthies und Keyboards gibt, also vielleicht einiges an Programming) und teils wildes, teils technisches, teils groovendes Getrommel gehen auf diesem Album eine beeindruckende Verbindung ein. Erstaunlich sind vielleicht noch die deutlich wahrnehmbaren Bassläufe, die das Ganze bereichern, auch wenn hier eigentlich keine Bassisten am Start sind. Es bleibt dem Hörer verborgen, wie die Drei all diesen Klangzauber hinbekommen. Bei aller Gitarren-Pyrotechnik und Griffbrett-Flitzerei wirkt die Musik nicht wie eine seelenlose Darstellung technischer Fähigkeiten, sondern eher wie eine Einladung für einen wilden Trip in bewegte musikalische Zonen voller Entdeckungen.

Metallisches mischt sich mit jazzigen Passagen, sphärische Elektronik, kleine Gimmicks wie Reggae-Anklänge, Folk-Passagen und atemberaubendes Shredding bestimmen eines der interessantesten, abwechslungsreichsten Instrumentalalben, die 2011 (vielleicht in der Tat auch überhaupt) das Licht der Welt erblickten. Mit Javier Reyes an der zweiten Gitarre (natürlich werden hier nur 7- und 8-Saiter gespielt, wir befinden uns schließlich nahe am derzeitigen "Djent"-Hype) und dem entfesselten Navene Koperweis am Schlagzeug scheint Tosin Abasi genau die richtigen Mitstreiter für seine instrumentalen Achterbahnfahrten gefunden zu haben.

Wer ebenso herausfordernde wie intelligente und mitreißende Instrumentalmusik mag, vor härteren Klänge nicht gleich zurückschreckt, der sollte sich selbst einen Gefallen tun und dieses Album unbedingt antesten (oder am besten gleich kaufen, passiert dann eh?).

Anspieltipp(s): durchhören!
Vergleichbar mit: John McLaughlin jammt mit Cynic über Meshuggah-Themen...
Veröffentlicht am: 23.12.2011
Letzte Änderung: 5.3.2012
Wertung: 12/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 3)


Einzelkämpfer-Projekte machen mir oft besonders viel Spaß, weil der Künstler keine Rücksicht auf eventuelle Band-Dynamiken nehmen muss und sich stattdessen vollkommen frei entfalten kann. "Weightless" ist so ein Album, eine Dreiviertelstunde, in der sich Tosin Abasi vollkommen auslebt, ein-Ein-Mann-Freizeitpark, könnte man sagen, wenn man dabei nicht an jenen unrühmlichen - aber ich schweife ab.

Genregrenzen sind dabei für Abasi allenfalls insofern interessant, als sie ihn offensichtlich dazu verführen, sich mit seinem Achtsaiter breitbeinig quer über sie zu stellen. Es mag zwar im Zeitalter eleKCtrischen Nuovo Metals nicht mehr wirklich radikal sein, frickelig-mathematischen Rock mit elektronischem Blubbern zu verschmelzen (davon dürften sich nur noch ganz orthodoxe Hair-Metal-Spandexisten blasphemisch berührt fühlen), zeitgemäß klingt das aber allemal. Wer wissen will, wie man Dream Theater wie eine traditionsverfangene Retroprog-Band aussehen lassen kann, sollte sich mal Animals As Leaders anhören.

Und so abasiert sich Tosin Abasi durch tosende Tech-Metal-Gewitter, immer diesseits von Sinn und Verstand, schließlich funktioniert Tech-Metal immer dann am besten, wenn die Musiker dabei die Musik nicht aus den Ohren verlieren. Herrliche Scheibe!

Anspieltipp(s): "An Infinite Regression" ist ein guter Repräsentant
Vergleichbar mit: Canvas Solaris, Continuo Renacer, Exivious, Ron Jarzombek, Scale the summit, Spawn of Possession, Spiral Architect, Terminal Function
Veröffentlicht am: 2.1.2012
Letzte Änderung: 2.1.2012
Wertung: 12/15
Nicht nur was für Progmetaller!

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


Ob Einzelkämpfer oder Band; die Wahrheit is` aufm Platz. Und wie! Schon lange nicht mehr hat mich eine Platte so umgehauen wie Weightless. Ich bin schwer beeindruckt und restlos begeistert.

Animals as Leaders machen Musik, die einen gleichzeitig stößt und an einem zerrt. Die einem auch in den ruhigen Momenten keine Gelegenheit lässt, sich zu entspannen. Weil man permanent aufpassen muss, nicht den Faden zu verlieren. Und dabei ist es beinahe unmöglich, diesen überhaupt zu finden, geschweige denn, ihn durchgehend zu verfolgen. Zwar beginnen die einzelnen Stücke oft mit einem ruhigen, melodiösen Einstieg, rhythmisch einfach, gut nachvollziehbar. Wenn dann aber plötzlich die Post abgeht, ist man meist nach einigen Takten auf verlorenem Posten, was das Mitzählen angeht.

Die Musik scheint innerhalb eines metrischen Zyklus auf alle möglichen Arten und in allen denkbaren Kombinationen zusammengesetzt zu werden. Und im nächsten Zyklus wird das Ganze wieder auseinandergenommen und wieder aufs Neue anders zusammengesetzt. Es ist schwierig herauszuhören, in welchem Takt nun gerade agiert wird, weil ein bestimmter Takt zum Teil nur ein oder zweimal nacheinander vorkommt und dann durch eine andere Metrik abgelöst wird. Und das passiert permanent.

Kein Gefühl? Pah! Ich fühle die Musik am ganzen Körper. Gleichzeitig eine Gänsehaut, ein Kribbeln im Nacken und das Gefühl zerplatzender Glaskugeln im Bauch zu haben ist schon ein Erlebnis.

Ist klar, dass man dazu nicht singen kann. Über mehr als Sprechfetzen käme man da kaum hinaus. Alles was länger wäre, an dem sich der Hörer orientieren oder festhalten könnte, würde den einzigartigen Effekt der Musik verwässern. So wird man gezogen und gestoßen, werden einem Schauer über den Rücken gejagt, kann man jedesmal aufs Neue versuchen, die Musik zu entschlüsseln.

Die beste Techmetal-Scheibe, die ich kenne (egal ob Einzelkämpfer oder Band).

Anspieltipp(s): alles
Vergleichbar mit: wenig
Veröffentlicht am: 24.1.2012
Letzte Änderung: 24.1.2012
Wertung: 13/15
Wahnsinn!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Animals As Leaders

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2009 Animals As Leaders 11.00 3
2014 The Joy Of Motion 13.00 3
2016 The Madness of Many 13.00 2

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