SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
27.7.2017
Zauss - Trittico Immer All Over
26.7.2017
Saris - Ghosts of Yesterday
Christian Fiesel - After the Flood
Protest the Hero - Pacific Myth
25.7.2017
Harald Grosskopf & Eberhard Kranemann - Krautwerk
Area - The Essential Box Set Collection
The Flower Kings - Desolation Rose
Wheel - The Path EP
23.7.2017
Dungen - Dungen
Placebo - Placebo
Il Castello di Atlante - Arx Atlantis
Accordo dei Contrari - Violato Intatto
22.7.2017
Pure Reason Revolution - The Dark Third
Downlouders - Arca
Gulââb - Veils of Mystery
Prospekt - The illuminated Sky
Wheel - The Path EP
21.7.2017
Bardo Pond - Dilate
ARCHIV
STATISTIK
23686 Rezensionen zu 16192 Alben von 6292 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Terry Riley

A Rainbow in Curved Air

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1969
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Moderne Klassik; sonstiges
Label: CBS
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Terry Riley Electric Organ, Electric Hapsichord, Keyboards, Dumbec, Tambourine, Soprano Sax, Electronics

Tracklist

Disc 1
1. A Rainbow in Curved Air 18:46
2. Poppy Nogood and the Phantom Band 21:41
Gesamtlaufzeit40:27


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Terry Riley ist einer der Väter der Minimalmusic, der vor allem in den 60er Jahren mit die Grundlagen für diesen Stil gelegt hat und den man in diesem Zusammenhang meist in einem Atemzug mit Steve Reich und Philip Glass nennt. Von diesen drei hatte Riley sicher den größten Einfluss auf die Rockmusik der frühen 70er. Rileys bekanntestes Werk ist wohl das 1964 entstandene "In C", sozusagen DER Klassiker der Minimalmusic, der auch von diversen Rockbands interpretiert worden ist (siehe z.B. "In C" der Styrenes oder "In C" von Mothers Acid Temple). Den wohl gewichtigsten Eindruck in der Rockwelt hinterließ Riley aber mit dem 1969 veröffentlichten Soloalbum "A Rainbow in Curved Air". Oder, dieses Album Rileys kann man wohl noch am ehestens in die Progschublade stecken, progressive Elektronik vielleicht. Außerdem war es das in verkaufstechnischer Hinsicht erfolgreichste Album Rileys, welches Anfang der 70er jeder kennen musste, der von sich behauptete, dass er progressive Rockmusik schätzt.

Ein paar Beispiele für Rileys Einfluss auf die Rockwelt. 1962-64 hielt sich Riley in Paris auf, wo u.a. sein Tonbandstück "Music for the Gift" entstand. Dort machten auch Daevid Allen und Hugh Hopper seine Bekanntschaft, die Rileys Experimente und Techniken mit Tonbandschleifen und Zeitverzögerungseffekten absorbierten und wenig später auf die eigene Musik (bei Gong, Soft Machine und solo) anwandten. Zusammen mit französischen Toningenieuren entwickelte Riley den Time Lag Accumulator, eine Art von früher Echomaschine, die aus zwei Revox-Maschinen bestand, die mit einem bestimmten räumlichen Abstand (der die Länge des Delays bestimmte) auf demselben Tonband gekoppelt wurden. Damit erzeugte Riley diese für seine Einspielungen typischen, repetitiven Klangmuster. Später haben Robert Fripp und Brian Eno die Technik für ihre Frippertronics- und Ambientalben verwendet.

Andere Rockmusiker haben nicht direkt Rileys musikalische Techniken übernommen, wurden aber von diesem angeregt elektronische oder minimalistische Klänge in ihre Musik zu integrieren. Einige davon haben auch unmusikalische Würdigungen Rileys in ihrem Schaffen versteckt, so z.B. Pete Townsend mit "Baba O’Riley" (zu finden auf "Who's next"). Curved Air benannten sich gleich nach einer Riley-Komposition, womit wir wieder beim hier zu rezensierenden Album wären, welches übrigens auch Mike Oldfield als wichtige Inspirationsquelle für "Tubular Bells" bezeichnet hat.

Zur Musik! Zwei lange Stücke gibt es auf "A Rainbow in Curved Air" zu hören, die ursprünglich die beiden Seiten der LP einnahmen. Das Titelstück besteht aus einer Vielzahl an durcheinander purzelnden E-Orgelklängen, sich echoartig wiederholenden Tonschleifen und zirpenden Orgeltremolos, die flott bis gemächlich durch die Gehörgänge fließen, ab und zu ergänzt um ähnlich verfremdete spinett-, sitar- bzw. hackbrettartige Töne und einige kurze perkussive Einwürfe. Das Ganze ist, obwohl der Minimalmusic zugerechnet, erstaunlich farbig, zeichnet sich natürlich durch die genretypische Repetition aus, purzelt aber alles in allem flott und kurzweilig aus den Boxen. Wer wissen möchte warum der Anfang von "Out-Bloody-Rageous" klingt wie er klingt (siehe "Third"), der sollte sich dringend "A Rainbow in Curved Air" anhören!

"Poppy Nogood & The Phantom Band" bietet deutlich andere Klänge. Hier bestimmen allerlei ineinander geschachtelte Saxophonmuster die Musik, die über einem eher monotonalen Orgelteppich gemächlich durcheinander gleiten. Die Nummer ist um einiges karger, sperriger und schlichter ausgefallen als das Titelstück und entfaltet nach einiger Zeit eine faszinierende hypnotische Kraft.

"A Rainbow in Curved Air" ist sicher ein Klassiker, ein Album das Musikgeschichte geschrieben hat, das zumindest Liebhaber elektronischer Musik, Frippertronics-Freaks und Ambient-Adepten einmal gehört haben sollten! Die Scheibe wurde schon rund ein dutzend Mal auf LP und CD, mitunter mit verschiedenen Covern, veröffentlicht. Das CBS-Original zierte das etwas kitschige Bild mit Rileys Gesicht. In Frankreich wurde das Album offenbar mit dem mittleren der oben gezeigten Cover (rote Schlieren) veröffentlicht, das mir um einiges passender und gelungener erscheint. Das Album wurde übrigens gerade mal wieder neu auf CD wieder veröffentlicht, von Esoteric Recordings, exzellent klanglich aufbereitet und hübsch verpackt. Wer die Scheibe noch nicht kennt, sollte spätestens jetzt etwas daran ändern!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.3.2012
Letzte Änderung: 11.3.2012
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum