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Gazpacho

March of Ghosts

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; ArtPop; New Artrock
Label: Kscope
Durchschnittswertung: 11/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Jan Henrik Ohme Vocals
Thomas A. Anderson Keyboards
Jon-Arne Vilbo Guitars
Mikael Kromer Violins & Mondolin
Kristian Olav Torp Bass
Lars Erik Asp Drums

Tracklist

Disc 1
1. Monument 2:06
2. Hell Freezes Over I 5:45
3. Hell Freezes Over II 4:36
4. Black Lily 4:58
5. Gold Star 4:15
6. Hell Freezes Over III 2:36
7. Mary Celeste 5:43
8. What Did I Do? 4:19
9. Golem 5:10
10. The Dumb 4:33
11. Hell Freezes Over IV 6:11
Gesamtlaufzeit50:12


Rezensionen


Von: Günter Schote @ (Rezension 1 von 4)


Ach, irgendwie hat mich die „Missa Atropos“ schon nicht mehr so berührt wie die wirklich herausragenden Platten „Night“ und „Tick Tock“. „Missa“ war super gemacht, es schlug stimmungstechnisch in die gleiche Kerbe wie seine Vorgänger. Aber es war eben nicht mehr „originell“. Nun also „March of Ghosts“.

Nach den ersten Durchläufen wieder diese leichte Ernüchterung: ist gut gemacht, ist ok, ist aber eben more of the same ohne diesen Aha-Effekt. Die CD also ins Regal gesteckt. Erstmal ein paar Tage verstreichen lassen, Kind & Kegel belabert und dann über's Wochenende ins Elsass geschickt, die Vogesen kannten sie schon, kurz vor Ladenschluss noch rasch in den nächsten Supermarkt, Rotwein kaufen. Fünf Flaschen. Und Kerzen. Ihr wisst schon: so ein Abend mit Musik und Atmosphäre.

Das Ergebnis blieb unverändert: „March of Ghosts“ ist ein typisches Gazpacho-Album geworden, dass die gleichen Nischen bedient wie seine Vorgänger. Die Musik ist größtenteils getragen (das ist ok), die Stimmung stets edel (auch ok), die Arrangements sind souverän (sowieso ok) und Adjektive wie „hymnisch“ oder „elegisch“ sollten in der Beschreibung der Musik ebenfalls nicht fehlen. Hier und da gibt’s mal einen keltischen Einschlag oder es geht wie schon auf „Tick Tock“ dezent arabisch zu. Innovativ ist das nicht, nein, es wirkt für meinen Geschmack sogar leicht erzwungen andersartig.

Jan Henrik Ohme singt selbstverständlich wieder ganz wundervoll und zaubert auch 2012 die lieblichsten Melodien aus seinem Melodienhut. Er singt in Konzeptalbum # 4 am Stück von der gruseligen Nacht, in welcher der Held des Albums den Geschichten der an ihm vorüberziehenden Geister lauschen muss. Ein Konzeptalbum also, ohne durchgehende Story, dafür aber mit durch die Rahmenhandlung verbundenen Kurzgeschichten.

Wäre ich kein Rezensent der Babyblauen Seiten, sondern ein Geist, der durch norwegische Konzeptalben schlendert, hätte ich zu berichten, dass mir Kerzenwachs auf die Laptoptastatur tropfte, fünf Flaschen Rotwein an einem Wochenende nen dicken Kopf machen und dass Gazpacho mal wieder ein gelungenes, souveränes, aber deswegen auch ein leider etwas uninteressantes Album vorgelegt haben. Empfehlung daher an alle, die Gazpacho lieben und nicht genug von der Band bekommen können. Empfehlung auch an alle, die Gazpacho nur mögen, denn sie werden auch dieses Album mögen und alle zwei Jahre mal in den Player schieben. Allen anderen empfehle ich ein Wochenende im Elsass, ist schön dort, wurde mir berichtet.

Anspieltipp(s): Hell Freezes Over I
Vergleichbar mit: Missa Atropos # 2
Veröffentlicht am: 18.3.2012
Letzte Änderung: 1.11.2015
Wertung: 9/15
Gut, souverän, schonmal gehört!

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 4)


March of Ghosts schließt nahtlos an die Vorgängeralben an und setzt den typischen melancholischen Gazpacho-Stil fort. Wenn es noch vorstellbar ist, dann muss man es sich so vorstellen, dass die Band ihr Gespür für Atmosphäre noch weiter verfeinert hat. Wer Gefallen an Grace for Drowning von Steven Wilson hatte (abzüglich der Crimson-Eskapaden) dürfte auch dieses sehr konsistente Album genießen können.

March of Ghosts ist ein Konzeptalbum von losen Episoden, die sich alle mit dem Geisterhaften, Okkulten beschäftigen. Die Geister der Toten ziehen vorüber, ein Golem und auch etwas Voodoo. Das Irreale der Atmosphäre betonen auch die treffend „Hell Freezes over“ benannten Verbindungsstücke. Schon das instrumentale Intro verbreitet so viel düstere, unheimliche Atmosphäre. Es ist auch gerade wieder die Geige, die hier trefflich passt.

March of Ghosts bietet in seinen Episoden einfühlsame, monotone Melodien voller Wehmut. Die Episodenhaftigkeit verhindert aber nicht, dass sich die beschriebene Gesamtatmosphäre des Albums einstellt. Das wirkt auf Dauer vielleicht etwas gleichförmig, auch wenn sich die Norweger darum bemühen, je nach Thema - Voodoo, Geisterschiff, Golem... - etwas musikalisch Typisches einfließen zu lassen. Die Stimmung ist meist ruhig und auf Gitarrenwucht wird verzichtet. Der Unterschied in der Anlage und im Klang der Stücke ist im Vergleich zu den vorangegangenen Alben gering. March of Ghosts wirkt aber einfach atmosphärisch noch dichter.

March of Ghosts - der Hörer kann das Gefühl haben, dass Gazpacho inzwischen auf der Stelle treten. Für mich überwiegt aber der Eindruck, dass Gazpacho ihre Kunst weiter verfeinern und diesmal ein besonders ruhiges und atmosphärisches Album eingespielt haben, das so viel wunderschöne, gespenstische Musik enthält, dass man mal wieder darin versinken kann.

Anspieltipp(s): Monument, Hell Freezes Over I, Golem
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.3.2012
Letzte Änderung: 28.3.2012
Wertung: 11/15

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 3 von 4)


Über die musikalische Seite der Kompositionen gibt es wenig bis nichts Neues darzulegen. Da verweise ich auch gern auf die Ausführungen der Kollegen und stimme diesen zu.

Jedoch, hatte ich mich beim Vorgänger "Missa Atropos" über eine gewisse Monotonie und damit einher gehende Langeweile "beschwert", so höre ich nun bei "March of Ghosts" doch wieder differenziertere Stimmungen heraus.

Vielleicht liegt es auch an mir selbst, dass ich mehr Zärtlichkeit als Melancholie, mehr robustes Anklagen als weinerliche Depression aus der Präsentation von Ohme zu hören glaube. Jedenfalls passt dieses Album, für Gazpacho - Verhältnisse, besser in ein Frühjahr als die Missa, weil es einfach mehr Energie verströmt.

Übrigens: großartige gestaltetes Artwork bzw. Booklet!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.3.2012
Letzte Änderung: 28.3.2012
Wertung: 11/15

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Von: Piotre Walter @ (Rezension 4 von 4)


„March of Ghosts“ halte ich für ein eher unterschätztes Meisterwerk der sympathischen Band aus Norwegen. Wer atmosphärischen Art-Rock mag, sollte die Werke dieser Band unbedingt kennen.


Eines Tages rief mich ein guter Freund an und fragte, ob ich Lust hätte, heute mit ins Colos-Saal (empfehlenswerter Konzerttempel in Aschaffenburg) zu kommen und mir Gazpacho anzuschauen. Ich kannte die Band bis dato nicht, vertraute aber seiner Empfehlung und bekam dafür eines der magischsten Konzerterlebnisse meiner Konzerthistorie geschenkt. Habe schon selbst bezahlt – mir wurde aber so eine andauernde Liebschaft mit einer der besten atmosphärischen Art-Rock-Bands beschert.

Das Album handelt von magischen, mystischen Figuren und Ereignissen und entfaltete im Konzert sowie auch auf Langrille sofort seine Magie.
Das Intro: „Monument“ jagt einem mit seinem akzentuierten Geigenspiel gleich Schauer über den Rücken.
Weiter geht es mit „Hell freezes over I“ das mit einem sich hypnotisch steigernden Gitarrenmotiv aufwartet, bis einen Jan Henrik Ohmes gefühlvoller Gesang erlöst. Dann geht es erst richtig los mit atmosphärisch gewaltigem Bombastrock, in dem die Geige nicht nur Beiwerk ist.
„Hell freezes over II“ beginnt als verträumter Popsong – im grandiosen Schlussteil beweist Gitarrist Vilbo, dass er ebenso zu beeindrucken weiß.
Dannach schließt sich „Black Lily“ an – einer der schönsten Schmachtrocksongs ever. Ohme spielt seinen Trumpf seine wunderschöne, weiche Stimme zielsicher aus, die natürlich einen beträchtlichen Teil von Gazpachos Magie ausmacht.
„Gold Star“ pendelt gekonnt zwischen Bombast und verspielten Kammerrockelementen.
„Hell frezers over III“ startet mit feinem fast a-capella-artigen Gesang; nur sehr dezent untermalt von Geige und Keyboards und verbleibt ruhig und melancholisch.
„Mary Celest“ ist ein ruhige Ballade, die mit einem grandiosen Folk-Finale aufwartet. Die Flöte könnten die Norweger eigentlich öfter einsetzen...
„What did i do“ sehr, sehr ruhig und sehr, sehr traurig.
„Golem“ beginnt ruhig aber mit treibender Percussion; steigert sich in ein dramatisches Finale, in der die Gitarre schwelgt und der Schlagzeuger mal richtig aus sich heraus geht. Schön im Bombastteil des Songs ein kurzes polyrythmisches Intermezzo des Keyboarders.
Folgerichtig ist „The Dumb“ wieder ein ruhiges, melancholisches Lied, dass durch Ohmes Stimme und wunderschöne Melodien bezaubert. Auch dieser Song enthält wieder kammerspielartige Einlagen, steigert sich am Ende gewaltig und reizt Gazpachos dramatische Klangwelt erneut voll aus.
Zum Abschluss gibt es folgerichtig den letzten Teil von „Hell freezes over“ (IV) der das hypnotische Gitarrenmotiv wiederholt, jedoch im Mittelteil ordentlich losfetzt. Mystisch und sphärisch lässt der Keyboarder Anderson die Scheibe ausklingen.

Zum Album und generell zur Gazpachomusik lässt sich anmerken, dass alle Alben in sich geschlossene, perfekt durchdachte Kunstwerke sind, in denen nichts dem Zufall überlassen wird. So auch bei „March of Ghosts“. Alle Musiker spielen unglaublich manschaftsdienlich, selbst Ohme mit seiner hypnotischen Stimme, was der Wirkung der musikalischen Kunstwerke enorm dient. Unauffällig vollziehen sich Rythmus- und Strukturwechsel die einem anfangs kaum auffallen, da es keine wilden offensichtlichen Brakes gibt. Auch machte mich Günter darauf aufmerksam, dass die Gesangslinien, die zwar Ohrwurmcharakter besitzen, ohne Refrain auskommen, es also kein Strophe/Refrainschma gibt. Auf dem Album „March of Ghosts“ ist die Geige so häufig eingesetzt wie auf keinem anderen Album Gazpachos. Was allein schon das Album zu etwas Besonderem macht. Aber auch innerhalb des Gazpacho-Kosmos nimmt es für mich eine hohe Stellung ein, da es unglaublich homogen und geschlossen, fast wie ein großer Longtrack wirkt. Viele Tugenden Gazpachos werden hier perfektioniert. Das eigentlich Besondere an diesem eher ruhigen Album finde ich aber die Schönheit und Eleganz der Melodien, die sie so vorher und nachher nicht mehr erreicht haben. (Auf anderen Alben dominieren dafür andere Qualitäten. Schlechte Alben gibt es von Gazpacho nicht, was bei inzwischen 10 Studioalben eine beachtenswerte Leistung ist.)

Gazpacho machen fantastisch konsequenten Art-Rock und ich würde sie bedenkenlos auf eine auf eine Stufe mit Künstlern wie Kate Bush, Peter Gabriel, Steve Hackett oder Talk Talk stellen. Leider sind sie, zumindestens in Deutschland, immer noch ein Geheimtipp.

Das Artwork des Argentiniers Antonio Seijas ist schlicht fantastisch und kommt bei „March of Ghosts“ besonders gut zur Geltung. Ein Hochgenuss sind auch die aus den Artworks erstellten Animationen bei Liveauftritten, die die hypnotische Wirkung der Musik aufs Trefflichste unterstützen, wie es auch beim Konzert in Aschaffenburg zur Soyuz-Tour 2018 wieder der Fall war.

Fazit: Sehr empfehlenswert.

Anspieltipp(s): Hell Freezes Over I, Black Lily, Golem, The Dumb
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.6.2018
Letzte Änderung: 5.6.2018
Wertung: 13/15
Mystisch melancholische Artrocker aus dem Norden Europas.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Gazpacho

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2003 Bravo 11.00 2
2004 When earth lets go 10.00 1
2005 Firebird 11.00 3
2007 Night 10.67 6
2009 Tick Tock 9.40 5
2010 Missa Atropos 9.75 4
2010 A Night At Loreley (DVD/CD-Box) 12.00 1
2011 London 12.00 1
2014 Demon 12.60 5
2015 Night of the Demon 12.00 1
2015 Molok 10.75 4
2018 Soyuz 10.67 3

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