absence upon a ground
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Pierluigi Mencattini |
Violin (Tracks 1-13) |
| Valerio Cipollone |
Clarinet, Bass Clarinet (Tracks 1-13) |
| Christiano Pomante |
Vibraphone, Marimba (Tracks 1-13) |
| Maurizio Fasoli |
Grand Piano (Tracks 1-13) |
| Michele Epifani |
Hammond Organ (Tracks 1-13), E-Piano, Synthesizer (Tracks 14-16) |
| Stefano Colombi |
E-Guitar (Tracks 1-16) |
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| Antonio Marrone |
E-Bass (Tracks 1-13) |
| Luca Falsetti |
Drums, Percussion (Tracks 1-16) |
| Carmine Ianieri |
Tenor Sax (Tracks 14-16) |
| Manuel Trabucco |
Tenor Sax (Tracks 14-16) |
| Massimo Magri |
Cello (Tracks 14-16) |
| Simone Pacelli |
E-Bass (Tracks 14-16) |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
absence
1. overt 2. primo frammento 3. epicicli I 4. secondo frammento 5. arioso 6. terzo frammento 7. un coeur mecanique 8. resti (quarto frammento) 9. epicicli II 10. toccata 11. helas avril 12. danzanta (quinoto frammento) 13. clos
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29:38
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| 2. |
upon a ground
1. part I 2. part II 3. oart III
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15:29
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| Gesamtlaufzeit | 45:07 |
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Rezensionen

Subtilior, die Steigerung von subtilis, also feiner, dünner, zarter, gründlicher. Subtilior nannte Michele Epifani, seines Zeichens studierter Organist und Komponist und zudem Kopf der Retroprogformation Areknamés, sein vor einiger Zeit ins Leben gerufene Kammerprogprojekt. Zwei umfangreiche Kompositionen namens "absence" und "upon a ground" hat Epifani Anfang des zweiten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends mit einigen Freunden und Bekannten eingespielt, darunter Maurizio Fasoli und Valerio Cippolone von Yugen. Dieselben bilden dann auch den Inhalt des ersten Albums der Formation, das im Juni 2012 bei AltrOck erschienene "absence upon a ground".
Vermutlich wählte Epifani, der seine Diplomarbeit über die italienische Caccia, eine vokale Kompositionsform des 14. Jahrhunderts verfasst hat, den Namen seines Projekts (eine feste Band sind Subtilior wohl nicht - wurden doch die beiden auf dem Erstling zu findenden Werke von ganz unterschiedlichen Besetzungen eingespielt), durchaus mit bedacht und nicht nur, weil er gut klingt. "Ars subtilior" bezeichnet nämlich eine Stilepoche der Musik vom Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts, die sich durch einen sehr feingliedrigen und farbigen Kompositionsstil auszeichnete, durch komplexe Polyrhythmik und häufige Mensurwechsel. Das war wohl die (eine der) Inspirationsquelle(n) für die Subtilior-Klänge.
Feingliedrig, komplex und farbig ist auch die Musik auf "absence upon a ground", die zudem eine sehr klassische, kammermusikalische Atmosphäre aufweißt und sich durch häufige Rhythmuswechsel auszeichnet. Das Ergebnis ist ein abwechslungsreicher, eher melodischer, dicht verschachtelter Kammerprog, der druckvoll und reich instrumentiert aus den Boxen purzelt, gleitet und tanzt. Gewisse Bezüge gibt es natürlich zu Univers Zero, den frühen Art Zoyd, Yugen bis hin zu Aranis, doch haben Epifanis Kompositionen einen ganz eigenen, modern-kommermusikalischen Charakter und weisen deutliche Rockelemente, etwas Jazz, freiformatige Verunreinigungen, schwebende Klangmalereien und bisweilen auch gewisse spätmittelalterliche bzw. barocke Spuren auf.
Obwohl das halbstündige "absence" und das halb so lange "upon a ground" von zwei sehr verschiedenen Besetzungen mit sehr verschiedenem Instrumentarium eingespielt wurden, sind beide Nummern in stilistischer Hinsicht sehr ähnlich. "absence" ist reicher instrumentiert und kommt eine Spur verspielter daher, während "upon a ground" eine etwas sperrigere und düsterere Atmosphäre verströmt. Letztere ist, so ist es im Beiheft zu lesen, der Versuch einen Soundtrack zu einem imaginären surrealistischen Stummfilm der 20er Jahre (des letzten Jahrhunderts) zu schaffen. Der ist ausgesprochen gelungen!
Wer komplizierteren Kammerprog und im allgemeinen "AltrOck-Mucke" schätzt, der braucht auch "absence upon a ground"! Allzu retroprogfixierte Fans von Areknamés sollten allerdings vorsichtig sein!
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
12.6.2012 |
| Letzte Änderung: |
13.6.2012 |
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Der Hörer merkt gleich, dass er es mit „ernster Musik“ zu tun hat. Die Assoziationen zu moderner klassischer Kammermusik ergeben sich nicht allein aus der klassikorientierten Besetzung, sondern besonders aus der Art und Weise wie hier äußerst kunstvoll komponiert wird.
„Absence“ ist eine sehr lange Komposition von beinahe 30 Minuten, die aus 13 kurzen Stücken zusammengesetzt ist. Jedes Stück hat seinen eigenen Charakter, oft ruhig, mal beschwingter, mal rhythmisch, oft freischwebender. Immer aber ist der Hörer herausgefordert, sich mit großer Konzentration dem schwer zu berechnenden Verlauf der außerordentlich komplexen Musik zu widmen. Dabei klingt alles wohl durchdacht, keinesfalls improvisiert. Es dominiert bei allen Variationen in „Absence“ der titelgebende entrückte Charakter. „Rockigere“, druckvolle Ansätze blitzen nur gelegentlich auf. Der intellektuelle Anspruch dieser Musik ist sehr deutlich. Sucht man Vergleiche, kommen einem natürlich Univers Zero oder Yugen in den Sinn, aber auch z.T. die verschlungen percussiven King Crimson von Larks' Tongues in Aspic. Der Freund moderner Klassik kommt hier - ebenso wie der Hörer eines stark akustisch geprägten, introspektiven Avant-Prog - voll auf seine Kosten.
„Upon a Ground“ ist musikalisch nicht weit von „Absence“ entfernt. Jedoch kommen hier Synthesizer hinzu und statt Klarinette, Vibraphon und Violine sind hier Cello und Saxophone zu hören. Dies verändert die Klangfarbe der Komposition ein wenig, lässt diese etwas jazziger wirken, ändert aber am Charakter der Musik nicht viel.
Insgesamt ist „Absence Upon a Ground“ ein sehr zurückhaltendes, nachdenkliches und dadurch faszinierendes Album geworden. Als Hörer hält man oft schlicht den Atem an. Diese Musik strahlt eine quasi zeitlose, fragile, tiefgründige Schönheit aus.
| Anspieltipp(s): |
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| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
13.9.2012 |
| Letzte Änderung: |
13.9.2012 |
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