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Björk

Biophilia

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: ArtPop; sonstiges
Label: One Little Indian
Durchschnittswertung: 12.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Björk Guðmundsdóttir vocals, programming, choir arrangement, harp arrangement, drum programming, teslacoil bassline and beat, gameleste arrangement, brass arrangement, hang arrangement, sharpsichord arrangement, organ arrangement

Gastmusiker

Arni Heimir Ingolfsson choir transcription
Matt Robertson choir transcription, harp scora preperation, brass transcription
Zeena Parkins harp, harp contractor
Shelley Burgon harp
Sara Cutler harp
Carol Emanuel harp
Pablo Diaz-Reixa drum programming, bass programming
Damian Taylor drum programming, programming, teslacoil bassline and beat programming
Leila Arab teslacoil bassline and beat, sonic sculpting, nature sounds, beat programming, sub drone
Marc Bell programming
Manu Delago hang arrangement
Henry Dagg sharpsichord
Matthew Herbert programming

Tracklist

Disc 1
1. Moon 5:45
2. Thunderbolt 5:15
3. Crystalline 5:08
4. Cosmogony 5:00
5. Dark Matter 3:22
6. Hollow 5:49
7. Virus 5:26
8. Sacrifice 4:02
9. Mutual Core 5:06
10. Solstice 4:41
Gesamtlaufzeit49:34


Rezensionen


Von: Malte Krosse @ (Rezension 1 von 2)


Eine Björk-Platte zu rezensieren bringt immer Probleme mit sich, denn über die Qualität ihrer Musik kann meines Erachtens spätestens seit Homogenic nicht mehr diskutiert werden. Die Qualität scheint mir stetig hoch und einzig die radikal subjektive Empfindung des Hörers kann die Musik bewerten. Ist das Rezensieren von Biophilia dadurch überflüssig? Könnte man dem Leser nicht kurz und knapp eine absolute Kaufempfehlung auf den Weg geben, ohne über diese Musik ein paar Worte zu verlieren? Ja, man könnte! Man könnte es aber auch sein lassen und zumindest versuchen den eigenen Charakter, den ein jedes Björk-Album besitzt, in Worte zu fassen:

Dieser Charakter von Biophilia beginnt diesmal bei der neuartigen Vermarktung: Man kann Biophilia auch als App (=application) für iPad oder iPhone erwerben und das Album mit dieser App nicht nur hören, sonder visuell erleben und - ich kann es leider aus Ermangelung passender Hardware nicht genauer beschreiben - angeblich auch aktiv/kreativ daran teilhaben. Dieses interaktive Teilnehmen an der Musik ist zumindest in gewissen Kreisen (John Cage u.a.) keine Neuheit, doch in der Musik für die doch recht breite Masse setzt Björk damit neue Akzente. Sie geht mit der Zeit und ist sich selber damit treu geblieben!

Dieses technische Experiment kann man aber auch getrost technisches Experiment sein lassen und sich einfach der Musik auf ganz natürliche Weise via CD oder LP hingeben. Dabei wird schnell klar, dass der Name „Biophilia“ musikalisch Programm ist. Die Musik vermittelt stets den Eindruck einer Liebe zum Rhythmus der Natur. Diese Naturliebe ist zwar bei Björk trotz ständiger Verwendung „un-natürlicher“ elektronischer Sounds nichts Neues, doch wage ich zu Behaupten, dass kein anderes Björk-Album neben Biophilia eine stärkere Tendenz zur Natur aufweist als dieses. Und das liegt größtenteils an der außergewöhnlichen Instrumentierung, die ständig etwas befremdlich klingt und uns doch tief verankert im Unterbewusstsein eine Naturverbundenheit erleben lässt: in Thunderbolt reichen sich tiefe Orgelklänge und elektronische Sounds die Hände, Virus paart das Glockenspiel mit Gamelan-ähnlichen Instrumenten und mit der eigens konstruierten sogenannten „Gravitationsharfe“ erreicht Björk in Sacrifice die perfekte Mischung zwischen Natur und Kultur. Das zumindest, diese Naturverbundenheit der Musik, ist meines Erachtens nach die Besonderheit dieses Albums. Der Rest bleibt Björk-typisch. Man kennt ihre markante Stimme, ihre Liebe zur Elektronik, die rhythmisch geprägten Songs neben ruhigen, traumhaft schönen Balladen und ihr Talent experimentelle Musik für eine breite Masse zugänglich zu machen.

Und damit hoffe ich, teilweise den Charakter und die Besonderheit von Biophilia in Worte gefasst zu haben und verbleibe mit der stark subjektiv geprägten Bewertung: Biophilia ist nach Volta ein Schritt nach vorne. In der Abkehr von Club-Sounds ohne Vernachlässigung elektronischer Klänge entfaltet Biophilia eine ganz eigene Magie. Björk überwindet den Standpunkt der Elektronik, traditionelle folkloristisch geprägte Musik zu dekonstruieren, und verwendet die Elektronik so, als ob es sie seit jeher in der düster-kalten isländischen Geschichte gegeben hätte. Kein Wunder, dass Björk in Island fast den Stand einer Nationalheldin inne hat, schließlich schreibt sie die isländische Volksmusik der Zukunft!

Anspieltipp(s): Moon
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.10.2012
Letzte Änderung: 7.10.2012
Wertung: 13/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


Björk und ihre Musik zu beschreiben hiesse Eulen nach Athen tragen. Man kennt Björk. Ihr Stil, ihr Gesang sind einmalig, sind unikal (der Pleonasmus musste sein um die Einmaligkeit zu unterstreichen). Björk spielt in ihrem eigenen Genre. Dabei hat sie es immer wieder geschafft, sich ein Stück weiter zu entwickeln. Sie hat neue Elemente in den vorherigen Stil einfliessen lassen, so dass sich chronologisch benachbarte Alben immer etwas überlappt haben. So schimmert hier mit einigen tiefen, oszillierenden Synthesizersounds und tiefen Bläsern der Stil des letzten Outputs Volta durch und wird man an das mit fernöstlicher Instrumentierung und Stilistik durchsetzte The Music From Drawing Restraint 9 erinnert. Dazu knallt uns Miss Iceland als Kontrastprogramm noch heftigste Drum `n`Bass-Salven vor die Füsse ("Crystalline").

Darüber schwebt wie immer ihre einmalige Stimme; zerbrechlich, verletzlich, verträumt, in ihrer eigenen Welt. Das Album ist insgesamt ruhiger als seine Vorgänger. Ein Album, das, wie viele Alben von Björk, in die dunklere und kältere Jahreszeit passt. Kaufen, in eine warme Decke einhüllen, Augen zu und träumen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Björk, und nur Björk
Veröffentlicht am: 7.10.2013
Letzte Änderung: 7.10.2013
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Björk

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1993 Debut 10.33 3
1995 Post 8.50 2
1996 Telegram 10.00 1
1997 Homogenic 13.00 2
2000 Selma Songs 13.00 2
2001 Vespertine 15.00 3
2002 Greatest Hits (Volumen 1993-2003) 11.00 1
2002 Vespertine live at the Royal Opera House 2001 (DVD) 14.33 3
2003 Post live 12.00 1
2003 Homogenic live 12.00 1
2004 The Music From Drawing Restraint 9 12.00 1
2004 Medulla 12.75 4
2007 Volta 11.00 2
2015 Vulnicura 15.00 1
2015 Vulnicura Strings 12.00 1
2016 Vulnicura Live 12.00 1

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