SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
20.9.2017
Panther & C. - Il Giusto Equilibrio
19.9.2017
Mastermind - Until Eternity
Hällas - Hällas
Pere Ubu - The Pere Ubu Moon Unit
Arabs in Aspic - Victim of Your Father´s Agony
17.9.2017
VagusNerve - Lo Pan
Guerilla Toss - Gay Disco
Igorrr - Hallelujah
Zanov - Moebius 256 301
Zelinka - Zelinka
Arabs in Aspic - Syndenes Magi
16.9.2017
Papir - V
Filter-Kaffee - 100
Guerilla Toss - Gay Disco
Igorrr - Poisson Soluble
15.9.2017
Pure Reason Revolution - Hammer and Anvil
Igorrr - Savage Sinusoid
Mystery - Second Home - Live at the ProgDreams V (DVD)
ARCHIV
STATISTIK
23872 Rezensionen zu 16311 Alben von 6334 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Smalltape

Circles

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Elektronische Musik; Jazz; New Artrock; RetroProg; sonstiges
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Philipp Nespital All Instruments and Vocals

Gastmusiker

Stephan Pankow Electric Guitar Solo on The Purgatory Pug, Nothing To Regret
Michael Zehe Bass-Vocals on The Mess In Me
Gustav Scholda Moog on Circles

Tracklist

Disc 1
1. Open Up 2:46
2. Circles 8:36
3. What Has Been Sowed... 2:11
4. Fade 3:32
5. The Purgatory Pug 9:18
6. The Mess In Me 4:30
7. Nothing To Regret 5:15
8. Break 9:02
Gesamtlaufzeit45:10


Rezensionen


Von: Harald Schmidt @ (Rezension 1 von 2)


Smalltape sind ein kleines, aber sehr feines Projekt aus der Hauptstadt Berlin und eine prima Empfehlung für alle, welche die musikalische Entwicklung eines Steven Wilson begeistert. Initiator und Komponist Philipp Nespital spielt seit frühen Kindheitstagen Klavier und sattelte dann im Teeniealter noch das Schlagzeug oben drauf. Neben Smalltape tobt er sich noch im Sounddesign von Filmprojekten, mit seiner Band oder derzeit bei der Komposition eines Band-Orchesterstücks aus. Als wäre das nicht genug, agiert er auf der Bühne auch schon einmal als „smalltape-soundscapes“ und improvisiert im Alleingang oder im Duett mit einem befreundeten DJ. In smalltape verschmelzen all diese Einflüsse und Erfahrungen zu einer modernen Prog-Variante. Dass Nespital als angehender Tonmeister für audiovisuelle Medien Klangprofi ist und für einen entsprechenden Mix und ausgewogene Produktion gesorgt hat, kommt dem Album sehr zu Gute.

Begleitet wird Nespital von seinem Schulfreund und Gitarristen Stephan Pankow, derzeit Gitarrenstudent in Dresden. Er liefert auf The Purgatory Pug und Nothing To Regret zwei virtuose Gitarrensoli ab und man hört seinem erfrischenden Stil durchaus an, dass er auch lateinamerikanisch-rhythmisch und metallisch bewandert ist.

Passend zum Bandnamen und Cover hört man zum Auftakt, wie eine Cassette eingelegt und angeschaltet wird – ein witziges Klanggimmick. Die ersten beiden Tracks treten im Verbund auf und weisen sehr deutliche Einflüsse von Steven Wilson auf. Der erste Longtrack Circles bringt akustische Gitarren, perkussive Elemente und rockige Themen in Einklang: Die Themen werden schön entwickelt, die Intensität gesteigert und alles präsentiert sich in sehr ausgewogenem und organischen Klang. Die fast kakophonischen Klangwellen in What Has Been Sowed… münden in die traumhafte Ballade Fade mit seinen akustischen und hypnotisch-verträumten Ostinatos und verfremdeten Vocals. Dass diese durch Pianotupfer konterkariert werden erinnert ebenso an Porcupine Tree wie diverse Soundeffekte rückwärts laufender Tapes. Die hier aufgebaute Spannung wird grandios immer weiter gedehnt – es entsteht eine eigene, fragile kleine Klangwelt. The Purgatory Pug ändert die Richtung erneut – es wird catchy: Ein immens cooles Keyboardthema wird ergänzt von einem mitreißenden Drum-Beat, bevor sich lässige Funk-Gitarren dazu gesellen. Trotz der klanglichen Wucht bleibt der Song federnd leicht. Das ist den jazzigen Einschüben geschuldet und die Hauptthemen werden immer wieder gekonnt aufgegriffen. Durch Spock’s Beard-artige Breaks (plus Tape-Wechsel mitten im Song) entsteht im weiteren Verlauf eine dramatisch-dynamische Instrumentalabfahrt – immernoch höllisch groovend und die Hauptthemen verarbeitend. Mehr Prog-Spaß geht nicht – dieses Stück ist meisterhaft gelungen und das Glanzlicht des Albums.

Auch in der 2.Hälfte bleibt Circles so wunderbar abwechslungsreich – tolle Keyboard-Sounds, viel Piano, Fender Rhodes-artige Klänge. Alles wirkt sehr warm, nah, natürlich und transparent. Das abschließende Stück Break mit seinen Stakkato-Riffs, Streichersounds und Moog-Wirbeln fällt am rockigsten aus und fadet am Ende in einer 2-minütigen Klangcollage aus, bevor mit einem „Klick“ das Tape stoppt, vorgespult und umgedreht wird: Auch zum Schluss muss man ob dieser Jugenderinnerung nochmal richtig schmunzeln und kann sich freuen, gerade ein kurzweiliges, sehr gelungenes Album gehört zu haben. Noch mehr Highlights wie The Purgatory Pug auf einem nächsten Album und smalltape ist weit mehr als nur ein Underground- und Insidertipp! Fans von Steven Wilson und den älteren Porcupine Tree sollten hier unbedingt reinhören, denn vom Ansatz her ist das gar nicht so weit weg von Alben Stupid Dream oder Lightbulb Sun.

Anspieltipp(s): Circles, The Purgatory Pug
Vergleichbar mit: Steven Wilson, Porcupine Tree
Veröffentlicht am: 10.11.2012
Letzte Änderung: 10.11.2012
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Von: Martin Dambeck @ (Rezension 2 von 2)


Smalltape ist zunächst einmal eine liebevolle Verbeugung vor der guten alten Musikkassette. Das fängt mit dem simpel-lustigen Digipackcover an, auf dem schlicht eine Musikkassette abgebildet ist, an. Kaum hat man die CD eingelegt, empfangen einen Töne längst vergangener Tage: das Öffnen des Schubfachs, dann das Einlegen der Kassette und schließlich das Klicken der Wiedergabetaste. Nach ein paar Sekunden beginnt dann die eigentliche Musik. In der Mitte des Albums bricht Song fünf abrupt ab, die Kassette wird gewechselt, kurz auf Rewind drücken und weiter geht’s.

Hinter Smalltape verbirgt sich der Berliner Philipp Nespital, der mit „Circles“ sein erstes Soloalbum veröffentlicht hat. Und einmal mehr muss ich lieb gewonnene Vorurteile über Bord werfen, denn Philipp ist außerdem Teil eines DJ-Teams für Live-Electronic-Dance Musik. Dass so jemand auch Prog machen könnte, hat bisher mein Vorstellungsvermögen gesprengt. Gott bewahre, nicht dass „unsere“ Musik auf einmal noch cool wird, ein erschreckender Gedanke. Doch Ernst beiseite, ansonsten tritt Philipp Nespital bei verschieden musikalischen Projekten als Trommler, Pianist und Sänger auf und studiert in Potsdam Tonmeister für audiovisuelle Medien. In diesem Zusammenhang hat er schon bei unterschiedlichen Filmen als Komponist, Sound Designer und Mixer mitgewirkt. Das hört man dem Album auch an.

Musikalisch bewegt sich Smalltape irgendwo zwischen Gentle Giant und Spock’s Beard (noch mit Neal Morse), aber irgendwie ist die Musik längst nicht so verkopft, sondern strahlt eine groovige Lässigkeit aus. Überhaupt ist „Circles“ kein „reines“ Progalbum, denn Philipp Nespital verknüpft elegant verschiedene Musikstile miteinander: Ob es sich mal um eine A Capella Einlage, Frippsche Soundscapes, einen Supertramp-Gedächtnischor oder Pianojazz a la Keith Jarrett handelt, alles kein Problem. Was für ein relaxtes und zugleich spannendes Album, beide Daumen nach oben für „Circles“!

Übrigens ist Philipp Nespital bei einer neuen Progrockband namens "Treehouse Scenery" in Berlin beteiligt. Auch was man von dieser Combo hört, klingt spannend.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Aus dem Progbereich: Spock's Beard, Gentle Giant
Veröffentlicht am: 1.2.2014
Letzte Änderung: 31.1.2014
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Smalltape

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2017 The Ocean 12.50 2

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum