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Haruomi Hosono

Cochin Moon

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1978 (CD-reissue 2005)
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik
Label: King Records
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Haruomi Hosono Sounds, Electronics

Gastmusiker

Shuka Nishihara Sounds, Electronics
Ryuishi Sakamoto Keyboards
Hiroshi Sato Keyboards
Hideki Matsutake Computer Programming

Tracklist

Disc 1
1. Malabar Hotel

1. Ground floor 2:28
2. Upper floor 8:45
3. Roof garden 8:58

2. Hepatitis 4:43
3. Hum Ghar Sajan 8:50
4. Madam Consul General of Madras 9:04
Gesamtlaufzeit42:48


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Also ... nur nach dem Cover schließend, könnte man das hier zu rezensierenden Album für einen Soundtrack zu irgendeinem kitschigen Bollywood-Film halten. Entworfen hat dasselbe ein gewisser Tadanori Yokoo, der seit den späten 60er Jahren zu Japans bekanntesten Malern, Graphikern, Pop-Art-Künstlern und Designern gehört (manche nennen ihn offenbar "Japanese Andy Warhol"). Offenbar war es auch durchaus die Absicht der beiden Künstler, Yokoo und der musikalische Macher Haruomi Hosono, den Eindruck zu erwecken, es handele sich um einen Soundtrack. Einen Film gibt es allerdings zu "Cochin Moon" nicht.

Haruomi Hosono (1947 in Tokio geboren) trat erstmals als Bassist der Formation Apryl Fool ins Blickfeld der musikkonsumierenden Öffentlichkeit, auf deren erstem und einzigen Album er zu hören ist. Am bekanntesten wurde Hosono aber als Teil der Elektropopformation Yellow Magic Orchestra, die er 1978 zusammen mit Yukihiro Takahashi und Ryuichi Sakamoto gründete. Zudem veröffentlicht er seit 1975 Soloalben, von denen vor allem das 1978 erschienene, im Zentrum dieser Rezension stehende "Cochin Moon" in progressiv-elektronischer Hinsicht von Interesse ist.

Welche Instrumente Hosono und seine musikalischen Gäste genau bedienen, ist dem CD-Reissue von King Records nicht zu entnehmen. Es gibt zwar im Beiheft allerlei Text, doch ist dieser fast ausschließlich in Japanischen Schriftzeichen verfasst. Keyboards und andere elektronische Klangerzeuger werden es gewesen sein, sind doch von solchen generierte Töne auf "Cochin Moon" vornehmlich zu hören. Nach Bollywood-Soundtrack klingen dieselben allerdings nicht.

Elektronische Musik gibt es auf "Cochin Moon" zu hören, ausgesprochen kurzweilige solche, freiformatig-seltsam einerseits, verspielt-rhythmisch andererseits. Allerlei Fiepen, Zischen und Hupen kommt hier aus den Boxen, unzählige seltsame, verfremdete, übereinander geschichtete, mitunter fast drollig Sounds, dazu klangvolles Dröhnen, verfremdete Stimmfragmente, muntere, perlend-sphärische Tastenlinien, nervöses Lärmen, hektisch-nervöse Klanggespinste, atmosphärisches Schweben und recht viele sequencergesteuerte Rhythmus- und Geräuschmuster. Mal rund und elegant (fast poppig), mal sperrig und kantig kommt dieses seltsame Gemenge aus den Boxen, das dabei kaum auf irgendwelche historischen Vorbilder Bezug nimmt.

Etwas krautige Elektronik (frühe Kraftwerk) steckt wohl hier drin, und natürlich auch Einflüsse der Pioniere der 60er (Todd Dockstader, Morton Subotnik, Pierre Henry z.B.), doch ist das Ergebnis eine ganz eigene, seltsam exotische, durchweg bizarre Klangschöpfung. In "Hum Ghar Sajan" kommt übrigens doch indisches Gepräge auf, sorgen tablaartige Sounds und entsprechende Melodiebögen für asiatische Atmosphäre. Kraftwerk auf Indisch?

"Cochin Moon" ist ein ausgesprochen unterhaltsames Album mit einer sehr eigenen elektronisch-progressiven Musik vom Ende der 70er, das Liebhaber des Genres nicht verpassen sollten! Das schon erwähnte CD-Reissue von King Records hat einen exzellenten Klang und kommt natürlich als schickes Mini-LP-Replikat. Kultig!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.2.2013
Letzte Änderung: 20.2.2013
Wertung: 12/15

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