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Robert Jürjendal

Source of Joy

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion; RetroProg
Label: Unsung Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Robert Jürjendal Guitars
Arvo Urb Percussion
Anti Jürjendal Cello
Madis Metsamart Rainstick, Vibraphone, Glockenspiel,Tubular Bells
Aleksej Saks corno da caccia
Riho Sibul acoustic guitar effects
Andi Pupato moonsand rattle, spaze-box cloudchimes
Geoff Leigh Flute
Lotte Jürjendal Voice

Tracklist

Disc 1
1. Source of Joy I 4.17
2. Rainsong 5.31
3. Aeronaut 2.00
4. February Sun 5.09
5. Over the Water 1.41
6. Source of Joy II 4.03
7. To the Plain Land 5.57
8. Signs of Life 3.42
9. Asteroids 0.54
10. The Cotter 6.31
11. Source of Joy III 5.02
12. And our Eyes made a Bridge 6.25
13. Deep in C   (bonus track) 4.17
Gesamtlaufzeit55:29


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Der estnische Gitarrist Robert Jürjendal studierte klassische Gitarre und Komposition in Tallinn und ist seit 25 Jahren künstlerisch aktiv. Eine der wichtigsten Erfahrungen seiner Laufbahn war die Teilnahme an Robert Fripps Guitar Craft-Seminaren von 1992 bis 1997. 2013 wurde mit "Source of Joy" seine erste CD veröffentlicht. Und zwar bei Unsung Records, wo er sich in der Gesellschaft von u. A. Stick Men und The Crimson ProjeKct befindet. Wer daraufhin aggressive, King Crimson- und Fripp-artige Musik erwartet, wird doch feststellen müssen, dass Jürjendal vom Temperament her wahrscheinlich eher mit Kollegen wie Pat Metheny (z.B. wegen der jazziger Färbung einiger Stücke), oder Anthony Phillips (beispielsweise wegen der wiederholt perlenden akustischen Gitarren und den vergleichbaren Stimmungen im Rahmen des Progrock) verglichen werden sollte.

Jazzige Färbung und perlende akustische Gitarren würden für solche Vergleiche noch nicht ganz ausreichen. Ausschlaggebend war die mit einem Schuss Melancholie versehene Friedlichkeit der Musik von Jürjendal, die ihn (falls man da direkte Schlüsse ziehen darf) als einen durchaus positiven Menschen ohne jegliche Aggressionen erscheinen lässt. Sonst würde man die CD kaum "Source of Joy" nennen. Darauf brilliert Jürjendal mit der Fülle der Klänge, die er seiner elektrischen Gitarre entlockt und die meistens herkömmlichen Instrumenten nachempfunden sind.

Falls man bei Jürjendal dennoch nach Inspirationen durch Robert Fripp suchen möchte, wird man neben einer Vorliebe für die Gitarren-Soundcapes einige schwach ausgeprägte Verbindungen zu den akustischen Guitar Craft-Stücken und zu einigen charakteristischen Merkmalen von Fripps Gitarrenstil ausmachen können.

Ansonsten scheint Jürjendal doch bemerkenswert eigenständig zu musizieren und mehr für romantische Klassik und Jazz, als für rockende Musik übrig zu haben. Der (wie die meisten Kompositionen auf "Source of Joy ") ohne Bass und Schlagzeug auskommende erste Teil des Titeltracks deutet mit mehrspurig aufgenommenen Gitarren, Oboe und Röhrenglocken in Richtung symphonischer Prog. "Rainsong" vereinigt jazzig eingefärbte Motive für akustische Gitarren und Gitarrensynthesizer mit den Einflüssen aus dem King Crimson- und Guitar Craft-Umfeld. "February Sun" ist ein aufbauendes, hübsches Stück zwischen Guitar Craft- und Klassik-Einflüssen, bestehend auch Cello-Klängen, Gamelan-artiger Perkussion und Gitarrensynthesizer. Durch dieses Stück wird einem bewusst, dass man in der hörenswerten Musik auch ohne großzügig definierte Aggressionen auskommen kann.

Aber die Miniatur "Over the Water", die möglicherweise verstärkt Gemeinsamkeiten mit der sog. New Age-Musik aufweist, wird nicht jeden gleich begeistern. Nach nicht mal zwei Minuten weicht "Over the Water" einem Klangbild, das wie eine friedliche Begegnung zwischen Anthony Phillips und Robert Fripp anmutet. "To the plain Land" verbindet krumme Rhythmen mit dem Gefühl eines Prog-Rock-Jams. Die Lebenszeichen von "Signs of Life" kommen als Soundscapes mit spartanischer Begleitung von Gamelan-artigen Perkussionsakzenten daher. In "The Cotter" treffen lateinamerikanische Rhythmen auf repetitive Gitarrenfiguren. Das Klangspektrum des jazzig angehauchten symphonischen Prog von "Source of Joy III" wird um den wortlosen Gesang von Lotte Jürjendal erweitert. Das entrückte "And our Eyes made a Bridge" bietet in den Weiten schwebende Sopranstimme.

Wenn man sich in aller Ruhe darauf einlässt, kann die Scheibe wirklich Freude bieten. Sie sei vor allem Anthony Phillips-, und Soundscapes-Fans sowie allen anderen Romantikern empfohlen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Anthony Phillips, Fripps Guitar Craft
Veröffentlicht am: 20.5.2013
Letzte Änderung: 20.5.2013
Wertung: 10/15

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