SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
13.12.2017
World Trade - Unify
Squartet - Adplicatio Minima
12.12.2017
Acqua Fragile - A New Chant
Spock's Beard - Snow Live
Opeth - Opeth/Enslaved Split EP
11.12.2017
Syd Barrett - The Madcap Laughs
The Perc Meets The Hidden Gentleman & The Lavender Orchestra - Praha
Lesoir - Latitude
10.12.2017
LEF - HyperSomniac
Intervals - The Way Forward
Sairen - Ultima Lux
9.12.2017
Emerson, Lake & Palmer - Brain Salad Surgery
Bernocchi, FM Einheit, Jo Quail - Rosebud
8.12.2017
Paranight - Into the Night
Starsabout - Halflight
7.12.2017
Pink Floyd - Delicate Sound of Thunder
Playgrounded - In Time with Gravity
Melanie Mau & Martin Schnella - The Oblivion Tales
ARCHIV
STATISTIK
24173 Rezensionen zu 16523 Alben von 6433 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Maschine

Rubidium

(Tipp des Monats 9/2013)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013
Besonderheiten/Stil: HardRock; Jazzrock / Fusion; RetroProg
Label: InsideOut
Durchschnittswertung: 10.5/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Luke Machin vocals, guitar, keyboards
Daniel Mashal bass
Georgia Lewis vocals, keyboards
Elliott Fuller guitar
Douglas Hamer drums

Gastmusiker

Marie-Eve de Gaultier vocals (3), flute (4)
Andy Tillison keyboards, soundscape (8,9)
César Zolhof synthesizer (9)
Shaz Dudhia synthesizer, electric piano (9)

Tracklist

Disc 1
1. The Fallen 10:16
2. Rubidium 8:16
3. Cubixtro 8:53
4. Invincible 10:02
5. Venga 6:22
6. Eyes Pt.1 5:22
7. Eyes Pt.2 8:37
8. Chain   (bonus track) 5:50
9. Reach Out   (bonus track) 6:24
Gesamtlaufzeit70:02


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 4)


Luke Machin mag vielleicht dem einen oder anderen Leser als Gitarrist auf The Tangents „COMM“ oder auf Andy Tillisons Solowerk „MURK“ bereits aufgefallen sein. Dan Marsh – hier als Daniel Marshal firmierend – war Tour-Bassist bei The Tangent (ein Album gibt's mit ihm nicht). Die Beiden gründeten zusammen mit Gitarrist Elliott die neue Formation Maschine. Also eigentlich gründeten sie Concrete Lake, aber inzwischen ist daraus eben Maschine geworden (wie auch immer es zu dieser Namensgebung kam).

„Rubidium“ heißt das erste Werk der jungen Musiker und es ist überraschend. Überraschend vor allem durch seine in sich ruhende Lässigkeit und Reife, die in keiner Sekunde an ein Debüt denken lässt. Dabei ist „Rubidium“ in keinster Weise lahm, langweilig oder gar uninspiriert, ganz im Gegenteil...

In der Musik von Maschine spiegelt sich sicher ein bisschen von Machins Erfahrungen mit Andy Tillison / The Tangent wieder, am deutlichsten vielleicht im hymnisch-sinfonischen „Invincible“. Aber überwiegend ist „Rubidium“ ein erstaunliches Füllhorn entspannter sinfonischer Rockmusik mit Retro-Einsprengseln, jazzigen Passagen und leicht metallisch angehauchten Ausbrüchen. Mal verspielte Gitarre, mal ein elegisches Heldensolo, mal schrullige Keyboard-Flächen, mal lyrische Pianoläufe, melodische, durchaus dominante, Basslinien und elegant vertracktes Schlagzeug, das sind die Mittel aus denen Maschine eindrucksvolle, abwechslungsreiche, farbige Rocksongs stricken.

Mal kraftvoll-hardrockig, mal verträumt, mal sinfonisch-verspielt bieten die jungen Briten stilvollen, mitreißenden, höchst unterhaltsamen Progressive Rock. Ganz im jetzigen Klanggewand, den man aber doch eigentlich fast „klassisch“ nennen möchte. Da sorgen dann Ausflüge in karibische Gefilde - „Cubixtro“ - oder in selten gehörten Funk-Prog - „Chains“ (einer der Bonustracks der 'special edition') – nur noch für zusätzliche Farbtupfer.

Faszinierend mit welcher Leichtigkeit, Luftigkeit und Frische Maschine ihre Musik rüberbringen. „Rubidium“ ist ein kraftvolles Debüt, voll gepackt mit hinreißender Musik, die aufgrund ihrer Darbietung und ihres Abwechslungsreichtums vor allem Fans frischen sinfonischen Retro-Progs, aber auch Fans jenseits der Retroprog-Schiene ansprechen sollte.

Anspieltipp(s): Rubidium, Eyes Pt.1 & Pt.2
Vergleichbar mit: so die Richtung The Tangent, Flower Kings in ihren besseren Momenten, aber recht eigenständig
Veröffentlicht am: 31.7.2013
Letzte Änderung: 31.7.2013
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 4)


Text:

Das ist so eine Sache mit Vorschusslorbeeren. Man erwartet förmlich, dass das Album seinen Vorab-Lobeshymnen nicht gerecht wird. Schafft es das dann aber doch, hat es keine Chance mehr, den Hörer zu überraschen. Für Marketingleute sind diese Gedanken zu kompliziert, weswegen sie es immer wieder mit Vorschusslorbeeren versuchen. Als erfahrener Leser der entsprechend gewürzten Texte aber winkt man längst ab, wenn mal wieder das großartigste Album angekündigt wird.

Metatext:

Im Normalfall würde dieser Text jetzt mit dem folgenden Satz weitergehen: "So auch in diesem Fall". Dem ist aber nicht so...

Text:

Im Falle von Maschines Debütalbum "Rubidium" wäre das allerdings ein Fehler. Denn entgegen aller Erfahrung wird hier eine für ein Debütalbum recht reife Scheibe vorgelegt, deren Musik weit über das hinausgeht, was Bubis und Mädels in diesem Alter normalerweise gelingen darf. Das mag an der Erfahrung liegen, die einige der Musiker bereits gesammelt haben - prominent natürlich die Zusammenarbeit Luke Machins und Daniel Marshals mit Andy Tillison - oder an der überraschend langen Bandgeschichte: Maschine wurde nämlich schon vor einiger Zeit gegründet, am renommierten Brighton Institute of Modern Music. Von der ursprünglichen Idee einer Progmetalband hat sich Maschine seither allerdings wegentwickelt. Sicher, es gibt noch ein paar härtere Passagen, aus denen man vielleicht Pain of Salvation oder Opeth heraushören mag (naja, vielleicht nicht gerade Opeth), aber Machin, Hauptsongwriter, zeigt sich stark beeinflusst von Coltrane, Corea, Mahavishnu Orchestra, aber auch Bands wie Genesis und It Bites, und so gibt es viele leichtfüßige Passagen und vor allem viele jazzige Momente. Vermutlich sieht die Band "Rubidium" gar als Jazzrockalbum an. Tatsächlich halten sich aber die vielen verschiedenen Stile, die hier angerissen werden, eher die Waage: Die Metalriffs, die funkigen Einflüsse, der Canterbury und der Retroprog. Und so sind vielleicht gerade Progbands, die vor Jazzelementen nicht zurückschrecken, ein guter Vergleich: The Tangent natürlich, die allerdings weitaus epischer und retroproggiger rüberkommen, einhorniger, oder District 97, die dagegen deutlich sperriger, kantiger sind. Im Vergleich zu dem Amerikanern sind Maschine eine verdammt smoothe Band, trotz der vielen heftigen Passagen.

Gut? Yep! Keine Offenbarung, dazu ist das Album bei all seiner Modernität (das hier ist kein Retroprog) zu klassisch. Aber für ein Debüt ist es ausnehmend reif, dabei farbig, abwechslungsreich, eingängig und hochkompetent. Empfehlung!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.9.2013
Letzte Änderung: 18.11.2016
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 3 von 4)


Also, der Bandname: "Maschine" klingt nach Krautrock und Elektronik. Siehe "Bröselmaschine", "Die Mensch-Maschine" oder auch eine gewisse "quadrophonische Symphonie für Orchester und E-Maschinen". Der Albentitel: "Rubidium", das Rote. Ein giftiges und entzündliches Alkalimetall, ein trotz gelegentlicher Verwendung von Namen chemischer Elemente im Rock (siehe Nirvana - "Lithium", Jean-Michel Jarre - "Oxygene" oder die Franko-Progger Magnesis) sehr, sehr ungewöhnlicher Titel und obendrein ein lustiges Wort. Das Cover: Ziemlich einfallsreich, ungewöhnlich und irgendwie angriffslustig. Erinnert mich auf eine ganz spezielle Weise an Gentle Giants "Civilian"-Suchbild.

Soweit also die Außendarstellung von Maschine. Und die Musik? Mit Krautrock, Elektronik oder auch Nirvana hat "Rubidium" entsprechend wenig zu tun. Eher erinnert mich der gebotene Stil sehr an District 97: Ungewöhnliche und ausladende, aber keinesfalls sonderlich hart oder metallisch dargebotene Riffs, die zeitweilig im Alleingang die Musik bestreiten, gemischtgeschlechtlicher Gesang, der eine oder andere Keyboardteppich und eine Tendenz zu eher melodramatisch arrangierten Melodien. Lustigerweise passen selbst die Funk-, Latin- und Folk-Anklänge in "Cubixstro" und "Invincible" in dieses Bild. Was Maschine allerdings von den erwähnten Amerikanern abgrenzt, dürfte wohl der weitestgehende Verzicht auf Mainstream-Anleihen sein (auch gastiert John Wetton hier nicht, aber das dürfte wohl nur eine untergeordnete Rolle spielen), was die Musik auf "Rubidium" etwas kantiger und schlüssiger macht.

Von Seiten der Fachpresse wurden außerdem noch Vergleiche zu Pain Of Salvation gezogen. Das ist beispielsweise anhand von Titeltrack, "Venga" und dem zweiten "Eyes"-Teil sehr, sehr verständlich, liegt aber vermutlich auch gar nicht so fern, schließlich soll das ganze Projekt von Luke Machin und Daniel Marshal ursprünglich mal unter dem verräterischen Namen "Concrete Lake" gelaufen sein. Selber würde ich noch einen Vergleich zu den amerikanischen Hippie-Metallern Hammers Of Misfortune ziehen wollen, was insbesondere in Sachen Riffing und Gesang keinesfalls abwegig wäre. Ferner kommt auf "Rubidium" ab und an auch noch etwas düstere Soundtrackstimmung auf, wie sie zuletzt in der aktualisierten Fassung von Claudio Simonettis "Dawn Of The Dead / Zombi" zu hören war. Ah ja, und einige Keyboard-Arpeggios und Chor-Arrangements (am prominentesten wohl jene in der Mitte von "Rubidium") erinnern ganz extrem an Muse.

Bleibt die Frage, welchen Gesamteindruck Maschine auf ihrem Debüt hinterlassen. Nun, in dieser Hinsicht kann ich die Begeisterung der Kollegen nicht zu 100% teilen. Den einzelnen Stücken fehlt es ein bisschen an Schlüssigkeit und Kompaktheit, stattdessen mäandert die Musik öfters mal in Solo- oder Riff-Orgien herum, was eine leichte Parallele zum letztjährigen Affector-Debüt ist. Ein kleineres Manko ist noch der eher zurückhaltende Gesang; ein Mangel, der in diesem Jahr schon die Qualität von Riversides "Shrine Of New Generation Slaves" merklich geschmälert hat. Der größte Trumpf von "Rubidium" ist daher auch eher sein ziemlich polyglotter Stil, der das Album zu einer äußerst abwechslungsreichen Angelegenheit macht. Die saubere Ausführung der Darbietung trägt natürlich ihren Teil zur Sache bei; man merkt den Musikern ihre Erfahrung und Versiertheit bei der Pflege dieser zahlreichen Stilanklänge eben an. In der Summe lässt sich damit sagen, dass "Rubidium" eine überdurchschnittlich unterhaltsame Angelegenheit ist, die in ihren besten Momenten ganz gut unterhält, der andererseits allerdings öfters auch mal das ganz große Spektakel abgeht.

Anspieltipp(s): Rubidium, Invincible
Vergleichbar mit: District 97, Pain Of Salvation, Muse
Veröffentlicht am: 14.9.2013
Letzte Änderung: 22.11.2013
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Von: Marc Colling @ (Rezension 4 von 4)


Nachdem ich Luke Machin dieses Jahr zweimal live erlebt habe (mit Tangent/Karmacanic in Veruno und mit Maschine auf der Loreley) und auch sein Album „Naturalis“ bereits rezensiert habe, sollte meine Rezi zu „Rubidium“ nicht fehlen. Dass er live eine wahre Wucht und im Moment einer der versiertesten Gitarristen in Europa im Progbereich ist, dürfte jeder Progfan unterschreiben. Außerdem sind seine Mitstreiter, allen voran Dan Mashal am Bass, ebenfalls begnadete Musiker die sich am Brighton Institute of Modern Musik kennen gelernt haben.

Sein Debutalbum mit Maschine erfüllt so ziemlich alle Wünsche für Proganhänger, die einerseits gerne Tracks mit melodischem Tiefgang, andererseits aber auch kräftige Happen von frickeligen Passagen lieben. Diese sind zwar nicht allzu häufig, erfüllen aber zu jedem Moment ihren Zweck wenn es anfängt zu leichtgewichtig zu werden wie etwa in INVINCIBLE. Dazu ist das Album enorm abwechslungsreich, verliert dadurch zwar ein wenig an Homogenität, was aber nicht allzu viel stört, da die Songs alle ziemlich lang sind und somit voll entfaltet werden. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass manches Jam-artig und improvisiert klingt. Wer aber Luke Machin's Gitarrenarbeit liebt, stört sich auch daran nicht. Im Gegenteil, seine Soli verzücken und sein Riffing ist allererste Sahne. Man höre EYES PART 1 & 2. Diese 14 Minuten sind alleine den Kauf der CD wert.

Es gibt aber auch weitere Höhepunkte zu bestaunen, etwas der Opener THE FALLEN, wo die Band eine regelrechte Serpentinenstraße hoch schlängelt mit mal Vollgas auf der Geraden und abruptem Bremsen in den Kurven. Sein gefühlvolles Solo ist erwähnenswert, denn hier zeigt er sein ganzes Talent. Neben hartem Riffing beherrscht er nämlich auch die leisen Töne, was eben leider bei zu vielen Progmusikern vernachlässigt wird.

Gitarrenfans mit Progaffinität der etwas härteren Gangart werden das Album lieben.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.10.2017
Letzte Änderung: 1.10.2017
Wertung: 10/15
starkes Debüt

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Maschine

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2016 Naturalis 10.75 4

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum