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District 97

In Vaults

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: New Artrock; Progmetal; RetroProg
Label: The Laser's Edge
Durchschnittswertung: 12/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Leslie Hunt lead & backing vocals
Jim Tashjian electric & acoustic guitars, backing vocals
Rob Clearfield keyboards, guitar (1,2,6,9)
Patrick Mulcahy bass, backing vocals, double bass (9)
Jonathan Schang drums, percussion

Gastmusiker

Andrew McCann violin (9)
Dominic Johnson viola (9)
Kyra Saltman cello (9)

Tracklist

Disc 1
1. Snow Country 6:09
2. Death By A Thousand Cuts 5:31
3. Handlebars 4:52
4. A Lottery 5:42
5. All's Well That Ends Well 7:49
6. Takeover 5:44
7. On Paper 4:43
8. Learn From Danny 8:33
9. Blinding Vision 11:29
Gesamtlaufzeit60:32


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 4)


John Wetton ist ein großer Fan dieser jungen Band aus den USA, also sollten wir sie doch auch mögen. Nun ja, eigentlich haben District 97 die Fürsprache des alten Prog-Heroen gar nicht nötig, soviel eigene Statur haben sie längst gewonnen, aber schön ist's doch irgendwie. Ganz modern per Crowd-Funding-Kampagne hat der Fünfer sein neues Album „In Vaults“ vorfinanziert, aber es erscheint dann doch bei einem der „größeren“ Prog-Labels, The Laser's Edge. Das garantiert zumindest einen tragfähigen weltweiten Vertrieb.

Auf ihrem dritten Album suchen District 97 ganz sicherlich nicht nach der Revolution, eher schon verfeinern sie ihren musikalischen Ansatz. Das klingt vielleicht etwas abgedroschen, passt aber eben wirklich sehr gut. Hier mal ein nahezu metallisches Riffing, ein schönes elegisches Solo, neoprog-verseuchte Keyboards, die sich auch immer mal wieder ein Solo gönnen, eingebettet in farbige, verspielte Arrangements, so musizieren District 97 in ihrer eigenen Welt. Druckvoll agiert der Bass mit teils recht eigenen Linien und Jonathan Schang – fast sowas wie der geheime Star des Albums spielt groovend-vertrackte Rhythmen. So schaffen District 97 wieder diese sehr eigene Mischung aus eingängigen Melodien und auch mal dissonanten, ausladenden Instrumentalpassagen. Das I-Tüpfelchen ist das wunderschöne Streicher-Arrangement im Abschlussstück. Aber der wahre Star des Albums ist dann natürlich doch Leslie Hunt, die mit ihrem variablen, kraftvollen, charismatischen Gesang die Songs förmlich regiert.

Klangen die Amerikaner schon auf dem Vorgängeralbum erstaunlich reif und abgeklärt, so legen sie hier nochmals nach. Geradezu entspannt und in sich ruhend wirkt die Darbietung. Vielleicht hätte an der einen oder anderen Stelle gar etwas mehr Schwung und Schmackes dem Album gut getan. Trotzdem von Langeweile keine Spur, aber eben doch deutlich weniger bemüht und nicht so sehr „Prog nach Vorschrift“, wie das bei den Vorgängern manchmal noch so durchschien. Eine wahrlich souveräne Einspielung, Echolyn mit weiblichem Gesang, wenn man mal einen Vergleich bemühen möchte.

Anspieltipp(s): A Lottery, On Paper
Vergleichbar mit: Echolyn mit weiblichem Gesang
Veröffentlicht am: 15.7.2015
Letzte Änderung: 15.7.2015
Wertung: 12/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 4)


District 97 werden von Bill Bruford, John Wetton und Ian McDonald endorset. Das muss doch etwas bedeuten! Diese Herren verstehen immerhin was davon. Na, hier in Deutschland hat Wetton ja auch tatkräftig mitgeholfen, die Band bekanntzumachen, auf der Tournee im letzten Jahr. Waren geile Konzerte - die Konzertbesucher haben das sicherlich noch in guter Erinnerung. Und wer unter den vielen Bands, in denen Wetton aktiv war, UK am liebsten mochte, der ist hier genau richtig.

District 97 hatten, wie jetzt klar wird, schon mit "Trouble With Machines" ihren Stil gefunden. "In Vaults" bestätigt das, und zeigt die Band noch selbstsicherer, noch lockerer, noch souveräner als ihr zweites Album. Alle bekannten D97-Features sind da:

Herrlich jazzige Melodien und Akkordfolgen, die, obwohl nicht gleich leicht nachvollziehbar, durch den leichtfüßigen Gesang Leslie Hunts sehr geschmeidig ins Ohr gehen. Niemals klingen sie platt und vorhersehbar, immer sind sie jazzig, schräg, bisweilen erinnern sie sogar an RIO/Avant-Melodien, seltsamerweise bleiben sie aber auf ihre eigenwillige Art eingängig - sie haben passagenweise sogar Ohrwurmcharakter.

Das liegt nicht zuletzt an der wunderbaren Leslie Hunt, die diese Melodien mit sehr variabler Stimme vorträgt: Mal singt sie samtweich wie Sade, mal mit spielerischem Pop-Appeal, mal rotzig rockig.

Der Hardrock scheint mir ebenso präsent wie auf dem Vorgänger, eher sogar noch ein bisschen präsenter. Obwohl schon auf "Trouble With Machines" härtere Gitarren zu hören waren, wird hier noch eine Schippe draufgelegt. Am Ende von "Death By A Thousand Cuts" hat die Band sogar ihren eigenen Dream-Theater-Moment, wenn Bass, Gitarre und Schlagzeug sich ein polymetrisches Gewitter im Tech-Metal-Stil liefern.

Unter den gesungenen Passagen erklingt zwar ebenfalls eine harte, allerdings meist filigrane, sehr ausdifferenzierte instrumentale Begleitung, die spielerisch sicher zwischen Jazz, Rock und Prog hin und her wechselt. Deshalb verstehe ich den Vergleich mit Echolyn nicht ganz. Na, die Echolyn von "As the World" vielleicht, die neueren aber wohl eher nicht.

Dazu kommen in den instrumentalen Passagen ganz wunderbar verschrobene Soli ("Handlebar", "A Lottery").

District 97 haben verstanden, dass kurze bis mittlere Songs ihre eigentliche Stärke sind. Oft sind Longtracks ja sowieso bloß eine Ausflucht, weil Progbands keine konzisen Songs schreiben können. D97 können das, und Songs wie "On Paper" oder "Snow Country" sind wahre Perlen des proggigen Songwritings. Einen 20minüter vermisst man nicht. Das Ganze wird durch eine kraftvolle, knackige Produktion zum Glänzen gebracht, die das Beste aus der Band herausholt. Sehr geil – und Welten liegen zwischen "In Vaults" und "Hybrid Child".

Auf "In Vaults" präsentiert sich District 97 endgültig als eigenständige, etablierte Band. Sie haben - schon wieder! - eines der herausragenden Retroprogalben des Jahres vorgelegt. Es gehört nicht viel dazu, zu schreiben: "In Vaults" ist ihr bestes Album bisher. Überrascht bin ich nicht mehr – jetzt wird es Zeit, dass sich noch mehr Leute für diese Band interessieren. District 97 sind eine der großen Nachwuchsbands unseres Genres und sollten eigentlich jenen Status haben, den Spock's Beard oider die Flower Kings in den 90ern hatten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Vergleichbar mit UK, den früheren Beardfish, Echolyn aus der "As the World"-Ära
Veröffentlicht am: 9.9.2015
Letzte Änderung: 9.9.2015
Wertung: 13/15
Eins der Alben des Jahres!

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 4)


Wer auf härteren und modulationsfähigen Prog mit Frauenpower steht, der ist bei D97 richtig. Dass die Sängerin den Sound der Band stark beeinflusst wurde ja schon erwähnt. Leslie Hunt ist eine fordernde Frau und beweist das durch ihre sehr variable Stimme.

Ein Opener wie SNOW COUNTRY wäre für viele Bands wie ein Lottogewinn. Der Song pendelt zwischen Metal und Hardrock und der Hörer staunt ob der dauernden Stilwechsel. Das geht nahtlos mit DEATH BY A THOUSAND CUTS so weiter, wobei hier zum Ende hin zusätzlich der Turbo eingeschaltet wird. Erst mit HANDLEBARS wird das Tempo raus genommen. Und doch will jeder Song der Band erarbeitet werden. So sind selbst die ruhigeren bei D97 immer noch sperrig. Progfans werden das begeistert registrieren.

Mit A LOTTERY folgt dann aber eine richtige Ballade. Keine der schwülstigen Sorte, sondern eine mit viel Abwechslung. Da scheut sich die Band auch nicht mal kurz schneller zu spielen um dann ein paar Takte später das langsamere Grundthema wieder einfließen zu lassen. Das Wort Ballade hat somit für D97 einen anderen Stellenwert als für andere Bands. Mit kurzem Synthiegeblubber und einem sanft spielenden Klavier startet ALL'S WELL THAT ENDS WELL. Hunt singt hier in allen Facetten und agiert somit quasi als zusätzliches Instrument. Trotzdem ist mir dieser Song zu kantig. Der Grat zwischen dem komplexen Stil der Band und purer Effekthascherei ist manchmal sehr schmal.

Mit einem eingängigen Gitarrenriff startet TAKEOVER, die Gitarre klingt leicht bluesig/dreckig. ON PAPER ist dann der reifste Song. Hier steht das Songwriting im Vordergrund und erst zum Schluss darf die Gitarre sich verwirklichen. Dazu Hunt's Stimme, die den Song regelrecht in seine Einzelteile zerlegt.

Mit 2 längeren Tracks endet die CD. Zuerst kommt LEARN FROM DANNY vom Bassisten Mulcahy. Dieser Song unterscheidet sich von den anderen, weil er moderater und geradliniger ist. Doch fehlt mir insgesamt die Spritzigkeit der anderen Songs. Zum Schluss dann ein 11-Minüter mit BLINDING VISION. Langsamer Beginn, schleppender Gesang zwischen Hunt und einem männlichen Bandkollegen sowie echte Streicher lassen den Song langsam wachsen. Doch irgendwie hakt es und man bekommt das Gefühl, dass dem Komponisten Rob Clearfield zum Schluss die Ideen ausgegangen sind. Der Song zieht sich zu sehr in die Länge.

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass sowohl Clearfield als auch Mulcahy die Band sofort nach diesen Aufnahmen verlassen haben. Die Gründe sind mir nicht bekannt, doch wurden sie innerhalb weniger Tage wieder ersetzt. Man kann also nur vermuten, dass die musikalischen Zukunftspläne der Band weit auseinander lagen.

Alles in allem ist das Album solide. Die beiden Schlusssongs trüben das Gesamtbild leider, doch Fans von Prog mit Metalanleihen und einer starken Frauenstimme kommen sicher auf ihre Kosten.

Anspieltipp(s): On Paper
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.7.2016
Letzte Änderung: 30.7.2016
Wertung: 10/15
gutes Album, aber zum Schluss schwächer

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 4 von 4)


In der (unveröffentlichten) Serie „Große Frauenstimmen des Prog“ soll noch einmal die grandiose Leistung von Leslie Hunt gewürdigt werden, die gerade auf In Vaults regelrecht atemberaubende Dinge mit ihrer Stimme fabriziert. Sie beherrscht mit äußerst variablem Timbre sowohl die rockenden, als auch die angejazzten Passagen in allen Tracks auf beeindruckende Art und Weise. Egal, ob gehaucht oder gerotzt wird – die Frau ist auf dieser Scheibe eindeutig die Chefin im Ring.

Warum dem Album gegen Ende die Puste ausgehen soll, kann ich übrigens nicht so recht nachvollziehen. Gerade „Blinding Vision“ nimmt sich genau die Zeit, die es braucht, um die zur Story passende Stimmung aufzubauen. Zusammen mit dem Opener und „Handlebars“ gehört der Longtrack damit zu den Höhepunkten eines insgesamt überzeugenden Albums, das einen festen Platz in meinem „Wiederhören-Katalog“ erobert hat.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.3.2017
Letzte Änderung: 18.3.2017
Wertung: 13/15
wesentlich "runder" als der Vorgänger

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von District 97

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2010 Hybrid Child 11.33 3
2010 Live at CalProg 11.00 1
2012 Trouble With Machines 11.50 4
2012 Live from WFPK 11.00 1
2014 One More Red Night - Live in Chicago with John Wetton 11.00 3

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