SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
18.10.2017
Amorphis - My Kantele
Reckoning Storm - The Storm Engine
17.10.2017
Aquaserge - laisse ça être
Southern Empire - Southern Empire
TNNE - Wonderland
16.10.2017
Pere Ubu - 20 Years in a Montana Missile Silo
Nump - Sun is cycling
15.10.2017
Tangerine Dream - Quantum Gate
Collapse Under The Empire - The Fallen Ones
Kolkhöze Printanium - Vol. 1 Kolkhöznitsa
14.10.2017
Zeit - Waves from the Sky
35007 - Especially for You
Shadow Ray - Eyes,Gleaming Through The Dark
13.10.2017
John Zorn - Simulacrum
Anubis Gate - Covered in Black
12.10.2017
The Alan Parsons Project - The Turn of a Friendly Card
Phlox - Keri
Yonder Pond - Pondering Aloud
ARCHIV
STATISTIK
23966 Rezensionen zu 16370 Alben von 6363 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Tiger Moth Tales

Storytellers - Part One

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Neoprog
Label: White Knight
Durchschnittswertung: 8/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Pete Jones Vocals, Keyboards, Drum Programming, Electric And Acoustic Guitars, Percussion, Whistles

Tracklist

Disc 1
1. Beauty Falls 3:52
2. Story Tellers 5:41
3. Beauty Sleeps 4:44
4. A Kids Tales 6:08
5. The Quest For Beauty 4:27
6. The Piper 12:54
7. Beauty Awakes 3:46
Gesamtlaufzeit41:32


Rezensionen


Von: Harald Schmidt @ (Rezension 1 von 2)


Die Tigermücke sticht zum zweiten Mal! Das ist im Normalfall kein Spaß, denn die Tigermücke überträgt die sogenannte „Knochenbrecher-Krankheit“. Man sei also vorgewarnt: Protagonist Pete Jones liefert mit seinem zweiten Sympho-Prog-Album etwas, das wohl als eines der wenigen Comic-Prog-Alben in die Geschichte eingehen wird.

In seiner One-Man-Show – Jones komponiert und spielt alles selbst – hat sich Jones im Februar 2015 von der Web-Site von RPM inspirieren lassen: Alljährlich wird dort ein Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem Musiker dazu aufgerufen sind, ein komplettes Album in nur 28 Kalendertagen zu komponieren und aufzunehmen. Hierdurch entstand ein gewisser Zeitdruck und unter Zeitdruck greift der Mensch nun mal auf seine eingeschliffenen Routinen zurück, tut das, was und wie er es am besten kann und muss gleichzeitig auch einmal auf den Punkt kommen, um rechtzeitig fertig zu werden.

Um sich gleich am Anfang richtig auszurichten und ein Leitthema zu geben, hat Jones sich darauf verlegt, Kindergeschichten und Märchen musikalisch abzubilden. Hierbei kommen klassische und moderne Autoren gleichermaßen zum Zug und so findet man Verweise auf den dänischen Meister des geheimnisvollen Märchens Hans Christian Andersen, Harry Potter-Autorin J.K. Rowling oder auch bestimmte Geschichten wie z.B. Der Rattenfänger von Hameln.

Das Album beginnt recht opulent und abwechslungsreich: Man begegnet hier dem Sound vom Debut, der sich stark beeinflusst von den modernen und sehr agilen Kaipa oder auch Frost gezeigt hat. Andere Passagen zu Beginn des Albums erinnern recht deutlich an Solo-Stücke von Steve Hackett oder Tony Banks (aber nicht an Genesis). Vieles bleibt musikalisch hier recht skizzenartig, kaum ein Thema kommt einmal richtig zum Tragen, schnell werden immer wieder neue Ideen eingeschaltet, so dass kein roter Faden entstehen will.

Bereits ab dem 3. Stück wird es teilweise völlig abstrus-verdreht oder auch sehr kitschig. Das mag zu Märchen mitunter passen, musikalisch wirkt es aber nicht recht überzeugend. Die vielfach völlig theatralisch überzogenen Vocals wirken sicherlich britisch-humorig, in dieser großen Dosis bekommt es aber eher satirischen Charakter. Die abgedrehten Erzählpassagen mögen angelehnt sein an den flippigen Ian Anderson in Passion Play, aber wenn dann noch Micky-Maus-Melodien dazu kommen, dann wird es zu viel, insbesondere weil diesmal die Dosen-Drums in Kombination mit zahlreichen Fanfarenkeys und sonstigem Gequieke keine förderliche Rolle spielen.

Sicher muss man das Album im Kontext der Entstehung sehen und auch die Märchenthematik im Hintergrund berücksichtigen, am Ende führt es aber dazu, dass keines der Stücke eine durchgehende Logik hat oder sich mit den Stücken vom Debut-Album wirklich messen kann. Und genau mit jenem muss sich dieses Album vergleichen lassen.

Lassen wir es als witziges Experiment stehen und warten wir auf das nächste reguläre Album von Pete Jones, für das er sich dann wieder die erforderliche Zeit nehmen kann, um ausgereifte Stücke einzuspielen. Man könnte – im Sinne des seligen Frank Zappa - wieder die schöne alte Diskussion führen, was Humor in der Musik verloren hat oder auch fragen, ob Prog humorvoll sein darf, sicherlich. Aber das ist auch ein wenig akademisch, eventuell sogar obsolet, denn am Ende muss jedes Album für sich alleine bestehen können. Storytellers Part One hinterlässt mich leider etwas ratlos und ohne Lächeln auf den Lippen.

Anspieltipp(s): Story Tellers
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.8.2015
Letzte Änderung: 16.8.2015
Wertung: 6/15
Leider eine Enttäuschung nach dem tollen Debut-Album

Zum Seitenanfang

Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 2 von 2)


Auch die Briten suchen jedes Jahr ihren „Superstar“ oder ihr neues „Idol“ mit „X Faktor“. Anders als „Opern-Stinki“ Paul Potts hat sich der blinde Multi-Instrumentalist und Sänger Peter Jones jedoch gegen die Vereinnahmung und das Umkrempeln durch die Medien entschieden und bewegt sich lieber in dem unpopulären Genre „Prog“, wo er sich seit 2013 anscheinend wohlfühlt. Tiger Moth Tales heißt sein (Band)Projekt, das musikalisch den frühen Genesis bzw. Steve Hackett sehr nahe steht. Hinzu kommt der bereits im Namen verankerte Ansatz des Geschichtenerzählens. Wobei gerade dieser Teil mit viel Humor und Augenzwinkern (übrigens auch Live) präsentiert wird. England mit seinen traditionellen Eigenarten und Skurrilitäten wird kräftig aufs Korn genommen, so wie man es lange Zeit – eben seit den 70ern – nicht mehr gehört und vielleicht auch ein wenig vermisst hat.

Dabei darf nicht unerwähnt bleiben, dass die erzählten Stories zwar „erwachsen“ vertont werden – was auch ansprechend gelingt -, dass aber die Geschichten als solche einen engen Bezug zu Kindermärchen haben – und damit für Unsereins nicht unbedingt besonders „spannend“ sind. So wird beispielsweise die Legende vom „Pied Piper“, also des Rattenfängers von Hameln in Form eines Singspiels mit verteilten Rollen dargeboten. Unterhaltsam bis lustig, aber musikalisch kein besonderes Highlight.

Also trotz reichlich Anleihen bei Genesis kein zweites „Battle of Epping Forest“, sondern Wohlfühlprog mit Hang zu „Gemütlichkeit“ und weich gespülter Harmonie ohne Ecken und Kanten. Gesanglich wie instrumental weiß Pete Jones allerdings absolut zu überzeugen. Viele seiner Songs beschäftigen sich thematisch mit Kindheitserinnerungen und Szenen aus dem Spielzimmer. Damit besetzt Jones ganz klar eine lange brachliegende Nische, jedoch stellt sich nach dem jetzt zweiten Album identischer Machart und bei nur gut 40 Minuten Spielzeit die Frage, wohin der Weg der Tigermotte nun führen mag. Vielleicht doch eher weg vom "neuzeitlichen" Prog? Nun, das Album trägt den Zusatz „Part 1“ – da scheint also noch was geplant zu sein…

Anspieltipp(s): Story Tellers
Vergleichbar mit: dem Debüt "Cocoon"
Veröffentlicht am: 13.4.2017
Letzte Änderung: 13.4.2017
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tiger Moth Tales

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2015 Cocoon 11.00 2

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum