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Nemo

Coma

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: HardRock; Neoprog; Progmetal; RetroProg
Label: Quadrifonic
Durchschnittswertung: 13.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Jean-Pierre Louveton vocals, guitar, bass (5)
Guillaume Fontaine keyboards, backing vocals
Jean-Baptiste Itier drums, percussion
Lionel B. Guichard bass (1,6)
Ollivier Long bass (2,3,4)

Tracklist

Disc 1
1. Le coma des mortels 11:38
2. Train fantôme 9:07
3. Comaine 6:01
4. St Guy 8:27
5. Tu n'es pas seul 8:01
6. Coma 12:46
Gesamtlaufzeit56:00
Disc 2
1. Rat Bat Blue (Deep Purple-Cover)   (bonus CD 'limited edition') 5:37
2. Ten Years Gone (Led Zep-Cover) 7:32
3. Six pieds sous terre   (Trilogie "La divine comedie" (3-5)) 7:05
4. Entre deux rives 7:07
5. Sans voix 6:06
Gesamtlaufzeit33:27


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Anfangs 2015 hatte Jean-Pierre Louveton zwei Nachrichten für die Nemo-Fangemeinde: Nach 15 Jahren würde sich die Band eine Pause gönnen. Wie lange diese dauern wird und ob es vielleicht überhaupt das Ende von Nemo ist, wurde offen gelassen. Aber Nemo wollen sich auf jeden Fall mit einem letzten großen Album, es wäre dann das neunte Studio-Album, verabschieden. Gute und schlechte Nachrichten also, aber nichts hält ewig, c'est la via, wie die Franzosen sagen.

Da ist es nun also, dass vielleicht finale Album der Franzosen - „Coma“. Und es ist durchaus geeignet die Fans sofort ins Koma, ins selige Nirvana zu schicken, denn Nemo ziehen wirklich alle Register ihres Könnens und hauen ein grandioses Album heraus. Ein Album, das wirklich würdig wäre, die Karriere der Band zu krönen.

Kompromisslose Gitarrenriffs, mal harsche, mal elegische Soli, kraftvolle Tastenklänge und wuselige, druckvolle, verspielte Rhythmusarbeit verdichten die Franzosen zu großartigen Stücken mit viel instrumentaler Pyrotechnik. Ausladende Instrumental-Abfahrten bieten gerade Louveton und Tastenmann Fontaine Raum für zahlreiche Tasten-Saiten-Duelle. Sinfonische, bombastische Klanggebirge stehen neben intimen, lyrischen Passagen, aber überwiegend gehen Nemo in die Vollen und bieten Sympho-Rock mit chansoneskem Charme in Vollendung.

Nemo klingen auf „Coma“ fröhlicher, lebensbejahender als noch zuletzt, als politische Themen die Musik auch eher in düstere Gefilde gelenkt hat. Mangels guter französisch Kenntnisse wage ich zum Text-Konzept von „Coma“ nur zu spekulieren, dass es eher um die menschliche Psyche und deren Heil an sich geht. Weniger Leiden an der ungerechten Welt. Auf jeden Fall entfachen Nemo einen grandiosen musikalischen Malstrom, der voller Euphorie über den Hörer hinweg braust und ihn mitreißt auf einen wilden, fulminanten Prog-Rock-Trip.

Wenn dann knapp eine komatöse Stunde vollbracht ist, dann haben Nemo – zumindest bei der 'limited digipak“-Ausgabe – noch etwas mehr eine halbe Stunde Musik auf der Bonus-CD in petto. Die zwei Covers von Deep Purple und Led Zeppelin (wobei besonders „Ten Years Gone“ erstaunlich nah am Original klingt und JPL selbst der englische Gesang gelingt) sind eher nette Beigaben. Aber im abschließenden dreiteiligen Zyklus „La divine comedie“ laufen die Franzosen nochmals zu richtig großer Form auf. Nochmals gibt es Sympho-Prog mit einigen Ecken und Kanten in Vollendung auf die Ohren. Sowas auf der Bonus-CD zu verstecken, ist entweder als Geschenk an die echten Fans zu verstehen oder einfach etwas undurchdacht. Wie auch immer, logischerweise geht die Empfehlung an die Doppel-CD... Auch das Artwork des Digipak ist eine Augenweide und sicherlich das gelungenste aller Nemo-Alben bisher (okay, das war nicht ganz so schwer).

Nemo verabschieden sich – wenn es denn so sein soll – mit einem angemessenen großen Album. Das immerhin bleibt uns, den Fans, auf jeden Fall.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.9.2015
Letzte Änderung: 1.9.2015
Wertung: 14/15
...vielleicht mit einem Abschieds-Bonus-Punkt, aber großartig ist es halt schon...

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Von: Marc Colling @ (Rezension 2 von 2)


Die Meinung unseres von uns allen vermissten Kollegen Thomas war mir immer heilig, auch wenn ich sie nicht immer teilte. Seine Kompetenz war unbestritten. Was er hier wieder beweist, denn Nemo liefern ihr bestes, und wahrscheinlich auch letztes Album ab. Da er musikalisch so ziemlich alles beschrieben hat, schreibe ich nur noch eine Ergänzung zu den Texten, die wie immer bei Nemo einen wichtigen Teil ihres Verständnisses ausmachen. Da Thomas selbst meinte, er sei sich nicht ganz sicher über deren Bedeutung, hier also eine kurze Erklärung.

Es handelt sich um ein Konzeptalbum. Zuerst wird die sorglose und farbige Kindheit dargestellt, die als Erwachsener immer mehr einer grauen Welt weichen muss. Man steht überall in der Warteschlange und versucht nirgendwo aufzufallen. Ein Korn hält dich am Leben wie im Koma und deine Schatten (die nicht klar definiert werden, aber es scheint mir auf der Basis „von der Wiege bis zur Bahre hilft dir Vater Staat, doch dafür gibst du deine Freiheit auf“) halten dich wenn du es dir schlecht geht. Am Lebensende aber schiebt man dich ab, da du keinen Nutzen mehr darstellst. Dann fragst du dich, was du eigentlich als Erbe auf dieser Welt hinterlässt. Die Erkenntnis des Versagens wird dem Protagonisten bewusst und er bereut, sich nie gewehrt zu haben. Doch zu spät.....

Nemo sind druckvoll wie immer, doch die Kompositionen übertreffen alles bisher Gehörte der Franzosen. Sollte dies wirklich ihr letztes Album gewesen sein? Es wäre sehr schade. Man würde die Riffs von Louveton vermissen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.10.2017
Letzte Änderung: 2.10.2017
Wertung: 13/15
sollte man wirklich aufhören, wenn's am schönsten ist?

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Nemo

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2002 Les nouveaux mondes 9.00 2
2003 Présages 11.00 1
2004 Prélude à la Ruine 13.00 1
2004 Eve Et Le Génie Du Mal (Single) 10.00 1
2005 Immersion Publique - Live 10.00 1
2006 Si Partie I 11.33 3
2007 Si Partie II - L'Homme Idéal 8.67 3
2007 Les Enfants Rois (Single) 10.00 1
2009 Barbares 11.00 2
2010 La Machine à Remonter les Temps 11.50 2
2011 R€volu$ion 10.50 2
2013 Le ver dans le fruit 12.00 2

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