SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
22.9.2018
Lumerians - Call Of The Void
VAK - Budo
Time Collider - Travel Conspiracy
21.9.2018
Regal Worm - Pig Views
Tri Atma - Tri Atma
Jean Michel Jarre - Planet Jarre
42DE - Fall of the Moon
20.9.2018
Yes Featuring Jon Anderson, Trevor Rabin, Rick Wakeman - Live at the Apollo
Aaron Brooks - Homunculus
19.9.2018
Svin - Virgin Cuts
Marcello Giombini - Computer Disco
UFO över Lappland - UFO över Lappland
18.9.2018
Mark Wingfield - Tales from the Dreaming City
Blackfield - Open Mind - The Best of Blackfield
17.9.2018
Giant Hedgehog - Die Irrealität der Zeit
16.9.2018
Ángel Ontalva & Vespero - Sea Orm Liventure
Finally George - Life is a Killer
15.9.2018
Dai Kaht - Dai Kaht
ARCHIV
STATISTIK
24905 Rezensionen zu 17074 Alben von 6653 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Kosmose

kosmic music from the black country

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015 (Aufnahmen von 1974-78)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Krautrock
Label: Sub Rosa
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Francis Pourcel Bass, E-Guitar
Alain Neffe Synthesizer, String Organ, Radio, Rhythm Box, Flute, Clarinet, Sax, Tape Loops, Percussion, Voice
Daniel Malempre Guitars
GM Hinant Drums, Percussion
Paul Kutzner E-Guitar, Bass

Tracklist

Disc 1
1. The Second Untiteled Track 6:42
2. The Third Untiteled Track 9:32
3. The Fourth Untiteled Track 4:20
4. The Fifth Untiteled Track 5:45
5. The Ninetieth Untiteled Track 9:02
6. The Thenth Untiteled Track 9:11
7. The Eleventh Untiteled Track 8:42
8. The Sixth Untiteled Track 13:31
Gesamtlaufzeit66:45
Disc 2
1. The Seventh Untiteled Track 22:41
2. The Twelfth Untiteled Track 28:03
3. The Eighth Untiteled Track 18:56
Gesamtlaufzeit69:40


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Krautrock ist schon seit Längerem wieder recht populär. Nicht nur die Musik der Originale aus den 70ern, sondern auch allerlei rezent Nachgeahmtes oder davon Inspiriertes wabert in den letzten Jahren vermehrt durch die Ohren der diesem Stil zuneigenden Proghörer, nicht selten vermengt mit Postrockigem oder Avantgardistischem. Auch wenn "damals" mit dem Begriff Krautrock allerlei verschiedene in deutschen Landen erzeugte Rockklänge belegt wurden, ist heutzutage meist die eher freiformatige Variante des Genres gemeint, die experimentell, repetitiv und ziemlich elektronisch versuchte Musik zu machen, die sich deutlich von der der angloamerikanischen Rock- und Progzeitgenossen unterschied.

Obskures und Seltsames aus dem Deutschland der frühen und mittleren 70er Jahren des letzten Jahrhunderts oder stilverwandtes aus dem damaligen europäischen Umland ist in gewissen Kreisen offenbar sehr gefragt, so dass sich Reissues dieser Musik meist problemlos an den Mann bringen lassen. So gefragt ist diese Musik sogar, dass manche findige Plattenmacher nicht einmal vor Fälschungen zurückschrecken (siehe z.B. "Orion Awakes" oder "The Nazgûl"). Bisweilen werden aber auch noch wirkliche, bisher unveröffentlichte Krautrelikte obskurer Projekte in irgendwelchen Archiven, Speichern oder Kellern entdeckt (siehe z.B. "Mu", "Magical Mind" oder "Wiesbaden 1973").

Solch eine Entdeckung ist auch Kosmose aus Belgien. Die Band um den Bassisten Francis Pourcel und den Keyboarder Alain Neffe fand irgendwann in der ersten Hälfte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts in Charleroi zusammen (vermutlich 1973). Das Projekt bestand mit wechselnden Mitmusikern, darunter der Schlagzeuger Guy Marc Hinant (einer der Gründer des Sub-Rosa-Labels), bis 1978, ohne einen Tonträger veröffentlicht zu haben.

Neffe und Hinant waren danach bis in die 80er Jahre hinein in der Wave-Avant-Elektronikformation Pseudocode (oder Pseudo Code) tätig, die im Gegensatz zu Kosmose schon zu Lebzeiten Tonträger veröffentlicht hat. Neffe startete danach das Kassetten-Label Insane Music, auf dem er bis heute allerlei bizarre und experimentelle Musik (von sich und anderen Projekten) veröffentlicht. 2015 erschien dann bei Sub Rosa das hier rezensierte Doppelalbum, das verschiedene klanglich restaurierte, in den Jahren 1974-78 entstandene Demo- und Liveaufnahmen von Kosmose vereinigt.

Wie der Titel schon andeutet beinhaltet "kosmic music from the black country" krautrockartige Klänge, freie Rockexkurse im kosmischen Geiste und sperrige elektronisch-rockige Gemenge, die sich aber (meist) nicht wüst, schräg und lärmend, sondern eher schwebend, spacig, repetitiv und hypnotisch voran arbeiten ... Krautrock eben.

Tasten, Elektronisches (bisweilen auch eine Rhythmusmaschine), E-Gitarren, Bass, allerlei Perkussion und oft auch eine Querflöte bewegen sich hier spacig rockend und kosmisch klangmalend umeinander. Vergleich zu Produktionen von vor allem Ashra Tempel und Xhol, aber auch einigen Werken von Amon Düül II, Can oder Annexus Quam könnte man ziehen, wobei Kosmose alles in allem doch freiformatiger und spontaner improvisiert zu Gange waren (was man auch daran sieht, dass die Nummern keine Titel haben). Alle Stücke entstanden live, im Probenraum bzw. vor Publikum. Der Klang des Ganzen ist sehr gut, nicht perfekt (bisweilen knirscht es etwas übersteuert), doch ist das alles sehr gut anhörbar, insbesondere wenn man bedenkt, dass diese Aufnahmen 40 Jahre auf dem Buckel haben.

"kosmic music from the black country" ist somit für den Freund krautigen Rockens und Experimentierens eine ziemlich interessante Angelegenheit, auch wenn hier meist relativ ungezwungen und ohne Anfang und Ziel improvisiert und musiziert wird. Nicht selten tritt die Musik daher etwas auf der Stelle, so dass man zum Genuss des Albums entweder die Zeitabläufe verändernde Substanzen benötigt, oder einen etwas längeren Atem. Aber das eben Umrissene ist ja durchaus ein Charakteristikum des Genres. Jedenfalls gibt es hier auch viele faszinierende, sehr intensive und originelle Klangmomente zu hören. Vorausgesetzt man ist in der richtigen Stimmung, kann man sich in dieser Musik wunderbar treiben und ins All tragen lassen. Krautrockfreaks - insbesondere diejenigen, die die Musik der weiter oben genannten deutschen Bands besonders schätzen - sollten also auf jeden Fall zugreifen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.10.2015
Letzte Änderung: 10.3.2018
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kosmose

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2017 some little trips to our flourescent land 11.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum