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Betzler & Brückner

Two

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik
Label: Syngate
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Tommy Betzler Gongs,Percussion,Electronic Drums
Michael Brückner Synthesizer & Programming

Gastmusiker

Sammy David Electric Guitar on 1 & 3
Fryderyk Jonas Clarinette,Moog solo,Synth on 2 & 5

Tracklist

Disc 1
1. (Not) Too Late 11.34
2. Two Worlds (Inside One Mirror) 9.16
3. Gaia (A Suite In Two Parts) 25.33
4. Monsoon (Too Soon) 12.08
5. (One) To The Flame of Hope 18.36
Gesamtlaufzeit77:07


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Die Idee, mit dem Schlagzeuger Tommy Betzler eine CD aufzunehmen, hatte Michael Brückner seit dem gemeinsamen Konzert der beiden im Jahre 2013. Das erste Album von Betzler & Brückner sollte hauptsächlich aus dem Konzertmaterial bestehen. Inzwischen ist Brückner aber noch mehr Musik für dieses Duo eingefallen, für die es keinen Platz auf dem ersten Album gäbe. Deshalb hat Brückner – auf die ihm eigene humorvolle Art – beschlossen, das zweite Betzler & Brückner–Album vor dem ersten zu veröffentlichen und dieses passend „Two“ zu nennen.

Der spacige Elektronik-Rock von „(Not) Too Late“ lebt in erster Linie von solistischen Beiträgen der Gitarre (gespielt von Sammy David) und des Synthesizers, die von Sequencermustern und Schlagzeug begleitet werden.

Ein repetitives Pianomotiv dient in „Two Worlds (Inside One Mirror)“ als Einleitung für die Ambient-Passagen, die von Klarinettensolos (gespielt von Fryderyk Jona) gekrönt werden. Das klanglich originelle Synthesizersolo im Mittelteil soll auch von F.Jona stammen. Das eröffnende Pianomotiv kehrt anschließend in mehreren Formen und Arrangements zurück, um schließlich einem entspannten Elektronik-Jam Platz zu machen.

„Gaia“ wird von ethnisch eingefärbten Perkussionsfiguren von Tommy Betzler eröffnet. Der mehrteilige Longtrack entpuppt sich dann als atmosphärisch-verträumte elektronische Exkursion. Das Stück verstehe ich als eine sich langsam wandelnde Ambientkomposition, die, getragen von Sequencermotiven, stellenweise von Gitarrensolos in David Gilmour-Manier und vom perlenden Piano in spaciger Kulisse verziert wird.

„Monsoon“ erinnert mich durch sein dichtes Sequencergeflecht und den teilweise straffen Rhythmus an Tangerine Dream Mitte/Ende der 80er Jahre. Dieser Vergleich soll nur die ungefähre Richtung des Stückes andeuten und nicht die Tatsache verschleiern, dass Brückner dem Ganzen seinen eigenen Stempel aufdrücken konnte.

„(One) to the Flame of Hope“ ist für meine Begriffe in einiger Hinsicht (verwendete Klänge, Stimmungen und Arrangements) vergleichbar mit einer Klaus Schulze-Aufnahme aus der zweiten Hälfte der 70er Jahre. Dabei spielen auch die Beiträge der Klarinette und des Schlagzeugs eine bedeutende Rolle.

Die Musik auf „Two“ wirkt zunächst einmal eher entspannend und frei von schrägen Experimenten (falls man auf diese Wert legen sollte). Beim näheren Hinhören wird der Hörer zahlreiche Feinheiten ausmachen können, die die Freunde von schöngeistiger Elektronik wahrscheinlich erfreuen werden.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: harmonischer Elektronik
Veröffentlicht am: 8.1.2016
Letzte Änderung: 8.1.2016
Wertung: 10/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 2 von 2)


Siggy beschreibt das treffend. Die Musik lebt tatsächlich von ihrer Simplizität und kindlichen Unschuld wie in TWO WORLDS, wo dieses repetitive Klangmotiv dir das Gehirn zerfrisst. Sie erinnert mich aber auch an die Zeit Ende der 70'er Jahre, als ich in einer frankophilen Umgebung lebte. Da gab es eine Disco, in welcher viel französisches Zeug gespielt wurde. Darunter war eine Band mit dem Namen Space. Genau so klingt der Opener (NOT) TOO LATE mit seinem an diese Epoche erinnernden SynthieSound. Monotone Rhythmik mit skurrilen E-Sounds und einer manchmal durchgeknallten Gitarre gepaart, ergeben eine hoch energetische Mischung. Progger sollten das Wort t….bar lieber nicht in den Mund nehmen. Dieser in Trance verleitende Rhythmus ist gefährlich, aber unanständig gut. Der konservativere E-Hörer mit Hang zum Verbotenen dürfte mit den beiden ersten von insgesamt fünf Songs den Einstieg locker geschafft haben durch die einprägsamen und dennoch interessanten Melodien.

In GAIA spielt Betzler seine ganzes Können auf, denn selbst in schwebenden und atmosphärisch dichten Soundscapes setzt er Akzente mit fast nicht hörbarer, aber effektvoller Percussion. Dazu diese Gitarre, die einfach nur über allem hinweggleitet. Der Longtrack lässt sich alle Zeit der Welt um Traumwelten zu erzeugen. Die Musik (ent)schwebt dem Hörer mit ihrer wunderbaren Leichtigkeit. Dazwischen fiepst und zirpt es mal aus diversen Richtungen durch die Boxen, dass jedem HiFi-Fan das Herz aufgeht.

MONSOON ist rauer und hektischer und setzt eine aggressiv-akustische Drum in den Mittelpunkt die dem Song etwas archaisches verleiht.

Mit dem letzten Track verabschiedet sich das Album mit den besten Grüßen von Schulze und Jarre. Schön gemacht und für Freunde der Ur-Elektronik ein schöner Abschluss.

Dank an den Künstler, dessen CD „Mousic“ mein erster Kontakt mit ihm war und das ich kritisch bewertet habe (5/15). Daraufhin schickte er mir eine völlig andere Seite seines Schaffens quasi als Wiedergutmachung für meine Qual mit „Mousic“. Seine ausdrückliche Bitte war, diese nur zu hören und nicht zu rezensieren. Tut mir leid, Michael, ich konnte deinem Wunsch nicht entsprechen. Woher wusstest du so genau, was mir auf „Mousic“ fehlte?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.5.2017
Letzte Änderung: 16.5.2017
Wertung: 11/15
(ent)spannend

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Betzler & Brückner

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2016 triplet 11.00 1

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