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Tusmørke

Ført Bak Lyset

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016 (18. März)
Besonderheiten/Stil: Folk; Funk; Psychedelic; RetroProg; Spacerock
Label: Svart Records
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Benediktator
Krizla
HlewagastiR
The Phenomenon Marxo Solinas
DreymimaðR
Dauinghorn Of Jordsjø

Tracklist

Disc 1
1. Ekebergkongen 5:45
2. Et Djevelsk Mareritt 5:58
3. De Reiser Fra Oss 7:06
4. Ført Bak Lyset 4:35
5. Spurvehauken 4:58
6. Nordmarka 7:31
7. Vinterblot 8:20
Gesamtlaufzeit44:13


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 1 von 2)


"Fort Bak Lyset", keine zwei Jahre nach Tusmørkes Zweitalbum "Riset Bak Speilet" veröffentlicht, hat eine Spielzeit von unter einer Dreiviertelstunde. Das wirft zunächst mal die Frage auf: Müssen Retroprog-Alben eigentlich lang sein? Die großen Klassiker von damals waren schließlich auch keine Platten, die heute zwingend auf Doppel-CDs veröffentlicht werden müssten. Andererseits sparen sich Tusmørke offenbar immer wieder mal Material für EPs und Singles auf, was dann später wiederum bei CD-Issues als treffliches Bonusmaterial dazugepackt werden kann, wie beispielsweise beim Debütalbum "Underjordisk Tusmørke" geschehen.

Jedenfalls verspricht "Fort Bak Lyset" unter dieser Prämisse tatsächlich sowas wie Kurzweil, fühlen wir also mal der Materie dieses Albums auf den Zahn. Am Stil der Norweger hat sich dabei jedenfalls grundlegend kaum etwas geändert, aber davon war ja auch nicht auszugehen. Immer noch spielt das Sextett aus Oslo also einen folkigen und versponnenen Retroprog, der sich durch norwegischen Gesang, das völlige Fehlen einer Gitarre und stattdessen ausladende Einsätze von Flöten und anderen Blasinstrumenten auszeichnet.

Strukturell sind Tusmørke dagegen einmal mehr verhältnismäßig leicht unterwegs - zumindest vordergründig. Bei genauerem Hinhören stellt sich nämlich heraus, dass hinter den einfachen Abläufen von Intro, Strophe, Refrain, Wiederholung, Instrumentalteil und Schluss doch noch so einiges passiert. Vor allem der Opener "Ekebergkongen" und später "Spurvehauken" legen davon Zeugnis ab: In ersterem werden die Strophen und die Instrumentalpassagen um das bereits als Einleitung verwendete "In der Halle des Bergkönigs"-Motiv herum ständig variiert, und "Spurvehauken" scheint seinen Refrain mit jeder Durchführung gehörig auszubauen - ob man diesen überhaupt so nennen sollte, wird spätestens dann fraglich, wenn nach ca. 3 Minuten aus dem "Refrain" längst ein eigenständiger Part geworden ist und der letzte Durchgang als Outro genutzt wird.

Auch andernorts scheinen Tusmørke diverse stilistische Ausprägungen zu verstärken. So fallen die Melodien in "Et Djevelsk Mareritt" und "Nordmarka" - hier unter harmonischem Verweis auf das russische Traditional "Korobeiniki" - selbst für Bandverhältnisse sehr folkloristisch aus, wohingegen das treibende "De Reiser Fra Oss" sehr viel stärker in Richtung Psychedelic und Spacerock tendiert. Letzteres Stück ragt außerdem wegen des völlig abgehobenen Refrains heraus und verzückt zudem durch die Akribie, mit der die Begleitung arrangiert wurde - es ist bemerkenswert, mit wie vielen wie kleine Zahnräder ineinander greifenden Stimmen die Rhythmik gestaltet wird. Die andere Seite sind hingegen funkige Begleitmotive samt Clavinet-Sounds im abschließenden "Vinterblot" oder auch schon - was kurios genug ist - am Ende des so folkig eröffneten "Nordmarka". Hier gehen Tusmørke gar ein wenig in Richtung der mittleren Gentle Giant - samt (leider etwas ungerichteter) Polyphonie.

Die letzten beiden Nummern sind zudem auch tatsächlich als Longtracks gestaltet und müssen ihre Entwicklung entsprechend nicht einem "herkömmlichen" Strophe-Refrain-Schema unterschieben. Paradoxerweise wirken diese Stücke allerdings irgendwie weniger greifbar als die anderen Songs, was wiederum am relativ "weichen" Sound der Band liegt, dessen größte Stärke im Zusammenwirken der Instrumente liegt. Das wäre soweit allerdings auch der einzige kleinere Makel an "Fort Bak Lyset", das somit als Album ohnehin eine interessante Wandlung durchmacht - und das eben bei einer Spielzeit von gerade mal 44 Minuten. Ja, es ist tatsächlich kurzweilig, dieses Kleinod.

Anspieltipp(s): Fort Bak Lyset, Spurvehauken, De Reiser Fra Oss
Vergleichbar mit: Das geht mittlerweile längst über die üblichen Vergleiche zu Jethro Tull und Black Widow hinaus
Veröffentlicht am: 5.4.2016
Letzte Änderung: 18.7.2016
Wertung: 13/15
Ein sympathisches, versponnenes und eben sehr kompaktes Album. Danke!

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Tusmørke, da war doch mal was… richtig, das Debüt dieser norwegischen Formation stieß vor einigen Jahren bei mir durchaus auf Wohlwollen. Wie es aber manchmal geht, habe ich die Band danach etwas aus den Augen verloren. Erst mit ihrem dritten Album Ført Bak Lyset landeten sie wieder im heimischen CD-Spieler.

Erfreulicherweise zeigt sich darauf, dass sie ihren Stil verfeinert haben. Die generelle Ausrichtung ist noch die gleiche: deutlicher Einfluss einheimischer Folklore, kombiniert mit psychedelischen und retro-progressiven Klängen. Anders als beim Debüt klingt es hier nicht mehr so oft nach Jethro Tull, es ist mehr so eine Art geistiger Verwandtschaft spürbar. Anders ausgedrückt, so könnten Tull klingen, wenn sie statt aus England aus Norwegen kämen (und keinen Gitarristen hätten).

Die Songs bestechen nicht durch übermäßige Komplexität, sie sind eher eingängig gehalten. Es sind die ausgefeilten, originellen Arrangements, die der hauptsächlich von Flöte und elektronischen Klängen getragenen Musik ihren Reiz verleihen. So gelingt es der Band, das eigentlich ziemlich abgenudelte „In der Halle des Bergkönigs“ in das einleitende Ekebergkongen einzuflechten, indem das Stück immer wieder kurz zitiert wird.

Die Band kann trotz fehlender Gitarre eine ordentliche Dynamik entwickeln, wie etwa der folkig-psychedelische Trip De reiser fra oss zeigt. Als würden sich Trolle auf einen Weltraumtrip begeben, so verbindet dieses Stück spacig blubbernde Elektronik à la Ozric Tentacles mit dem bandtypischen Folk-Prog.

Kurzum, Tusmørke bieten auf ihrem dritten Album eine äußerst unterhaltsame und originelle Mixtur aus folkloristischen, psychedelischen und retroproggigen Klängen, die beweist, dass gut gemachter Prog auch ohne übermäßige Krummtakterei möglich ist.

Anspieltipp(s): Et Djevelsk Mareritt, Vinterblot
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.4.2016
Letzte Änderung: 30.4.2016
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tusmørke

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 Underjordisk Tusmørke 10.00 2
2014 Riset Bak Speilet 12.00 1
2017 Hinsides 10.00 1
2017 Bydyra 12.00 1

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