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Macroscream

Macroscream

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: Folk; Jazzrock / Fusion; RetroProg
Label: Fading Records (AltrOck)
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Toni Politano' Gitarre
Gianpaolo Saracino Violine
Davide Cirone Orgel, E-Piano, Mellotron, Minimoog, Korg Synthesizer
Alessando Patierno Bass, Gitarre, Klavier, Mandoline, Vocoder, Percussion
Marco Pallotti Schlagzeug
Luca Marconi Gesang

Gastmusiker

Pierluigi Piensabene Sopransaxophon
Edoardo Capparucci Tenor- und Kontraaltsaxophon
Fabio Angelo Colajanni Flöte
Francesco Marsigliese Trompete
Daniele Bicego Dudelsack
Davide Eusebi Percussion
Sanjay Kansa Banik Tabla
Esharef Ali Mhagag Backing Vocals
Awa Koundoul Backing Vocals
Chiara Calderale Backing Vocals
Ben Slavin Voice
Rodolfo Demontis Orchestral Parts
Daisy Dog Steps

Tracklist

Disc 1
1. Mr. Why 12:52
2. Then it Goes Away 6:13
3. Unquiet 8:04
4. The Flying Gianpy 8:56
5. Goliath 10:51
6. Impenetrable Oak Bark 12:15
Gesamtlaufzeit59:11


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Allzu viele Informationen über Macroscream lassen sich nicht auftreiben, die angegebene Website verfügt im Frühjahr 2016 noch über ausschließlich italienischsprachigen Inhalt. In anderen Quellen ist zu lesen, dass die Band 2008 in Rom gegründet wurde und ihr Debüt Sisyphus 2011 erschien. Im Frühjahr 2016 erschien beim AltrOck-Sublabel Fading Records ein weiteres, titelloses Album. Ob zwischen diesem und dem Debüt noch weitere Veröffentlichungen herauskamen, lässt sich auch nicht feststellen, denn die diskographischen Informationen über Macroscream sind ebenfalls spärlich gesät.

Kopf der Band ist jedenfalls Bassist Alessandro Patierno, von dem sämtliche Kompostionen und Texte stammen. Zur Stammbesetzung gehört neben der rocktypischen Besetzung von Gitarre, Bass, Schlagzeug (und den retroprog-typischen analogen Tasten) noch eine Violine, dazu kommen zahlreiche Gastmusiker, hauptsächlich an Blasinstrumenten (u.a. Dudelsack!).

Zur Musik! Das Sublabel Fading Records ist bekanntlich für die eher retro-progressiv ausgerichteten Sachen zuständig, und da machen Macroscream keine Ausnahme. In ausgedehnten Instrumentalpassagen schwelgt Band in symphonischer Tastenherrlichkeit, in der das ganze Arsenal analoger Klänge aufgefahren wird. Aber nicht nur, dass diese häufig vertrackter daherkommt als bei vielen anderen Bands des Genres, das Sextett bringt auch ein ganze Menge anderer Stilelemente in seine Musik; so kommt neben einigen folkloristischen Einlagen, für die vor allem die Violine zuständig ist, noch eine kräftige Portion Jazzrock dazu. Und dabei kommt der Jazzanteil in sehr unterschiedlichen Ausprägungen. Hat man etwa zu Anfang von Then it goes away kurzzeitig den Eindruck, einer stärker Jazz-orientierten Zeuhl-Band zu lauschen, wird es im weiteren Verlauf plötzlich „funky“, während man zwischendurch auch immer wieder mal in den klassischen Sympho-Prog verfällt.

Solche „funky“ anmutenden Passagen findet man häufiger auf diesem Album (sehr deutlich etwa in The Flying Gianpy), auch gen Canterbury wird das ein oder andere Mal geschielt, manchmal wird gar ein wenig geswingt, stets im Wechsel mit symphonisch ausgerichteten Passagen. Das klingt arg durcheinander? Ist es aber nicht, denn die Band fügt das alles recht homogen zusammen.

Ein kleines Manko ist allerdings der Gesang. Nicht, dass Sänger Luca Marconi eine schlechte Stimme hätte, aber sein Englisch doch meist etwas akzentuiert, streckenweise klingt er etwas bemüht. Ich glaube, mit italienischem Gesang würde mir das Album noch besser gefallen. Aber auch so ist Macroscream feine Musik abseits gängiger Retroprog-Klischees gelungen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.5.2016
Letzte Änderung: 27.5.2016
Wertung: 10/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Macroscream? Also, sonderlich geschrien wird zumindest auf diesem Album der Band aus Rom nicht. Übermäßig laut sind die Italiener auch nicht zu Gange. Eher wird hier elegant und komplex gerockt, hat die Band um Alessandro Patierno auf ihrem selbstbetitelten Zweitling eine ganz eigene Progmischung am Start. Eine recht seltsame Mischung dazu.

Als "Alchemists of Progressive Rock" bezeichnet sich die Band, was die Sache ganz gut trifft. Aus allerlei bekannten Ingredienzien haben die Italiener hier nämlich ein ziemlich spezielles Gebräu hergestellt. Es ist dabei zwar kein Gold entstanden, aber eine sehr erfrischendes und originelles Gemenge aus kompliziertem Rock, Jazzrock, Retroprog, Folkigem, Weltmusikalischem, Pop und allerlei anderen Klängen.

Ausgesprochen kurzweilig ist das klangliche Ergebnis. "Than it goes away" beginnt z.B. mit Didgeridoo-Röhren, zu dem diverser Elektroniklärm und Geräuschgespinste erklingen. Wenn dann das Schlagzeug einsetzt, bewegen sich die Klänge Richtung Jazzrock, versehen zuerst mit Zeuhl-artigem Gesang, dann bestimmt von eher symphonischen, retro-synthesizer-lastigen Sounds. Für kurze Zeit arbeitet sich dann ein Raggea-Vibe nach vorne. Danach wird es flauschig retroproggig, bis auf ein kurzes, komplexes, an Gentle Giant gemahnendes Gesangsmoment, ehe die Nummer als fluffiger Jazzrocker zu Ende geht.

Ähnlich bunt gemischt sind auch die restlichen, meist ausgedehnten Stücke. Ein retroprogressiver von Davide Cirone bestimmter Tastenprog ist die Basis der Musik, fast gleichberechtig vermengt mit schwungvollem Jazzrock, aber häufig verunreinigt mit Folkigem, weltmusikalischen Abschweifungen (man höre z.B. "Unquiet" nach gut 2 Minuten), bluesrockigen Verirrungen, Funkigem (am deutlichsten am Anfang von "Flying Gianpy"), hymnisch-neoprogartigen Momenten (auch die entsprechenden dudiduu-Keyboards fehlen nicht – man höre z.B. die letzten paar Minuten von "Unquiet"), soul-lastige Gesangseinlagen und der einen oder anderen Annäherung an Pop-Gefilde.

Alles in allem bleibt die Band auf der melodischen und gutgelaunten Seite des Progspektrums, wobei es nicht selten doch ziemlich vertrackt zugeht. Vor allem wenn man instrumental am proggen ist, wenn die Synthesizer blubbern, fiepen, heulen und zwitschern, die E-Gitarre frickelt und Sax, Flöte und vor allem Gianpaolo Saracino an der Geige am solieren sind, wird ein sehr komplexer und virtuos vorgetragene (Retro)-Sympho-Jazzrock geboten, der ausgesprochen Spaß macht. Ansonsten ist Luca Marconi (der auf dem Macroscream-Erstling noch nicht zu hören war), und bisweilen weitere Gäste, recht engagiert am Singen (auf Englisch - Schreien tut er aber nicht), was bisweilen etwas affektiert wirkt, aber doch ganz gut zu der nicht selten ähnlich expressiven Musik passt.

Alles in allem kommt "Macroscream" trotz all der stilistischen Abschweifungen erstaunlich homogen und rund aus den Boxen und geht ungemein gut ins Ohr. Kurzum: Wer seinen (Retro-)Prog gerne exotisch würzt und keine Aversionen gegen Jazzrock bzw. exaltiertere Gesangsdarbietungen hat, der sollte dieses originelle Album dringend antesten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.5.2016
Letzte Änderung: 7.1.2017
Wertung: 11/15

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