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Höstsonaten

Symphony N. 1: Cupid & Psyche

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: instrumental; Konzeptalbum; Jazzrock / Fusion; Klassikrock / Adaptionen; RetroProg
Label: AMS
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Luca Scherani keyboards, bouzouki
Fabio Zuffanti bass pedals, treatments, devices
Laura Marsano electric & classical guitars
Daniele Sollo fretted & fretless basses
Paolo Tixi drums, orchestral percussion

Gastmusiker

Marco Callegari trumpet
Alberto Repetto french horn
Federico Curotto trombone
Maurizio Zofrea tenor sax
Joanne Roan flute
Luca Tarantino oboe
Sofia Bartolini bassoon
Sylvia Trabucco violin
Alessandra Dalla Barba violin
Ilaria Bruzzone viola
Chiara Alberti cello

Tracklist

Disc 1
1. The Sacrifice 4:41
2. Zephyr 3:47
3. Love Scene 4:12
4. Unmasking 6:03
5. Venus (1st trial) 4:03
6. Entrapped (2nd trial) 3:48
7. Sheep and Water (3rd trial) 3:16
8. Underworld (4th trial) 4:39
9. The Awakening 2:53
10. The Ascension 5:54
Gesamtlaufzeit43:16


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Höstsonaten sind zurück. Fabio Zuffanti betont in diesem Zusammenhang, dass Höstsonaten inzwischen ein Duo-Projekt von ihm und Keyboarder Luca Scherani sind. Ändert aber erstmal nichts daran, dass Zuffanti für die Musik auf dem neuen Werk „Cupid & Psyche“ verantwortlich zeichnet. Aber Scherani ist immerhin schon mal die orchestralen Arrangements verantwortlich. Und sein Keyboard-Spiel mit einem ganzen Arsenal von Minimoog über Mellotron, Hammond B3 bis hin zum Flügel ist schon prägend für das Album.

„Cupid & Psyche“ ist zwar instrumental, erzählt aber als Quasi-Konzeptalbum trotzdem eine Geschichte. Sie basiert auf einer Nebengeschichte des 11 Bücher umfassenden Romans „Metamorphosen“ des antiken nordafrikanischen Schriftstellers und Dichters Apuleius. In zwei dieser elf Bücher erzählt er die Liebesgeschichte des Gottes Amor und der Königstochter Psyche, was nun eben Grundlage für das vorliegende Album ist (abgesehen davon, dass diese Geschichte schon Hunderten von Dichtern, Schriftstellern, Bildhauern, Malern und eben auch Komponisten als Vorlage und Inspiration diente). Die erzählte Geschichte ist im Booklet zum Mitlesen abgedruckt. Jedes Stück bildet ein Kapitel.

Für die Umsetzung haben sich Zuffanti und Scherani Großes vorgenommen. Die Kernband in klassischer Rockbesetzung wird erweitert um ein Streichquartett, eine Blechbläser-Sektion und eine Gruppe von Holzbläsern. Daraus kreieren Höstsonaten sinfonische Rockmusik mit leicht romantischen Anklängen, orchestralen Passagen, die wie Adaptionen klassischer Stücke wirken, gelegentliche Ausflüge in jazzige Gefilde, aber natürlich auch ausladenden Retro-Prog in typischer Zuffanti-Manier. So entsteht ein ebenso packendes, wie unterhaltsames Ensemble-Spiel, in dem die Instrumente munter miteinander ringen und interagieren. Nicht umsonst ist das Ganze als "Symphony N. 1" tituliert. Hier ist also für den geneigten Zuffanti-Fan alles geboten und das in weit ausladender Cinemascope-Version.

Dominieren zu Beginn noch die klassisch-inspirierten, orchestralen Passagen mit wunderschönen Einsätzen der Streicher und Bläser, dazwischen mal lyrische Piano-Passagen, so greift dann in der Folge die Rockband immer beherzter ins Geschehen ein. So entsteht ein packender, beeindruckender Kontrast zwischen schöngeistigen Momenten und kraftvollem Italo-Retroprog. Das verleiht der Musik Dichte und Spannung, reißt den Hörer mit und verhindert allzu zuckrigen Kitsch bei den melodischen Arrangements.

Mit „Cupid & Psyche“ gelingt Höstsonaten unter der Anleitung von Fabio Zuffanti und Luca Scherani ein großer Wurf sinfonischer Rockmusik mit Einsprengseln aus Klassik und Jazz, der wirklich in keiner Sekunde Langeweile oder Länge aufweist. Wunderschön und kraftvoll, eine gelungene Mischung.

Erwähnenswert noch das vorbildliche Digipak mit gelungenem Artwork, welches aufgeklappt ein großes Bild über Vorder- und Rückseite ergibt.

Anspieltipp(s): muss im Ganzen gehört werden ...reinhören via Bandcamp möglich
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.6.2016
Letzte Änderung: 7.6.2016
Wertung: 12/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 3)


Nachdem die Promo-Dateien zur neuen Höstsonaten da waren, war klar, dass ich diese CD haben muss. Das Artwork und die gesamte Aufmachung ist so schön, die CD habe ich dann auch gleich geordert. Und nun läuft „Symphony N.1 Cupid & Psyche“ schon seit einigen Wochen und es ist einfach immer wieder nur wunderbar. Jeder der gern mal in Stimmungen und Emotionen schwelgt, wird hier bestens bedient.

Dieses Album ist so harmonisch, sinfonisch und wunderbar arrangiert, dass man den beiden Protagonisten Fabio Zuffanti und Luca Scherani einfach ein riesiges Dankeschön zukommen lassen muss. Man schert sich gar nicht erst um neue Richtungen oder Trends, sondern bedient sich eindrucksvoll bei Retro-Prog aus den 70ern, Jazz und ganz viel Klassik.

Das Album ist ein Konzeptalbum, das ein lyrisches Thema verarbeitet. Thomas hat das im obigen Text ja schon gut dargelegt, da steige ich gar nicht mehr drauf ein. Eine Geschichte mit Musik zu erzählen kommt ja häufiger vor, dass man dazu aber ein Instrumentalalbum als Mittel wählt, ist dann doch eher ungewöhnlich. Hier spricht also die Musik und nicht der Gesang. Von Vorteil wäre jetzt natürlich das Wissen über den Ursprungstext, um die Musik mit Stimmungen oder Emotionen zu vergleichen. Kann man nachlesen, weil er im Booklet abgedruckt ist. Prima, werde ich später machen.

So muss ich mich erst einmal auf mein Hörverständnis besinnen und erlebe beim Hören eine Erzählung, die durch ein klassisches Orchester vorgetragen und von einer Rockband begleitet wird. Erst gegen Ende verkehrt sich dieses Moment um, da begleitet dann das Orchester die Band. Und trotzdem bleibt alles stets wunderbar in Balance, niemals kommt der Eindruck auf, es könnte anders sein. Das Album ist stimmig. Ruhige Passagen wechseln mit spannenden Spielereien, teilweise wähnt man sich in einem Film, in dem Bilder von der Musik mit besonderen Emotionen unterlegt werden. Nur darf hier der Film in deinem Kopf ablaufen, ohne Leinwand.

Und Emotionen sind es, die uns Zuffanti/Scherani hier anbieten. Abwechslungsreichtum, Dramatik, Romantik und Spannung. Das sind Zutaten, die permanente Kurzweil aufkommen lassen. Und zwar über die komplette Laufzeit. Egal ob nun die Bläser die führenden Melodien spielen oder die Gitarre, ob das Saxophon herzzerreißend quietscht, das Piano leise perlt oder auch das Mellotron mal dröhnt. Man kann in dem Album versinken. Man sollte das Album als Gesamtwerk genießen und sich die nötige Zeit dafür nehmen. In Ruhe, ein schönes Glas Rotwein, Kerzenlicht, Höstsonaten. Eine gute Mischung.

Anspieltipp(s): ganz hören
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.6.2016
Letzte Änderung: 11.6.2016
Wertung: 12/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 3 von 3)


Jetzt haben die Kollegen schon so einiges zu "Symphony N. 1: Cupid & Psyche" geschrieben. Habe ich dem noch etwas hinzuzufügen? Immerhin ist, das muss ich zugeben, die primäre Intention beim Tippen dieser Zeilen, den vor Jahren erhaltenenen Promo-Download endlich mal von meiner Noch-zu-erledigen-Liste zu streichen... aber ich verlasse mich mal darauf, dass sechs Ohren mehr hören als vier - und außerdem fallen im Abstand von zwei Jahren mehrere biografische Dinge auf. Erstens: Die kernige Nummerierung suggeriert, dass es irgendwann noch mal weitere weitere "Sinfonien" aus dem Hause Zuffanti zu hören gebe. Dazu ist es bislang nicht gekommen. Zweitens: Ohnehin scheint der einstige Workaholic mittlerweile kürzer zu treten - die letzten musikalischen Lebenszeichen in Gestalt der Solo-EP "Amore Onirico" und des Christadoro-Debüts datieren von Anfang 2017. Und damit gibt es drittens eben mittlerweile weder eine "Symphony N. 2" noch ein "The Rime Of The Ancient Mariner - Chapter Two". Wollen wir mal hoffen, dass es hier irgendwann weitergeht, für seinen Jahreszeiten-Zyklus hat Zuffanti insgesamt ja auch fast ein Jahrzehnt benötigt.

Nun aber zur Musik, und in dieser Hinsicht stellt "Cupid & Psyche" doch einen interessanten Fall dar. Angesichts des Titels und der Gästeliste - Streichquartett sowie Holz- und Blechbläser - wären eigentlich zwei Herangehensweisen zu erwarten gewesen: Entweder ein durch die Orchesterinstrumente als bloße Erweiterung des diese Klänge sonst imitierenden Keyboards aufgeblasenes Retroprog-Album - mithin ja die schlechtere Variante solcher, urgs, "Classic Meets Rock"-Projekte - oder aber ernstgemeinte Kammermusik. Keiner dieser beiden Fälle ist eingetreten, stattdessen wurde diesmal tatsächlich für sämtliche Stimmen komponiert und diese Kompositionen dann in einen Rock-Kontext gestellt. Das wiederum bedingt, dass hier ganz manierlich mit Themen und Motiven umgegangen wird und sich auch das Arrangement entsprechend ausdifferenziert darstellt. Und hier wird es interessant: Sehr oft nämlich läuft das dann so, dass eine Stimme ein Begleitmotiv vorstellt, eine weitere Stimme diesen Ball aufnimmt, eine dritte dann freier spielt, aber sich letztlich an diesem Motiv orientiert, und dann schließlich noch ein weiteres Instrument dann die Führung übernimmt. Das ist einerseits abwechslungsreich und andererseits ausgesprochen zugkräftig.

Der andere große Treffer, den Zuffanti, Scherani & Co. auf "Cupid & Psyche" landen, ist der, dass auch stilistisch eine recht breite Fächerung vorhanden ist. Neben den klassischen Elementen gibt's immer wieder rockige Passagen, interessanter aber noch sind die Ausflüge in jazzige Gefilde, die jederzeit unternommen werden können. Das gilt beispielsweise für das Saxofon-Solo um 2:20 in "The Sacrifice", den astreinen Keith-Emerson-Part bei 0:55 in "Zephyr", vor allem aber für "Sheep And Water" (samt Klavierbegleitung im 5/4-Takt), in dem dieser Stil mit gelegentlichen Walzer-Einwürfen kontrastiert wird. Hinzu kommt, dass gerade auch die Bläser immer wieder sehr schön in Szene gesetzt werden. Neben den Saxofoneinsätzen bekommt vor allem die Oboe viel Aufmerksamkeit, und mit den vollen Blechbläsern sind mal Latin-Anklänge drin ("Zephyr"), mal der burleske Modus aus Uriah Heeps "Salisbury" (am Ende von "The Sacrifice", was auch angesichts des Orgelsolos dazu besonders auffällt). Die eher seltenen Flöteneinsätze wiederum erinnern dann in "Unmasking" glatt an Camel ("Rhayader").

Insgesamt legen Höstsonaten auf "Symphony N. 1: Cupid & Psyche" also tatsächlich einiges in die Waagschale: Ausgefeilte Arrangements, zU Ende gedachte Kompositionen, viel Abwechslung und Dynamik und ein sehr variables Klangbild. Eigenartigerweise gibt es aber auch bei so vielen Qualitäten dennoch einige Einschränkungen zu machen. Zunächst einmal fällt der etwas merkwürdige Sound auf - gerade die Rock-Komponente klingt erstaunlich dünn und versäumt es somit, den filigranen Orchesterklängen echte Härte gegenüberzustellen. Daneben gibt es einige balladeske Momente, namentlich "Love Scene" und "Entrapped", die allzu konventionell ausfallen: Klavierbegleitung, Streicher und die Oboe, das wird leider gelegentlich kitschig. Zudem geht dem Album am Ende etwas die Puste aus: Zwar macht "The Awakening" mit treibendem Schlagzeug nochmals ganz gut Druck, aber "The Ascension" ergibt sich zu schnell der offenbar dringend nötigen Abschiedsstimmung und dem entsprechenden Pathos. Entsprechend kann ich mich dem Urteil der Kollegen zumindest punktemäßig nur zu ungefähr 92% anschließen. Hörenswert ist "Cupid & Psyche" aber auf jeden Fall.

Anspieltipp(s): The Sacrifice, Unmasking, Sheep And Water
Vergleichbar mit: zwischen Camel und An Endless Sporadic
Veröffentlicht am: 28.9.2018
Letzte Änderung: 28.9.2018
Wertung: 11/15
Recht dünner Sound, leider

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Höstsonaten

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1997 Höstsonaten 9.00 2
1998 Mirrorgames 9.00 1
2002 Springsong 11.00 3
2008 Winterthrough 10.00 1
2009 Autumnsymphony 12.00 1
2011 Summereve 9.50 2
2012 The Rime Of The Ancient Mariner, Chapter One 12.00 1
2013 The Rime of the Ancient Mariner - Chapter One - Alive in Theatre - 1

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