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An Endless Sporadic

Magic Machine

(Tipp des Monats 11/2016)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: instrumental; HardRock; Jazzrock / Fusion; Mathrock; Melodic Rock / AOR; New Artrock
Label: AES Music
Durchschnittswertung: 13/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Zach Kamins guitar, piano, synths, organ, wurlitzer, auxiliary percussion, banjo, tuba, conference recorder

Gastmusiker

Jonas Reingold bass
Navene-K drums
Michael Iago Mellender percussion guitar, marimba, glockenspiel, hand-hammered lasagna warming trays, metals, trumpet, auxiliary percussion
Chris Bleth piccolo flute, oboe, clarinet, english horn, recorders
Amparo Edo Biol french horn
Aija Mattson french horn
Paul Cartwright lead violin, viola
Mischa Lefkowitz violin
Matt Cooker cello
Bradley Dujmovic erhu
Jordan Rudess piano, synth (7,8)
Roine Stolt lead guitar (9)

Tracklist

Disc 1
1. The Departure 5:54
2. Magic Machine 5:05
3. Galactic Tactic 3:07
4. Finding The Falls 5:36
5. The Assembly 5:15
6. Agile Descent 4:16
7. Sky Run 8:55
8. Through The Fog 4:19
9. Sea Voyage 2:54
10. Impulse II 4:28
Gesamtlaufzeit49:49


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Vor knapp sieben Jahren hat Zach Kamins zusammen mit seinem Kumpel Andy Gentile (und der freundlichen Unterstützung von Jonas Reingold und Roine Stolt) ein beeindruckendes Debüt, welches Lust auf mehr machte, vorgelegt. 2016 ist es also soweit, Kamins kommt mit einem Nachfolger daher, hat doch ein bisschen gedauert. Sein Kumpel Gentile ist nicht mehr dabei, wohl aber Reingold und Stolt (der diesmal sogar richtig mitspielt), sowie noch einige andere, teils durchaus namhafte Musiker.

Das Warten hat sich gelohnt – sofern man gewartet hat, mir war An Endless Sporadic doch schon ein bisschen aus der Erinnerung geschwunden. In jedem Fall ist „Magic Machine“ ein gelungenes Quasi-Comeback, welches ähnlich kraftvoll in die Szene platzt wie das Debüt seinerzeit.

Zach Kamins, der gar viele Instrumente spielt, und seine Mitstreiter musizieren sich voller Spielfreude und einer gewissen Portion Irrwitz durch eine wilde, abwechslungsreiche Stilmixtur. Da geht es vom Jazzrock über modernen Artrock hinein in amerikanisch geprägten Retroprog und ein bisschen Sympho-Prog und dann wieder über Art-Pop, zappaeske Anfälle bis in die Randgebiete des Progmetal und dann wieder zurück. Messerscharfes Riffing, blitzartige Soli, blubbernde Bassläufe, flirrende und sirrende Synthies, Orgelwellen und wuselig-vertracktes Drumming. Kraftvolle Instrumentalmusik, vollgepackt mit Ideen, durchdachten Arrangements und anregenden Wendungen und Haken. Dazu kommen noch mit Trompete, Tuba, Hörnern und vor allem den immer wieder solistisch in Erscheinung tretenden Streichern vielerlei instrumentale Farbtupfer hinzu.

Jonas Reingold ist wie immer eine Bank, aber besonders erwähnenswert sind auch Schlagzeuger Navene-K (der ja schon bei Animals As Leaders gezeigt hat was er kann), der eine beeindruckende Vorstellung abliefert und natürlich SGM-Legende Michael Mellender, der sich virtuos an der Percussion und Trompete austobt.

„Magic Machine“ ist ein wilder, zuweilen recht humorvoller, aber jederzeit spannender und abwechslungsreicher Instrumental-Parforceritt, der jeden Instrumental-Rock-Liebhaber aus den Socken hauen sollte. In 2016 ganz weit vorne unter den Instrumental-Werken (und eigentlich auch unter allen Alben), vergleichbar am ehesten mit Levin Minnemann Rudess oder eventuell dem Pitts Minnemann Project, das sind ja keine schlechten Referenzen.

Anspieltipp(s): Magic Machine, Finding The Fall (...Bandcamp!)
Vergleichbar mit: Levin Minnemann Rudess, Pitts Minnemann Project, weniger metallische Animals As Leaders
Veröffentlicht am: 8.10.2016
Letzte Änderung: 8.10.2016
Wertung: 13/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 3)


Bislang sagten mir An Endless Sporadic nichts, aber das starke Dafürhalten von Kollege Thomas hat mich dann doch mal animiert, in "Magic Machine" reinzuhören - und siehe da! Seinen Lobeshymnen kann ich voll und ganz zustimmen. Aber vielleicht mal der Reihe nach: Eigentlich besteht "Magic Machine" im Wesentlichen aus drei Komponenten, die hier in verschiedenen Verhältnissen miteinander kombiniert werden. Das wäre einerseits moderner, bisweilen technisch-kühler und entsprechend in die Math- bzw. Djent-Richtung tendierender Progmetal, der mit seinen Riffs und Grooves so ungefähr den Bereich zwischen Cynic und Animals As Leaders abspannt. Der nächste deutlich zu vernehmende Haupteinfluss sind diverse Retroprog-Elemente, die klanglich vor allem durch Keyboards und gelegentliche Akustikgitarren eingebracht werden und hiermit die recht typischen Harmonien pflegen. Letztes und außergewöhnlichstes Element wäre schließlich ein Hang zu orchestralem Bombast, der sich allerdings mannigfaltig manifestiert und Filmsoundtracks ebenso referenziert wie Komponisten von Barock bis Spätromantik.

Wie man sich unschwer denken kann, bestehen die Kunst und die Qualität von "Magic Machine" nun darin, diese Elemente zu vereinen und in flüssige, zusammenhängende Kompositionen münden zu lassen. Das liest sich pauschal erst einmal wie eine Selbstverständlichkeit (von sowas sollte man schließlich ausgehen, wenn eine Band bzw. ein Musikprojekt sich schon stilistisch so breitgefächert aufstellt), ist es aber natürlich nicht, denn An Endless Sporadic meistern diese Hürde nicht nur, sondern tun das auch noch mit Bravour. Denn die Musiker spielen nicht einfach drauf los, sondern agieren planvoll und durchwandern ausgefeilte Kompositionen, die sich nicht im Klein-Klein-Gefrickel verlieren, sondern immer und jederzeit das berüchtigte "Große Ganze" im Blick haben.

Die einzelnen Stücke - was auch sonst - liefern davon ein überzeugendes Zeugnis. So führt schon das eröffnende "The Departure" nach einem spacigen Mellotron-Intro thematisches Material in einem kompetenten 5/4-Takt vor, verteilt es - wie das bei Truppen wie Yuka & Chronoship üblich wäre - auf verschiedene Instrumente auf und verarbeitet diese Themen dabei melodisch sogar. Ein ruhiger Zwischenpart dagegen referenziert Motive, die im Aufbau zwischen Intro und Hauptteil schon einmal zu hören waren, und eine weitere Ruhepause (nach zwischenzeitlicher Rückkehr in härtere Regionen) führt schließlich einen Akustikpart ein, der entfernt an Modest Mussorgski ("Bydlo") erinnert und bald bombastisch ausgewalzt wird. Das nahtlos ineinander übergehnde Doppel aus "Galactic Tactic" und "Finding The Falls" ist in programmatischer Hinsicht ebenso bemerkenswert: In ersterem wird mit C64-artigen Computersounds eingeleitet, ehe Keyboardfanfaren das Hauptmotiv vorstellen und anschließend in einen bombastisch-surrealen Part übergehen. Letzteres führt diesen Stil dann dagegen mit deutlichen Retro-Elementen (Tony-Banks-Gedächtnis-Akkordfolgen ftw!) fort, nimmt sich anschließend diese C64-Motive auf der E-Gitarre vor, führt dann später aber weiter über Querflöten-, Violinen-, Latin- und Math-Parts, die sich allesamt auf melodisch verwandtes, aber nicht identisches Material stürzen. Und An Endless Sporadic agieren hier mit höchster Selbstverständlichkeit. Das ist jene Form von unterhaltsamem Wahnwitz, die heuer beispielsweise Kansas deutlich abgeht.

Die Extreme loten An Endless Sporadic in den weiteren Tracks ebenfalls nach Kräften aus. So gibt es in "Magic Machine" stärkere Klassik- bzw. Soundtrack-Anklänge (man mag an John Williams' "Star Wars"-Score denken, oder aber an Gustav Holsts "Die Planeten") ebenso wie beinahe Beatles-artige Parts (diese Spinett-artige Begleitung), Bombastrock in der Art von Star One und einen kurzen Anklang an das Keyboard-Riff aus Deep Purples "Perfect Strangers". Völlig abgehoben ist dann "The Assembly", in dem nach einem Retrorprog-Intro ein burleskes Blasorchester losmarschiert und an ELO ("The Battle Of Marston Moor"), Monty Python ("Die Ritter der Kokosnuss") und Ennio Morricone ("Für eine Handvoll Dollar") zugleich denken lässt, diese Assoziationen aber schon bei den nächsten Wiederholungen dieser Passagen sogleich zerschlägt, wenn Synthesizer, Flöten, Banjos und schließlich eben diese Math-Gitarren nacheinander oder gemeinsam diese Melodien verarbeiten. So viel bunten Spaß gab's im Progmetal-Bereich seit Ansurs "An Exercise In Depth Of Field" seltenst.

In der zweiten Albenhälfte indes hauen An Endless Sporadic nicht mehr ganz so stark und kontrastreich auf den Putz, demonstrieren in etwas dezenteren Stücken wie "Sky Run" oder "Sea Voyage", dass sie sich durchaus auch auf ein kleineres Spektrum ihrer Fähigkeiten konzentrieren können. Hier wird dann auch deutlich, dass Kamins & Co. mitnichten auf solche grellen Spielereien angewiesen sind, denn die Melodieführung bleibt souverän und die Strukturierung der Songs wird dadurch nicht weniger ausgefeilt, dass die ausgefallensten Gegensätze ausbleiben. Zudem gibt es immer noch äußerst humorvolle Einwürfe wie beispielsweise den kurzen Wakeman-Anklang bei 3:30 von "Through The Fog", funkige Passagen in "Impulse II" oder eben den Bruch bei 3:45 in "Sky Run", der kurz mal wieder ein beinahe Sequencer-artiges Arpeggio und weitere Ayreon-artige Orchestrierungen einschiebt.

Alles in allem ist "Magic Machine" somit von vorne bis hinten äußerst gelungen, und viel mehr der Worte bräuchte es eigentlich gar nicht, um die Qualität dieses Albums zu beschreiben. In diesem Sinne ähnelt das Zweitwerk von An Endless Sporadic einer Achterbahn: Das Gebot ist nicht, ehrfürchtig davor zu stehen und zu staunen, sondern einzusteigen und mitzufahren. Also? Los geht die Fahrt!

Anspieltipp(s): The Assembly, Galactic Tactic/Finding The Falls
Vergleichbar mit: Animals As Leaders, Rick Wakeman, ELO, Cynic, John Williams, Ansur, Modest Mussorgski, Yuka & Chronoship und viele andere
Veröffentlicht am: 10.11.2016
Letzte Änderung: 10.11.2016
Wertung: 13/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 3)


Wie gut, dass es das BBS-Tippteam gibt. An Endless Sporadic haben uns ja bereits 2008 mit einem 3/16-Takt beschenkt, viele werden sich noch erinnern, geil wie alle 3/16-Takte, und 2009 ihr erster Longplayer, gleichnamig natürlich, - waren seither aber sträflich verstummt.

Das geht so nicht.

Jedenfalls. Hätte ihre Wiederkehr kaum jemand bemerkt, gäbe es nicht die Kollegen, die regelmäßig solche Perlen über unsere Bewusstseinsschwelle heben.

"Magic Machine" ist geil. Oben ist als Stil angegeben: instrumental; HardRock, Jazzrock/Fusion, Mathrock, Melodic Rock/AOR, New Artrock, und in den Rezensionen wurde noch Retroprog, Progmetal und Neoklassik dazugepackt.

Und das stimmt, alles, wenn auch nicht in dieser Reihenfolge. Gunnar hat mit scharfem Ohr die drei Hauptkomponenten der Musik ausgemacht: moderner, technischer Progmetal, Retroprog - vor allem durch Keyboards geprägt -, und ein Hang zu orchestralem Bombast. Bassd! Recht hatter. Ergänzen könnte man noch, dass es hier und da zusätzlich noch Latin-Einflüsse und entfernte Reminiszenzen an 90er-Jahre Tech-no gibt. Jaja. In "Finding the Falls". Humta-Blasmusik hat's auch.

Wobei man sagen muss, dass Ihr vielen soundorientierten Hörer da draußen das Album wohl eindeutig in die Progmetal-Ecke stecken dürftet (vor allem, wenn Ihr kein Meshuggah hört). Die entsprechenden klanglichen Elemente stehen da schon im Vordergrund.

Das Geile: Das Ganze ist keines jener üblen Stilmixer-Alben, die vor ein paar Jahren mal in (und von denen nur sehr wenige wirklich gelungen) waren, An Endless Sporadic (oder darf ich sagen: Zach Kamins) schaffen/t es, aus all diesen Elementen eine vernünftige, konsistente Mischung zusammenzubrauen. Was vermutlich deshalb gelingt, weil eben unter all den Einflüssen diese eine, der Progmetal, deutlich im Vordergrund steht.

Was ist das für ein Progmetal? Dream-Theater-Progmetal? Animals-as-Leaders-Progmetal? Meshuggah-Progmetal? Haken-Progmetal? Leprous-Progmetal? Tool-Progmetal?

Mensch, gibt's viel Progmetal!

Also nicht pathetisch, eher so Tech/Djent. Animals as Leaders ist kein so schlechter Vergleich, aber angehörs des gerade erschienenen neuen AaL-Albums muss ich sagen, dass die halt nomml deutlich feiner, raffinierter, ausgefeilter und edler zu Werke gehen. Aber passt schon, Tech/Djent.

Nur halt mit viel Spaß am Retroprog. Hach, irgendwie hat das Ding einfach alles, was das Herz begehrt, ist das nicht toll? Blasmusik! Wurde schon gesagt, dass auf "Magic Machine" ein paar wundervolle Melodien erklingen? Ist ja nicht selbstverständlich (sagt Ihr eigentlich auch "sepferständlich"? "Banof"? "Stapfakirche"? "Wintschutscheibe"?) auf solchen Alben. "Finding the Falls" zum Beispiel.

Fazit: Herrliche Scheiblette! Kaufen! Alles von An Endless Sporadic kaufen. Sehr geil, An Endless Sporadic.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.11.2016
Letzte Änderung: 16.11.2016
Wertung: 13/15
Supper supper kaufen, supper supper kaufen....

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von An Endless Sporadic

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2008 Ameliorate 12.00 1
2009 An Endless Sporadic 10.00 2

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