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Promenade

Noi Al Dir Di Noi

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Fading Records (AltrOck)
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Matteo Barisone vocals, piano, keyboards, harpsichord, orchestral arrangements, sound effects
Gianluca Barisone guitar, backing vocals, sound effects
Stefano Scarella bass, saxophone
Simone Scala drums, timpani, tubular bells, gong, glockenspiel, triangle, percussion, flute

Gastmusiker

Damiano Baroni violin
Francesco Bagnasco violin
Gigi Magnozzi viola
Giacomo Biagli violoncello
Giovanni Aquilino flute
Jacopo Bagutti bassoon

Tracklist

Disc 1
1. Athletics 10:36
2. Il Secondo Passo 6:43
3. L'Albero Magico 4:33
4. Roccoco 5:47
5. Kernel 4:18
6. Pantera 6:48
7. Crisantemo 7:40
Gesamtlaufzeit46:25


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


„Noi al dir di Noi“ lautet der Name des Debütalbums, mit dem die Genueser Formation Promenade im September 2016 ans Licht der Öffentlichkeit tritt. Wenn man das Album zum ersten Mal auflegt und den Klängen von „Athletics“ lauscht, dann muss man sich schon vergewissern, dass man einer Neuveröffentlichung von Fading Records, dem Retro-Prog-Ableger des AltrOck Labels, lauscht. „Noi al dir di Noi“ klingt vielmehr nach einem verschollenen Album aus den 70ern. Es könnte glatt ein vergessenes Album von PFM sein, wenn nicht der moderne, transparente, klare Klang wäre.

Damit ist eigentlich schon alles über „Noi al dir di Noi“ gesagt. Promenade frönen ihrer Version des klassischen Italo-Prog, den sie klangtechnisch in die Neuzeit holen. Flirrende, wirbelige Tastenklänge, elegische Gitarrenmomente, sanfte Basslinien und abwechslungsreiches Drumming, darauf baut das Quartett seine melodischen Kompositionen auf. Die Stücke kommen überwiegend sanft, aber abwechslungsreich arrangiert daher. Neben der Stammbesetzung, die neben dem Grund-Instrumentarium noch weitere Instrumente beisteuern, setzen auch die Gastmusiker mit Streichinstrumenten, Flöte und Fagott noch warme, verspielte musikalische Akzente. Hie und da lockert eine kleine Prise canterburesker Jazz das Ganze etwas auf. Auch das eine oder andere augenzwinkernde Späßchen schleicht sich ein.

Nach dem bewegten Auftakt mit „Athletics“ schwenkt das Album eher in ein ruhiges, verträumtes, sehr verspieltes Fahrwasser. Semi-akustische, folkig-angehauchte Klänge bestimmen das Geschehen. Bombast ist nicht das Ding von Promenade, große Melodien, die elegant eingespielt daherkommen, schon viel eher.

Dazu passt dann auch der ebenso eher sanfte, verträumte Gesang von Matteo Barisone, der wie ein Geschichtenerzähler agiert und bei dessen Gesangseinlagen man immer irgendwie einen über die Bühne huschenden Harlekin vor dem geistigen Auge hat.

Aufregungen gibt’s woanders. „Noi al dir di Noi“ ist ein sehr schönes, melodisch-ruhiges Album zum darin versinken, einen Moment die Welt hinter sich und sich ganz von Wohlklang umgarnen zu lassen.

Anspieltipp(s): ...reinhören via Bandcamp möglich...
Vergleichbar mit: ruhigen PFM
Veröffentlicht am: 19.10.2016
Letzte Änderung: 19.10.2016
Wertung: 10/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Habe ich kürzlich beim Betrachten des im Beiheft zu findenden Bandfotos einer jungen Retroprogtruppe eher an schmalzig-kitschigen Boygroup-Pop gedacht (siehe "Warm spaced blue"), sehen die vier jungen Herren, die im Booklet von "Noi Al Dir Di Noi" abgelichtet zu finden sind, schon eher so aus, wie sich der Rezensent junge Retroprogger vorstellt. Und einen sehr ansprechenden Retroprog haben Promenade aus Genua auch in der Tat im Angebot.

Das Quartett baut seine Musik vornehmlich aus Tastensounds und E-Gitarrenklängen zusammen, rhythmisch geformt von der eher dezent, aber abwechslungsreich tätigen Rhythmusabteilung. Bisweilen bläst Bassist Stefano Scarella zudem in ein Saxofon. Dazu kommt ab und zu Matteo Brisones eher sanfter, dabei aber durchaus typisch italienisch-theatralischer Gesang. Schließlich sind gelegentlich auch einige blasende bzw. streichende Gastmusiker zu hören. Letztere sorgen leider einige wenige Male - in "Il Secondo Passo" z.B., oder im abschließenden "Crisantemo" - für unnötigen zuckrigen Schmalz. Ansonsten wird hier durchaus komplex, engagiert und verspielt geproggt.

Recht jazzig-rockig ist die Musik im Großen und Ganzen ausgefallen, durchaus vertrackt, gleichzeitig klangvoll und symphonisch. Kollege Kohlruß nennt PFM als Vergleich, was ganz gut passt. Klare 70er-Jahre-Bezüge sind in der Tat vorhanden, allerdings würde ich gleich in Genua bleiben und behaupten Promenade klingen wie eine etwas modernisierte Version von Picchio Dal Pozzo. Der Rezensent hört nämlich durchweg deutliche Canterbury-Bezüge, perlend-dynamische (E-)Pianolinien, warm blubbernde Bassläufe und diese spezielle vertrackte Fluffigkeit und jazzig-verspielte Verschrobenheit (man höre z.B. "Kernel"), wie sie für diese Spielart des Prog typisch ist.

Verspielt ist dabei überhaupt das Stichwort. Barocke Formen (in "Roccoco" z.B.), eine allgemeine melodisch-runde Ausrichtung und allerlei verzierende Klangeinlagen machen das Album zu einer impressionistisch-kunterbunten Wundertüte. Dabei geht es bisweilen auch durchaus angeschrägt und leicht wüst zu, wie man z.B. im einleitenden "Athletics" an mehreren Stellen nachhören kann.

Promenade haben hier ein sehr abwechslungsreiches Debütscheibchen im Angebot, das Freunden von canterbureskem Italoretroprog sehr zusagen sollte. Schön!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.11.2016
Letzte Änderung: 7.1.2017
Wertung: 11/15

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