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Minami Deutsch

Minami Deutsch

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017 (original auf LP 2015)
Besonderheiten/Stil: Krautrock; Postrock; Psychedelic
Label: Sulatron Records
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Kyotaro Miula Guitar, Vocals, Synthesizer
Takuya Nozaki Drums
Tatsuhiko Rauschenberg Bass Guitar
Yuya Osabe (7), Drums
Hikari Sakashita (8) Drums

Gastmusiker

Taku Idemoto Guitar (7, 8)
Keita Ise Bass Guitar (7, 8)

Tracklist

Disc 1
1. Vocalism Ai - Forever Takemitsu - 5:55
2. Futsu Ni Ikirenai 9:07
3. Terra Recipe 3:51
4. Übergleich part I 6:01
5. Sunrise, Sunset 6:54
6. Übergleich part II 8:20
7. Steal into Hartmut   (Bonus) 13:00
8. Taitan   (Bonus) 8:21
Gesamtlaufzeit61:29


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 2)


Minami Deutsch… Das klingt erstmal nach einer seltsamen Mischung aus Exotik und Deutschtümelei. Die Band kommt aus Tokyo und sieht sich in der Tradition des Krautrocks von Neu! und Can. Und um das Fazit vorwegzunehmen: Krautrock kommt heute aus Japan!

Was die drei Jungs aus Fernost da zusammenbrauen, scheint tatsächlich aus der Kraut-Quelle geschöpft. Ein straighter, monotoner Beat, dazu ein pumpender Bass und zirkulierende Gitarrenschleifen sowie ein Synthiegesurre, das insgesamt eine ungeheuer hypnotische Wirkung hinterlässt, die auf den Hörer bei aller Wucht und vollem Drive komatös wirkt. Immer wieder kommt es nach einiger Zeit zu mehr oder weniger kräftigen Ausbrüchen. Gesungen wird nicht, aber es gibt gelegentlich eine Art Sprechgesang und Wortfetzen wie aus weiter Ferne. Neben einer vereinfachten Krautrockkonzeption könnte hier auch Shoegazer a la My Bloody Valentine oder Postrock im Stil von Mogwai Pate gestanden haben. Oder natürlich alles zusammen und voll heftig.

Die Songs haben unterschiedliche Härtegrade. Nach dem ebenso kernigen wie im Soundbild verschwommenen Opener folgt eine ruhigere, aber gleichwohl kraftvolle Vokalnummer „Futsu Ni Ikirenai“, die auf der magischen Monotonieschiene weiterreitet. Nach einiger Zeit denkt man, jaaa, okay, ist cool, aber passiert noch was? Und genau dann setzt unvermittelt so ein röhrendes, fuzziges, bratzeliges Gitarrensolo ein, das dir Hirn und Gehörgänge ordentlich durchbläst. Waaaah… davon hätte ich gerne noch mehr gehört! Ähnlich ging es mir beim folgenden „Terra Recipe“, das erstaunlicherweise viel zu kurz geraten ist, denn gerade da, wo asiatischer Sound einsetzt, bricht der Song auch schon wieder ab. Das hätte ich gerne noch ein Weilchen länger gehört!

Die folgenden Stücke des regulären Albums bieten weitere Facetten des "Minami Deutsch"–Krautsounds, mal spacig-psychedelisch treibend, mal licht und luftig verspielt. Den Abschluss des ursprünglich 2015 auf LP erschienenen Albums bildet eine schön relaxte Vokalnummer mit Can-Anklängen. Für die CD-Veröffentlichung wurden noch über 20 Minuten hörenswertes Bonusmaterial angehangen, bei dem „Steal into Hartmut“ wie eine lange Live-Improvisation klingt und „Taitan“ flott-spacigen Rock bietet.

Für alle Krautrock-Fans eine dicke Empfehlung für diese Band und dieses Album aus dem Land der aufgehenden Krautrock-Sonne!

Anspieltipp(s): Vocalism Ai, Futsu Ni Ikirrenai, Übergleich part I
Vergleichbar mit: Neu!, Can, My Bloody Valentine, Mogwai
Veröffentlicht am: 30.1.2017
Letzte Änderung: 30.1.2017
Wertung: 12/15
Limitiert auf 500 Stück im Fold Out Digisleeve

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Krautrock, diese urdeutsche Variante progressiver Rockmusik, wird längst nicht mehr nur in Deutschland gemacht. Selbst im fernen Japan frönt man dieser Art Musik - eigentlich nicht ganz überraschend, sind oder waren doch Krautrock-Ikonen wie Klaus Dinger und Mani Neumeier zumindest partiell in Japan wohnhaft.

Nun geht also eine Band mit dem schönen Namen Minami Deutsch mit ihrem Debütalbum an den Start, wobei dieses eigentlich schon 2015 herauskam, damals aber nur als LP; seit Anfang 2017 gibt es auch eine CD-Version, die noch um über zwanzig Minuten Bonusmaterial erweitert ist.

Von der ersten Sekunde an fühlt man sich in die Jahre um 1970 zurückversetzt. Als würde der Geist des seligen Klaus Dinger über dem Schlagzeug schweben, rattert dieses in stoischer Monotonie voran, dazu Gitarrenläufe, wie sei weiland Michael Rother bei Neu! gemacht hat. Mal zu kunstvollen psychedelisch-hypnotuschenen Geflechten verwoben, mal sägend und kratzend oder auch mit punkig-dreckigen Ausbrüchen. Stets kommt die Musik dabei mit ordentlicher Dynamik aus den Boxen gesprudelt, vom geradezu maschinenhaft agierenden Schlagzeug getrieben .

Neu! sind hier ganz klar das Vorbild, manches Stück könnte glatt von einer bislang verschollenen Session dieses legendären Duos stammen. Auch Can klingen hin und wieder an, wenn die Musik etwas mehr in avantgardistische Bereiche abdriftet. Manchmal wird die Musik noch von einer Art Sprechgesang ergänzt, der ebenso stoisch und monoton vorgetragen wird.

Ein klarer Tipp für Krautrock-Liebhaber.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.6.2017
Letzte Änderung: 6.6.2017
Wertung: 11/15

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