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Michael Holmes

Subterranea

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017 (Original Motion Picture Soundtrack)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Konzeptalbum; Ambient; Elektronische Musik; sonstiges
Label: Giant Electric Pea
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Michael Holmes all instruments, programming

Gastmusiker

Peter Nicholls vocals (23)

Tracklist

Disc 1
1. Are You Awake 3:24
2. Awake 0:53
3. ABC 1:54
4. The Rip 2:18
5. Reflection 1:55
6. She`s Down There 1:29
7. On The Street 2:43
8. Under The Stairs 3:37
9. The River 1:38
10. With A Gun 2:02
11. In The Car 0:53
12. Closer 4:17
13. In The Box 0:59
14. You Need To Leave Now 1:34
15. Meeting 1:06
16. Goin`Down 2:15
17. In The Basement 4:17
18. In The House 3:47
19. Deceit And Death 5:02
20. Beginning The End 3:17
21. You Made It 11:27
22. Goin`Back 2:06
23. In This Wilderness 6:04
Gesamtlaufzeit68:57


Rezensionen


Von: Jörg Schumann @ (Rezension 1 von 2)


Vor 20 Jahren veröffentlichte die britische Band IQ ihr sechstes Studioalbum Subterranea. Das Konzeptalbum handelt von einem Mann, der sein ganzes Leben im Rahmen eines Experimentes eingesperrt war und von allen äusseren Sinneseinflüssen abgeschottet worden ist. Eines Tages entkommt er (oder wird freigelassen; was nicht ganz klar ist) und die Umwelt stürzt auf ihn ein. Er sammelt Erfahrungen jeder Art: mal wollen ihn religiöse Fanatiker bekehren, dann verliebt er sich, schliesslich tötet er einen Verfolger. Irgendwann realisiert er, dass es noch andere Opfer wie ihn gibt (die alle mit dem quadratischen IQ-Logo gebranntmarkt sind), schliesst sich mit ihnen zusammen und versucht, Rache an seinen Peinigern (Mockenrue) zu nehmen. Diese sind jedoch zu clever, sperren alle in einem Haus ein und verbrennen die Versuchskaninchen und sämtliche Evidenz des Experiments. Übrig bleibt alleine der Protagonist, der sich resigniert wieder in die Isolation zurückzieht, womit der Kreis sich schliesst.

Basierend auf dieser Story schrieb der amerikanische Regisseur Mathew Miller ein Drehbuch und drehte 2013 grösstenteils in Montana den Film "Subterranea" mit (mir) unbekannten Schauspielern. Die Postproduktion erfolgte ein Jahr später; dann wurde auch der Soundtrack geschrieben und aufgenommen.

Als Komponisten dafür konnte Miller Mike Holmes von IQ gewinnen. Alles andere wäre irgendwie auch komisch gewesen. Holmes war von Anfang an von der Idee begeistert, einen Filmsoundtrack zu schreiben. Schwierig fand er dabei aber, eine vernünftige Balance zwischen einem simplen Remixing der bestehenden Kompositionen von Subterranea und komplett neuem Material zu finden. Einerseits machte es natürlich Sinn, Material des Doppelalbums zu verwenden, da der Film schliesslich auf Peter Nicholls Story und dem Album basierte, andererseits wollte Holmes die Szenen des Filmes musikalisch neu illustrieren und passend vertonen.

Seine Überzeugung war, dass ein Filmsoundtrack immer dann erfolgreich und gut ist, wenn er weitgehend unbemerkt bleibt und sich nicht in den Vordergrund spielt. Am Ende entstand ein Soundtrack, in den immer wieder Themen des Originalalbums einfliessen und dezent modifiziert werden. Dies passiert vor allem dort, wo sich die Story des Filmes mit der des Albums überschneidet. Holmes hat aber auch viel neue Musik geschrieben.

Für den vorliegenden Soundtrack hat Holmes dann die Kompositionen nochmals überarbeitet, da er wollte, dass man das Album auch ohne Film hören kann. Die Musik des Filmes unterscheidet sich also von der auf dieser CD.

Subterranea wurde 2015 an kleineren Film-Festivals in den USA gezeigt und erhielt einige Preise (u.a. in Rhode Island, Queen City, am Reel East Festival, in Reno/Tahoe und am Montana Film Festival). Im Frühling 2016 wurde er in London aufgeführt und schliesslich im Herbst letzten Jahres auf DVD veröffentlicht, zuerst allerdings nur in den USA.

Ich kenne den Film noch nicht, weshalb ich nicht beurteilen kann, ob die Musik diesen passend untermalt oder nicht. Zur Musik kann ich soviel sagen: grösstenteils sehr ruhig, z.T. Ambient-mässig, zitiert Holmes immer wieder Themen und Motive aus IQ`s Album. Zu Anfang wird es zum einzigen Mal auf dem Album heftig und laut. Ein kurzes krummtaktiges Einspiel mit dramatischen Keyboards, schreiender Gitarre und heftigen Schlagzeugeinlagen eröffnet die Platte. Von da an setzt Holmes seine Vorgabe mutmasslich perfekt um. Die Musik fällt nicht auf. Und ich meine das nicht negativ.

Licht aus. Musik an. Dazu ein Glas Rotwein. Man kann in Holmes Soundtrack eintauchen. Ich bin gespannt auf den Film.

Den Schluss macht ein Song, den Holmes zusammen mit Nicholls schrieb und der stilistisch auch gut auf The Road of Bones gepasst hätte.

IQ-Fans dürfen hier zugreifen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.2.2017
Letzte Änderung: 5.2.2017
Wertung: keine (ist Filmmusik, kaum Prog)

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


"Ist Filmmusik, kaum Prog," schreibt Jörg weiter oben. Ersteres ist streng genommen nicht ganz korrekt, und Zweiteres ist sicher Ansichtssache. Wie mein Vorschreiber schon dargelegt hat, handelt es sich bei Michael Holmes "Subterranea" um eine Art Bearbeitung seiner Soundtrackmusik für den gleichnamigen, auf der Geschichte des ebenfalls gleichnamigen IQ-Albums basierenden Film von Mathew Miller; ein darauf aufbauendes Elaborat also, das auch ohne den Film funktioniert. "Subterranea" ist daher kein Original-Soundtrack-Album (auch wenn es so auf dem Cover steht), sondern eine eigene Klangreise, natürlich vollständig basierend auf dem Soundtrackmaterial. Mit dem Retro-Neoprog von IQ hat das meist nichts zu tun (bis auf Anfang und Ende der Scheibe), auch wenn immer mal wieder Motive und Melodien aus dem erwähnten IQ-Album durch die Gehörgänge huschen. Doch finde ich, dass das Ganze trotzdem durchaus progressive ausgefallen ist, auch wenn es selten bis gar nicht rockt.

Nach dem fast metallisch riffenden "Are You Awake? " (welches sicherstellt, dass man es in der Tat ist), geht es hier recht ruhig und sphärisch zu, bewegt sich die Musik meist in elektronisch-ambientartigen Gefilden, dominiert von flächigen, streicherartigen Sounds, allerlei Elektronikwabern, hallenden Pianotönen, aber auch diversen einlagen von Gitarren, gesampelte Chöre und Stimmen und diversen Keyboards. Dazu kommen offenbar Stimmfragmenten und Geräusche aus dem Film, die gelegentlich durch das Klangbild gleiten. Bisweilen pulsieren auch rhythmische Muster dezent voran (man höre z.B. "On The Street", oder "Under The Stairs"), arbeiten sich sonore Bassmuster nach vorne, wallt die Musik bedrohlich auf (in "With A Gun" z.B., oder "You Made It"), oder kommt elektronische Perkussion zum Einsatz. Ab und zu wird es sogar milde freiformatig.

Das Ergebnis ist ein sehr atmosphärisches Gemenge an Klang, das meist luftig, ätherisch und immer leicht melancholisch aus den Boxen fließt, in das man eintauchen und sich treiben lassen kann. Ein klein wenig gleichförmig ist dasselbe vielleicht ausgefallen, verändert sich doch am kompositorischen Konzept über die lange Dauer des Albums nicht allzu viel. Trotzdem ist die Musik farbig und abwechslungsreich genug, um den Hörer nicht zu verlieren und interessiert lauschend durch das Album zu tragen.

Zum Abschluss des Albums gibt es dann einen neuen IQ-Song zu hören, der von Holmes und Nicholls exklusiv für den Film geschrieben wurde. "In This Wilderness" bewegt sich ebenfalls in eher melancholischen Gefilden, rockt dabei aber kräftig mit jaulen-krachenden E-Gitarren und voluminös-hymnischen Tastenstreichereinlagen, und bietet aber die typischen Ingredienzien der rezenteren IQ-Musik.

IQ-Fans dürfen hier zugreifen? Sicher, so sie denn nicht erwarten, dass hier IQ-Musik geboten wird. Aber, auch alle die symphonisch-atmosphärisch-progressive Elektronikgespinste schätzen, sollten hier einmal reinhören. Also, ich find’s gut.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.3.2017
Letzte Änderung: 12.3.2017
Wertung: 11/15

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