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Hagen von Bergen's Hargest Darken

Der Dauernde Fluss

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; Elektronische Musik
Label: BI-ZA Records
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Frank Schüßler Electronics, Sounds, Keyboards, Instruments

Tracklist

Disc 1
1. Bardo 10 25:58
2. Bardo 9 11:41
3. Bardo 8 18:15
4. Bardo 7 15:16
5. Bardo 6 3:32
Gesamtlaufzeit74:42
Disc 2
1. Bardo 5 10:28
2. Bardo 4 12:32
3. Bardo 3 6:18
4. Bardo 2 14:18
5. Bardo 1 35:10
Gesamtlaufzeit78:46


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Hagen? Von Tronje? Ne … von Bergen! Wo ist Bergen? Es hat etwas gedauert das mit Hilfe verschiedener Suchmaschinen herauszufinden. Offenbar handelt es sich um Bergen bei Kirn in der Pfalz (Landkreis Birkenfeld), einem Dorf mit etwas mehr als 400 Einwohnern, am Südostrand des Hunsrücks. Dort lebt offenbar Hagen alias Frank Schüßler und macht elektronische Musik (in der Klanganstalt Bergen – sein kleines Tonstudio ... also sein Hobbyraum), die er seit einiger Zeit auf dem eigenen Label BI-ZA Records veröffentlicht.

Sein derzeit neuestes dort erschienenes Werk nennt sich "Der Dauernde Fluss" und wurde unter dem etwas komplizierten Projektnamen Hagen von Bergen’s Hargest Darken veröffentlicht. Zwei gut gefüllte CDs findet man in dem in eher düsteren Farben gehaltenen, recht edel aufgemachten Klapp-Digipack. Alle Nummern heißen "Bardo", durchnummeriert von 1 bis 10, oder genauer von 10 bis 1.

Als Bardos (tibetisch für Zwischenzustand) bezeichnet man im Tibetischen Buddhismus verschiedene mögliche Bewusstseinszustände, im Diesseits wie im Jenseits, vom normalen Wachbewusstsein bis hin zum Zustand der endgültigen Entkörperung, der schließlich in der Wiedergeburt mündet. Offenbar hat Schüßler hier nun solche in Ton gesetzt.

Dichte elektronisch-akustische Klanggemälde gleiten hier dementsprechend aus den Boxen, sehr voluminös, bisweilen rhythmisch gefügt, alles in allem aber eher freiformatig und formlos, durchaus farbig und abwechslungsreich gestaltet, und sehr dicht und dynamisch produziert. Das klangliche Ergebnis bewegt sich irgendwo im Grenzgebiet von Elektronischer Musik und düsteren Ambientsounds, erinnert dabei ein wenig an die Darkambient-Tongespinste von Peter Andersson alias raison d'être (siehe Atomine Elektrine), gibt sich aber schwungvoller, sperriger und organischer, wirkt elektronischer im krautigen Sinne, auch experimenteller und abenteuerlustiger. Ein dichtes Gemenge an diversesten Sounds und Klängen, Field Recordings, Samples und elektronisch-akustischen Instumentaltönen wabert hier aus den Boxen, oft ziemlich kantig, mit Nähe zu repepetitiven Maschinenklängen und industriellen rhythmischen Mustern, nicht selten aber auch freier wabernd, ausladend-kosmisch, oder frei klangmalend, und versehen mit viel Hall und Atmosphäre.

Natürlich kann man die Frage stellen, ob es gleich zwei randvolle CDs haben sein müssen. Vermutlich hätte man das Material auch auf eine CD-Länge komprimieren können, ohne dass allzu viel kompositorische Substanz verloren gegangen wäre, tritt die Musik doch oft (genretypisch) ziemlich auf der Stelle. Andererseits kann man auch nicht sagen, dass es hier irgendwo langweilig werden würde. Man braucht allerdings etwas an Zeit, um diese Klanglandschaften auf sich wirken zu lassen.

Wer freies Klangbasteln mit elektronischen Klängen und Samples schätzt, keine Aversionen gegen formlos-schräge Tongebilde hat, nicht auf rhythmische Komplexität angewiesen ist um Musik goutieren zu können, und allgemein Soundlandschaften mit viel (düsterer) Atmosphäre schätzt, der sollte "Der Dauernde Fluss" (was übrigens die hier zu hörende Musik ziemlich gut beschreibt) auf jeden Fall einmal antasten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.2.2017
Letzte Änderung: 1.3.2017
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Wie an anderer Stelle schon erwähnt, handelt es sich hierbei um eine Art Schwesteralbum zu Christian Fiesels Hagen's Delight. Die von dem als Hagen von Bergen auftretenden Musiker auf dieser - natürlich prall gefüllten - Doppel-CD generierten Klanglandschaften sind allerdings von deutlich anderem Charakter.

Der dauernde Fluss orientiert sich weniger stark an der Berliner Elektronik (wobei es dennoch einige Passagen mit Sequenzerpatterns gibt), zeigt sich dafür mehr Ambient-orientiert und gelegentlich auch von asiatischer Musik beeinflusst. Der Titel passt dabei sehr gut, denn tatsächlich hat man beim Hören den Eindruck, dass sich hier ein breiter Fluss vornehmlich elektronischer Klänge aus den Boxen ergießt. Dieser zeigt einen steten Wechseln zwischen freiformatigen und strukturierten Passagen, dunklen Ambient-Klangflächen und maschinenartigen Rhythmen, besteht bisweilen nur aus scheinbar wahllos hervorgebrachten Geräuschen und zeigt sich insgesamt recht sperrig.

Prinzipiell wird also einiges an Abwechslung in diesem Fluss geboten, dennoch leidet die Musik an manchen Stellen wieder am typischen Elektroniker-Syndrom: bisweilen wird einfach zu sehr ausgewalzt. Speziell der letzte Track ist mit über einer halben Stunde, deren Substanz doch recht überschaubar ist, eindeutig überdimensioniert. Man hätte das Ganze locker auf eine CD kondensieren können (und auch da hätte man nicht die maximale Spieldauer ausnutzen müssen). Liebhaber der eher sperrigen Elektronik mit Tendenz zu Dark Ambient sollte sich diesen Fluss jedenfalls mal zu Gemüte führen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.4.2017
Letzte Änderung: 9.4.2017
Wertung: 10/15

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