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Mateusz Święcicki

Halo Wenus

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017 (Aufnahmen von 1974)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; sonstiges
Label: GAD Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Mateusz Święcicki Arp Odyssey
Ryszard Szumlicz Drums, Percussion
Ryszard Siwy Organ
Krzysztof Potocki Bass

Tracklist

Disc 1
1. Halo Wenus I 2:38
2. Weseli Omsowie 1:51
3. Kosmiczny Hok 1:57
4. Stalownia Merkury 3:05
5. Rok 3000 2:37
6. Elektro-koty 1:16
7. Polowanie na kurdle 1:55
8. Kania na kraterze 2:33
9. Astro Zegar 2:08
10. Most galaktyczny 2:48
11. Walc slonecznych ptakow 1:15
12. Wojna gigantow 3:52
13. Halo Wenus II 2:18
14. Orlando   (Bonustrack) 2:50
15. Wariacje na temat Falconeriego   (Bonustrack) 2:34
Gesamtlaufzeit35:37


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Halo Wenus? Hallo Venus? Vermutlich. Wieder einmal haben GAD Records aus Polen in irgendwelchen Archiven und Abstellkammern gestöbert. Gefunden wurde diesmal Musik von Mateusz Swiecicki, ein polnischer Komponist und Keyboarder, der sich auch als Schriftsteller und Radiojournalist betätigt und seit den frühen 70er Jahren des letzten Jahrhunderts Musik vor allem für Radio, Film und Fernsehen produziert, komponiert und arrangiert.

Aufgenommen wurden die auf "Halo Wenus" zu hörende Musik Anfang 1974 im Tonstudio des staatlichen Polnischen Radiosenders (Polskie Radio). Verwendet wurden die Klänge, zumindest die Tracks 1-13, vom Wytwornia Filmow Dokumentalnych (WFD), den Dokumentarfilm Studios, um damit entsprechende Filmproduktionen mit Musik zu unterlegen. Die Stücke 14 und 15 (in den Titelangaben als Bonustracks bezeichnet) wurden auch 1974 aufgenommen, haben aber nichts mit dem WFD zu tun und wurden wohl für Radiosendungen verwendet. Offenbar wurde damals noch einiges weiteres Material eingespielt, doch ist dasselbe nicht mehr vorhanden, und der elektrophile Progger muss sich mit den 35 Minuten begnügen, die auf "Halo Wenus" zu finden sind. Diese sind allerdings ziemlich unterhaltsam.

Swiecicki, der offenbar vom orchestralen Jazz kam, und seine Mitmusiker erzeugen hier ausgesprochen kurzweilige SF-Klänge, vornehmlich erzeugt von einem ARP Odyssey Synthesizer, unterstützt von E-Orgel, Bass und Schlagzeug. Das klangliche Ergebnis klingt dabei entweder nach elektronischem Jazz (die beiden Versionen des Titelstücks erinnern z.B. an Brubecks "Take Five", allerdings dominiert von einem Synthesizer), oder nach freierem, erstaunlich sperrig-schrägem, spacig-kosmischen Elektronikklangmalen, meist über einer dezent bis dynamisch vorantreibenden Rhythmusgrundlage. Bisweilen ist der ARP aber auch freiformatig am wuseln (wie z.B. in "Kosmiczny Hok").

"Halo Wenus", entstanden noch vor Niemens "Katharsis" (das als erstes polnisches Elektronikalbum gilt), bietet eine sehr unterhaltsame und originelle Mischung aus experimenteller Elektronik und jazzigen Rhythmen, und verbreitet dabei die wohlige, aus heutiger Sicht etwas angestaubte, dabei aber seltsam futuristische Sci-Fi-Atmosphäre mit Raumschiff-Charme. Wer z.B. die ähnlich konzipierte Musik von Piero Umiliani oder Bernard Fevre schätzt, der sollte "Halo Wenus" nicht verpassen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.3.2017
Letzte Änderung: 12.3.2017
Wertung: 10/15

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