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['ramp]

steel and steam

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Doombient Music
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Stephen Parsick Synthesizers, Keyboards, Electronics, E-Pianos, Mellotron, Sequencer
Marc Shreeve Synthesizers, Keyboards, Electronics (Tracks 6-10)

Tracklist

Disc 1
1. zeppelin 9:11
2. node part one 6:59
3. node part two 5:55
4. solenoid 9:34
5. [led] 6:53
6. puppets 16:19
7. steel and steam part one 2:39
8. steel and steam part two 4:35
9. steel and steam part three 4:43
10. steel and steam part four 8:49
Gesamtlaufzeit75:37


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Für das 2011 erschienene siebte ['ramp]-Album "steel and steam" hatte sich Stephen Parsick einen prominenten Gastmusiker gesucht. Also, für die zweite Hälfte der CD. Die Stücke 1-5 wurden von Parsick im Alleingang in Bielefeld eingespielt, vermittels eines ziemlich großes Arsenals analoger und digitaler Synthesizer, Effektgerätschaften, Sampler und Sequenzer, aber auch E-Pianos und eines Mellotrons. Ab "puppets" ist dann zudem Mark Shreeve an einem nicht minder umfangreichen elektronischen Instrumentarium zu vernehmen, seines Zeichens Kopf von Redshift und ein Teil des Duos ARC. Aufgenommen wurde das Materials in Shreeves Distant Sun Studio in London.

Zu hören gibt es auf "steel and steam" die charakteristische, Berlin-inspirierte Elektronik, die auch auf den meisten anderen ['ramp]-Scheiben zu finden ist, sehr voluminös und dynamisch produziert, ausgesprochen vielschichtig arrangiert und versehen mit allerlei klangmalendem Ambientwabern als moderner Komponente. Das umfangreiche eingesetzte Ensemble von Tonerzeugern sorgt zudem dafür, dass die Musik ausgesprochen farbig und dicht voran gleitet.

Dazu kommt besonders auf diesem Album, dem Titel und Cover entsprechend, eine gewisse maschinell-industrielle Komponente. Nein, auf "steel and steam" gibt es keine Industrialmusic zu hören, aber das elektronische Pulsieren und die rhythmischen Muster sind hier deutlich härter und kantiger ausgeprägt als auf anderen ['ramp]-Scheiben, ergänzt um kernig hallende E-Pianoschläge, sonor wummernde Bassmuster und allerlei dampfende, zischende und kreischende Elektroniksounds. Der Eindruck entsteht, dass man hier über weite Strecken einer elektronischen Interpretation eines Stahlwerks lauscht, ohne dass die Musik dabei aber wirklich in lärmende oder wüste Gefilde geraten würde.

Dazu kommen natürlich auch allerlei genretypisches kosmisch-spaciges Wabern, angedüsterte Ambientwolken und luftigeres Tonfliessen, was für einige ruhende Klanginseln und ruhiger wogende Soundseen sorgt (man höre z.B. "solenoid"). Dazu bewegen sich auch ab und zu fast klassisch anmutende Sequenzermuster durchs Klangbild (in "[led]" z.B.).

Das mit Shreeve eingespielte Material unterscheidet sich stilistisch nicht von den Parsick-Solonummern, kommt aber noch eine Spur fetter und runder aus den Boxen, mal mysteriös und bedrohlich hallend ("puppets"), mal maschinell pulsierend (in der Titelsuite). Das E-Piano sorgt hier, eingewoben in mächtige Soundwände, voluminöse Klangwolken, sonores Dröhnen, hallende Chorsamples und gleitende Streicherflächen, mitunter für fast jazzige, perlend-hallende Muster (die mich immer Mal wieder an die minimalistisch-repetitiven Läufe bei Soft Machine erinnern), die für eine erstaunlich warme und organische Atmosphäre sorgen. Im Kontrast dazu erklingen aber immer wieder laute, verzerrt-dröhnende perkussive Schläge, die wiederum den industriellen, glühend-stampfenden Charakter betonen (man vergleich z.B. "steel and steam part two" mit "steel and steam part three"). Gigantisch!

"steel and steam" ist ein ausgesprochen beeindruckendes Album mit progressiver Elektronik, die vor allem aufgrund ihrer druckvollen Dynamik und kantigen Rhythmik beweist, dass elektronische Musik mitnichten nur fromloses metaphysisches Klangblubbern hervorbringen kann. Die CD-Version von "steel and steam" war offenbar auf 300 Exemplare limitiert, was den Erwerb inzwischen nicht mehr ganz so einfach macht. Freunde symphonisch-sperriger Elektronik sollten sich aber nach dem Teil umschauen. Groß!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.3.2017
Letzte Änderung: 12.3.2017
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von ['ramp]

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1998 nodular 12.00 1
2000 frozen radios 11.00 1
2001 Oughtibridge 11.00 1

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