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Maxophone

La Fabbrica Delle Nuvole

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: AMS Records
Durchschnittswertung: 10.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Sergio Lattuada pianoforte, tastiere e voce
Alberto Ravasini chitarre, tastiere e voce solista
Marco Tomasini chitarra elettrica e voce
Marco Croci basso e voce
Carlo Monti batteria, percussioni e violino

Tracklist

Disc 1
1. Un Ciclone Sul Pacifico 4:48
2. Perdo Il Colore Blu 4:09
3. Il Passo Delle Ore 5:44
4. La Fabbrica Delle Nuvole 5:42
5. La Luna E La Lepre 5:30
6. Estate '41 5:56
7. Nel Fiume Dei Giorni I Tuoi Capelli 3:42
8. Il Matto E L'Aquilone 7:31
9. La Parole Che Non Vi Ho Detto 2:19
Gesamtlaufzeit45:21


Rezensionen


Von: Jörg Schumann @ (Rezension 1 von 3)


Anno 1975 veröffentlichten Maxophone ihr erstes und einziges Studioalbum Maxophone. Darauf kredenzten die Lombarden klassischen Progrock, inspiriert durch Bands wie Genesis und Premiata Forneria Marconi, der mit einigen Canterbury-Intarsien ausgelegt war. Die Stücke waren durch ein vielfarbiges Instrumentarium, in erster Linie Bläser, geprägt. Nachdem sich die Band 1977 wegen interner Differenzen aufgelöst hatte, dauerte es bis 2008, bis man sich neu formierte. Fünf Jahre später trat man in Kawasaki auf, wovon das Album Live In Tokyo Zeugnis abliefert. In den Jahren danach begab man sich ins Studio und arbeitete an vorliegendem Album, dessen Texte allesamt von Roverto Roversi, einem italienischen Dichter und Schriftsteller stammen. Das Album ist diesem zudem gewidmet.

Was zuerst auffällt, ist der tolle Sound des Albums. La Fabbrica Delle Nuvole klingt einfach verdammt gut. Sauber, druckvoll wo dies nötig ist, differenziert. So packen einen die Stücke von der ersten Sekunde an. Musikalisch überzeugt das Album ebenfalls sofort. Dabei erinnert es mit seinen immer wieder eingestreuten mehrstimmigen Vokalharmonien und auch durch gewisse Tonfolgen und Harmonien ein wenig an Gentle Giant. Die ersten beiden Stücke sind da exemplarisch zu nennen. Hier wird auch schön verschnörkelt und krummtaktig zu Werke gegangen. Es folgt eine schöne Ballade, bevor man wieder mit windschiefen Piano-Akkorden am ProgRad dreht. Gekonnt legt sich die Gitarre darüber, schreitet ein walking-bass daher und bläst eine Hammond-Orgel einen Hauch Keith Emerson durch den Hörraum.

Die Musik hat ab und an einen medievalen Anstrich, ist sehr abwechslungsreich und kurzweilig. Die fehlenden Bläser im Vergleich zu früher vermisse ich persönlich nicht. La Fabbrica Delle Nuvole ist anders als das Debutalbum. Irgendwie moderner, irgendwie aber dennoch klassisch; zeitlos trifft`s wahrscheinlich am besten.

Anspieltipp(s): Un Ciclone Sul Pacifico, Nel Fiume Dei Giorni I Tuoi Capelli
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.5.2017
Letzte Änderung: 31.5.2017
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 3)


42 Jahre bis zum zweiten Studioalbum - das dürfte ein Rekord sein, den die Italiener Maxophone hier aufgestellt haben. Wobei es bis zum eigentlichen zweiten Album „nur“ 39 Jahre dauerte, aber Live in Tokyo enthielt kein neues Material.

Nun erschien im Frühjahr 2017 also das zweite Album mit dem Titel La Fabbrica delle Nuvole (Die Wolkenfabrik), was ja schon eher wieder ein typischer Name für eine Retroprog-Band wäre - die wird bestimmt noch gegründet. Mit Sergio Lattuada und Alberto Ravasini sind noch zwei Musiker sind von der Urformation dabei.

Die instrumentale Vielfalt des 1975er Debüts ist hier weitergehend aufgegeben worden, neben Gitarre, Bass, Schlagzeug und einer Menge Tasten kommt lediglich noch eine Violine ab und an zum Einsatz. Musikalisch zeigt sich die Band auf ihrem Zweitling dagegen recht vielfältig, wobei auch Ausflüge in progferne Genres nicht gescheut werden. Was meine ich damit? Nun, ein in der Geschichte des Italoprog versierter Kollege schrieb dereinst, in keinem anderen Land seien „…die Übergänge zum Italopop (Italo-Schlager) so fließend“. Ja, das kannste hier aber laut sagen! Maxophone schaffen es hier locker, zwischen Gute-Laune-Pop-Attitüde und vertracktem Prog zu wechseln, dass es fast schon wieder Freude macht, den poppigen Stellen zu lauschen, nur um auf die nächste proggige Passage zu warten.

Wie schon weiland auf dem Debüt sind es auch auf La Fabbrica delle Nuvole vornehmlich die Gesangsmelodien, die der Musik gelegentlich mehr als einen Anflug von Italopop verleihen (Il passo delle ore, oder das etwas seichte Estate ’41 etwa), während die von kunstvoll-schwelgerischen Tastenklängen dominierte Musik klar in Gefilden des klassischen italienischen Sympho-Prog angesiedelt ist, der gelegentlich auch etwas von Folk oder - seltener - Jazz beeinflusst ist.

Zu den Höhepunkten gehören das instrumentale Titelstück, das zwischen folkig-mittelalterlichen und vertrackten Passagen wechselnde La Luna e la lepre, welches mit seinen mehrstimmigen Gesangseinsätzen gar ein wenig an Gentle Giant erinnert, oder das kunstvoll verschachtelte Nel fiume dei giorni i tuoi capelli.

Insgesamt gehören Maxophone auch mit ihrem Zweitling nicht gerade zur Speerspitze des italienischen Prog, ein nettes Wiederhören ist es aber allemal. Vor allem wenn man bedenkt, dass derartige Reunions oftmals in die Hose gehen. Da kann sich die Wolkenfabrik durchaus sehen und hören lassen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.6.2017
Letzte Änderung: 1.6.2017
Wertung: 9/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


Die italienische Band Maxophone aus Mailand gründete sich 1973 aus 2 verschiedenen Bands mit unterschiedlichen musikalischen Wurzeln und veröffentlichte 2 Jahre später ihr bisher einziges Studiowerk. Bereits 1977 trennten sie sich und dies obwohl sie Erfolge aufzuweisen hatten. Denn 1976 durften sie beim Jazzfestival in Montreux spielen, was ja für jede Band eine besondere Ehre darstellt. Veranstalter Claude Nobs war nämlich sehr wählerisch.

Es ist schon etwas überraschend, wenn eine Band 42 Jahre nach ihrem Debüt jetzt also das zweite Album folgen lässt. Die beiden Komponisten der Band sind aber noch mit an Bord, was ja schon mal positiv zu vermerken wäre. Dass die Texte von keinem geringeren als Roberto Roversi geschrieben worden sind, diesem mehrfach ausgezeichneten italienischen Schriftsteller, Poeten und kritischen Journalisten, der bereits 2012 im hohen Alter von 89 Jahren verstorben ist, beweist Zweierlei. Erstens die langjährige Freundschaft zwischen dem Kopf der Band Alberto Raversini und dem Dichter, und zweitens die Zeit, die sich die Band mit den Aufnahmen nahm. Zwischen 2012, dem Todesjahr Roversi's und dem Veröffentlichungsjahr des Albums in 2017 liegen immerhin 5 Jahre!

Bläser gibt es keine mehr, doch wer auf italienischen Prog in italienischer Sprache steht, sollte dennoch rein hören. Sie spielen einen stringenten Retroprog mit manchmal folkloristischen Zwischentönen (LA LUNA E LA LEPRE), manchmal mit südländischen Klängen wie im etwas abfallenden ESTATE '41 oder stark an Gentle Giant erinnernde Tracks wie UN CICLONE SUL PACIFICO mit dieser unwiderstehlichen Violine.

Doch sie wirken nie so verkopft wie die verkannten Progger aus England. Die Italiener bleiben stets in einer gewissen Wohlfühlatmosphäre und nehmen den Begriff „Wohlklang“ sehr ernst. Einige Songs kratzen zwar in Tracks wie NEL FIUME DEL GIORNO I TUOI CAPELLI verdammt nah an deren Erbe, doch es bleibt immer eine gewisse Leichtigkeit in der Komposition. Herrlich altmodisch, wunderbar und mit Spielfreude modern interpretiert.

Die Produktion ist perfekt. Das Album klingt klar wie ein herrlicher, wolkenloser Sommertag am frühen Morgen. Warm, trocken und dynamisch. Die Instrumente stehen ziemlich gleichberechtigt nebeneinander und geben sich gegenseitig viel Raum um zu brillieren.

Schöner Retroprog mit vielen guten (Prog)Ideen, stets genügend Melodie um gut im Ohr hängen zu bleiben und diesen poetischen Texten eines großen Schriftstellers des Landes aus dem Süden lohnen den Kauf.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.8.2017
Letzte Änderung: 7.8.2017
Wertung: 11/15
hervorragender, warmer Klang mit intelligenten Texten und Melodien machen Laune

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Maxophone

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1975 Maxophone 10.75 4
2014 Live In Tokyo 10.50 2

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