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Richard Barbieri

Planets + Persona

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; ArtPop; Elektronische Musik
Label: KScope
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Richard Barbieri synthesisers, keyboards, sound design, sampler, percussion programming

Gastmusiker

Lisen Rylander Löve voices, sound design, omnichord, saxophones
Luca Calabrese trumpet
Christian Saggese acousitc guitar
Kjell Severinsson drums, percussion
Klas Assarsson vibraphone
Percy Jones bass guitar
Grice Peters kora

Tracklist

Disc 1
1. Solar Sea 7.30
2. New Found Land 7.18
3. Night of the Hunter 10.45
4. Interstellar Medium 5.38
5. Unholy 8.58
6. Shafts of Light 6.38
7. Solar Storm 6.22
Gesamtlaufzeit53:09


Rezensionen


Von: Marc Colling @


Richard Barbieri wird Ende dieses Jahres 60 Jahre alt. Da wundert es nicht, dass er in seiner langen musikalischen Karriere mit vielen bekannten Künstlern erfolgreich zusammen gespielt hat. Die bekanntesten Namen davon sind sicherlich die noch musikalisch eingängigeren 'Japan', die New Wave Pioniere der 70/80'er. Nach dem Split gab es mit deren Mitgliedern noch eine Reihe von neuen Projekten, die anspruchsvoller und künstlerisch wertvoller waren. So spielte er mit David Sylvian's Bruder Steve Jansen gleich mehrmals zusammen, aber auch mit dem Bassisten Mick Karn und der fast kompletten Japan-Band in 'Rain Tree Crow'.

Nicht zu vergessen seine überaus fruchtbare Kollaboration mit Steve Hogarth und interessanterweise auch mit dem Elektro-Pionier Roedelius. Und diese Liste ist beileibe nicht vollständig, denn u. a. fehlen 'Porcupine Tree' noch. Dort spielte er allerdings nicht das, was er unter Musik versteht. Er selbst sieht sich ja nicht als Musiker, sondern als Sounddesigner. Was er auf diesem Album auch eindrucksvoll beweist.

Doch auch solo gab es mit langen Pausen bereits ähnliche Werke wie dieses. Das Letzte vor 8 Jahren. Stilistisch bleibt er in seiner Nische des experimentellen, mit viel Elektronik unterlegten und leicht unterkühlten ArtPops. Wobei ich dieses Wort sehr unpassend finde, denn mit Pop hat er definitiv nichts am Hut. ArtRock wäre aber genauso falsch.Denn auch Rock hört man keinen. Es ist Musik die zwischen allen Welten spielt, sich nicht auf ein Genre festlegt. Wo die Atmosphäre wichtiger ist, als die Noten. Er schießt Klangfetzen in den Raum die sich wie bei einem Puzzle erst nach und nach zu einem Ganzen finden, streut mal einen Solopart an Sax oder Trompete dazu und versetzt dieses unnachahmlich coole Jazzfeeling mit einem Schuss Orient.

Oft entführt er uns in seine Musikwelt der alten fernöstlichen Kultur, manchmal aber auch an die Wiege der Menschheit mit seinen rhythmischen Klängen aus Afrika. Ausschließlich westliche und weiße Musik bleibt fast ganz außen vor. Vieles ist komplex aufgebaut und braucht Zeit um sich zu offenbaren. Doch die Schönheit und Fragilität der Songs ist beim ersten Hör erkennbar. Und wird es mal zu eingängig-rhythmisch, dann durchbricht entweder die Trompete oder das Saxophon die zu heimelige Atmosphäre mit dissonanten Tönen.

Eine ganze Stunde lang nur mehr oder weniger Improvisationen zuzuhören ist allerdings anstrengend. Man hört selten zusammenhängende Melodien. Fans von komplexer und experimenteller Musik werden das Album aber genau deswegen lieben. Persönlich hätte mir ein bisschen mehr Struktur besser gefallen.

Zum Schluss noch ein Tipp in Bezug auf das Hörerlebnis. Egal wie gut und/oder teuer eure Lautsprecher zu Hause sind: dieses Werk ist unterm Kopfhörer das ultimative Hörerlebnis. Erst hier entfaltet sich die ganze Magie seiner Klanglandschaften die aus Trompeten neben Loops, Saxophon neben elektronischem Schlagzeug und dann auch noch Harfe neben tiefen Synthiebässen bestehen. Saaaaaagenhaft.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Instrumentaltrack ohne David Sylvian, manchmal erwarte ich ihn förmlich mit seiner schönen Stimme. Das wär' Klasse!
Veröffentlicht am: 15.4.2017
Letzte Änderung: 15.4.2017
Wertung: 10/15
experimentell wie immer

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Richard Barbieri

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2004 Things buried 12.00 2
2008 Stranger Inside 8.50 2

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