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Stackridge

Extravaganza

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975 (Original LP auf MCA /Rocket PIG)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Beat; Jazzrock / Fusion; Klassischer Prog
Label: Angel Air Records
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Andy Cresswell-Davis guitar, mellotron, vocals
Keith Gemmell saxophone, clarinet, flute
Rod Bowkett keyboards
Paul Karas bass, vocals
Roy Morgan drums
Mutter Slater vocals, flute
Michael Evans violin

Tracklist

Disc 1
1. Spin Round The Room 2:45
2. Grease Paint Smiles 4:04
3. The Volunteer 5:05
4. Highbury Incident (Rainy July Morning) 4:02
5. Benjamin's Giant Onion 4:04
6. Happy In The Lord 3:51
7. Rufus T. Firefly 4:51
8. No One's More Important Than the Earthworm 5:12
9. Pocket Billiards 4:04
10. Who's That Up There with Bill Stokes? 4:36
Gesamtlaufzeit42:34


Rezensionen


Von: Ralf J. Günther @


Die britische Band Stackridge wurde 1969 gegründet. Ihr Stil war stark von den Beatles geprägt. Besser gesagt: Die Gruppe eiferte den Fab Four regelrecht nach. Sie orientierte sich dabei nicht an den harmlosen Liedchen der Frühzeit, sondern an den künstlerisch ambitionierten Stücken der späteren Beatles. Aber nicht deshalb wird die Band hier erwähnt. Vielmehr spielte bei Stackridge auch der Progressive Rock eine gewisse Rolle – am deutlichsten beim Album "Extravaganza" aus dem Jahr 1975.

Dem Aufbau des Albums hört man auch in den heutigen CD- oder Downloadversionen noch das LP-Zeitalter an, weil dem Hörer zwei völlig unterschiedliche "Seiten" geboten werden. Seite 1 ist ganz den beatlesken Songs gewidmet. Sie kombinieren scheinbar fröhliche Klänge mit viel textlichem Sarkasmus und wirken – so übermächtig das Vorbild auch ist – keineswegs wie ein billiges Plagiat. Stackridge arbeiten kreativ mit dem musikalischen "Baukasten" weiter, den die Beatles hinterlassen hatten. Wer sich für diesen Baukasten näher interessiert, der findet in dem Buch "Wie die Jungs aus Liverpool" (Rezension hier) von Bernward Halbscheffel eine Menge Material dazu.

Dass die Band nicht nur eine kommerziell vielversprechende Beatles-Mimikry betrieb, sondern künstlerische Ambitionen auch abseits von charttauglichen Klängen hatte, unterstreicht Seite 2 der LP, die durchweg Stücke im Progstyle enthält – sogar überwiegend instrumental. Es ist ein kleiner Anteil Jazzrock dabei auszumachen, in erster Linie handelt es sich aber um instrumentale Rockmusik mit unterhaltsamer Verzwirbelung und vielen abwechslungsreichen Details. Es ist qualitätvolle 70er-Jahre-Musik, gekonnt gespielt und originell genug, um auch heute noch Spaß zu machen. Der Lebensraum dieser Musik ist natürlich nicht mehr ganz so groß wie vor vierzig Jahren, als es nicht überraschend gewesen wäre, einem Stück wie "Pocket Billiards" mit seinen kirmesmäßig-humoristischen Einsprengseln als Teil eines Film-Soundtracks zu begegnen. Möglicher Plot: Der liebenswert-chaotische und ständig von der Pleite bedrohte Einzelgänger kämpft sich durch die Tücken von Alltag, Liebe und Problemen mit spießiger Polizei. Während er zu Beginn mit einem schrottreifen Auto die Straßen unsicher macht, erklingt die Musik von Stackridge.

Gesungen wird nur auf einem Track der "Progseite", und zwar auf "No one´s more important than the earthworm", der von Gordon Haskell geschrieben wurde. Der Ex-King-Crimson-Mann hatte offenbar eine Zeitlang sogar überlegt, bei Stackridge anzuheuern. Sein Song bringt nicht nur Crimsonklänge jener Jahre mit auf das Album, in seiner vokalen Getragenheit und mit seiner schleppenden Rhythmik erinnert er auch ein wenig an Pink Floyd-Gesangsnummern der mittleren 70er.

Es sind insgesamt knapp zwanzig Minuten Progressive Rock, zu denen sich die Stücke 7-10 von Extravaganza aufaddieren – also keine Longtracks, sondern vier Stücke von überschaubarer Länge, die zusammen aber eine erfreuliche Strecke ergeben. Nichts Avantgardistisches oder Experimentelles, das sei ausdrücklich betont, sondern "nur" Unterhaltsames.

P.S.: Was hier über Seite 1 und 2 gesagt wurde, gilt nur für die britische Originalveröffentlichung und die CD- und Downloadversionen, die daran anschließen. Für den US-Markt wurde die Trackliste seinerzeit aus rätselhaften Gründen vollkommen durcheinander gewirbelt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.4.2017
Letzte Änderung: 24.4.2017
Wertung: 9/15
Da dies nur ein halbes Progalbum ist, gibts auch etwas weniger Punkte

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