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Ayreon

The Source

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Folk; Progmetal; sonstiges
Label: Mascot Label Group
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

James LaBrie Vocals (The Historian)
Tommy Karevik Vocals (The Oppositional Leader)
Tommy Rogers Vocals (The Chemist)
Simone Simons Vocals (The Counselor)
Nils K Rue Vocals (The Prophet)
Tobias Sammet Vocals (The Captain)
Hansi Kürsch Vocals (The Astronomer)
Michael Mills Vocals (TH-1)
Russell Allen Vocals (The President)
Michael Eriksen Vocals (The Diplomat)
Floor Jansen Vocals (The Biologist)
Zaher Zorgati Vocals (The Preacher)
Ed Warby drums
Ben Mathot violin
Jeroen Goossens wind instruments
Joost van den Broek grand piano & electric piano
Paul Gilbert lead guitar
Guthrie Govan lead guitar
Marcel Coenen lead guitar
Mark Kelly synthesizer
Maaike Peterse cello
Arjen Lucassen guitars,bass guitar,mandolin,synthesizers,Hammond,Solina Strings
Will Shaw chorus vocals
Wilmer Waarbrock chorus vocals
Jan Willem Katelaars chorus vocals
Lisette van den Berg chorus vocals

Tracklist

Disc 1
1. The Day that the World breaks down 12.32
2. Sea of Machines 5.08
3. Everybody dies 4.42
4. Star of Sirrah 7.03
5. All that was 3.36
6. Run! Apocalypse! Run! 4.52
7. Condemned to live 6.14
Gesamtlaufzeit44:07
Disc 2
1. Aquatic Race 6.46
2. The Dream Dissolves 6.11
3. Deathcry of a Race 4.43
4. Into the Ocean 4.53
5. Bay of Dreams 4.24
6. Planet Y is alive! 6.02
7. The Source will flow 4.13
8. Journey to forever 3.19
9. The Human Compulsion 2.15
10. March of the Machines 1.40
Gesamtlaufzeit44:26


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Man kann längst von einem Ayreon-Universum sprechen, erschaffen von einem einzigen Niederländer namens Arjen Lucassen, der für die gesamte Musik und fast alle Texte verantwortlich zeichnet. In der Relation zu der gesamten Musikwelt gesehen, ist es jedoch ein eher kleines Ayreon-Paralleluniversum, verwendet der Komponist doch einen vergleichsweise kleinen Ausschnitt der musikalischen Stilpalette und richtet sich damit in erster Linie an das anspruchsvollere Rock-Publikum und an den rockig orientierten Teil des „Prog“-Hörerschaft.

Alle paar Jahre erscheinen Ayreon-Doppelalben, die die besten Rocksänger und Rocksängerinnen in verschiedenen Rollen der jeweiligen Konzeptgeschichte besetzen. Und da es sich hierbei um eine Art Rockoper handelt, sind die darin gesungenen und erzählten Geschichten auch nicht unbedingt aus der Sicht des Nobelpreiskomitees zu betrachten, selbst wenn sich die Ayreon-Konzeptalben gerne mit der Wissenschaft beschäftigen.

(Es sollte eigentlich jemand mal bei Stephen Hawking wegen einer Geschichte für ein Konzeptalbum nachfragen. Hawking soll doch neulich angeregt haben, dass die Menschheit den Planeten in ca. 100 Jahren verlassen sollte, weil die Gattung Homo Sapiens bis dahin alles um sich vernichtet haben wird, Die Geschichte von „The Source“ handelt ja auch von einem sterbenden Planeten).

(Natürlich gibt es „Source“ auch in verschiedenen Formaten: dem limitierten 5CD/DVD-„Earbook“ im LP-Format, dem 2CD/DVD-Digibook, einer Doppel-CD und einer 2LP-Gatefold-Ausgabe).

Die Sänger-Abteilung ist auch diesmal erstklassig besetzt. Mit dabei sind: James LaBrie (Dream Theater), Tommy Karevik (Kamelot, Seventh Wonder), Tommy Rogers (Between the Buried and Me), Simone Simons (Epica), Nils K. Rue (Pagan's Mind), Tobias Sammet (Edguy, Avantasia), Hansi Kürsch (Blind Guardian), Michael Mills (Toehider), Russell Allen (Symphony X), Michael Eriksen (Circus Maximus), Floor Jansen (Nightwish) und Zaher Zorgati (Myrath).

Bei den beteiligten Instrumentalisten handelt es sich ebenso um erfahrene Musiker. Als da wären: der Keyboarder Joost van den Broek (Sun Caged), Mark Kelly (Marillion), Ed Warby (Gorefest), Ben Mathot (Dis), Paul Gilbert (Racer X, Mr.Big), Guthrie Govan (The Aristocrats) und Marcel Coenen (Sun Caged).

Die Geschichte von „Source“ ist eigentlich ein Prequel zu 01011001. Man befindet sich im Jahre 6000000000 (nach christlicher Zeitrechnung) auf dem Planeten Alpha im Sternennebel Andromeda. Auf der Suche nach dem Ausweg aus einer drohenden (ökologischen und politischen) Katastrophe, versucht man das Schicksal der Bewohner den Computern anzuvertrauen. Die Computer denken aber alsbald nicht daran, sich von irgendwem abschalten oder kontrollieren zu lassen und werden damit unbesiegbar. Als die Rechner noch das eigentliche Problem, nämlich die Bewohner des Planeten, ausmachen und sie vernichten wollen, wird es jedem klar, dass man den Planeten schließlich doch verlassen muss. Da die gesamte Population kaum Platz in einem Raumschiff finden kann, stellt sich die ethische Frage, ob die außerwählte Mannschaft die restlichen Einwohner einfach so im Stich lassen darf. (Die Antwort lautet: ja, sie darf das). Außerdem ist der neue Zielplanet von Ozeanen bedeckt, was eine zusätzliche Herausforderung bedeutet. Man denkt über genetische Mutationen nach, die das Leben im Wasser ermöglichen sollen. Dafür ist Der Chemiker (gesungen von Tommy Rogers) zuständig, der eine wundersame Mixtur (genannt entweder Liquid Eternity, oder THE SOURCE) zusammengebraut hat, die das Leben unter Wasser und die telepathischen Fähigkeiten möglich macht. (Was man mit fortgeschrittener Wissenschaft alles erreichen kann…) Die Geschichte von „The Source“ geht da noch ein bisschen weiter, aber ich muss hier nicht alles verraten…

Lucassen selbst betont, dass er ein rockiges, gitarrenorientiertes Album aufnehmen wollte. Falls irgendwer also durch die angeblich die Oberhand gewinnenden folkigen, oder floydigen Einflüsse bei Ayreon genervt war, kann sich bei „Source“ zufrieden zurücklehnen. Oder doch nicht, denn für ein angestrebtes rockiges Album konnte ich doch recht viele folkige Arrangements ausmachen. Auch die balladesk eingefärbten Passagen gibt es nicht gerade wenige.

Falls jemand bei rockig und gitarrenorientiert sofort an Hooklines und leicht ins Ohr gehende Refrains denkt, so ist mein Eindruck von „The Source“ vielmehr der von ziemlich komplexen Melodien und Riffs, die kaum im Hit-Radio gespielt werden.

Mit „All that was“ gibt es auch eine flotte folkige Nummer, in der die dominierenden Sängerinnen sich über Folgendes erfreut zeigen: „now it’s over, I won’t be there when you die“. Ein gefühlvoller, empathischer Abschied von den auf dem Planeten Zurückgelassenen klingt aber ganz anders. Das muss doch beabsichtigter schwarzer Humor gewesen sein, oder?

Es ist schon eine heikle Angelegenheit, wenn man apokalyptische Ereignisse, wie zum Beispiel den drohenden Massentod in „Everybody dies“, mittels einer hektischen Progmetal-Nummer vertonen möchte. Der Textabschnitt „this is not good, this is not good at all (everybody dies)“ wird der ganzen Tragik eventuell nicht ganz gerecht. Aber sei es drum, ein wenig Humor hat noch keinem Konzeptalbum geschadet, mag der schwarzhumorige Effekt auch nur unbeabsichtigt zustande gekommen sein.

Der Zeitpunkt des Ankommens auf dem unbekannten Planeten wird in „The Dream Dissolves“ mit dem wahrscheinlich keltisch beeinflussten Folk-Progmetal wiedergegeben. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch „Deathcry of a Race“, diesmal auch mit Beiträgen seitens einer Querflöte. Hier liefern sich Simone Simons und Floor Jansen inmitten von den harten Riffs zwei kurze Sopran-Duelle. Mehr davon wäre noch schöner. Es ist mir allerdings ein Rätsel, wieso The Preacher (Zaher Zorgati), kaum auf den neuen Planeten angekommen, auf Arabisch zu singen beginnt. Und wieso hat The Preacher auf dem sterbenden alten Planeten gar nicht gesungen?

Zu den herausragendsten Merkmalen von „The Source“ gehört für mich die Tatsache, dass die Songtexte in der Regel aus den gesungenen Diskussionen und Debatten der beteiligten Charaktere bestehen. Dementsprechend wechseln sich ständig mehrere Sänger und Sängerinnen innerhalb eines Stückes ab. Das wirkt – je nach Betrachter – sehr lebhaft, manchmal vielleicht auch leicht hektisch.

Auffallend auch die wiederholt auftretenden und - je nach Geschmack – entweder schrillen, oder bravourösen Chorpassagen, wie zum Beispiel diese am Anfang von „Aquatic Race“. Ich sehe so etwas positiv, als interessante Experimente. Insofern kann ich die Meinungen nicht nachvollziehen, die „The Source“ eine gewisse Direktheit und damit eine Ähnlichkeit zu dem Star One-Projekt andichten wollen. Auch rhythmisch ist „The Source“ viel einfallsreicher ausgefallen, als beispielsweise Star One.

Vergleichsweise kommerziell mutet da „Into the Ocean“ an, das in den riffenden Passagen doch stark an die radiotaugliche Version der Hardrocker von Rainbow erinnert. Zu meinen persönlichen Favoriten gehört sicher „Bay of Dreams“, das sich von einer atmosphärischen Ballade zu einem Prog-Rocker steigert. Die kurzen Double Bassdrum-Attacken in der bewährten Art des Power Metal konnte sich der Komponist nicht immer verkneifen. Aber wenn diese mit zahlreichen Tempiwechsel (wie in „Planet Y is alive!“) einhergehen, trägt das nur zur guten Unterhaltung bei. Beinahe alles auf dem Album dreht sich am Ende doch um den Gesang, so dass ein längeres Gitarrensolo (in dem eben genannten Stück) zu den Ausnahmen gehört.

Zu der Eingewöhnung an die neue unermessliche Wasserwelt gehört auch eine sphärische Ballade, was mit „The Source will flow“ erfüllt wird. Die Vorzüge der neuen Welt werden hymnenartig in „Journey to Forever“ ausgiebig besungen. Zweifel bezüglich der ungewissen Zukunft bestimmen dagegen den Prog-Power Metal von „The Human Compulsion“.

Die Retroprog-Puristen sowie die Metal- und Ayreon-Skeptiker werden „Source“ möglicherweise als eine ziemlich aufgeblasene Prog-Rockoper einstufen. Ich möchte mich da eher auf die Seite der Ayreon-Sympathisanten schlagen. Soll heißen, ich bin der Ansicht, Arjen Lucassen ist mit „The Source“ ein imposantes Werk gelungen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.5.2017
Letzte Änderung: 12.5.2017
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Ayreon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 The final experiment 8.25 5
1996 Actual fantasy 10.00 2
1998 Into The Electric Castle 9.00 5
2000 Ayreonauts only 9.00 1
2000 Universal Migrator Part II: Flight of the Migrator 8.40 5
2000 Universal migrator Part I: The dream sequencer 5.40 5
2004 The Human Equation 10.20 6
2004 Day eleven: Love (Single) 7.00 1
2004 Loser (Single) 7.50 2
2008 01011001 7.50 2
2008 Ayreon vs. Avantasia (Elected EP) 6.00 2
2008 Timeline 8.00 1
2013 The Theory Of Everything 10.00 2

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