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Unearth Noise

The Long Count

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: Ambient; Moderne Electronica; Postrock
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Roger Berkowitz

Gastmusiker

Trixie Delight Erzählung ("Dissolve", "Winged")

Tracklist

Disc 1
1. Dissolving 8:08
2. Immortality Spell 8:36
3. I Surrender 6:26
4. Redemption 8:49
5. Angels 3:44
6. Ether 7:50
7. Spectres 2:46
8. Requiem for Lost Souls 4:38
9. Winged 6:07
Gesamtlaufzeit57:04


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Roger Berkowitz nennt "The Long Count", veröffentlicht im Dezember 2014, einfach eine "collection of astral soundscapes". Entsprechend gibt es in der guten Stunde, die dieses Album dauert, jede Menge Ambient-Klänge. Das ist natürlich der diametrale Gegensatz zum geradezu musikalischen "Spirit Guitar", aber es bedeutet keineswegs, dass hier nix passieren würde. Denn bei allem Minimalismus, der sich hier mal in rhythmischen Noise-Motiven, mal in wabernd-röhrenden Sounds manifestiert, fällt Abwechslung in der Kontur üblicherweise umso stärker auf und sensibilisiert den Hörer teils sogar dafür, auch anderswo genauer hinzuhören.

Denn nette Wandlungen machen die meisten Stücke auf "The Long Count" durch und werden hiermit strukturiert. So gibt es in der Mitte von "Immortality Spell" eine floydige Rückwärts-Gitarre ins Spiel, während die Musik über 4-5 Minuten hindurch stetig immer etwas lauter und voluminöser wird (kleiner Tipp: Einfach mal zurückspulen und vergleichen...). Das folgende "I Surrender" geht insofern ähnlich vor, dass ebenfalls ab Mitte eine Gitarre hinzukommt. Diese allerdings "beantwortet" dann quasi eine Art Motiv, das bereits zuvor von verschiedenen höheren Stimmen über dem prägenden Röhren-Orgelsound entwickelt worden war.

Auch "Redemption" ist interessant gestaltet: Erst geben perkussive Summ-Sounds à la Frippertronics ein kaum greifbares, aber rhythmisches Motiv vor, dazu setzt eine Art elektronischer Chor ein, und schon erinner die Musik an Spät-70er-Kraut-Elektronik à la Robert Schroeder ("Future Passing By"), auch wenn einige im Hintergrund eingesetzte Akkorde natürlich immer wieder nach dem "Shine On You Crazy Diamond"-Intro klingen. Später kommen allerdings nur noch einige heulende Sirenensounds hinzu, was nach hinten raus etwas eintönig ist. Klingen tut dieses Stück allerdings sehr gut, wobei freilich anzumerken wäre, dass die zweite Hälfte von "The Long Count" rein klanglich ein bisschen rauher gestaltet ist als die erste.

Weitere nette Entdeckungen: "Requiem For Lost Souls" wird ab der Mitte auf einmal pulsierender, ordentlicher, anschließend sogar noch etwas beschleunigt und kurzzeitig sogar nochmals spannender, wenn sich ein in höheren Stimmlagen schwebender Chor aufbaut, und in "Ether" scheinen diese kühl-abweisenden, an ein altes Tastentelefon erinnernden Sounds zwischen Klingeln und Tuten mit ihren munteren Motiven immer wieder in andere Richtungen zu tendieren - es klingt ähnlich, aber eigentlich ist es fast immer was anderes. Zudem schiebt sich nach gut drei Minuten ein brummender Rhythmus ein, der die übrigen Spuren an die Seite drängt, und schon ist "Of Wolves And Withdrawal" von Ulver da. Gegen Ende übrigens schaffen dann solche Mellotron-artigen Streichersounds im Hintergrund noch eine weitere Struktur.

Weitere Farbtupfer geben schließlich noch die beiden Zwischenspiele "Angels", dessen teils dissonante Pfeifenorgel-Sounds auch zu Schweden-Prog à la Landberk passen würden, und das eher unauffällige, aber irgendwo zwischen Streichern und Dudelsack surrende "Spectres". Die große Klammer um "The Long Count" bildet schließlich die Tatsache, dass in "Dissolving" und in "Winged" eine Trixie Delight teils zu Postrock-Effekten, teils zu auf- und abschwellenden Sounds, die an das Pfeifen fallender Bomben (vgl. Pink Floyd - "The Gunner's Dream") erinnern, einige mysteriöse Zitate verkünden darf. Das ist jedenfalls ein passender Rahmen für ein Album, das hinter der Fassade von klanglicher Homogenität eine verblüffende Menge an Abwechslung enthält. Anzukreiden wäre "The Long Count" lediglich, dass die meisten Stücke zwar viel Spannung aufbauen, diese aber nicht auflösen - es fehlt immer ein bisschen so der Knalleffekt am Ende. Unterm Strich dürften aber die positiven Eindrücke überwiegen.

Anspieltipp(s): Redemption, Ether
Vergleichbar mit: bemerkenswert vielem für so abstrakte Musik
Veröffentlicht am: 10.5.2017
Letzte Änderung: 9.5.2017
Wertung: 10/15
Effektvoller Minimalismus!

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