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Michael Brückner

All The Pieces Fit Forever

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Michael Brückner all instruments (keyboards, synthesizers, programming)

Gastmusiker

Samuel Cadima guitar, electronics
Claire Butterfield aka Rosmerta vocals
Kemal Deniz some instruments
Beni Fuchs aka Ben I Sabbah asian musical instruments
Mirian Kolev aka E.U.E.R.P.I. guitars, ambient instruments
Suzannah Moon aka MegaMoonMaiden vocals, flute, guitars

Tracklist

Disc 1
1. Jigsaw Riksha   (feat. S. Cadima) 5:19
2. Pole Connector   (feat. Rosmerta) 5:55
3. Broken Mirrors   (feat. Kemal Deniz) 4:00
4. The Big Division   (feat. Ben I Sabbah) 6:45
5. Puzzled   (feat. E.U.E.R.P.I.) 5:50
6. All The Pieces Fit Forever   (feat. MegaMoonMaiden) 50:48
Gesamtlaufzeit78:37
Disc 2
1. Jigsaw Riksha 5:17
2. Puzzled 5:35
3. The Big Division 6:21
4. Broken Mirrors 3:56
5. Pole Connector 5:52
6. All The Pieces Fit Forever 50:56
Gesamtlaufzeit77:57
Disc 3
1. Collecting The Shards 21:08
2. All The Pieces Fit Forever 50:48
Gesamtlaufzeit71:56


Rezensionen


Von: Jörg Schumann @


All The Pieces Fit Forever ist nach R is for "Rocket" and S is for "Space" mein zweiter Kontakt mit der Musik von Michael Brückner, einem Künstler, der in den letzten 25 Jahren rund 100 Alben produziert hat. Ab 2006 begann er damit, seine Kompositionen im Eigenvertrieb über das Internet zu vertreiben, 2012 erschien sein erstes Album auf einem "richtigen" Label. Damals entschied er sich auch, die Alben vor 2006 zu überarbeiten und zu veröffentlichen. All The Pieces Fit Forever ist eines davon.

Brückner sagt von sich selbst, dass sein musikalischer Geschmack breit gefächert ist und immer wieder Elemente der unterschiedlichsten Stilrichtungen in seine Kompositionen einfliessen. Der Schwerpunkt liegt aber auf Ambient und der "Neuen Berliner Schule". Am liebsten vermischt er dabei Ambient mit anderen elektronischen Einflüssen, Weltmusik, mitunter Pop und gelegentlich Jazz. Vorliegendes Album entstand ursprünglich 2007 und war wie eine LP in zwei Abschnitte unterteilt: fünf kurze Chill-Out-Stücke auf Seite A und ein langes Drone-Ambient-Stück auf Seite B. Die Idee war, dass verschiedene Sängerinnen und Sänger zu den fünf kurzen Stücken einen Gastbeitrag leisten sollten; da die jeweils auserkorenen Künstler damals dazu aber keine Lust hatten, blieben die Stücke instrumental.

Letztes Jahr meldete sich die australische Multiinstrumentalistin Suzannah Moon bei Brückner, da sie gerne mit ihm zusammenarbeiten wollte. Sie wollte aber nicht die kurzen, sondern das längste Stück "besingen". Daraufhin schrieb Brückner die anderen Stücke öffentlich zur Performance aus, worauf sich schliesslich interessierte Musiker bei ihm meldeten. Das Ergebnis sind die neuen Fassungen auf der ersten CD dieser Veröffentlichung, welche durch die Beiträge der Gastmusiker im Vergleich zur zweiten CD mit den instrumentalen Originalversionen stärkeres Gewicht in Richtung Weltmusik und New Age bekommen haben.

Auf der zweiten CD finden sich neben den 5 kurzen Originalfassungen der kurzen Stücke auch eine nur leicht veränderte Version des langen Titelstückes. Schliesslich liegt der Original-CD noch eine dritte CD bei, auf welcher sich eine weitere Version des Titelstücks ohne Gesang findet, zudem ein neues, meditatives, introspektives Drone-Ambient-Stück als Alternative zu den fünf kurzen Chill-Out-Stücken.

Um das Ganze noch ein wenig komplizierter zu machen, bietet Brückner ATPFF in zwei Varianten an, Version A und Version B. Beide haben exakt den gleichen Inhalt, unterscheiden sich aber darin, dass CD 2 und 3 vertauscht sind. Aus Kostengründen und Machbarkeitsgründen wollte Brückner nur eine Doppel-CD-Hülle produzieren. Die dritte CD findet sich in einer separaten Papierhülle mit bedrucktem Aufkleber und ist handbeschriftet. Der Hörer kann dann selber wählen, ob CD 2 oder CD 3 schön bedruckt sein soll und sich in der CD-Hülle befindet. Ich habe Version A vorliegen.

Soooo, viel Text zum Einstieg. Ist ja aber auch viel Musik. Und Brückner produziert nicht nur viel Musik, sondern liefert auch viele Liner-Notes dazu.

Zur Musik. Sie ist irgendwie endlos. Ohne Anfang und Ende. Wie ein ewiger Fluss aus Tönen. Das trifft vor allem auf das Titelstück zu, welches einer flachen Sinuskurve gleich vor den Ohren des Hörers vorbeischwebt. Der "Rhythmus" (eigentlich ist es gar keiner, also kein Takt im herkömmlichen Sinne, allenfalls ein langsamer 4/4) ist stets der gleiche, zarte Computerbeats, eine sanfte Basslinie, eine Flöte, dezente Keyboardflächen, darüber immer wieder hoher Frauengesang, meist textlos. Das ist Musik zum entspannen. Musik, wie sie zur Meditation, zum Yoga, im Ruheraum eines Wellness-Bereiches, einem Museum oder Planetarium gespielt wird. Musik, die für meine Ohren perfekt als Hintergrundmusik funktioniert, die wohltut, die aber zu jeder Zeit absolut vorhersehbar ist und den Hörer nicht fordert.

Wer das mag, wer sich zurücklehnen und entspannt seinen Gedanken nachhängen, sich wegdenken will, der wird mit ATPFF bestens unterhalten. Die Musik kann wunderbar den Alltag entschleunigen. Wer mehr Ausbrüche und Abwechslung in der Musik braucht, Krumme Takte, Überraschungen, rotzige Gitarren, mehr Eier, der sollte um dieses Album einen Bogen machen. Klar.

Die Unterschiede der drei Versionen sind da, aber sie sind in meinen Ohren, wenn man die drei CDs nacheinander hört, marginal und irgendwann ist man in dem Fluss der Musik gefangen und es ist egal, ob das Wasser vorher 2 Grad wärmer war und der Fisch, der neben einem durchschwimmt, etwas bläulicher ist als der Vorhergehende. Mit der Zeit läuft die Musik so leider auch Gefahr, redundant zu werden. Aber irgendwie scheint mir als Laie dies beinahe ein Charakteristikum von Drone zu sein.

Anspieltipp(s): All The Pieces Fit Forever
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.5.2017
Letzte Änderung: 12.5.2017
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Michael Brückner

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Incarnation Generator 9.00 1
2002 The Outsider 11.00 1
2003 Breakfast On Yuggoth 11.00 1
2006 trips and ticks 6.00 1
2011 Endless Mind Portal 9.00 1
2012 R is for "Rocket" and S is for "Space" 10.00 1
2012 100 Million Miles under the Stars 11.00 1
2013 Naura 7.00 1
2013 Kings of the Earth 9.00 1
2013 In letzter Konsequenz 9.00 1
2014 Thirteen Rites of Passage 11.00 1
2014 Two Letters from Crimea - Live at St.Peter, Frankfurt, April 2014 11.00 1
2014 Ombra Revisited 11.00 1
2016 Hikari 11.00 1
2016 Muzikhala 9.00 1
2016 The Giant Illusion 10.00 1
2016 trois briques 11.00 1
2017 Mousic 5.00 1
2017 Drones 10.00 1
2017 Movies Moving In My Head 9.00 1

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