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Hidden Lands

Halcyon

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Jazzrock / Fusion; RetroProg; sonstiges
Label: Progress Records
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Bruno Edling vocals
Hannes Ljunghall Keyboards and Guitars
Phillip Bastin Bass
Gustav Nyberg Drums

Tracklist

Disc 1
1. The Prince of Goofs 6.39
2. Water Spirit 10.07
3. Ulleråker 4.09
4. No One is in this for Love 6.03
5. The Silent Service 10.09
6. Songbirds 6.43
7. Octavius 3.24
8. Rooftop Farewell 9.10
Gesamtlaufzeit56:24


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Verglichen mit dem Vorgängerwerk „Lycksalighetens Ö“ hat „Halcyon“ keine Änderungen in der Besetzung mit sich gebracht. Dafür hat aber der hauptamtliche Keyboarder und Projektchef Hannes Ljunghall beschlossen, auf dem neuen Album verstärkt die Gitarre zu verwenden. Zumal die Gitarre Ljunghalls erstes Instrument war. Sehr löblich, dass sich mal ein Prog-Künstler nicht wiederholen möchte.

Ljunghalls gibt an, dass ihm der keyboardlastige Sound neulich nicht mehr ganz so anregend vorkam und er von der selbstauferlegten Regel, möglichst wenig Gitarre zu verwenden wegkommen wollte. Was aber nicht heißen soll, dass es auf dem Album keine zahlreichen Passagen gibt, in denen die Gitarre keine nennenswerte Rolle spielt.

Das Konzept von Hidden Land, wie ihn verstanden habe, zielte darauf ab, entrückte und verträumte Musik zu machen. Darauf deutet sowohl der märchenhafte Bandname, als auch das entsprechende Artwork aller Alben hin. Dieses Konzept sorgte aber für einige skeptische Meinungen unter den Progrock-Fans. Wahrscheinlich zu Unrecht, wenn ich mir die streckenweise schlicht bezaubernden Keyboard-Arrangements von „Lycksalighetens Ö“ so anhöre. Zum auf der Sommerwiese liegen und genießen könnte man diese Musik sehr gut verwenden.

„Halcyon“, das 2017 neue Werk von Hidden Land, wirkt nicht mehr so verträumt wie seine Vorgänger. Man musiziert meistens dichter und temporeicher, was dann wiederum an Ljunghalls ehemalige Band Violent Silence erinnert. Dabei spielen die Beiträge der Gitarre oft eine wichtigere Rolle als bisher, aber es wird immer noch nicht heftig gerockt, was ich auch nicht für unbedingt erforderlich halte.

In „The Prince of Goof“ teilen sich die Gitarre und die Keyboards die Aufgabe, die melodischen Figuren zu den Arrangements beizusteuern. In dem Stück entlockt Ljunghall seinen Keys mal wieder Marimba-Klänge, wie er es schon bei Violent Silence tat. In „Water Spirit“ steht die riffende und solierende Gitarre den vielseitig eingesetzten Tasteinstrumenten gegenüber, was einen sehr ausgewogenen Eindruck hinterlässt.

„Ulleråker“ kommt zur Abwechslung mal ohne Gitarre aus und besteht aus zwei miteinander kontrastierenden Teilen. Einem klassisch und experimentell angehauchten (und damit fast im Geiste von Keith Emerson gehaltenen) und einem entspannten, mehr im Stil von Jazz-Rock-Fusion, oder Canterbury.

Die mit exponierter Gitarre versehenen Teile von „No one in this is for love“ werden wahrscheinlich diejenigen zufriedenstellen, die sich rockige Akzente von Hidden Lands gewünscht haben. Die Abwechslung lebt bekanntlich von Kontrasten. So ist es sehr begrüßenswert, dass der mittlere Teil von „No one…“ verstärkt auf filigrane Strukturen setzt.

An das „The Silent Service“ muss man ganz entspannt herangehen, denn die dort vermittelte, beinahe schon unverbindliche balladeske Leichtigkeit knüpft verstärkt bei den früheren Alben von Hidden Lands an. Viel unverbindlicher, als viele Stücke von beispielsweise Glass Hammer wirkt „The Silent Service“ auf mich auch wieder nicht.

In dem leichtfüßig-canterbury’esken „Songbirds“ spielt die Gitarre wieder eine untergeordnete Rolle. Bewundernswert finde ich die gar nicht störende Leichtigkeit der eingesetzten Tasteinstrumente. Eine solche frappierende Leichtigkeit haben die bekanntesten Prog-Keyboarder nur selten erreicht, ohne seicht zu wirken.

In „Rooftop Farewell“ stehen die beinahe pop-rockig ausgefallenen Gesangsthemen den ausgefeilten Keyboardparts und komplexen Einfällen in den Instrumentalteilen gegenüber.

So kann „Halcyon“ einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Oder den besonderen Reiz aus den sanft ausgeformten Kontrasten schöpfen. Für mich überwiegt aber eindeutig erstklassiger „Prog“, dessen Besonderheit wohl darin besteht, dass er zwischen extrem leichtfüßigen und tiefgründigeren Passagen balanciert, ohne sich dabei wirkliche Ausfälle zu leisten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.5.2017
Letzte Änderung: 11.5.2017
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Hidden Lands

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 In Our Nature 9.00 1
2014 Lycksalighetens Ö 9.00 1

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