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Soen

Lykaia

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: HardRock; Independent / Alternative; New Artrock
Label: UDR
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Joel Ekelöf Gesang
Marcus Jidell Gitarre
Lars Åhlund Keyboards, Rhodes-Piano
Stefan Stenberg Bass
Martin Lopez Schlagzeug, Percussion

Gastmusiker

Andreas Tengblad Violine, Cello

Tracklist

Disc 1
1. Sectarian 5:55
2. Orison 7:07
3. Lucidity 6:36
4. Opal 6:46
5. Jinn 5:41
6. Sister 5:30
7. Stray 5:38
8. Paragon 6:25
9. God's Acre   (Bonustrack) 8:10
Gesamtlaufzeit57:48


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Schon zwischen "Cognitive" und "Tellurian" lagen gute zweieinhalb Jahre, insofern passt es recht genau in den Rhythmus, dass "Lykaia" als drittes Album der Schweden Anfang Februar 2017 veröffentlicht wurde. Ob es in der Zwischenzeit viel Neues gab, kann ich mangels Kenntnis der beiden Vorgänger nicht direkt beurteilen. Andererseits sind die Beschreibungen, die die hiesigen Kollegen damals hinterlassen haben, relativ ausführlich, und angesichts der dort zitierten Referenzen darf ich wohl vermuten, dass Soen auf "Lykaia" weiter daran arbeiten, ihren Stil zu präzisieren.

Es gibt also weiterhin mäßig harte Musik, deren komplexe, krummtaktige Riffs trotz Schwere immer deutlich rockig und nicht etwa metallisch formuliert werden, und die Rhythmik ist weiterhin mal relaxt, mal treibend, aber stets von sehr verspieltem Drumming und Bass geprägt. Der Gesang zu dieser Musik ist natürlich klar, oftmals auch Wishbone-Ash-artig harmonisiert und ertönt auch in den Strophen üblicherweise zu einem zurückgenommenen, dezenten Hintergrund, der wie bei Riverside oftmals auch mit düster-modernen Soundeffekten verziert ist (und dazu ebenso auf eher simple Stampf-Rhythmen setzt). Klar, dass die Band sich dann für Bridge und Refrain jeweils steigert und gerade letzteres oftmals sehr hymnisch und mehrheitsfähig werden lässt.

Anspruch erzeugen Soen allerdings diesmal neben dem gekonnten instrumentalen Zusammenspiel wieder durch eine geschickte Variation solch bewährter Songstrukturen, und zwar führen solche simplen Strophe-Bridge-Refrain-Erwartungen des öfteren amüsant in die Irre. So folgt im Opener "Sectarian" auf die erste Strophe eine Passage, die man bereits für einen Refrain halten könnte - tatsächlich wird aber bloß die Strophe zu einer gesteigerten Begleitung "fortgesetzt". Stattdessen gibt es den Refrain erst, nachdem zwischenzeitlich nochmals das Hauptriff gespielt wird. "Orison" wiederum führt erst zweimal Strophe und Refrain durch, ehe ein technischer Instrumentalpart zu einer B-Passage überleitet. Die anschließende Wiederholung des Refrains dagegen variiert dessen Ende mit Hinzunahme einer Orgel und klingt dann in einem Opeth-artigen Klargitarrenpart aus, zu denen Ekelöf tatsächlich die gängigen Åkerfeldt-Phrasierungen aus "Dirge For November" & Co. hinbekommt.

Mit so einem lockeren, unterhaltsamen Vorgehen gelingen dann auch einige memorable Momente. Der Höhepunkt dürfte wohl "Opal" sein, das zur Strophe das Riffing schon auf Bass und zwei Gitarren aufteilt, was zusammen mit dem Gesang einen hübschen perkussiven Effekt ergibt. Diese Stimmführung wiederum löst man dann in der Bridge teilweise und im Refrain vollständig zugunsten eines Einklangs auf - auch eine sehr schlüssige Wandlung. Zudem wird nach Strophe 2 auf die Bridge verzichtet, stattdessen nimmt ein Instrumentalpart eben genau diese Stimmen nochmals im Einzelnen auseinander, und die B-Passage nach dem folgenden Refrain mündet in einen geradezu frenetischen, wesentlich härteren Part samt Voivod- oder eben Tool-artiger Dissonanzen, ehe es noch einen Opeth-Ruhepol samt E-Piano gibt.

Noch ein paar weitere Beobachtungen zu den Songs auf "Lyakaia": "Lucidity" ist so eine bluesige Nummer, die 1:1 auf die "Road Salt"-Platten von Pain of Salvation passen würde, allerdings weit weniger zwingend ist, zumal in ihrem Verlauf auch trotz schöner Stimmung nix passiert, das wirklich von Belang wäre. "Jinn", das seinen Refrain jeweils mit jeder Durchführung ein Stück bombastischer unterlegt, wird in seiner letzten Minute von orientalischer Folklore (samt Schellenkranz und Streichern) beschlossen - was doch eher generisch und wie angehängt wirkt. Immerhin nimmt diese Passage aber die Arabesken im Refrain des folgenden "Sister" vorweg, und auch dieser wird diesmal dahingehend variiert, dass seine zweite Wiederholung ziemlich treibend und mit konzisem Zusammenspiel erfolgt.

Durch diese Songs hindurch wird allerdings leider auch deutlich, dass "Lykaia" gegen Ende etwas die Ideen ausgehen. In "Stray" gibt es jedenfalls trotz dramatischer Akkorde und erhöhten Tempos kaum Überraschungen, und die kurze Ruhepause nach dreieinhalb Minuten gefolgt von umso härterem Riffing ist auch ein eher vorhersehbares Mittel. Immerhin ist es nett anzuhören, dass diese Nummer danach dann bis zum Ende ein Stück weit verträumt wird. Auch das abschließende, wieder bluesig geprägte "Paragon" beginnt mit simpler, teils sogar auf der Orgel nachgespielter Gesangsmelodie eher dröge, aber dafür gibt es in der Mitte einen hymnischeren Part mit verschachtelter Begleitung, der in spaßigen Exzess à la Liserstille (hier: David-Gilmour-Gitarre zu einer Retro-Rock-Wall-Of-Sound) übergeht. Leider fällt diese Nummer danach aber bis zum Letzte-Minute-Endspurt wieder zurück.

Was wäre also von "Lykaia" zu halten? Wenn man es auf den Punkt bringen will, dann gibt es hier wohl mäßig harten, technisch versierten und stimmungsvollen Alternative-Prog, der im Großen und Ganzen auf bewährte Mittel setzt und sich somit tendenziell songorientiert gebärdet. Seine stärksten Momente hat das Album allerdings unzweifelhaft dort, wo genau diese bewährten Mittel hinreichend weit variiert werden. Das allerdings geschieht dann leider doch nur in einer Minderheit der Songs, während sich der Rest natürlich passabel, aber irgendwie auch glatt und teils sogar unpersönlich ausnimmt. Hier spielen Soen so betrachtet wohl unter ihren Möglichkeiten. Was eine komische Feststellung für ein eigentlich gutes Album ist...

Anspieltipp(s): Opal, Orison, Sectarian
Vergleichbar mit: Riverside, Tool, Opeth, Voivod, Liserstille, neuere Mastodon
Veröffentlicht am: 11.5.2017
Letzte Änderung: 12.5.2017
Wertung: 11/15
Gefühlt *eigentlich* schlechter. Aber die Qualität ist halt doch da.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Soen

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 Cognitive 12.00 1
2014 Tellurian 11.00 2

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