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Various Artists

There Is More...

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017 (Labelsampler)
Besonderheiten/Stil: Ambient; Elektronische Musik; Moderne Electronica
Label: Kissing Sounds
Durchschnittswertung: keine Wertung (1 Rezension)

Tracklist

Disc 1
1. Electron Tongues (2017 Remix)   (Grauglanz) 6:10
2. Heartware   (Hagen von Bergen) 10:44
3. Ikarus   (WolfProject) 5:52
4. Molecule   (StanDart) 6:04
5. Okuma   (Moeckesch) 11:20
6. Red Horizon   (Globotom) 6:50
7. Timeless   (Rocco Müller) 11:30
8. The Heavenly Gladness Of Digital Distortion   (Ringhausen) 5:53
Gesamtlaufzeit64:23
Disc 2
1. The River Rolls On   (Martin Neuhold) 6:50
2. Quadrupol   (Sven Blau) 9:36
3. Embryo Calling   (FM.tronica) 6:33
4. Kilimanjaro (2017 Remix)   (REALTIME) 10:05
5. World Of Glas   (Christian Fiesel) 9:23
6. The Yearning   (WiesenBerg) 10:10
7. Not Raving   (Kellerkind Berlin) 12:14
Gesamtlaufzeit64:51


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Ursprünglich war Kissing Sounds das findigerweise nach dem Heimatort benannte Label, mit dem Christian Gorsky alias Kellerkind Berlin seine eigene Musik verlegen wollte. Der 2-CD-Sampler "There Is More..." stellt hiervon offenkundig die erste Ausnahme dar. Gorsky möchte hiermit, wie das Booklet der hübsch aufgemachten Digipack-Veröffentlichung mitteilt, nach eigenen Angaben "die immense Bandbreite der heutigen elektronischen Musikerszene gezeigt" sehen. Entsprechend sind also auf beiden CDs 15 verschiedene Künstler mit teils unveröffentlichten Tracks vertreten, und zum Konzept gehörte es offenbar auch, dass jeder der Musiker noch über eine Seite des Booklets zur freien Gestaltung verfügen durfte, was den buchstäblich "bunten" Eindruck dieser Sammlung nochmals verstärkt.

Natürlich gebietet es die Anlage von "There Is More..." eigentlich, jeden Track einzeln zu würdigen. Ich versuche aber, mich hier kurz zu fassen und die zweistündige Spielzeit nicht minutiös zu kommentieren. Also: Mit Grauglanz und "Electron Tongues" geht es offenbar recht modern los; das Bild ist bestimmt von einem Bassrhythmus, ein bisschen Percussion und dazu sanft echoende Melodiefragmente, wie man sie vielleicht vom Psytrance kennt. In der Mitte wird diese kühle Musik etwas voller, später gibt es noch ein paar finster verzerrte Sprachsamples. Anschließend demonstriert Hagen von Bergen mit "Heartware" einen eher klassischen Stil: Dominiert ist sein Stück von einer hohen, stylischen Sequenz, die sich durch alle Wechsel (es treten u.a. eine Krautrock-Gitarre, Xylofon und Samba-Percussion auf) hindurch behauptet, immer wieder hervorlugt und an verschiedenen Stellen auch die Quelle für Melodien und weitere Stimmen bildet. Das ist schon ziemlich stark.

"Ikarus" von Wolfproject dagegen führt erst mal eine hypnotische Sequenz ein, verlegt sich dann aber stärker auf Schlagzeug und verspielten Rhythmus, was bewegt und kurzweilig ist. Nicht ganz so gelungen ist das folgende "Molecule" von StanDart. Nach einem langsamen Intro gibt es eine beschwingt-poppige Nummer, die zwar vielschichtige Melodien aufweist und nett anzuhören ist, einen Höhepunkt allerdings vermissen lässt. Also weiter zu Moeckesch und "Okuma": Hier gibt es ebenfalls ein längeres Vorspiel mit düsteren Bläser-Klängen und danach dann eine interessante thematische Arbeit rund um eine Haupt-Melodie, die vorgestellt und später wieder aufgegriffen wird. Allerdings gibt's im letzten Drittel nix neues mehr, sodass die Nummer eigentlich vier Minuten zu lang ist.

Auch "Red Horizon" von Globotom ist klar strukturiert - die Nummer baut sich bis zur Mitte auf und dann genau symmetrisch wieder ab, womit zwar in der zweiten Hälfte auch nichts neues geschieht, das aber eben aus gutem Grund. Vom Klang her gibt es hier insofern Abwechslung, als dass im Laufe der Zeit A-Gitarre und Orgel hinzukommen, was wieder den Kraut-Faktor erhöht. Rocco Müllers "Timeless" ist dagegen mit Sequenzen, Echosounds und aus langen "Silben" bestehenden Melodien eher träge und spartanisch, auch wenn das Stück nach gut fünf Minuten schneller und fröhlicher wird. Auch hier gibt es keinen Höhepunkt (auch wenn man zwei Minuten vor Schluss das nahende Ende bemerkt), und ich fühle mich etwas an die biedereren Artikel aus dem Innovative-Communications-Katalog erinnert.

Der bewährte Ringhausen demonstriert anschließend in "The Heavenly Gladness Of Digital Distortion", wie Minimalismus stilvoller gestaltet werden kann: Eine rhythmisch vertrackte, immer wieder unterbrochene Sequenz (vgl. Pink Floyd - "Money") im Fairlight-Sound wird immer wieder variiert bwz. umspielt, während die Begleitung nahtlos immer voller wird. Hier geht die Faszination wie so oft bei Ambient-artigen Sachen davon aus, Elemente auftauchen und verschwinden zu hören. Einen anderen Weg geht nach der Halbzeitpauses Martin Neuhold in "The River Rolls On", indem er mit Klavier, Harfenklänge und Streicher zu einem sich entwickelnden lockeren Beat beinahe Postrock spielt - erst in der zweiten Hälfte treten als solche ausgewiesen Synthies auf und führen die Melodien konsequent weiter. Mal was nettes, gell?

Anschließend orientiert sich dann Sven Blau in "Quadrupol" hörbar an den Tangerine Dream um 1980. Melodien, Sounds, Sequenzen und auch diese Crossfade-artigen Übergänge gab's auf "White Eagle", "Tangram" & Co. in fast genau dieser Form. Leider wurden auch die Nachteile in Form simpler, improvisiert wirkender Melodien repliziert, aber das ist wohl Geschmackssache - Froese-Fans werden hier begeistert in die Hände klatschen. Ebenfalls ein prominentes Vorbild bedient dann FM.tronica mit "Embryo Calling": Zumindest das Intro betreibt mit Minimalismus inklusive Atem-artiger Samples die Mimikry zu Kraftwerks "Tour de France". Danach geht es allerdings davon weg, und übereinander gestapelte Streichersounds, Elektro-Chöre sowie eine flotte Sequenz beleben die Musik. In der Mitte wird es ruhiger, gegen Ende kehrt das volle Arsenal zurück, und ich fühle mich gut unterhalten.

Wieder durchgängig minimalistischer ist das folgende "Kilimanjaro" von Realtime. Breite Klangflächen, eine simple, zurückhaltende Sequenz und ein wenig ausladender, in der Mitte mal ausgesetzter Rhythmus gemahnen an die US-Schule à la Majeure, wobei dieses Stück hier auch mit wenigen Mitteln zu interessieren weiß. Anschließend tritt mit Christian Fiesel wieder ein (halbwegs) Bekannter auf und begibt sich mit auf- und abheulenden wehmütigen Akkorden zu ausladenden Echo- und Halleffekten sogleich in die frühen 70er, in denen die Rhythmik noch durch vibrierende Klänge anstelle von Perkussion erzeugt wurde. Befremden tun allerdings der merkwürdig dünne Sound - klingt fast wie ein 96kbps-MP3 - und nach gut fünf Minuten eingesetzte Sounds von Streichern, Gitarre, Oboe und Glockenspiel, was erst nach Krautrock, dann aber mit betulichen Melodien eher nach Kitsch klingt.

Endspurt! WiesenBerg mit "The Yearning" geht erst eher Ambient-artig vor, wenn wellenförmige Klänge miteinander interferieren und wie ferne, vom Wind verwehte Kirchenglocken tönen. In der Mitte gibt es dann einen elektronischen Tango-Rhythmus, aber insgesamt bietet dieses Stück leider nicht so viele Punkte, an denen man sich als Hörer so richtig festhalten kann (geschweige denn dies gerne tut). Zum Schluss ist auch noch mal Gorsky selber am Werk und zieht in "Not.Raving" nochmals alle Register, mit denen in elektronischer Musik Spannung aufgebaut werden kann: Herzschlag-Rhythmus, opulente Akkorde mit Stereo-Effekten und eine langsame, aber bestimmte Sequenz à la Robert Schroeder. Wenn nach gut vier Minuten der trottende Rhythmus einsetzt, fühlt man sich glatt an Klaus Schulzes "Nowhere - Now Here" erinnert. Ganz so wendungsreich ist "Not.Raving" allerdings nicht, bemüht dafür aber zielführende, alles andere als mäandernde Melodien.

So - hiermit stellt sich also heraus, dass "There Is More..." tatsächlich ein sehr abwechslungsreicher Sampler ist. Im Wesentlichen gelingt es praktisch allen vertretenen Musikern, einen eigenen Stil zu pflegen, der sich größtenteils deutlich von den klassischen Sequencer-plus-Akkorde-Klischees absetzt. Umgekehrt ist allerdings zu vermerken, dass die ganz extremen Ambient-Sachen hier ausgespart wurden - noch jeder Song hier ist ohne Vorbehalte als "Musik" zu bezeichnen. Das dürfte den Sampler als Ganzes nochmals um einiges zugänglicher machen, sodass hier unterm Strich in jedem Fall eine Empfehlung für Freunde elektronischer Musik ausgesprochen werden soll. Anregungen findet man hier schließlich zuhauf!

Anspieltipp(s): Genau um sowas geht's ja bei Samplern nicht...
Vergleichbar mit: Wie beabsichtigt: Der ganzen Bandbreite der Elektronik, nur Ambient wird höchstens tangiert
Veröffentlicht am: 13.5.2017
Letzte Änderung: 2.6.2017
Wertung: keine Noch mal der Disclaimer: Compilations und Livealben bekommen von mir keine Wertungen

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