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Big Big Train

Grimspound

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Folk; RetroProg
Label: English Electric Recordings
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Nick D'Virgilio drums,percussion and backing vocals
Danny Manners keyboards and double bass
Rikard Sjöblom guirars, keyboards on Ivy Gate and backing vocals
Rachel Hall violin,viola,cello and backing vocals
Greg Spawton bass guitar and bass pedals
David Longdon lead and backing vocals,flute,piano,guitars,mandolin,banjo,lute,melodica,celesta,syntesizers,percussion
Dave Gregory guitars
Andy Poole acoustic guitar,keyboards and backing vocals

Gastmusiker

Judy Dyble vocals on The Ivy Gate
Philip Trzebiatowski cello on The Racing Line

Tracklist

Disc 1
1. Brave Captain 12.57
2. On The Racing Line 5.12
3. Experimental Gentlemen 10.01
4. Meadowland 3.36
5. Grimspound 6.56
6. The Ivy Gate 7.27
7. A Mead Hall In Winter 15.20
8. As The Crow Flies 6.44
Gesamtlaufzeit68:13


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


„Grimspound“ wurde von der gleichen Besetzung wie das Vorgängerwerk „Folklore“ aufgenommen. Das deutet schon darauf hin, dass das bisher ausgearbeitete musikalische Konzept von Big Big Train weiterverfolgt wird. Das vorliegende Album sollte übrigens ursprünglich nur eine EP werden, bis die Kreativität aller Beteiligten nicht mehr zu stoppen war.

Grimspound war in der Bronzezeit eine Siedlung, die inzwischen zum Objekt des Interesses für die Archäologen geworden ist. Durch die Beschäftigung mit den alten, über die Krähen kursierenden Mythen hat Davin Longdon aus dem Thema „Grimspound“ eine Geschichte über eine Krähe kreiert, die sich in dem Titelsong des Albums die Frage stellt, was von unseren Siedlungen für die Archäologen der Zukunft übrigbleiben wird.

In dem Artwork zu „Grimspound“ wurde auch das Sternbild des Raben verwendet, das angeblich auch alle Krähenarten miteinschließt. Spätestens seit dem Artwork von „Folklore“ scheint die Familie der Rabenvögel irgendwie auch zum Gesamtkonzept von Big Big Train zu gehören. In dem Titelstück kommt die kammermusikalische Komponente durch die Verwendung von Flöte, den Streichinstrumenten und Marimbas verstärkt zur Geltung.

Zum Gesamtkunstwerk von Big Big Train (also auch von „Grimspound“) gehören auch die wahren Geschichten von den britischen Inseln, die den Kompositionen zugrunde liegen. In der 2LP-Ausgabe füllen diese ausführlichen Beschreibungen zwei volle Seiten eines Inlays. Die schwierige Aufgabe des Songtexters (bei Big Big Train ist es entweder Greg Spawton oder David Longdon) besteht dann darin, eine lange Geschichte, oder ein Menschenleben in einem knappen Songtext zusammenzufassen.

Wie zum Beispiel im Falle des vierteiligen „Brave Captain“, das sich dem Leben und Sterben von Captain Albert Ball, einem Fliegerass aus dem ersten Weltkrieg, widmet. Zur Eröffnung des Albums wird die epische Bandbreite von Big Big Train deutlich, die sich natürlich bei gemächlichen Tempi am besten entfalten kann. Die hymnische Huldigung an den Captain B. beinhaltet auch gesangsfreie Teile, die in bester Symphonic-Prog-Tradition mittels zahlreicher Tasteninstrumente, Gitarren und Geigen für eine gesteigerte Dramatik sorgen.

Das instrumentale „On the racing Line“ beschäftigt sich mit dem Rennfahrer John Cobb. Dementsprechend ist der erste Teil des Stückes dicht und temporeich ausgefallen, wobei die virtuosen Tasteninstrumente die führende Rolle übernehmen. Die Geigen und das Cello sollen in dem langsameren zweiten Teil wohl den lyrischen Gegenpol zum rasenden Mr. Cobb darstellen.

„Experimental Gentlemen“ handelt von den Wissenschaftlern, die auf Captain Cooks Schiff Endeavour für neue Erkenntnisse und Entdeckungen zuständig waren. Das dreiteilige Stück macht nochmal deutlich, wo die Kernkompetenz von Big Big Train liegt. Nämlich in der Fortführung des Prog-Tradition der 70er Jahre, mit filigranen Figuren für Piano, Gitarre und Geige als stilbestimmenden Elementen.

„Meadowland“ steht in erster Linie für ein friedliches Plätzchen, an dem man entspannte Gespräche über angenehme Themen führen kann. Als Vorbild, oder Beispiel für ein friedliches Leben im Einklang mit sich selbst und der Natur soll hier ein Grubenarbeiter Jack dienen, ein Onkel von David Longdon. Idyllischer Folk-Prog ist wohl die richtige Bezeichnung für die Musik von „Meadowland“.

In „Ivy Gate“ wird die tragische Geschichte der Familie Fisher erzählt. Als Thomas Fisher zurück aus dem Krieg kam, musste er feststellen, dass seine Frau bei der Geburt des gemeinsamen Kindes gestorben ist. Daraufhin beschloss Thomas Fisher, dass er auch nicht mehr weiterleben möchte. Ivy Gate wurde angeblich zur Erinnerung an diese Ereignisse errichtet. Der Geist von T. Fisher soll in der Nähe schon mal gesichtet worden sein. Der Gesang von Judy Dyble unterstreicht den folkigen Charakter einiger Einfälle. Bis „Ivy Gate“ überraschend im kurzen Mittelteil in rockigere Gefilde aufbricht.

In „A Mead Hall in Winter“ sprechen sich die Musiker für die Werte der Aufklärung und der Romantik aus. Ein Textausschnitt sagt schon alles: „Here in science and art, and beauty and music, and friendship and love, you will find us, the best of what we are, the poets and painters, and writers and dreamers“.

In „As the crow flies“ geht es um das Loslassen, um die Eltern, die ihre Kinder irgendwann in die Welt entlassen müssen. Ich nehme an, es ist die Geigerin und Cellistin Rachel Hall, die hier auch mal charmant mitsingen darf.

Eigentlich könnte man die Stilbeschreibung aller Stücke mit „typisch idyllisch-epischer Big Big Train“-Prog mit Folk-Anleihen“ zusammenfassen. Der charismatische Gesang von David Longdon trägt wesentlich zur Ausstrahlung der Stücke bei. Durch diese Musik darf der Hörer trotz der manchmal traurigen Textinhalte in eine harmonisch-friedliche Welt eintauchen, die man in der Realität inzwischen immer seltener findet. „Grimspound“ bietet also alles, was der BBT-Fan erwartet und begehrt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.5.2017
Letzte Änderung: 12.5.2017
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Big Big Train

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 Goodbye to the Age of Steam 8.00 4
1997 English boy wonders 7.50 2
2002 Bard 9.00 2
2004 Gathering Speed 9.00 1
2007 The Difference Machine 12.50 2
2009 The Underfall Yard 12.00 4
2010 Far Skies Deep Time (EP) 11.67 3
2012 English Electric Part One 9.17 6
2013 English Electric Part Two 8.75 4
2013 English Electric: Full Power 13.00 1
2015 Wassail EP 8.50 2
2016 Stone & Steel 11.00 1
2016 Folklore 10.00 3
2016 A Stone's Throw From The Line 12.00 1

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