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Oiseaux-Tempête

AL​-​'AN ! الآن (And your night is your shadow - a fairy​-​tale piece of land to make our dreams)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017 (als CD oder Do-LP)
Besonderheiten/Stil: improvisiert; live; Ambient; Postrock; Worldmusic / Ethno
Label: Sub Rosa
Durchschnittswertung: 12.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Frédéric D. Oberland​ electric guitar & hurdy-gurdy (BAB V), field recordings, mellotron, alto saxophone, dukar, analog synths, percussion, flute
Stéphane Pigneul​ electric bass VI & guitar, moog, modular system & analog synths, drum machine, field recordings, percussion, piano

Gastmusiker

Mondkopf analog synths on tracks 1, 4, 8, 9, 10​, 11, 12 & 13
Sylvain Joasson​ percussion & drums on tracks 1, 4, 6, 8, 9, 10​ &​1
Charbel Haber​ electric guitar on tracks 3, 5, 6 & 11
Sharif Sehnaoui​ acoustic guitar & percussion on tracks 2 & 7, electric guitar on track 8
G.W. Sok​ narration​ on track 11
Tamer Abu Ghazaleh​ vocals on track 6
Abed Kobeissy​ electric buzuk on tracks 2, 7​, 8 & 13
Ali El Hout​ bandir on tracks 2 & 7
Youmna Saba oud on tracks 3, 5 & 6
Pascal Semerdjian​ ​percussion & drums on tracks 3, 5, 6 & 11
Stéphane Rives​ soprano saxophone on tracks 1, 4 & 11
Blackthread modular synth on track 11
Grégoire Orio & Grégoire Couvert​ additional field recordings on tracks 7, 10 & 11

Tracklist

Disc 1
1. Notes from the Mediterranean Sea 3:59
2. Bab Sharqi 5:53
3. Feu Aux Frontières 3:20
4. Baalshamin 7:44
5. Our Mind is a Sponge; Our Heart is a Stream 3:48
6. Mish Aaref Eish w Leish 4:21
7. Electrique Résistance 3:36
8. The Offering 3:36
9. Ya Layl, Ya 3aynaki (ô nuit, ô tes yeux) 4:09
10. Carnaval 4:06
11. Through The Speech Of Stars 17:29
12. À l'Aube 3:23
13. Hurra Osba3o / Par-delà le Désert   (nur auf der CD-Ausgabe) 9:54
Gesamtlaufzeit75:18


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Für ihr drittes Studioalbum begaben sich Oiseaux-Tempête (bzw. das Duo aus Frédéric D. Oberland und Stéphane Pigneul, die beiden anderen Musiker der Stammbesetzung sind hier nicht dabei) zeitweise in die libanesische Hauptstadt Beirut, um dort Sessions mit einheimischen Musikern zu aufzunehmen. Weitere Aufnahmen fanden im heimischen Frankreich statt, alles live und improvisiert.

Trotz der unterschiedlichen Besetzungen der einzelnen Stücke - über ein Dutzend Gastmusiker verteilt sich darauf - ergibt sich ein homogenes Klangbild. Die meisten Stücke gehen direkt ineinander über, so dass sich insgesamt so etwas wie ein einziger, stetiger Klangfluss ergibt. Der bandtypische, hypnotisch-intensive Postrock zeigt sich dabei zurückhaltender; die Gitarren grummeln immer noch böse und vor allem schroff und kantig, sind jedoch mehr im Hintergrund gehalten, werden eingebettet in fließende Sounds von Streichern und Holzbläsern. In den in Beirut aufgenommenen Stücken treten noch diverse exotische Instrumente dazu, neben Ethno-Percussion vor allem die arabische Laute Oud. Ergänzt wird das vielfach noch um Straßengeräusche, Gesprächsfetzen, Gesänge aus einer Kirche und ähnliche „field recordings“, die ebenfalls im Libanon entstanden. Diese schieben sich gelegentlich in den Vordergrund und verwandeln die Musik in so etwas wie frei Klangcollagen; aber immer nur für Momente, dann nimmt der Klangfluss wieder Form an und setzt sich gemächlich in Bewegung.

Trotz des überwiegend gemächlichen Tempos kann die Musik ordentlich anschwellen, wobei die Gitarre heftig jault und kreischt und die Bläser auch mal schräge Einsätze liefern können (etwa in Baalshamin oder Through the Speech of Stars). Auch solche Passagen ändern jedoch nichts an dem durchweg eigenartig weltentrückten, geradezu surrealen Charakter der Musik, die an anderen Stellen auch in Ambient-Bereiche gehen kann.

Der größte Teil dieses Ethno-Postrocks ist instrumental, neben dezentem (vermutlich arabischen) Gesang in Mish Aaref Eish w Leish hat lediglich Through the Speech of Stars längeren, gesprochenen Text. Der schon auf früheren Alben der Band mitwirkende G. W. Sok trägt dabei Lyrik des palästeninesischen Dichters Mahmoud Darwish vor (in Englisch).

Oiseaux-Tempête bieten auf ihrem dritten Album erneut ein intensives, hypnotisches Klangerlebnis vor, das auf faszinierend Weise Postrock (der unorthodoxen Art) mit arabisch inspirierter Musik verbindet. Großartig!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.5.2017
Letzte Änderung: 14.5.2017
Wertung: 12/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


"These are some live epiphanies improvised between middle-east and Europe during the year of chaos 2016."

Live-Erscheinungen aus dem Jahre 2016 sind somit auf dem dritten regulären Studioalbum von Oiseaux-Tempête festgehalten (die Restesammlung "Unworks & Rarities" nicht mitgezählt), aufgenommen in Beirut und Loguivy-Plougras in der Bretagne. Im Vergleich zu den Vorgängerscheiben hat sich zumindest in stilistischer, aber auch in konzeptueller Hinsicht nicht allzu viel verändert. Postrock ist auch auf "AL-'AN! الآن" zu finden, und wieder hat das Album gewisse sozialkritische Zeitbezüge, die sich diesmal in verschiedenen klanglichen Beiträgen nahöstlicher Musiker manifestieren (Gezupftes meist), vor allem aber in der von G.W. Sok vorgetragenen Rezitation eines Textes des palästinensischen Dichters Mahmoud Darwish ("Through the Speech of Stars").

Auf jeden Fall muss man Oiseaux-Tempête zugestehen, dass sie auf ihren bisherigen Alben (und auch auf diesem neuesten Werk) einem eigentlich ziemlich abgegrasten Genre neues Leben einhauchen können, oder zumindest neue Aspekte abgewinnen. Auch wenn hier recht genretypisch hallende E-Gitarrenklänge auf voluminöse Elektronik und Tastenarbeit trifft, und dabei eine ebenso genretypische melancholisch-elegische, sehr intensive Atmosphäre erzeugt wird, sorgen die Gastbeiträge doch für eine deutlich andersartige Einfärbung, die diese Musik zu einer Art Ethno-Postrock, oder zu Postrock mit World-Music-Ingredienzien machen.

Das Ergebnis ist jedenfalls ein ausgesprochen dichtes Gemenge an Klang, biete hypnotische Tonbilder aus langgezogenen und effektverfremdeten E-Gitarrentönen, sehr viel Elektronik und Synthesizersounds, ergänzt um allerlei akustische Instrumentaleinlagen, Sax, Flöte, Akustikgitarre, einiges an Perkussion, diversen Field Recordings und die schon erwähnten arabisch klingenden Einlagen der Gäste. Eine hypnotisch-elegische, ausgesprochen farbige, alles in allem recht sperrige, mal freiformatig schwebende, mal lärmend aufwallende, mal repetitiv rockende Reise in den Nahen Osten unternimmt der Hörer, wobei die Musik immer klar in klassischen Postrockgefilden verwurzelt bleibt, versehen mit viel Hall, klanglicher Tiefe und Intensität. Sehr viel besser kann man modernen Postrock gar nicht spielen, und Oiseaux-Tempête beweisen einmal mehr, dass sie zu den innovativsten Bands des Genres gehören. Beeindruckend!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.8.2017
Letzte Änderung: 7.9.2017
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Oiseaux-Tempête

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2013 Oiseaux-Tempête 12.00 1
2015 Ütopiya? 11.00 2
2016 Unworks & Rarities 11.00 1

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